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KArin

1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag


Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon alibaba » Do 4. Feb 2010, 09:12

loewe03 hat geschrieben:Am liebsten lenkt sie wohl andere Kinder ab, hört aber selber trotzdem noch zu.


Hallo loewe,

identisch zu uns. Aber ich denke, ein guter aufmerksamer Lehrer/in erkennt ihre Pappenheimer. Mir haben schon einige Lehrer gesagt (Musikschule), das mein Großer alle Sachen mitbekommt, auch wenn er mal abwesend erscheint und/oder etwas anderes macht. Trotzdem finde ich auch, ein Kasper darf nicht sein. Auch wenn er sich damit selber vielleicht kognitiv nicht beieinträchtigt, er schadet damit den Anderen. Mein Schuleintrittsziel, meinen Großen bis dahin beigebracht zu haben, das, wenn man sich langweilt, eine sinnvolle Nebentätigkeit sich erfragt und/oder sprachlich seine Anliegen gegenüber dem Lehrer signalisiert.

Und es mag vielleicht in der ersten Klasse kein Problem sein, herumzukaspern, aber spätestens wenn der erste Druck im Klassenraum beginnt, wird es schwierig werden. Dann hat man entweder Lacher die das witzig finden, oder aber Kinder die sich dadurch im Lernen gestört fühlen. Ich bin daher der Meinung, das man nicht rechtzeitg damit anfangen kann, seinem Kind seine Handlungen bewusst zu machen. Wenn mein Sohn ein Gespräch wie ein Erwachsener will (was er ja von seiner Seite aus so einfordert), dann muss er lernen, sich in seinem Rahmen auch so zu bewegen, das man ihm auch so gegenüber tritt. Dazu gehört Höflichkeit und Respekt, aber keine Unterwürfigkeit. Ein Arbeitsblatt höflich einzufordern bewirkt mehr, als dieses durch Herumkaspern zu provozieren.

Daran arbeiten wir in der Familie, ob es klappt wird sich bald zeigen.

VG
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Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon urmelis » Do 4. Feb 2010, 09:56

Hallo alibaba,

ohne unhöflich sein zu wollen - ich stelle mir gerade vor, wie dein Sohn, der ja inzwischen Mathe-Aufgaben der dritten Klasse lösen kann, sich im Rechenunterricht zu Tode langweilt und dann zusätzliche Arbeitsblätter einfordert ... jeden Tag ... vor der ganzen Klasse ... während der Rest sich mit der Frage "wieso ist 2 + 5 = 7, wenn doch schon 3 +4 = 7 ist? Ist denn alles im Leben 7?" rumplagt. Er nach Lesefutter giert, während der Rest mühselig buchstabiert "Tim ist im Tor".

Meinst du nicht, es ist sinnvoller, du nimmst das dann in der Hand, klärst die Lehrerin über den Leistungsstand deines mittlerweile lesenden und auf 4.-Klass-Niveau rechnenden Sohnes auf und erarbeitest mit ihr gemeinsam Lösungsmöglichkeiten? Ich bin ja schon dafür, Kinder zu fordern und sie zur Selbständigkeit zu erziehen, aber ich befürchte stark, dass dein Sohn damit sehr überfordert sein wird und sich mit der von dir favorisierten Variante zum Außenseiter macht ...

Liebe Grüße
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Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon alibaba » Do 4. Feb 2010, 10:49

Hallo Urmelis,

ob er 3.Klasse rechnen kann, wage ich zu bezweifeln. 3.Klasse rechnen ist ja mehr als nur 35+78, dazu gehört das kleine 1x1 und genaue Rechenwege, so wie sie der Lehrer vorgibt. Auch lesen klappt nicht mal auf 1.Klasse-Niveau. Das lesen können einzelner Wörter ist noch kein lesen. Von Texten aus Erstlesebüchern sind wir noch weit entfernt.

Ich werde mich auch hüten Leistungsstände gegenüber dem Lehrer zu erklären. Heute im Kiga fiel es das erste Mal den Erzieherinnen auf, das Junior "lesen" kann, obwohl er das System nicht erst heute begriffen hat. Denkst du nicht, das ich mich ein wenig lächerlich mache, wennn ich erkläre, was er an theoretischem Potential hat, er es aber gar nicht zeigt, weil er, keine Ahnung, heute eben keine Lust hat. Nein, ich lasse den Dingen seinen Lauf und werde nur eingreifen, wenn es anfängt in die falsche Richtung zu laufen. Bisher haben alle Lehrer/Erzieher ihn sehr gut erkannt. Sie erkennen quasi die Theorie, aber die manchmal fehlende Umsetzung in die Praxis erkennen sie auch.

Wir haben übrigens 1.+2.Klasse zusammen, ich denke, da wird er gut aufgehoben sein. Bisher kommt er übrigens sehr gut im Kiga klar und ist kein Ausenseiter. Er ist sehr gut integriert, wird gerne eingeladen und die Kinder kommen auch gerne zu uns. Im übrigen mag sich vielleicht das Geschriebene so wuchtig anhören, aber ich versuche trotzdem kindgerechte Schritte vorzugeben, die er mithalten kann.

VG
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Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon urmelis » Do 4. Feb 2010, 13:03

Hallo alibaba,

dann hast du dich in der Vergangenheit vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt, was den Leistungsstand deines Sohnes betrifft. Aber es ist letztlich auch nicht so relevant, ob er nun auf dem Niveau eines Drittklässlers oder eines Zweitklässlers rechnet - 35 + 74 geht auf alle Fälle weit über das hinaus, was ein Erstklässler lernt. Bei meiner Tochter bestand jetzt das erste halbe Jahr aus rechnen im Zehnerraum, seit der Woche kommen die Zahlen von 11 bis 20 mit dazu. Für etliche in der Klasse ist das ganz schön schwierig, und es ist insgesamt eine recht leistungsstarke Klasse. Und lesen? Die ersten in der Klasse fangen nun, nach einem halben Jahr Unterricht, damit an, flüssig zu lesen. Gut, ich bin auch davon ausgegangen, dass ein Schüler am Ende der ersten Klasse mühelos "Das kleine Gespenst" und dergleichen lesen kann - aber schau dir doch mal die Erstlesebücher mit den verschiedenen Abstufungen an, wirf einen Blick auf die Literaturempfehlungen auf der Antolin-Seite, und dir wird klar, dass manche Erstklässler "Das kleine Gespenst" lesen können, der größte Teil hingegen nicht.

Ich will Dir nun keine Angst machen, und es muss ja alles auch nicht so zutreffen, doch seinerzeit zu meinerzeit galten Kinder, die schon alles konnten und alles wußten und sich so offensichtlich langweilten, dass sie dies auch noch verbalisierten, als Streber ....

alibaba hat geschrieben:Mein Schuleintrittsziel, meinen Großen bis dahin beigebracht zu haben, das, wenn man sich langweilt, eine sinnvolle Nebentätigkeit sich erfragt und/oder sprachlich seine Anliegen gegenüber dem Lehrer signalisiert.


Im Kindergarten stehen noch andere Sachen im Vordergrund, da fällt dein Sohn vielleicht gar nicht so auf unter den anderen Kindern, aber wenn du ihn dazu animierst, obiges zu machen, dann kann (muss nicht) das nach hinten losgehen.

Gruß
Urmelis
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Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon loewe03 » Fr 5. Feb 2010, 13:59

Hallo urmelis,

ich schrieb doch eigentlich, dass mich petzen nervt. Ich frage die anderen Kinder nicht aus. Sie kommen sofort auf mich zu, um mir zu berichten, wie schlimm sich mein Kind wieder benommen hat. Ich reagiere darauf nach außen nicht. Aber, ich höre ja trotzdem zu.
Es sind verschiedene Kinder, die mir berichten. Zwar gibt es schon einige Mädels, die sehr gern (beinahe täglich) petzen, aber die nehme ich nicht ernst. Bei Kindern, die nur 2-3x etwas erzählen, höre ich etwas genauer hin.

Ich bin bisher öfter davon ausgegangen, dass mein Kind meistens in den Pausen wild ist und nicht im Unterricht, wie es die Kinder mir immer erzählen. Was mich aber gewundert hat, dass die Lehrerin von sich aus sagte, dass es nicht schlimm ist, wenn meine Tochter im Unterricht andere Kinder ablenkt, weil sie ja selber gut zuhört.
Fändest du das nicht merkwürdig?

Es ist z.B. auch so, dass mein Kind sehr gern dazwischen quasselt, wenn ich mit Erwachsenen spreche. Ich muss dann (seit Monaten/Jahren) immer wieder betonen, dass ich gerade im Gespräch bin. Irgendwie muss das doch mal sacken. Ich habe ihr auch schon oft gesagt, wenn sie sich still daneben stellt und lauscht, erfährt sie vielleicht etwas interessantes, was sie betrifft. Aber, es ändert sich nichts.
Wenn mein Kind nun im Unterricht nicht ermahnt wird, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass es begreift, dass es falsch ist, andere Kinder abzulenken und dazwischen zu quasseln, wenn der Lehrer etwas sagt.

VG loewe
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Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon Neckri » Fr 5. Feb 2010, 15:11

Loewe hat geschrieben:Irgendwie muss das doch mal sacken. Ich habe ihr auch schon oft gesagt, wenn sie sich still daneben stellt und lauscht, erfährt sie vielleicht etwas interessantes, was sie betrifft. Aber, es ändert sich nichts.


Hallo Loewe,

es ändert sich deswegen nichts, weil so junge Kinder nicht auf Kritik reagieren können. Erst mit der Pubertät ändert sich das (*Link*). Du erwartest, dass deine Maus so reagieren sollte, wie du es von dir selbst erwarten würdest. Aber du bist ja auch erwachsen. Das Gehirn jüngerer Kinder tickt einfach anders. Versuche das nächste Mal folgendes:

Wenn du ein Gespräch kommen siehst, dann beuge dich zu Fräulein herunter und flüstere ihr ins Ohr, dass du mächtig stolz auf deine Große sein würdest, wenn sie diesmal nicht dazwischen quatschen würde. Ganz egal wie lange sie es dann tatsächlich aushält, bevor ihr Gesicht rot anläuft, Dampf aus den Ohren pfeift und sie schließlich doch platzt... Du lobst sie dafür, dass sie es schon viel länger ausgehalten hatte, nicht dazwischen zu quatschen. Du kannst argumentieren, dass das Stillhalten bestimmt viel Kraft gekostet hatte, so dass sie sich jetzt wohl eine Kugel Eis verdient hätte.

Du wirst danach leicht bemerken, dass sich deine Maus bei der nächsten Unterhaltung schier die Unterlippe abbeißt, bevor sie dazwischen quatschen würde... Kinder funktionieren in diesem Alter nun mal so...

Viele Grüße von

Neckri
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Re: 1. Elterngespräch nach vorzeitiger Einschulung

Beitragvon loewe03 » Sa 6. Feb 2010, 19:31

wow, Neckri,
das ist ein guter Tipp. Vielen Dank. Das werde ich unbedingt versuchen und ich glaube sogar, dass klappt bei meiner auch.

LG loewe
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