Was genau ist eine Spezialbegabung?

Mathematik, Musik, Kunst - alles zu spezieller Hochbegabung


Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon unwissende-neu » So 14. Mai 2017, 01:08

Ich überlege gerade, was genau eine Spezialbegabung ist.

Wann ist es ein "normales" Interesse, wo sie sich viel Wissen und viele Fähigkeiten durch "üben" erarbeitet haben und wann spricht man von Begabung?
Also ich denke, dass der großteil eurer Kinder ja schon etwas "strange" sind, sonst währt ihr ja sicherlich nicht hier *lach*

Und gibt es eigentlich Begabungstest, oder Intelligenztests, die andere Bereiche der Intelligenz messen, als die üblichen Kognitiven Fähigkeiten?

Wie wäre es denn mal, oben einen Beitrag zu pinnen, mit einer Liste der jeweiligen Spezialbegabungen eurer Kinder?
- Ist nämlich echt Mühselig es aus den Kontexten der Beiträgen rauszusuchen.
Dann kann man sich ggf. auch gezielter austauschen über gemeinsamkeiten und ggf. auch über Probleme, die mit der jeweiligen Begabung einhergehen.
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon Rabaukenmama » So 14. Mai 2017, 08:25

Mein 7jähriger Sohn hat dieselbe Spezialbegabung wie ich, nämlich auswendig- lernen.

Mein knapp 5jähriger Sohn hat vermutlich im mathematischen Bereich eine Spezialbegabung.

Tests dafür kenne ich nicht. Wie du richtig schreibst sind Spezialbegabungen eher "strange" und decken nur einen relativ kleinen Teilbereich ab.
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon Rabaukenmama » So 14. Mai 2017, 11:40

Mir ist noch was dazu eingefallen.

Spezialbegabungen (auch "Inselbegabungen" genannt) sind unter anderem deswegen nicht in Tests zu erfassen, weil sie für die Menschen, die diese Begabung nicht haben, schlichtweg eine totale Überforderung darstellen würden.

Stell Dir vor in einer 2. Klasse Grundschule wird jedem Kind ein 20strophiges Gedicht (z.B. Schillers "Bürgschaft") ausgeteilt und den Kindern gesagt: "So, jetzt habt ihr 45 Minuten Zeit um das auswendig zu lernen. Dann sagt ihr es fehlerfrei auf!". Sonst nix, kein vorlesen, kein "erarbeiten", keine Erklärung! Wie viele würden es wohl schaffen?

Als ich 8 Jahre alt war habe ich etliche Gedichte, Liedtexte und auch Theaterstücke auswendig gelernt. Bei den Liedtexten und Theaterstücken hat es z.B. gereicht, alles einige Male zu hören (z.B. bei den Proben für die Aufführung). Bei Gedichten oder ungereimten Texten ging es besser, wenn ich es mir selbst laut vorgelesen habe. Aber ich konnte es auch nur leise im Kopf lesen und habe dabei auswendig gelernt.

Ich persönlich habe bisher im RL (echten Leben) noch keinen Menschen kennengelernt, der so schnell und langfristig auswendig lernen kann, wie ich. Dabei bin ich nicht fehlerfrei. Etwa 30 Jahre, nachdem ich Goethes "Faust" (1. Teil) auswendig gelernt habe, kann durchaus vorkommen, dass mir mal ein paar Zeilen nicht einfallen oder dass ich ein Wort verdrehe. Aber 98% davon sind für immer in meinem Gedächtnis. In Summe kann ich geschätzte 300-500 Seiten von Gedichten und Stücken auswendig rezitieren und weit über 1000 Liedertexte noch dazu.
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon unwissende-neu » Mo 15. Mai 2017, 09:27

hihi, das ist ja lustig. Meine Mama würde dich bestimmt mal gern kennenlernen. Die hat auch ein fotografisches Gedächtis. - Ich bin dort Meilenweit von entfernt *lach*
Ich habe es gehasst, wenn Mama Vokabeln abgefragt hat. Sie machte es nebenbei beim Kochen oder Putzen, hatte nicht einmal das Buch und kommentiert dann immer mit: Steht doch auf Seite 143. 12 Vokabel von oben. - grrrr :D

Sie hat aber Mathematik und "Informatik" ( soviel Informatik es Ende der 60er Anfang 70er dann auch war;) ) studiert. Hat dann als Programmierer gearbeitet. Programmfehler hat sie dann vor ihrem innerem Auge im Auto gesucht, da sie sagte, dass sie alles wie Fotos hervorrufen konnte, und selbst Kommafehler fand. - Mittlerweile kann sie es nicht mehr in dem Umfang, sie ist aber nun auch fast 70.
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon unwissende-neu » Mo 15. Mai 2017, 09:28

Aber ein Fotografisches Gedächtnis stelle ich mir im Alltag sehr hilfreich vor.

Die Bürgschaft etc. kann Mama auch. Nach ein paar Wiederholungen, die sie dann ja ohne Zettel machen kann, geht auch alles ins Langzeitgedächtnis und ist auf ewig abrufbar.

Wenn ich etwas im Langzeitgedächtnis habe, vergesse ich es auch nicht mehr. Ich kann sowohl immer noch die Binomischen Formeln, als auch "Der Zauberlehrling" aber das reinkriegen ist wesentlich anstrengender. Mein Kurzzeit und vorallem mein Ultrakurzzeitgedächtnis ist eine Katastrophe.
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon alibaba » Di 16. Mai 2017, 09:19

Von einer Spezialbegabung spricht man in der Regel, bei einem retardierten Menschen, der dann, kurioser Weise eine Inselbegabung entwickelt hat, die so gar nicht zur Beeinträchtigung passt.

Eine Spezialbegabung sollte man nicht verwechseln, wenn man einen Ausreißer im IQ-Test hat. ;)
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon unwissende-neu » Mi 17. Mai 2017, 22:18

@alibaba

Du meinst Savant bzw. Inselbegabungen. Ich glaube, dass ist hier nicht mit gemeint. - Jedenfalls nicht ausschließlich ;)

Ich denke, hier geht es um " Wunderkinder" auf bestimmten Bereichen.

Ich suchte nur nach einer Difinition, wie ausgeprägt eine Begabung sein muss, bis man von Spezialbegabung spricht.

Mein Denkanstoss war eigentlich dieser Text: https://www.uni-oldenburg.de/chemiedida ... forschung/
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 18. Mai 2017, 08:20

Hallo Unwissende!

Ich denke auch dass Savants etwas anderes sind als ganz "normale" Menschen mit Spezialbegabung. Es gibt tatsächlich Menschen, die tausende Bücher auswendig können und auch wissen, in welchem Absatz und welcher Zeile welches Wort steht. Davon bin ich meilenweit entfernt :lol: und mich interessiert auch nicht, wo was steht, weil für mich der Inhalt wesentlich ist (und in einer anderen Fassung desselben Buches ist es ohnehin wieder anders).

Ein "fotografisches Gedächtnis" ist übrigens was anderes. Das betrifft z.B. technische Zeichnungen, die ich in meinem Beruf immer wieder brauche und sehe. Wer sich so was auf einen Blick einprägen kann, hat ein fotografisches Gedächtnis. Wer sich da selbst testen will, kann mal versuchen, die "Rey-Figur" aus der Erinnerung zu zeichnen :) . Da wäre ich vermutlich gut drin, aber nicht herausragend.

Wer ein fotografisches Gedächtnis hat kann quasi "im Kopf" ein Foto von was machen, was er sieht - egal, ob das ein Text, eine Skizze oder ein Bild ist. Das wäre auch eine Methode zum auswendig-lernen: man ruft das Bild im Kopf von der Seite, wo man den Text mal gesehen hat, ab, und liest diese dann einfach vor. Dann sind auch Seitenzahl und Textzeile kein Problem, weil man es ja vor sich sieht.

Bei mir selbst funktioniert es aber anders. Ich merke mir den Inhalt des Textes und "finde" beim rezitieren die passenden Worte, mit denen ich diesen Text gehört oder gelesen habe. Dementsprechend kann ich mir auch keine sinnlose Aneindanderreihung von Wörtern oder Buchstaben oder keinen Text in einer mir unbekannten Sprache merken. Dafür klappt es um so besser und schneller, wenn der Text gereimt ist, und der Inhalt mich interessiert.
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Re: Was genau ist eine Spezialbegabung?

Beitragvon unwissende-neu » So 18. Jun 2017, 00:15

Wer ein fotografisches Gedächtnis hat kann quasi "im Kopf" ein Foto von was machen, was er sieht - egal, ob das ein Text, eine Skizze oder ein Bild ist. Das wäre auch eine Methode zum auswendig-lernen: man ruft das Bild im Kopf von der Seite, wo man den Text mal gesehen hat, ab, und liest diese dann einfach vor. Dann sind auch Seitenzahl und Textzeile kein Problem, weil man es ja vor sich sieht.


Ja, meine Mutter hat früher programmiert. Das war aber noch zu den Zeiten, wo programmieren aus endlosen Texten und Zeichen bestand.
Da konnte sie dann auch wärend der Autofahrt die Programmiertexte vor dem geistigen Auge durchgehen und nach z.B. Komma Fehlern suchen.

Später als Hausfrau hat sie dann Malerei unterrichtet. Ich denke auch, dass ihre Gedächtnisleistungen auch fürs Malen sehr hilfreich ist. Vorallem Schatten - und Perspektivfehler regen sie bei bekannten Künstlern immer wieder auf. Meine Mutter hat in der Malerei internationale Preis gewonnen, ohne das sie je unterricht hatte. Vorallem Portaitzeichnen kann sie sehr gut.


Allerdings kann sie nur Details sehen und nie das Ganze.
Wenn ich z.B. in einer Menge von Leuten stehe und meine Mutter mich sucht, dauert es ewig bis sie mich gefunden hat, da sie jede einzelne Person "scannen" muss. Auch wenn ich dann winke, kann sie es nicht. Wenn die Menge sich dann noch bewegt, ist es extrem schwierig, da sie dann die Übersicht verliert, welche Person sie z.B. schon ausgeschlossen hat, oder an welcher Stelle sie schon geschaut hat.

Auch z.B. bei einer Zimmereinrichtung, geht es bei ihr nur um Details. Schönes Bild, schöner Schrank, schöner Teppich - aber sie scheint den Gesamteindruck nicht begreifen zu können. Ob das ganze Bild zusammenpasst ist dann immer fraglich *lach*


Ich bin auch eher der Typ fürs Ganze. Details übersehe ich häufig mal.
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