Re: Kind steht sich selbst im Weg
Verfasst: Mi 10. Jul 2013, 11:25
Nun, wir haben ihr Getränk nicht in den Ausguß geschüttet - weil ich das zu schade gefunden hätte. Sie durfte den letzten Rest (bis zur obersten Glaskante noch selber einschenken) - was sie aber erst nach einer viertelstunde Geheule und unter Tränen dann doch machen wollte. Auch bei uns anderen wollte sie nicht einschenken. Ansonsten haben wir ihr vorgeschlagen doch ein wenig abzutrinken oder auszutrinken und dann neu einzuschenken. Wir haben versprochen nächstes Mal daran zu denken, dass sie das schon alleine kann usw. Wir haben ihr angeboten ihr Brot selber zu schmieren, sie gefragt, was sie essen möchte... Kein Erfolg. Sie hat nur einen Anlass zum Heulen nach dem anderen gefunden. Das Brot war zu klein, die Wurstpackung wollte sie selber öffnen (obwohl sie das sonst nie will) - Papa hat sie dann wieder zu gemacht, damit sie die selber öffnen konnte, plötzlich wollte sie genau den Aufschnitt essen, den der Opa grade leer gemacht hat und dergleichen (es waren am Ende glaube ich etwa fünf neue Heulattacken, die der ersten folgten). Sie musste dann nach dem Essen, als sie sich gefangen hatte, das Trinken, dass sie während ihres Wutanfalls auf dem Tisch verteilt hatte (sie hatte mit der Hand das Trinken aus dem Glas geschaufelt), selber (grob - also rein symbolisch - mit drei Mal hin und her wischen) wieder aufwischen. Oma hat ihr dann mitgeholfen und wir haben ein bisschen Quatsch drumrum gemacht (Wischstriche gezählt, gedichtet - sie liebt Reime - witzige Details entdeckt - die Tropfen die beim Wischen alle mit dem Lappen eingefangen werden etc.). Aber uns war es wichtig, dass sie sich am Wegmachen beteiligt und dass sie kein neues bzw. leeres Glas kriegt, weil das sonst eben ausartet. So nach dem Motto: Mein Stück Käse hat ein Loch. Ich will ein anderes... Oder ich will heute keinen weißen Teller, sondern einen mit Blumen, kratz bitte alles wieder runter, Mama, und füll mir einen neuen Teller...
Kurz und gut: Wir haben uns gesagt, dass wir diese beiden Punkte durchsetzen (konsequent bleiben) wollten und drum herum waren wir kooperativ, kreativ und offen für andere Vorschläge. Wenn sie z.B. gefragt hätte, ob ihre Oma das Glas leer trinken möchte, damit sie neu einschenken kann, dann wäre das okay gewesen, solange die Oma dazu Lust gehabt hätte. Manchmal schlägt sie ja durchaus Kompromisse vor, auf die ich auch oft eingehe.
Kurz und gut: Wir haben uns gesagt, dass wir diese beiden Punkte durchsetzen (konsequent bleiben) wollten und drum herum waren wir kooperativ, kreativ und offen für andere Vorschläge. Wenn sie z.B. gefragt hätte, ob ihre Oma das Glas leer trinken möchte, damit sie neu einschenken kann, dann wäre das okay gewesen, solange die Oma dazu Lust gehabt hätte. Manchmal schlägt sie ja durchaus Kompromisse vor, auf die ich auch oft eingehe.