Re: Abgeklärte 4 Jährige
Verfasst: Mo 24. Mär 2014, 23:56
Mein Sohn (jetzt 4) ist auch eher der nüchterne Typ, so daß ich mich schon oft gefragt habe, ob das eigentlich normal ist. Er hat allerdings zwei Stofftiere, die er sehr liebt und ohne die er auch nicht schlafen mag. Er schleppt sie auch oft durch das Haus. Nach draussen gehen sie aber nicht mit (in den Urlaub schon, aber im Alltag nur ganz, ganz selten mal und dann weiß ich, daß er irgendwie unsicher ist und diesen Halt braucht). Er hat sie auch nicht mit im Kindergarten gehabt, zur Eingewöhnungszeit. Mit ihnen spielen tut er aber nicht. D.h. manchmal schon. Dann sagen die Tiere was, oder sie haben Hunger. Wenn ich dann frage, was sie essen möchten, schaut er mich an und sagt "Die können nichts essen, die sind doch nur aus Stoff." Und dann spielt er auch nicht mehr mit ihnen. So als hätte er etwas falsch gemacht.
Die zwei Tiere sind besonders wichtig geworden, als seine Schwester geboren war. Irgendwann wurden das dann seine Babys.
Ebenso mit seinen Eisenbahnen. Da spielt er schon mal sogenannte Rollenspiele. Aber meist kommt: "Die können dies und das nicht, die sind doch nur aus Holz".
Angefangen, überhaupt mit Rollen zu spielen, hat er erst, nachdem er einige Zeit im Kindergarten verbrachte.
Neulich spielte er mit anderen Kindern auf dem Spielplatz "Vater, Mutter, Kind". Das war das erste mal, daß ich ihn überhaupt mit anderen sowas habe spielen sehen. Er war der Vater. Die drei saßen in einem Holzhaus, in der Mitte Stöcker. Sohn: "Ich mache jetzt Feuer." Und dann rieb und klopfte er die Hölzer aneinander, und wurde immer ärgerlicher, weil es nicht klappte. Also das er kein Feuer entfachen konnte. Fand ich seltsam, denn ich hätte eigentlich erwartet, daß er so tut als ob, und dann sagt: So, jetzt brennt es (wie Kinder das halt so machen). Nee, ihn hat es geärgert, daß es nicht klappte.
Ich weiß nicht, ob er einfach keine Phantasie hat? Oder nicht versteht, daß man so spielen kann? Ich stelle mir was vor, und dann... Oder diese Phase schon hinter sich hat oder die erst noch kommen muß? Ganz phantasielos ist er ja nicht, aber irgendwie??? Er hat sich auch als Baby/Kleinkind nie wirklich für Spielzeug interessiert. Türme bauen und wieder umwerfen? Das hat er ein, zwei mal gemacht und dann kein Interesse mehr daran gehabt. Und so zieht es sich durch recht viel. Lediglich die Eisenbahn konnte ihn eine Weile beschäftigen und natürlich Autos. Da hat er immer geschaut, wie die Räder sich bewegen, hat die Reifengummis abgebaut und auch sonst versucht, zu sehen, wie es darin aussieht (d.h. wir hattes es oft mit zerdrückten Autoscheiben zu tun).
Vor einiger Zeit war ich ziemlich gereizt. Sohn hängt immer in der Nähe, will wissen was ich warum mache etc. Irgendwann habe ich dann gesagt: "Mensch, du hast so viel Spielzeug, und mit nichts davon spielst du. Da ist dies und das und du könntest doch mal wieder deine Eisenbahn aufbauen....", usw. Am nächsten Tag tat er dann genau dies, wie um mir zu beweisen, daß er auch spielen kann. Das tat mir dann irgendwie leid, bzw. fühlte sich an wie: jetzt tut er mir damit einen Gefallen. Das war nicht das einzige mal, daß sowas passiert ist, nachdem ich "geschimpft" habe.
Auch im Kindergarten spielt er nicht wirklich (zumindest keine Rollenspiele). Er baut entweder mit Lego oder schaut von einem zum anderen, was die so machen. Kreisspiele und Tanzen verweigert er nach wie vor. Basteln und malen auch (wobei er das zu Hause gerne tut, sich aber auch windet, wenn ihm was nicht so gelingt, wie er möchte. Er weiß z.B. genau, daß ein Hausdach meist spitz gemalt wird, bekommt das aber noch nicht hin. Sagt dann: "Ich male mein Dach lieber so" oder steigt auf Hochhäuser um - da braucht er kein Dach malen - oder läßt es gleich ganz sein).
Gestillt wurde er knapp ein Jahr, allerdings schon recht früh zugefüttert (hat er selbst nach verlangt). Er hat solange im Elternbett geschlafen, bis er dann ins Gitterbett umziehen mußte, als er zuviel rumwühlte, und die Gefahr bestand, daß er nachts aus dem Bett fällt (er wühlt sich auch jetzt noch in alle Richtungen, nachts). Das Gitterbett stand aber genau neben dem Elternbett, d.h. ich brauchte nur den Arm ausstrecken und wir hatten Kontakt. Als er dort dann drüber kletterte und wir drei Stäbe entfernten, wanderte er irgendwann ganz allein in sein Zimmer, um dort zu schlafen. Es gab noch mal einige Phasen, wo er lieber wieder zu uns kam (manchmal auch heute noch, aber sehr, sehr selten), ansonsten hat er seinen Auszug ganz alleine umgesetzt (fand ich ganz komisch, plötzlich kein Kind mehr neben mir zu haben).
Seine Schwester (wird demnächst 2) hat einen Teddy. Den hat sie aber glaube ich eher angenommen, weil sie bei ihrem Bruder sah, daß er Tiere hat. Der ist nur zum schlafen interessant, sonst bisher noch nicht weiter. Puppen schleppt sie immer mal durch die Gegend, sind aber auch nicht sehr spannend. Naja, sie schaut halt auf ihren Bruder. Also sind eher toben, Autos, Zeitschriften... spannend. Oder Schränke aus und einräumen, etwas in Töpfe tun und wieder raus holen...
Das hätte ich auch nie gedacht, daß eins meiner Kinder (bei Tochter wird es sich noch zeigen), so ein Realist ist. Ich selbst liebe meine Phantasiegespinste und Traumwelten. Er kommt also scheinbar eher nach seinem Vater?!
Da fällt mir ein: wie macht ihr das mit Weihnachtsmann und Osterhasen? An die glaubt er jedenfalls noch (auch wenn er zu Weihnachten die Person gefragt hatte, die den Weihnachtsmann spielte, warum sie vorher der Weihnachtsmann war...). Ich bin da immer hin und hergerissen. Einerseits finde ich das total blöd, wenn man den Kindern so einen Quatsch auftischt. Andererseits habe ich als Kind selbst daran geglaubt und fand es einfach toll und erinnere mich auch gerne daran zurück.
Die zwei Tiere sind besonders wichtig geworden, als seine Schwester geboren war. Irgendwann wurden das dann seine Babys.
Ebenso mit seinen Eisenbahnen. Da spielt er schon mal sogenannte Rollenspiele. Aber meist kommt: "Die können dies und das nicht, die sind doch nur aus Holz".
Angefangen, überhaupt mit Rollen zu spielen, hat er erst, nachdem er einige Zeit im Kindergarten verbrachte.
Neulich spielte er mit anderen Kindern auf dem Spielplatz "Vater, Mutter, Kind". Das war das erste mal, daß ich ihn überhaupt mit anderen sowas habe spielen sehen. Er war der Vater. Die drei saßen in einem Holzhaus, in der Mitte Stöcker. Sohn: "Ich mache jetzt Feuer." Und dann rieb und klopfte er die Hölzer aneinander, und wurde immer ärgerlicher, weil es nicht klappte. Also das er kein Feuer entfachen konnte. Fand ich seltsam, denn ich hätte eigentlich erwartet, daß er so tut als ob, und dann sagt: So, jetzt brennt es (wie Kinder das halt so machen). Nee, ihn hat es geärgert, daß es nicht klappte.
Ich weiß nicht, ob er einfach keine Phantasie hat? Oder nicht versteht, daß man so spielen kann? Ich stelle mir was vor, und dann... Oder diese Phase schon hinter sich hat oder die erst noch kommen muß? Ganz phantasielos ist er ja nicht, aber irgendwie??? Er hat sich auch als Baby/Kleinkind nie wirklich für Spielzeug interessiert. Türme bauen und wieder umwerfen? Das hat er ein, zwei mal gemacht und dann kein Interesse mehr daran gehabt. Und so zieht es sich durch recht viel. Lediglich die Eisenbahn konnte ihn eine Weile beschäftigen und natürlich Autos. Da hat er immer geschaut, wie die Räder sich bewegen, hat die Reifengummis abgebaut und auch sonst versucht, zu sehen, wie es darin aussieht (d.h. wir hattes es oft mit zerdrückten Autoscheiben zu tun).
Vor einiger Zeit war ich ziemlich gereizt. Sohn hängt immer in der Nähe, will wissen was ich warum mache etc. Irgendwann habe ich dann gesagt: "Mensch, du hast so viel Spielzeug, und mit nichts davon spielst du. Da ist dies und das und du könntest doch mal wieder deine Eisenbahn aufbauen....", usw. Am nächsten Tag tat er dann genau dies, wie um mir zu beweisen, daß er auch spielen kann. Das tat mir dann irgendwie leid, bzw. fühlte sich an wie: jetzt tut er mir damit einen Gefallen. Das war nicht das einzige mal, daß sowas passiert ist, nachdem ich "geschimpft" habe.
Auch im Kindergarten spielt er nicht wirklich (zumindest keine Rollenspiele). Er baut entweder mit Lego oder schaut von einem zum anderen, was die so machen. Kreisspiele und Tanzen verweigert er nach wie vor. Basteln und malen auch (wobei er das zu Hause gerne tut, sich aber auch windet, wenn ihm was nicht so gelingt, wie er möchte. Er weiß z.B. genau, daß ein Hausdach meist spitz gemalt wird, bekommt das aber noch nicht hin. Sagt dann: "Ich male mein Dach lieber so" oder steigt auf Hochhäuser um - da braucht er kein Dach malen - oder läßt es gleich ganz sein).
Gestillt wurde er knapp ein Jahr, allerdings schon recht früh zugefüttert (hat er selbst nach verlangt). Er hat solange im Elternbett geschlafen, bis er dann ins Gitterbett umziehen mußte, als er zuviel rumwühlte, und die Gefahr bestand, daß er nachts aus dem Bett fällt (er wühlt sich auch jetzt noch in alle Richtungen, nachts). Das Gitterbett stand aber genau neben dem Elternbett, d.h. ich brauchte nur den Arm ausstrecken und wir hatten Kontakt. Als er dort dann drüber kletterte und wir drei Stäbe entfernten, wanderte er irgendwann ganz allein in sein Zimmer, um dort zu schlafen. Es gab noch mal einige Phasen, wo er lieber wieder zu uns kam (manchmal auch heute noch, aber sehr, sehr selten), ansonsten hat er seinen Auszug ganz alleine umgesetzt (fand ich ganz komisch, plötzlich kein Kind mehr neben mir zu haben).
Seine Schwester (wird demnächst 2) hat einen Teddy. Den hat sie aber glaube ich eher angenommen, weil sie bei ihrem Bruder sah, daß er Tiere hat. Der ist nur zum schlafen interessant, sonst bisher noch nicht weiter. Puppen schleppt sie immer mal durch die Gegend, sind aber auch nicht sehr spannend. Naja, sie schaut halt auf ihren Bruder. Also sind eher toben, Autos, Zeitschriften... spannend. Oder Schränke aus und einräumen, etwas in Töpfe tun und wieder raus holen...
Das hätte ich auch nie gedacht, daß eins meiner Kinder (bei Tochter wird es sich noch zeigen), so ein Realist ist. Ich selbst liebe meine Phantasiegespinste und Traumwelten. Er kommt also scheinbar eher nach seinem Vater?!
Da fällt mir ein: wie macht ihr das mit Weihnachtsmann und Osterhasen? An die glaubt er jedenfalls noch (auch wenn er zu Weihnachten die Person gefragt hatte, die den Weihnachtsmann spielte, warum sie vorher der Weihnachtsmann war...). Ich bin da immer hin und hergerissen. Einerseits finde ich das total blöd, wenn man den Kindern so einen Quatsch auftischt. Andererseits habe ich als Kind selbst daran geglaubt und fand es einfach toll und erinnere mich auch gerne daran zurück.