...nur mal so "am Rande".
Nimoe - deine Beschreibungen passen ganz gut auch zu meiner Tochter.
Zeitweise (im Kigaalter) hatte ich auch Asperger überlegt und dazu nachgelesen, es aber wieder verworfen.
Auch ich habe mich vor 2 Jahren mit Aaron und der Hochsensibilität beschäftigt und es passte so ziemlich alles sehr gut.
Das Buch hat mich jedenfalls schonmal weitergebracht, meine Tochter besser zu verstehen.
Und diesen Sommer hat ein IQ-Test nun auch eine Hochbegabung bestätigt.
Daraufhin habe ich grad die letzten 2 Wochen noch mal das Buch von Aiga Stapf zur Hochbegabung intensiv gelesen.
("Hochbegabte Kinder: Persönlichkeit, Entwicklung, Förderung")
Ich hab es eigentlich schon seit ein paar Jahren da liegen und hatte es im Kigaalter und in der 1. Klasse jeweils zumindest quer gelesen. Hatte aber immer meine Zweifel im Hinterkopf... ("Du bildest dir was ein, sooo besonders klug ist sie doch gar nicht")
Jetzt mit höherem Alter meines Kindes (9 Jahre, jetzt 4. Klasse) und dem Wissen, dass sie wirklich hb ist, las es sich aber nochmals ganz anders.
Einge meiner Zweifel haben sicherlich durchaus damit zu tun, dass sich das Kind arg anpasst und nur ungern zeigt, was sie kann.
Auch sie hat mit ihrem fehlenden Selbstbewusstein zu kämpfen.
Ich habe mir beim Lesen im Stapf-Buch alles angemarkert, was ich für relevant und zum Kind passend hielt.
Nun ist das halbe Buch farbig...
Also evtl. solltest du bei weiteren Problemen und Zweifeln doch auch noch mal in diese Richtung schauen...
Seit wir das wissen, hat sich gefühlt hier schon was bewegt.
Ich habe das Gefühl, dass sowohl ich, als auch das Kind schon mehr Selbstbewusstsein und Energie haben, etwas zu bewegen.
Ich kann nun ganz anders an Lehrer herantreten (ich komme mir nicht mehr wie eine Eislauf-möchtegern-bildet-sich-was-ein-HB-Mutti vor), und
Tochter scheint sich jetzt tatsächlich auch schon etwas mehr zu trauen und zuzutrauen, allein durch das Wissen/den Nachweis um ihre Begabung!
Meine Theorie dazu:
Sie malt ja u.a. sehr schön. Das sieht jeder und erkennt jeder an. Darum tritt sie z.B. im Malkurs/Kunstunterricht von jeher recht selbstbewusst auf.
Sie weiß da einfach gut, was sie kann und zweifelt nicht an sich.
Ähnlich beim Instrument - da trat sie letztes Schuljahr, wo ich mal bei der Generalprobe für einen Auftritt dabei war, im Ensemble mit 2 wesentlich älteren Schülern (13+14 Jahre alt), die allerdings je ein Lernjahr am gleichen Instrument weniger hatten, für mich überraschend äußerst selbstbewusst auf!
Im Schul-Unterricht war/ist sie dagegen oft eher unsicher...
Da weicht wahrscheinlich ihr Wissen und ihre Denkweise oft einfach so von den eigentlichen Anforderungen und den Antworten anderer ab, dass sie dann nicht weiß, ob sie es denn WIRKLICH richtig(er) weiß/macht.
Zumal so manche Klassenkameraden sie bzw ihre Antworten dann womöglich auch gar nicht recht verstehen, nicht richtig kapieren, was sie meint und ihre Antworten nicht als "klug", sondern wohl eher als "seltsam" oder gar lustig bewerten.
(Beispiel Religionsunterricht, Auslegung von Gleichnissen in der Bibel. So tief wie meine Tochter denken sich die anderen Kinder da sicherlich gar nicht ein...)
Also traut sie sich dann schlicht selbst nicht ("wenn mich die anderen nicht verstehen, muss ich wohl falsch liegen") und traut sich dann auch nicht, was zu sagen/zeigen. Als Hochsensible und darum sehr aufmerksam dafür, was um sie herum vorgeht, bekommt sie ja nun auch sofort mit, wie andere auf sie/ihre Antworten reagieren!
Jetzt WEISS sie aber, dass sie von ihren Fähigkeiten her sehr wahrscheinlich und oft gar nicht so falsch liegt mit ihren Denkansätzen.
Dass sie nur, weil andere sie nicht gleich verstehen, nicht gleich "dumm" ist und falsch liegt, wie sie bisher dann oft dachte.
Grad heute war wieder sowas in Religion.
Zwar erzählte sie mir, dass sie dasunddas gedacht, es aber dann nicht gesagt hat.
Aber sie erzählte mir das mit SELBSTBEWUSSTSEIN. Nicht so verunsichert, wie sonst meist.