Naja, es gibt nur 2 Saxophonlehrer für unseren Bereich glaub ich.
Und sie ist schon bei dem Lehrer, zu dem eigentlich immer alle wollen...
Promoviert in Musikpädagogik, nebenbei freischaffend erfolgreich und ausgesprochen smart und sympathisch.
Er wird schon wissen was er tut. Hoffe ich mal.
Und Tochter würde gesichert auch nicht wechseln wollen.
Sie hatte im ersten Jahr ja schonmal einen anderen Lehrer und der Unterschied war beträchtlich. (Zum Positiven, wir haben damals gewechselt, weil es nicht passte. Ich war ja am Anfang im Unterricht noch immer dabei und fand, dass der Neue - also jetzige - Lehrer Vieles ganz anders macht, als man es kennt, fand seine Art und Weise aber sehr gut)
Allerdings unterrichtet er auch viele Erwachsene. Die haben natürlich von sich aus eine ganz andere Motivation.
Ansonsten fangen ja nur wenige so früh gleich mit Saxophon an. Viele kommen eher von anderen Instrumenten und steigen später erst auf Saxophon um.
Er war zuletzt sehr hinterher, dass sie in die Big Band kommt und erwartete sich davon einen "Sprung". Das habe er bei seinen jugendlichen Schülern schon mehrfach beobachtet.
Letztes Jahr wollte sie noch nicht (wäre auch bei weitem die Jüngste da gewesen), aber die 3 Male die sie jetzt vor den letzten Sommerferien dort war, hatte sie (nachdem sie erst mal wieder eigentlich gar nicht hin wollte) richtig Spaß.
Sie hat danach den ganzen Heimweg lang laut gesungen und schwärmte von den Songs, die sie dort spielen, die sie kannte und mochte.
Anfang letztes Musikschuljahr hatte ich ihm auch vorgeschlagen, dass er sie zu einer Prüfung anmeldet, er meinte, das könne man versuchen, um die Motivation ein bisschen zu wecken. (Zusätzlich werden übrigens auch die Musikschulkosten für mich geringer, wenn sie Prüfungen abgelegt werden.

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Aber dann kam Corona...
Saxophon ist irgendwie auch bissle anders, als ich es von der Ausbildung bei der Geige, Klavier etc kenne.
Zumindest bei dem Lehrer. Klassik spielt bspw so gut wie gar keine Rolle und er unterrichtet halt auch viel Improvisation. Das finde ich an sich gut.
Aber da merkt man wohl nicht so schnell irgendwelche Fortschritte, es werden dabei halt weniger neue, aufwändige Stücke erarbeitet bspw.
Also vielleicht macht sie ja auch Fortschritte von denen ich einfach nur nicht viel mitkriege. Wer weiß.
Aktuell probiert sie sich am Altsaxophon - bisher war sie immer noch auf dem kleinen Sopransaxophon unterwegs.
Das ist aber inzwischen so abgenutzt (Ebaykauf), dass entweder ein neues her muss, oder sie die Gelegenheit gleich zum Umstieg aufs größere Saxophon nutzt.
Gute Sopransaxophone sind leider sehr teuer, weil weniger populär als Altsaxophon (und so ein gutes können wir uns nicht leisten) oder dann gleich qualitativ eher schlecht. Dazwischen gibts nicht viel.
Darum möchte ich gar nicht so gern ein neues Sopransaxophon anschaffen (ich mag kein schlechtes kaufen, ein gutes ist zu teuer...), dann lieber das Geld für ein gutes Altsaxophon ausgeben... Da kann man für 1000 Euro schon ein ziemlich gutes Instrument haben.
Das probieren wir grad aus, sie selbst ist noch unentschlossen und mag beide Saxophone gern und in der Big Band hätten sie sie wohl auch lieber am Sopransaxophon.
Da wäre sie weit und breit die einzige. Sie stäche dann auch klanglich heraus mit dem hohen Saxophon.
Das wäre evtl ja auch eine gute Motivation, wenn sie klanglich nicht so in der Masse "untergeht". Da müsste sie sich bissle mehr anstrengen, gut zu spielen...
Naja, ich hab grad gestern mit ihr gesprochen, dass ich eigentlich 3-4x Üben pro Woche erwarte.
Nicht nur 1 bis maximal 2x wie es sich in den letzten Monaten eingebürgert hat.
Sie hat nicht direkt widersprochen.
Wenn sie einmal angefangen hat zu spielen, macht es ihr schon auch Spaß. Allerdings nur leichte Stücke die sie schon kann wie gestern Weihnachtslieder.
Neues dagegen ist immer blöd. Macht ja Arbeit. Das war bei ihr schon immer die Hauptschwierigkeit...
(die Kleine dagegen mag es, neue Stücke anzufangen)
Auch wenn sie nicht gerade fürs selbst Musizieren brennt - Musik spielt schon immer wieder eine wichtige Rolle für sie.
So hat sie sich ja im Lockdown u.a. auch damit beschäftigt, wie man Musik schneidet, Lieder ineinander mixt etc.
Sie hat sich eine eigene Playlist gemixt, in der die Lieder ineinander übergehen und das hat sie echt gut hinbekommen. Kleine DJane.
Und sie hat Bilder und Szenen aus der Anime-Serie "Avatar" auf einen Song geschnitten, so dass es inhaltlich und rhythmisch total gut passte.
Und sie hört ja seit ca. 1 Jahr auch irre viel Musik und merkt sich die ganzen Texte und Melodien total gut. Singt gern mal im stillen Kämmerlein Playback.
(Hat aber ein eher schwaches Stimmchen, ich glaube, weil es ihr schwer fällt, locker zu lassen. Aber nur für sich singen ist ja auch schön.)
Also eine Musikerin wird sie bestimmt nicht, aber gesichert profitiert sie durchaus von der musikalischen Ausbildung.
Vielleicht macht sie ja mal irgendwas mit Multimedia. Momentan ist das ja voll ihr Ding.
Interessanterweise ist das, was sie da gerade macht, genau das, was ich ich mal studiert habe. (Bin Dipl.Ing. für Medientechnik.)
Fürs Praktikumsemester hatte ich mich damals beworben in folgenden drei Bereichen/Stellen: Filmschnitt, Spieledesign (digital) und Grafik-Design.
Das waren die Sachen, die mir am meisten lagen und wo ich weitermachen wollte.
Bin dann bei Grafik-Design gelandet und auch dabei geblieben.
Aber das sind interessantweise genau die drei Bereiche, die sie selbst momentan so beschäftigen...
Mir ist das selbst erst vor Kurzem klar geworden, das Kind wusste auch bisher gar nicht viel über mein Studium, also bloßes "Nachmachen" kann es nicht sein.
Irgendwas scheint das etwas zu bedienen, was in uns beiden steckt. Sehr spannend...