Koschka hat geschrieben:@Meersalz
ich finde eure Erfahrungen sehr interessant. Was glaubst du macht das andere Mädchen für deine Tochter so anziehend? Ist das Intresse auch gegenseitig?
LG
Koschka
Viel los hier, habe deinen Beitrag fast übersehen
Das Interesse ist gegenseitig, bzw. beim anderen Kind noch stärker ausgeprägt. Unsere Große ist sehr gut integriert und eigentlich alle Kinder bezeichnen Sie als "Freund" und Sie wird als "cool" angesehen (sie hingegen sieht die meisten "nur" als Klassenkameraden). Das andere Mädchen schein keine anderen Kontakte eingehen zu wollen (bzw. zu können?

) und ist sehr auf unsere Große fixiert. Dementsprechend ist sie im Klassenverband auch eher der Ausenseiter. Den Lehrern ist dies bereits aufgefallen und die beiden werden in Arbeitsgruppen und auch sonst wenn möglich getrennt, um die Integrationssituation ihrer Freundin zu verbessern.
Was weiss ich sonst noch - besagte Freundin ist eines der ältesten und größten Kinder der Klasse und kognitiv sehr, sehr gut entwickelt. Laut dem kurzen Zusammentreffen mit ihren Eltern ist sie getestet HB, aber die Schule hat einem Klassensprung nicht zugestimmt, wegen sozialer/emotionaler Schwächen (es wurde scheinbar bereits stundenweise die höhere Klasse besucht, hat aber überhauptnicht geklappt). Dies war aber alles vor dem Quereinstieg unserer Großen, also wissen wir es nur indirekt.
Warum die beiden sich so gut verstehen

- an der netten und umgänglichen Wesensart besagter Freundin liegt es wohl eher nicht. Teilen, Kompromisse, emotionaler Halt und Stabilität - nö, eher auch nicht. Letztendlich teilt und kooperiert das Mädchen dann doch mit unserer Großen, aber nicht aus Nettigkeit, sonder aus Eigennutz bzw. Selbstschutz, da unser Große alle paar Wochen mal mit der emotionalen Brechstange draufhaut (=Freundschaftsentzug), danach läuft das "System" wieder eine ganze Weile rund
Allerdings sind die beiden sich in der Anwendung von Sprache als Werkzeug, Situationscomic, Wortwitz etc. sehr sehr ähnlich. Ein 'Beispiel, von der Schulabschlussaufführung diesen Sommer, die beiden waren 2 und 4 Jahre alt, um zu verdeutlichen wie weit weg von der Norm sich das bewegt:
Beide hatten sich beim Malen anscheinend absichtlich mit brauner Farbe vollgeschmiert. Das Thema der Aufführung waren Piraten und Ritter. Beide lachen sich tot. Auf die Frage warum die Antwort: No somos (wir sind keine) Baronesas, somos (wir sind) Maronesas (Baronesa -Adlige, Maron - Braun)
Auch haben sie eine ähnlich blühende Fantasie und können sich zusammen mit einem Stock und einem Stein sehr sehr lange und offensichtlich unterhaltsam beschäftigen. Beide sind Alpha-Tierchen und auch wenn es scheinbar oft Reibereien gibt, wer bestimmen darf und dran ist (laut Pausenaufsicht führen sie sich teilweise wie rauflustige Katzen auf) ist der Widerstand etwas, was unserer Großen offensichtlich gefällt.
Es ist schwierig das zu beschreiben, aber unser Große ist den meisten anderen Kindern kognitiv so weit voraus, dass sie selbst 1 Klässler problemlos über den Tisch zieht, z.b. mit gefühlt 20zeiligen Abzählreimen wo sie von vorn herein genau weiß, wer "raus" ist bzw. welchen Charakter im nächsten Spiel bekommt (-> sie mogelt extrem geschickt - selbst die Oma hat es bisher noch nicht gemerkt

)