Angeblich hochbegabt - 4 jähriger hat viele Probleme

besondere Fähigkeiten: ist das schon ein Zeichen für Hochbegabung?

Re: Angeblich hochbegabt - 4 jähriger hat viele Probleme

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 15. Mär 2019, 17:30

Wegen Schule: dann kratzen, wenn´s juckt! Wenn die Entscheidung ansteht, und eine gewisse Grund-Selbstständigkeit dann vorhanden ist (Kind kann sich allein an- und ausziehen, braucht keine Hilfe beim Klo-gehen, kann selbst Jause rausholen und essen, rührt sich selbstständig, wenn es was braucht,...) würde ich Schule probieren. Aber da brauchst du dir jetzt noch keinen Kopf machen ;) .
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Re: Angeblich hochbegabt - 4 jähriger hat viele Probleme

Beitragvon Meine3 » Fr 20. Sep 2019, 18:47

@Meine3: Herzlichen Dank für Deine Antwort. Du hast aus den wenigen Sätzen, die ich dazu geschrieben habe, mein größtes Problem herausgelesen. Nämlich wie ich unser Kind sehe….und was ich ihm damit wahrscheinlich vermittle.

Er war wie gesagt schon immer ein bisschen anders und schon immer deutlich anstrengender als andere Kinder. Wir haben immer versucht ihn liebevoll, verständnisvoll und mit viel Geduld zu erziehen. Aber gleichzeitig hat uns das auch mürbe gemacht, immer öfter kamen die Momente, wo man eben kein Verständnis mehr hat, keine Kraft eine neue Krise gelassen durchzustehen. Seit meiner Schwangerschaft (und vorausgegangener Fehlgeburt) bin ich wahrscheinlich noch viel kritischer mit ihm umgegangen als zuvor. Mein Fokus lag stark auf seinen Defiziten und ich wurde immer schneller genervt. Auch dadurch, dass ich schwierige Situation nicht mehr vermeide, indem ich ihm Dinge abnehme, sondern seine Selbständigkeit öfter auf die Probe stelle, sehe ich tagtäglich wo seine Schwächen sind! Versteh mich nicht falsch, ich liebe ihn über alles und versuche ihm das auch zu vermitteln, aber sicher ist es manchmal schwer nicht genervt zu sein, wenn etwas zum x-ten Mal nicht klappt oder er immer wieder trödelt, verweigert, trotzt oder jammert.

Ich hoffe, dass sich hier mein Blick auf ihn wieder verändert, ich arbeite hart daran! Mein größtes Ziel ist, dass er glücklich ist, und ich will jeden Weg gehen, der dazu nötig ist!

Du hast auch sicher recht, dass die motorischen Probleme ihn sehr einnehmen und kaum Raum lassen, für seine Entfaltung. Er stößt ständig an Grenzen und es eröffnen sich laufend Probleme. Und ich merke sehr wohl, dass er schlau ist und sich dieses Zustands bewusst ist. Hier ist unsere Aufgabe jetzt wirklich, ihn zu bestärken und trotzdem immer wieder zu fordern. Wie gesagt, er hat schon enorme Fortschritte gemacht, gerade was seinen Gleichgewichtssinn anbelangt, und ich bin mir sicher wir sind auf dem richtigen Weg. Ich versuche ständig, seine Schwächen auszugleichen und seine Stärken zu fördern. Ich versuche zB unseren Nachmittag so zu gestalten, dass wir ein bisschen basteln (Feinmotorik üben) und dann aber auch Gesellschaftsspiele spielen (das liebt er) oder Bücher lesen, der Papa mit ihm Radfahren übt (Gleichgewicht/Motorik) und danach Fussball spielt oder ähnliches was er gern mag. Hier würde es mir aber natürlich leichter fallen, wenn ich wüsste worin er tatsächlich begabt ist, bzw was ihn tatsächlich interessiert! Das lässt sich bei ihm total schwer ausmachen, weil er für nichts eine wirklich große Begeisterung zeigt bzw die Begeisterung nur kurze Zeit anhält. Er wollte letztens Schach lernen, also haben wir es ihm gezeigt und versucht erste Regeln zu erklären. Er spielt es auch sehr gerne, aber er spielt es irgendwie, auf seine Art und Weise eben *g* und will dann auch die richtigen Regeln nicht lernen.

Auch hier nochmal meine Hoffnung in die Testergebnisse, um zu sehen, in welchem Bereich er begabt ist. Es ist sicher ähnlich wie bei Deinem Sohn, dass er in Teilbereichen gut und in anderen schlecht abgeschnitten hat. Habe mich auch schon weiterführend informiert und belesen, und habe auch raus gelesen, dass diese asynchrone Entwicklung wohl nicht untypisch ist, und Hochbegabung manchmal erst dann in Erscheinung tritt, wenn die Person mit dem Interessengebiet in Berührung kommt, vielleicht ist das einfach noch nicht passiert. Wie alt ist denn Dein Sohn und hat er auch motorische Probleme?

Liebe Grüße
Vicy


Oh wei, ich hab dir ja garnicht geantwortet. Sorry :? ...

Mich würde interessieren, was im Detail bei eurem Befund herauskam?

Unser Sohn ist bald 7 und vor einer Woche (endlich) eingeschult worden. Grobmotorisch SEHR fit, überdurchschnittlich fit würde ich behaupten. ER ist ein hervorragender Kletterer und wäre der optimale Parcourer, denn das betreibt er aus eigener Motivation heraus ständig ohne zu wissen, dass das auch eine Sportart ist :lol: . Er ist Laufrad gefahren mit 1,5 Jahren, gelaufen und gerannt mit 11 Monaten, Fahrrad mit 3,5. Schwimmen mit 4. Alles ohne große Anstrengung.

Im Gegensatz zur Feinmotorik, mit der er so sein Mühe hat. Er hat lang kaum gemalt und wenn dann "abstrakt", gegenständlich schien ihm nicht "gut genug" zu sein und er ist, wenn ihm etwas nicht gerade zufliegt, schnell demotiviert. Er hat erst ein halbes Jahr vor der Einschulung angefangen gegenstänlich zu malen, dann aber rasante Fortschritte gemacht, quasi über Nacht und malt nun sehr oft irgendwelche selbst erfundenen Roboter oder Maschinen...

Schreiben und alles "visuelle" scheint ihn irgendwie dennoch sehr anzustrengen. So hat er beispielsweise das Lesen gelernt (das Prinzip des Lesens) ohne schreiben zu lernen oder alle Buchstaben zu kennen, daran hatte er immer nur flüchtiges Interesse, das schnell verflog, wenn er merkte, dass es nicht gleich so klappt, wie er möchte. Auf die selbe Art und Weise hat er auch alle 4 Grundrechenarten gelernt (quasi selbst, er hat gefragt und wir haben geantwortet, das wars) und kann auf unterschiedlichem Niveau sehr gut Kopfrechnen (Addition läuft im 100er Bereich schon recht sicher, auch mit Zehnerübergang, Subtraktion mit Unsicherheiten im selben Zahlenfeld, Division und Multiplikation im 20er Bereich SICHER), kann aber keine Zahlen lesen oder schreiben, die größer sind als 20. Er kann bis 100 Zahlen schreiben und erkennen, hat dann aber sehr oft Zahlendreher drin. So wird aus einer gedachten 18 eine 81, aus einer geschriebenen 201 eine 120 oder 102 und so weiter... Er lernt grade große Zahlen LESEN, weil er Quartett für sich entdeckt hat und dort eben große Zahlen lesen von Nöten ist, aber dies läuft sichtlich nicht so mühelos wie das Prinzip der Grundrechenarten oder des Lesens zu verstehen. Er hat immer wieder diese Zahlendreher drin und das frustriert ihn. Er bekommt auch nicht gern Dinge erklärt. Aber in diesem Fall müsste ich einmal "richtig" erklären, damit er es "versteht" und das war bisher bei allem anderen, was er so gelernt hat, nicht der Fall. Da ich die Notwendigkeit nicht sehe, ihm das aufzuzwingen, da er sich eh schon genug langweilt in Mathe, und das nach einer Woche 8-) , werde ich ihm das auch erst "richtig" erklären, wenn er es aktiv einfordert :mrgreen: .

Er macht seit der 1 Woche Schule immense Fortschritte im Buchstabieren und lesen (auch beim große Zahlen lesen), aber schreiben mag er weiterhin nicht. Das viele Buchstaben und Zahlen schreiben geht ihm schon jetzt extrem auf den Geist und hat vorgestern zu einem richtigen Wutanfall geführt :? ...

Meine Vermutung ist mittlerweile, dass er tatsächlich hochbegabt ist (auch im Gesamt-IQ, der ja so nicht als HB bestätigt wurde), das aber in Kombination mit ADHS (was ja auch nicht eindeutig diagnosiziert werden konnte). Dies würde fast alle "Ungereimtheiten" erklären... Auf der anderen Seite gibt es einfach auch sehr heterogene Intelligenzprofile, die natürlich dann auch eher unausgeglichen wirken nach außen hin (und innerlich sicher auch so erlebt werden). Was nun wirklich der Fall ist, werden wir vielleicht nie erfahren ;) ...

Liebe Grüße,

Meine3
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