Kennt das jemand?

besondere Fähigkeiten: ist das schon ein Zeichen für Hochbegabung?

Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 14. Feb 2020, 11:17

Boebae hat geschrieben:Wenn man dann noch zwei Kinder hat, wie du, stelle ich mir den Schlafmangel noch anstrengender vor. Ich finde es ganz interessant, dass Du sagt, dass dein Sohn selbst entscheidet, wann er ins Bett geht. Könnte mir gut vorstellen, dass das auch für uns ein Weg wäre, weil wir haben festgestellt umso später sie ins Bett geht (d.h. umso müder sie ist), desto besser sind die Nächte. Wobei das schon sehr spät werden könnte und wir tatsächlich abwägen, ob wir es schlimmer finden Nachts 2 Stunden wach zu sein, oder Abends „keinen Feierabend“ zu haben…


Wir haben als unser älterer Sohn ca. 18 Monate alt war schon beschlossen, zu Gunsten des Nachtschlafs auf den Feierabend zu verzichten. Als unser zweiter Sohn dann da war, war weder an ruhige Abende noch an ruhige Morgen zu denken. Beide Kinder hatten wenig Schlafbedarf. Aber der ältere Sohn war ein Abendmensch, der meistens zwischen 21h und 22h einschlief (nachdem wir den Mittagsschlaf schon abgeschafft hatten) und der jüngerer Sohn war ein Morgenmensch, der zwar um 19h30 friedlich einschlief, jedoch spätestens um 5h morgens ausgeschlafen war (mit mehreren Wachphasen in der Nacht) :schwitz: .
Wir haben in der Zeit nur noch instinktiv gehandelt und wenn mal beide Jungs geschlafen haben sind wir auch ins Bett. Hätten wir beschlossen, uns noch gemütlich vor den Fernseher zu setzen und zu plaudern, hätten wir wohl mit 3-4 Stunden Nachtschlaf auskommen müssen. So sind es immerhin 5-6 geworden. Seit der Zeit weiß ich auch, dass Schlaf (für Erwachsene) komplett überbewertet wird :mrgreen: .

Boebae hat geschrieben:@Karen: Danke auch für Deine Worte! Ich musste gerade ein wenig schmunzeln, weil das Zitat einfach hätte 1:1 von mir kommen können. Die Sache mit der Körperspannung und Kraft ist auch bei uns ein Thema. Die einen sagen, sie sei sehr stark und hätte eine gute Körperspannung - die anderen sagen, sie sei völlig verspannt und hätte eine zu hohe Muskelspannung. Jede Untersuchung beim Arzt ist jedenfalls nahezu unmöglich, da sie all die Kraft die sie hat auf eine nicht-zu-bändigende Art und Weise einsetzt.


Wenn du hier Gewissheit willst, lass mal eine gute Ergotherapeutin auf dein Kind schauen.

Ich war mit meinem Kleinen (gehörlos und Autist) aus anderen Gründen bei der Ergotherapeutin, und zwar wegen motorischer Entwicklungsverzögerung (er konnte im Alter, als sein Bruder schon frei gelaufen ist, noch nicht mal sitzen). Da waren wir genau 2x dort, die Dame hat mein knapp1jähriges, mühsam robbendes Kind nur beobachtet und gemeint, wir würden keine Ergotherapie brauchen, weil dieses Kind allein "mit dem Willen" alle Defizite aufholen würde. Damals war ich skeptisch - aber sie hatte recht! Mein jüngerer Sohn musste alles VIEEEEL mehr üben als andere Kinder: robben, krabbeln, sitzen, aufstehen, gehen, Treppen steigen, klettern, Trampolin springen, schwimmen,...aber er hat alles mit eisernem Willen geschaff :) t!

Ich finde rückblickend aber faszinierend, wie die Ergotherapeutin das schon mit Alter von 11 Monaten voraussagen konnte.
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 14. Feb 2020, 11:19

sinus hat geschrieben:Dein Kind hält dich gesichert die nächsten Jahre noch sehr auf Trab, du wirst sehr flexibel im Denken und Handeln sein müssen und dich und alles mögliche was allgemein üblich und gewohnt ist, immer wieder in Frage stellen (müssen).
Mehr, als andere Eltern.
Aber: es lohnt sich definitiv, sich darauf einzulassen. Solche Kinder sind auch richtig toll und man entwickelt sich zusammen mit ihnen unglaublich weiter. Meine Welt ist sehr viel größer geworden und ich habe in und an mir sehr viel neu entdeckt.
Ich hab meiner 11jährigen, die mich kürzlich fragte, ob ich lieber ein nicht hochbegabtes Kind hätte, dazu gerade neulich erst gesagt, dass es wie eine Abenteuerfernreise in unbekannten Dschungel ist. Klar ist es bequemer, im Ferienquartier in der Nähe Urlaub zu machen. Wo alle die eigene Sprache sprechen, man gewissen Komfort hat und es wenige Überraschungen gibt. Aber ich würde trotzdem die Abenteuerreise in den wilden Dschungel IMMER vorziehen, auch wenn sie weniger Komfort bietet und einem immer wieder etwas völlig Unvorhergesehnes passieren kann!
Solche Kinder sind ein Geschenk, ich würde es nicht anders wollen, obwohl es insbesondere mit meiner Großen nun wirklich nicht immer leicht ist.


Das hast du sehr gut in Worte gefasslt, sinus :D !
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Karen » Fr 14. Feb 2020, 18:28

Körperspannung - bei meiner Tochter war es wirklich überdurchschnittliche Kraft und Spannung. Sie hatte auch motorisch vieles sehr früh können. Jetzt macht sie Kunstturnen auf Leistungsniveau (aus eigenem Wunsch). Wir waren so mit 1 Jahr bei osteopathen weil sie ihres Kopf immer bei schlafen nach hinten gebogen hatte, aber er hat gar nichts gefunden und nur bestätigt dass das Kind sehr kräftig und stark ist, trotz untergewicht.
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Meine3 » Fr 14. Feb 2020, 18:41

Karen hat geschrieben:Körperspannung - bei meiner Tochter war es wirklich überdurchschnittliche Kraft und Spannung. Sie hatte auch motorisch vieles sehr früh können. Jetzt macht sie Kunstturnen auf Leistungsniveau (aus eigenem Wunsch). Wir waren so mit 1 Jahr bei osteopathen weil sie ihres Kopf immer bei schlafen nach hinten gebogen hatte, aber er hat gar nichts gefunden und nur bestätigt dass das Kind sehr kräftig und stark ist, trotz untergewicht.



Interessant, dass mit dem erhöhten Muskeltonus haben wir beim Sohnemann auch (schon immer). Der hat von Anfang an seinen Kopf selbst gehalten (als Neugeborenes). und mit ein paar Wochen auf dem Bauch den Kopf nur noch oben gehalten und geschaut und gestaunt und wurde da auch nicht müde ;). Gelaufen ist er an der Hand mit 9 Monaten, eher gerannt :lol:, wir kamen nicht mehr hinterher und eigentlich hat er die HAnd auch nicht mehr gebraucht. Das war mehr sowas wie ein Backup. Frei gerannt mit 11 Monaten.... Laufen war noch nie so sein Ding. Rennen ist doch viel schöner ;).

Er ist auch heute noch oft sehr unter "Spannung" und grobmotorisch außerordentlich geschickt (abgesehen von der Tatsache, dass er ständig Kinder über den Haufen rennt :? ). Er macht Parcour seit ein paar Wochen und ist da auch schon richtig gut.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Beany » Fr 28. Feb 2020, 15:29

Hallo,

zum Thema "Schlafen" kann ich nur sagen "Du bist nicht allein" (hast ja sicher schon gemerkt ;) ).
Unser Großer war die ersten neun Monate ein Schreikind. Geschlafen hat er an guten Tagen 9,5h von 24 h, meistens deutlich weniger. Ich hab Protokoll geführt, weil ich dachte, ich muss mich irren ... da stehen Tage mit 7 Stunden drin :shock: Er schläft heute (Drittklässler) meistens 9 - 10 Stunden, beschäftigt sich aber nach dem Aufwachen inzwischen allein und leise ;)

Der Kurze war als Baby viel entspannter, da hatte ich das Gefühl, er würde viel mehr schlafen. War aber nicht so. Auch bei ihm waren es meistens 8-9h auf 24h. Auch er schläft heute mit sechs Jahren maximal 10 Stunden. Den Mittagsschlaf Zuhause hat er mit drei Jahren abgewählt, während der Große noch in der ersten Klasse seinen Mittagsschlaf gemacht hat. Bis dahin dachte ich, es liegt an den Eltern. Jetzt weiß ich es besser ;)

Die Kinderärztin meinte auch bei beiden, das sei zu wenig. Aber beide seien fit und fühlen sich wohl und es gäbe eben Kinder, die wenig Schlaf brauchen. Also müssen wir Eltern da durch ...

Was abends bei beiden Kindern sehr gut geklappt hat - sie durften die Einschlafzeit selbst bestimmen. Der Große ist mit 3 Jahren gegen 19:30 Uhr ins Bett und hat dort gepuzzelt oder Bücher angeschaut. Spätestens um 20 Uhr hat er gerufen, damit ich das Licht ausmache und ist dann auch ratzfatz eingeschlafen. Beim Kurzen haben wir eine ähnliche Vorgehensweise mit vier Jahren eingeführt, weil die Abende einfach gruselig waren (Schreien, Treten, Möbel demolieren, den Großen wachhalten ...) und er auf Nachfrage meinte, er sei einfach nicht müde. Jetzt macht er sein Licht meistens nach zehn Minuten allein aus und schläft entspannt ein.

Mit 18 Monaten ist Deine Tochter ja noch deutlich jünger, aber vielleicht klappt so eine Absprache auch bei ihr. So hättet Ihr ein bißchen Luft und sie das Gefühl, über ihre eigenen Bedürfnisse auch selbst entscheiden zu dürfen.

Herzliche Grüße von der Ostsee
Beany mit den wilden Männern
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 28. Feb 2020, 15:53

Bei uns hat die Methode der Selbstbestimmung nicht geholfen. Der Kleine war mit 4 Jahren bis 11 wach, und blieb ausdrücklich nicht in seinem Bett. Er war einfach nicht müde. Geholfen hat erst die Einschulung. Nach der Schule war er müde und ging abends zwischen 8 und 9 ins Bett. In den Ferien fängt das Thema "ich bin nicht müde!" wieder an.
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Karen » Fr 28. Feb 2020, 16:29

Bei uns hat auch nichts gebracht. Die Tochter ist einfach eine Eule, ihres natürliches rithmus ist um 24.00 oder später einschlafen, um 9. 00 aufstehen (Ferien getestet). Da sie um 7.00 aufstehen muss an 6 Tagen die Woche, muss sie spätestens um 22.00 schlafen. Alleine schafft sie es nicht, sie wurde dann eher mit 6-7 Stunden schlaf über Wochen auskommen, und miese Stimmung haben. Während dem Tag kann sie seit sie zwei ist nicht schlafen - auch nicht wenn sie krank ist, bei autofahren oder wenn sie in der Nacht kaum geschlafen hat.
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Boebae » Di 3. Mär 2020, 10:39

Ja, ich stelle fest, wir sind mit unserem Schlaf-Thema nicht allein - das tut gut!

Wir haben die Methode mit der selbst bestimmten Schlafenszeit jetzt mal ausprobiert und es zeichnet sich ab, dass es für uns nicht so richtig funktioniert. Unsere Tochter geht dann sehr sehr spät ins Bett und muss morgens gegen 07:00 aufstehen, da wir dann beide arbeiten gehen. Sie scheint - genauso wie wir - eher eine Eule als eine Lerche zu sein. Morgens ist sie nach dem kurzen Nachtschlaf dann völlig hinüber und holt den Schlaf mittags nach (wo sie ja von den Erzieherinnen leider nicht geweckt wird). Dadurch entsteht ein Teufelskreis... Ach, ich bin einfach froh, wenn der Mittagschlaf komplett wegfällt :-).
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Re: Kennt das jemand?

Beitragvon Beany » Di 3. Mär 2020, 22:03

Mmh, schade, dann passt es bei Euch offenbar nicht. Bei uns war vom ersten Tag an der abendliche Frieden wieder hergestellt und die Kinder eine Stunde eher am Schlafen. Und da die Kinder vor 6 Uhr aufstehen, war das für alle die beste Lösung - aber wohl doch nichts für die Massen ;)

Ich drücke Euch die Daumen, dass es sich auch bei Euren Kindern bald einpendelt
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