Unlust oder Hochbegabung ???

besondere Fähigkeiten: ist das schon ein Zeichen für Hochbegabung?


Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon chillout » Di 9. Jan 2018, 21:49

Hallo ihr Lieben

Ich schreibe euch, weil ich zur Zeit sehr an meine Grenzen komme, was das Verhalten meines Sohnes angeht (4J.2Mt.). Ich selbst gehe nicht unbedingt von einer HB aus, aber vielleicht habt ihr ja Tipps oder ähnliche Erfahrungen. Ev. Erklärungen?

Von Anfang an:
-mein Sohn war ein Schreibaby, hat schon von Beginn an nur wenig geschlafen (z.B. tagsüber maximal 30min, nachts oft ab 3:00 wach etc.).
-er war motorisch immer sehr gut, z.B. mit 18Mt. Trottinett, mit knapp 3 Jahren Tretvelo, heute klettert er, fährt Ski, Schlittschuhe etc. er braucht sehr viel Bewegung und hat extrem viel Ausdauer.
-er hat eher spät angefangen zu sprechen (erste Worte mit ca. 18 Mt.), hat dann aber direkt alle Laute richtig gesprochen (sch, sp, r, etc.), direkt in der Ich-Form gesprochen
-er konnte mit 3 Jahren seinen Namen selbst schreiben (ohne abschreiben) und hat dann überall "seine" Buchstaben erkannt in anderen Wörtern. Da mich das sehr überrascht hat, habe ich ihm angeboten, auch andere Buchstaben zu lernen. Das hat er abgelehnt.
-er interessiert sich sehr für Gesellschaftsspiele, will aber immer nur die schwierigen Spiele machen (die er ja dann nicht kann...), z.B. Secret Code, ich versuche dann eine "einfache" Variante zu erfinden, damit wir es trotzdem spielen können :fahne:
-zählen kann er erst bis 13 (ich weiss, das ist lächerlich, wenn ich hier so lese, was eure 2jährigen schon alles können...), kennt die Zahlen geschrieben bis 6, kann Mengen grösser/kleiner einschätzen, kann einfache Rechenaufgaben Addition/Substraktion.

und jetzt kommt etwas Lustiges:
Ich habe gelesen, dass Kinder in diesem Alter ein Strichmännchen zeichnen könnnen sollen. Und ich dachte, mein Sohn kann das sicherlich nicht, da wir ehrlich gesagt auch nie zeichnen zuhause. Nun, da hab ich ihn vor ein paar Tagen gefragt, ob er nicht mal Papa zeichnen wolle. Und er meinte, oh ja. Und zeichnete einen ovalen Kreis und dann noch einen Kreis drumherum :?:
Er erklärte: der kleine Kreis ist Papas Magen, der grosse sein Bauch. Dann malte er einen Hals, Kopf, Augen und Mund. Die Nase auf der Seite des Gesichtes. Arme und Beine mit Händen und Füsse (als Striche) und in der Mitte der Beine noch Kreise (das seien die Knie :lol: ). Dann am Schuss machte er einen vertikalen Strich durch den Bauch und ich fragte, was das sei. Er: Mama, das ist ein Strich, es heisst doch Strichmännchen :D

so, jetzt komme ich zu meinem eigentlichen Problem:
Mein Sohn ist seit mehr als einem Jahr einfach so unausstehlich. Er hat oft schlechte Laune, keine Lust zum Spielen, lehnt alle Angebote ab. Würde am Liebsten nur Filme schauen (was wir natürlich nicht machen, ausser mal am Weekend). Ich weiss, er ist auch in der Trotzphase. Und doch werde ich das Gefühl nicht los, dass er irgendwie unglücklich ist.
Er schläft nach wie vor eher schlecht, träumt auch sehr intensiv und wirkt auch dadurch oft nicht richtig ausgeruht.
Er kann am Esstisch nicht eine Sekunde lang still sitzen, hampelt nur herum und macht Quatsch.
Wenn ihn etwas interessiert (z.B. Zeitschriften etc.) kann er sich auch mal total darin vertiefen.
Wir gehen jeden Tag nach draussen.
Ich weiss einfach nicht, was ich für ihn tun kann. Da er noch einen kleineren Bruder hat, kann ich z.B. tagsüber auch sehr schlecht auf gewisse Anliegen eingehen (z.B. wenn er ein Spiel spielen möchte; der Kleine will dann auch mitmachen und "pfuscht" immer rein ;) )
Was ich auch noch sagen muss: als 2.5J. war, waren wir an der Beerdigung meiner Grossmutter. Seither beschäftigt er sich sehr mit den Themen Tod, Sterben, Geburt etc. und fragt auch immer wieder nach, woher wir kommen und wohin man geht, wenn man gestorben ist. Und was passiert, wenn man stirbt.

Was meint ihr? Wie kann ich ihn wieder motivieren? Habt ihr Ideen?

Bin gespannt, danke euch schon mal

lg chillout
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon Karen » Do 11. Jan 2018, 12:36

Willkommen heir! Geht er denn in Kindergarten? Oder zu anderen Kinder spielen?
Und da er motorisch recht fit ist, hat er genug möglichkeiten so richtig austoben zu können? Nicht nur -" nach draussen" mit kleinem Bruder und mama zu gehen. Zwischen 4-5 haben die meisten Kinder der höheste bewengungsdrang.
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon Karen » Do 11. Jan 2018, 13:19

Und zum Thema Tod - wir hatten keinen Vorfall in der Familie, trotzdem ist das Thema Tod, (aber auch Krieg, Sex, Umwelt, Armut) sehr aktuell und wir mussten fragen beantworten und sprechen darüber seit die Tochter so um 2.5 jahre alt ist. Mit 4.5 hatte sie grosses Angst dass ich sterben würde, papa wird nicht da sein oder auch sterben und sie bleibt ganz alleine und kann selber sich nicht versorgen. Es war ausgelöst von meinen zwei berufliche Reisen ins Ausland in nicht gerade ungefährliche Gegende, (was für sie nicht neues ist, dass ich mal 1 Woche weg bin).
Ich finde es wichtig darüber zu reden, auch um deine und andere ansichten zu besprechen. Wir sind selber nicht religios, bei uns in der Quartir gibt es aber Familien die zu katolische kirche, ICF, sientoligy usw angehören, und es fangt langsam an dass für grössere Kids es zu thema wird (kürzlich dank Weihnachten) und meine (4.8) mitdiskutiert. Ich weiss noch wie mich meine damsls knapp 3 jahrige Tochter überrascht hat wenn ich gemeint habe dass Menschen nicht wissen was nach dem Tod passiert, dass es nicht stimmt. "Die die gestorben sind, wissen es, können aber uns nicht mehr sagen".
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon chillout » Do 11. Jan 2018, 17:33

danke dir für deine Antwort.

Er geht zwei Tage in die KITA. Er wird erst im Sommer in den KiGa gehen, da er ja erst im Nov. geboren wurde.

Wir treffen uns auch sonst mind. einmal pro Woche mit anderen Kindern, die er mag.

Zur Zeit geht mein Partner oft mit ihm am WE Skifahren. Im Sommer auch Klettern (draussen und in der Halle). Wenn wir nach draussen gehen, fast immer mit Fahrrad oder Trottinet und auch mal in den Bike/Skaterpark, wo er sich austoben kann. Aber wenn ich so überlege, wäre vielleicht noch eine Turngruppe o.ä. was für ihn.

Wegen den Sinnfragen: wir sind eben auch nicht religiös. Ich versuche ihm dann auch zu erklären, dass es Menschen gibt, die glauben, man ist nach dem Tod im Himmel etc. Ich versuche alle Fragen immer nach meinem besten Wissen zu beantworten und auf eine kindgerechte Art zu erklären. Aber ich muss gestehen, dass ich das echt als eine Herausforderung empfinde. Denn ich will ihn auch nicht überfordern. Aber auch wenn ich vom Thema ablenke, er kommt immer wieder darauf zu sprechen. Er hat mich kürzlich gefragt, wo er denn gewesen sei, bevor er bei mir im Bauch war. Ich hab gesagt, dass ich das leider auch nicht weiss. Er hat überlegt und gesagt: ich war sicher dort, wo man ist, wenn man wieder gestorben ist :roll:

liebe Grüsse
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon Karen » Do 11. Jan 2018, 18:30

Bist du auch aus der Schweiz? Bei uns waren die letzten Monaten Kita (auch2 tage die woche) extrem schwierig (ich habe es mal hier fast verzweifelt berichtet). Sie ist nicht mehr mit groben art der kleinkinder zurecht gekommen und war ohne ältere kinder mit viel kleinkinder einfach unterfordert dort. Wir haben letzten monaten nur mit viel Ferien überstanden. Seit sie in Kiga ist, ist es viel viel besser geworden und ich emfinde das leben mit ihr erstes mal seit ihres Geburt nicht mehr so unglaublich anstrengend. Wieleicht ein schwimmkurs/turnverein/skischule was auch immer wäre was um ihm bis kiga zu beschäftigen und auch in der gruppe von gleichaltrigen oder sogar grösseren kinder erfahrungen zu sameln (da er so motorisch fit ist, kann er vermutlich gleich mit grösseren mitmachen)?
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 12. Jan 2018, 08:20

Hallo chillout,

ich bin Mutter von zwei Söhnen, beide "Sonderedition". Der ältere (7 1/2) atypischer, hochfunktionaler Autist und der jüngere gehörlos und Autist. Mein älterer Sohn ist sehr klug (vermutlich HB, aber nicht getestet, weil mich der genaue Zahlenwert nicht interessiert). Er konnte sehr früh lesen, schreiben, rechnen, Zusammenhänge verstehen, ist auch feinmotorisch gut und kann gut zeichnen. Grobmotorisch ist er durchschnittlich, was ihn sehr stört, weil er gern überall der "Überflieger" wäre. Daher verweigert auch immer wieder grobmotorische Aktivitäten (will z.B. beim schulturnen nicht mitmachen) - weil er da eben NICHT der Beste ist. 1:1 (also Radtour mit mir oder Schi fahren mit dem Papa) geht es noch, weil keine anderen Kinder gibt, mit denen er sich vergleichen kann. Aber Turngruppe ist für ihn total ungeeignet. Wir haben mal (auf seinen Wunsch) Kung Fu in der Gruppe probiert, aber er hat nur sporadisch mitgemacht und eigentlich hat es ihn gar nicht interessiert.

Vom Wesen her ist er eigentlich ein fröhliches, manchmal etwas altkluges Kind, welches ständig irgend etwas plappert, ohne sich dafür zu interessieren, ob es die anderen hören wollen. Aber in der Zeit, wo mein Sohn im Hort unglücklich war, ist das auch zu Hause oft umgeschlagen in Frust wegen Kleinigkeiten, er hat sich selbst beschimpft, blöd zu sein, zog sich immer mehr zurück, hatte auf nichts Lust,...

...nach einer Zeit, wo ich ihn aus diesem Hort rausgenommen habe, wurde es wieder deutlich besser. Mittlerweile geht er in einen anderen Hort, wo er sich sehr wohl fühlt, und ist auch wieder deutlich zufriedener.

So, wie du das beschreibst, könnte auch (wie ja auch Karen vermutet) die KITA eine Ursache der Unzufriedenheit deines Sohnes sein.

Aber generell beobachte ich bei meinen Jungs, dass vor allem mein älterer Sohn viel öfter zu Unzufriedenheit und Null-Bock neigt, als sein 5 1/2jähriger Bruder. Ist wohl wesensabhängig und ein Kind, welches generell sehr hohe Ansprüche an sich stellt (wie eben mein älterer Sohn) ist dementsprechend auch öfter frustriert als ein Kind (wie mein jüngerer Sohn), das sich nie mit anderen vergleicht, sondern immer nur "sein" Ding macht.

Heißt für euch, dass ihr vermutlich annehmen solltet, dass euer Kind nun mal kein "kleiner Sonnenschein" ist, aber trotzdem viele liebenswerte Seiten hat. Bei uns (also beim älteren Sohn) hat auch geholfen, mehr das Gute zu verbalisieren, also in einer Situation eher zu sagen "Das macht die jetzt aber Spaß" (wenn es wirklich so ist), als öfter zu kritisieren "Warum bist du immer so unzufrieden?" oder auch "Du solltest doch froh sein, dass....". Ich staune immer wieder, was für einen Unterschied die Wortwahl macht.
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon chillout » Fr 12. Jan 2018, 17:33

vielen Dank für eure Antworten!

Ja irgendwie kommt mir das auch bekannt vor mit dem "Vergleichen". Er will auch immer alles können und ist sehr enttäuscht, wenn er etwas nicht kann (zumindest seiner Meinung nach). Er ist auch ein kleiner Perfektionist (halt wie die Mutter :lol: ).

Ich versuche ihn wirklich sehr häufig zu loben. Ich freue mich, dass er im Sommer in der KiGa darf. Leider steht uns jetzt noch ein Umzug bevor. Ich hoffe, es ist nicht zu viel Neues auf einmal...

Für mich ist halt die Frage, wie ich ihn noch beschäftigen könnte zuhause. Ich hab irgendwie zu wenig kreative Ideen und ehrlich gesagt, bin ich nicht so die klassische "Spielemama" : ich spiele ungern Lego und Playmobil etc. *schäm* :oops:

In die KITA geht er eigentlich gerne. Mir fällt aber auf, dass er Abends dann oft genervt und frech ist. Wobei er sicherlich einfach auch sehr müde ist. Ich verlange jetzt mal ein Standortgespräch in der KITA. Die sagen ja immer nur, es sei alles Bestens (ich glaub, das sagen sie bei allen Kindern :? )

lg chillout
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 12. Jan 2018, 23:36

chillout hat geschrieben:
Für mich ist halt die Frage, wie ich ihn noch beschäftigen könnte zuhause. Ich hab irgendwie zu wenig kreative Ideen und ehrlich gesagt, bin ich nicht so die klassische "Spielemama" : ich spiele ungern Lego und Playmobil etc. *schäm* :oops:


Ich finde es ist ohnehin eine zweischneidige Sache, Spielgefährte für das eigene Kind zu sein. Wenn man selbst Freude daran hat (weil einem das jeweilige Spiel selbst Spaß macht, oder weil es einfach ein gutes Gefühl ist, dem Kind emotional so nahe zu sein) ist es sicher okay und eine Bereicherung. Wenn "Mama, spiel mit mir!" aber schon Abwehrgefühle auslöst, dann halte ich gemeinsames spielen, zu dem man sich als Elternteil selbst zwingen mus, für durchaus verzichtbar. Vor allem, wenn es in der Umgebung andere Kinder gibt, die ähnliche Interessen wie das eigene haben, würde ich das eindeutig vorziehen.

Mein älterer Sohn spielt ja sehr gerne Rollenspiele. An sich würde ich das auch gerne, aber er wollte dann immer beide Rollen vorgeben und dann hieß es ständig "Mama, im Spiel sagst du jetzt....". Das war immer ein ungutes Gefühl, eigentlich Mitspieler bei einem Monolog zu sein. Irgendwann habe ich dann mal klargestellt, dass ich generell nur noch dann Rollenspiele spiele, wenn ich MEINE Rolle darin selbst bestimmen kann. So spielen wir auch jetzt immer wieder. Es ist zwar immer noch keine große Freude für mich, weil Sohnemann immer wieder dieselben Spiele spielen will. Im Moment bin ich immer der "Mensch aus der Vergangenheit" der mit eine Zeitmaschine in die Jetztzeit gereist ist, und er erklärt mir dann alles. Nach gefühlten 100x ist das aber mittlerweile für mich ziemlich langweilig :P .

"Mit dem Kind spielen" ist mMn sowieso eine Art Erfindung der modernen Gesellschaft. Noch in meiner eigenen Kindheit war es echt Ausnahme, wenn mal Papa oder Mama mit mir gespielt haben. Wir (ich und die anderen Kinder aus dem Bau) sind einfach raus in den Hof und haben zusammen gespielt, das war der Alltag. Heute, wo Ein-Kind-Familien üblich sind, und wo schon Babys mehrere "Kurse" pro Woche besuchen, bleibt für so spontanes, gemeinsames Spiel kaum mehr Zeit und Raum. Da muss man schon (wie ihr es ohnehin macht) bewusst was ausmachen, wo sich Kinder zum spielen treffen können. Und dann sollte man das Ganze auch noch ohne viel Erwartungshaltung angehen.



chillout hat geschrieben:In die KITA geht er eigentlich gerne. Mir fällt aber auf, dass er Abends dann oft genervt und frech ist. Wobei er sicherlich einfach auch sehr müde ist. Ich verlange jetzt mal ein Standortgespräch in der KITA. Die sagen ja immer nur, es sei alles Bestens (ich glaub, das sagen sie bei allen Kindern :? )

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Na, bei mir haben sie beim letzten Entwicklungsgespräch gemeint, mein Sohn wäre jetzt ganztags "absolut nicht mehr tragbar" - da wäre mir "es ist alles bestens" deutlich lieber gewesen :roll: . Aber diese Aussage bezieht sich bei euch ja auf die Sichtweise der KindergärtnerInnen und nicht auf die eures Sohnes. Wenn er gerne hingeht, ist es schon mal eine gute Voraussetzung. Es kann ihm aber trotzdem irgendwann einem "zu viel" werden oder es passt was nicht,was ihn frustriert und was er nicht verbalisieren kann.

In wie weit ein Einrichtung (in dem Fall die KITA) an der Gesamtverfassung eines Kindes beteiligt ist, merkt man am besten, wenn das Kind mal mindestens eine Woche NICHT dort ist. Im Fall unseres älteren Sohnes hat ein Hortwechsel auch in der Schule und zu Hause eine wirklich stark merkbare Verbesserung gebracht. Und im Falle des jüngeren Sohnes, den ich jetzt nachmittags zu Hause betreue, sehe ich auch große Entwicklungsschritte und bekomme vom KIGA das feedback, dass er jetzt, wo er schon mittags abgeholt wird, viel entspannter ist.
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Re: Unlust oder Hochbegabung ???

Beitragvon Koschka » Di 16. Jan 2018, 09:59

Hallo,

das klingt alles bekannt. Ich glaube der Schlüssel zu Verständnis solcher Kinder ist der Domapinmangel und die damit verbundene Probleme, wie fehlen der intrinsischen Motivation, da keine Glücksgefühl nur durch Lernen an sich möglich ist, die Unruhe (Hyperaktivitätsymptome), das Unvermögen sich selber ein Spiel zu organisieren und der Unwillen die Spiele der anderen einfach anzunehmen, weil man ja lieber selber bestimmen möchte. Ich kenne kein Rezept, außer intensiver 1 zu 1 Betreuung, und selbst die geht nur zur bestimmen Grenze. Spielkameraden werden von solchen Kindern häufig aus Unterhaltung gesehen, trotzdem erleichtern sie den Eltern das Leben: sie können besser Lego und Playmobil spielen und sind für einige Zeit interessant.
Es wird noch viele Jahre nicht einfacher. Sucht Bereiche, in denen euer Sohn seine Interessen und seine Stärken hat und unterstützt deren Entwicklung. Findet einfache Lösungen für heute, die das Famiienleben erleichtern. Achja, von der Begabung ist das nicht abhängig. Es ist ein Charaktertyp.
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