Ich bin so unsicher und brauche Rat!

besondere Fähigkeiten: ist das schon ein Zeichen für Hochbegabung?

Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Andy » Do 28. Mär 2019, 21:46

Hallo zusammen, ich brauche unbedingt ein paar Ratschläge denn ich kann das alles irgendwie nicht einordnen.
Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt. Er kam mit knapp 2 in den Kindergaten! Er ist extrem aktiv! Er kann bis 10 zählen, er schreibt nicht, auf malen oder basteln hat er keinen Bock! Er hängt lieber in der Turnhalle rum und beschäftigt sich aktiv. Bis jetzt ein ganz normaler Junge.
Jetzt kommt es aber: er hängt nur mit älteren rum, er hat super schnell gesprochen und einen unheimlich großen Wortschatz! Er diskutiert Erwachsene in Grund und Boden. Er redet auch lieber mit Erwachsenen oder älteren Kindern.
Er spielt keine 10 Minuten alleine.. mit 2,5 hat er das erstmal mit einem richtigen Schraubenzieher einen Stuhl in seinem Kinderzimmer auseinandergebaut! Heute baut er sein Bobby car auseinander und auch wieder zusammen! Er Haut Nägel in ein Brett und geht mit dem Akkuschrauber um wie ein großer.
Vorgestern hat er gesagt: Papa ich möchte Fahrrad fahren! Ok! Da setzt der sich aufs Fahrrad und fährt einfach los! Ohne halten ohne stutzräder einfach so.
Er ist extrem emotional, fängt schnell an zu weinen und geht Konflikten grundsätzlich aus dem Weg, er versucht alles mit Worten oder mit schweigen zu klären.
Er mag Musik! Er schaukelt sich in den Schlaf (das macht er schon immer) und er schläft keine Nacht durch! Er wird wirklich jede Nacht wach!
Heute hatten wir im Kindergarten ein Elterngespräch.
Es würde uns gesagt dass er altersensprechend entwickelt ist aber dass sie eine hochbegabung nicht ausschließen können. Jetzt bin ich natürlich etwas verunsichert und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Könnt ihr mit Ratschläge geben? Ihr habt mehr Erfahrung. Kann es wirklich sein dass mein Sohn Hochbegabt ist?
Andy
 
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Meine3 » Do 28. Mär 2019, 22:52

Andy hat geschrieben:Hallo zusammen, ich brauche unbedingt ein paar Ratschläge denn ich kann das alles irgendwie nicht einordnen.
Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt. Er kam mit knapp 2 in den Kindergaten! Er ist extrem aktiv! Er kann bis 10 zählen, er schreibt nicht, auf malen oder basteln hat er keinen Bock! Er hängt lieber in der Turnhalle rum und beschäftigt sich aktiv. Bis jetzt ein ganz normaler Junge.
Jetzt kommt es aber: er hängt nur mit älteren rum, er hat super schnell gesprochen und einen unheimlich großen Wortschatz! Er diskutiert Erwachsene in Grund und Boden. Er redet auch lieber mit Erwachsenen oder älteren Kindern.
Er spielt keine 10 Minuten alleine.. mit 2,5 hat er das erstmal mit einem richtigen Schraubenzieher einen Stuhl in seinem Kinderzimmer auseinandergebaut! Heute baut er sein Bobby car auseinander und auch wieder zusammen! Er Haut Nägel in ein Brett und geht mit dem Akkuschrauber um wie ein großer.
Vorgestern hat er gesagt: Papa ich möchte Fahrrad fahren! Ok! Da setzt der sich aufs Fahrrad und fährt einfach los! Ohne halten ohne stutzräder einfach so.
Er ist extrem emotional, fängt schnell an zu weinen und geht Konflikten grundsätzlich aus dem Weg, er versucht alles mit Worten oder mit schweigen zu klären.
Er mag Musik! Er schaukelt sich in den Schlaf (das macht er schon immer) und er schläft keine Nacht durch! Er wird wirklich jede Nacht wach!
Heute hatten wir im Kindergarten ein Elterngespräch.
Es würde uns gesagt dass er altersensprechend entwickelt ist aber dass sie eine hochbegabung nicht ausschließen können. Jetzt bin ich natürlich etwas verunsichert und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Könnt ihr mit Ratschläge geben? Ihr habt mehr Erfahrung. Kann es wirklich sein dass mein Sohn Hochbegabt ist?


Hallo Andy,

Schön, dass du so ein aufgewecktes Kerlchen zu Hause hast. Fit ist er sicherlich.

Es kann auch sein, dass dein Sohn hochbegabt ist. Oder zumindest ein einem oder zwei Teilbereichen eine überdurchschnittliche Begabung hat.

Das ist aber überhaupt kein Grund verunsichert zu sein :). Hochbegabung ist auch nur ein Teil der gesamten Persönlichkeit. Solang es deinem Kind gut geht, sozial und emotional , gibt es eigentlich keinen Anlass irgend etwas anders zu machen, in Aktion zu treten.

Aus reinem Interesse eine IQ-Testung zu machen, halte ich persönlich für unangebracht.

Es gibt viele Hochbegabte, die unruhig oder wenig schlafen, aber es gibt bestimmt auch viele Nicht-Hochbagabte, die keinen guten Schlaf haben. Eventuell liegt auch eine Hochsensibilität vor...

Unser Sohn (6 Jahre aber noch Vorschulkind) ist kürzlich getestet worden, weil er verhaltensauffällig wurde und auch vermutet wurde, dass er hochbegabt ist und sein Verhalten aus unterfordertet resultiert. Das Testergebnis war nicht aussagekräftig, da er sehr motivationsgebunden agiert hat. Sprich: die Aufgaben, die ihn interessiert haben, hat er glamourös gemeistert (höchstbegabten-Bereich), aber ein Teilbereich , den er garnicht mochte(Aufgaben, die stupide und eintönig waren und geübte Feinmotorik erforderten (er ist auch kein Maler und Bastler ;))), war im unteren Durchschnitt :lol:...
Die Diskrepanz war zu hoch um das Gesamtergebnis sicher auszuwerten.

Das passiert wohl oft, laut erfahrener Mamas hier und auch laut Fachlektüre, bei jungen Kindern (Kleinkind- bis Vorschulalter), da sie eben je nach Charakter des Kindes eher zeigen was sie WOLLEN und nicht unbedingt was sie können ;). Was du von deinem Jungen. erzählst, klingt in einigen Bereichen nach meinem Sohn (das soziale Verhalten, sehr aktiv sein, wenig Schlaf, schlecht schlafen...). Mein Tipp daher: geht auf euren Bub ein, auf seine Interessen und Stärken, fördert seine Schwächen (aber ohne Druck). Seid achtsam wie er sich sozial entwickelt. Sollten irgendwann auffällige Verhaltensweisen auftauchen, kann man immer noch schnell reagieren und „herausfinden“ ob er hochbegabt ist oder es eine andere Ursache hat.

Es gibt ja auch Wahrmungsstörumgen, die wenig oder schlechten Schlaf und sehr aktiv sein verursachen können.... Oder es ist schlicht und einfach sein Charakter :).


Liebe Grüße, Meine3 (meine beiden jüngeren Kinder sind übrigens auch in einigen Bereichen auiffällig entwickelt, aber es geht Ihnen gut. Wir werden sie nicht testen lassen).
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Edainwen » Fr 29. Mär 2019, 08:18

Ich finde, das klingt jetzt nicht besonders ungewöhnlich. Warum willst du das jetzt denn unbedingt wissen? Gibt es Probleme im KiGa oder zuhause?
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 29. Mär 2019, 11:15

Hallo Andy,

wie kommst du darauf, dass dein Sohn hochbegabt sein könnte? Ich habe eine Beschreibung seiner Persönlichkeit und Fertigkeiten gelesen, aber jetzt nichts, was speziell auf Hochbegabung hinweist. Ausschließen kann man es natürlich auch nicht, vor allem bei Kindern die NICHT sprachlich oder mathematisch auffallen können ganz andere Bereiche (z.B. dreidimensionales Vorstellungsvermögen, technische Begabung) den Gesamt-IQ-Wert hochpushen. Oder - wie meine3 das schreibt, es liegt eine Hochbegabung in einzelnen Teilbereichen vor.

Mein mittlerweile 9jähriger Sohn ist nicht getestet, daher weiß ich bis heute nicht, ob er HB ist (ich selbst bin es, das weiß ich definitiv). Er konnte an seinem 2. Geburtstag alle Groß́- und Kleinbuchstaben auswendig und zweistellige Zahlen korrekt lesen. Zählen mit 2 Jahren bis ca. bis 200, dann wurde ihm langweilig. Einen Stuhl mit einem einfachen Kreuzschlitzschraubenzieher auseinanderbauen war für ihn auch mit 2,6 Jahren kein Problem. Zu dem Zeitpunkt konnte er auch mit erstaunlichem Wortschatz in komplizierten Sätzen sprechen (nachdem er bis ca. 2 Jahre hauptsächlich 2-Wort-Sätze gesprochen habt). Mit 3 Jahren konnte er ca. 20 Bilderbücher und mindestens so viele Kinderlieder wortgetreu auswendig. Nach Gehör schreiben hat mit 3 Jahren und 9 Monaten begonnen (NUTELN MIT KESESOSE und BEBISITARIN :mrgreen: ), eigenständiges, sinnerfassendes lesen konnte er mit 4,6 Jahren. Frei Rad fahren hat er übrigens an seinem 4. Geburtstag (wo er ein Fahrrad bekommen hat) in 5min gelernt. Das hat aber nichts mit Hochbegabung zu tun.

Aktivität und Schlaf sind beide genetisch bedingt und haben nichts mit einer möglichen Hochbegabung zu tun. Meine Jungs brauchen beide sehr wenig Schlaf und der jüngere Sohn (6 Jahre) ist körperlich sehr aktiv. Der hat aber einen getesteten IQ von 85 (mit Teilleistungsstärken deutlich im HB-Bereich). Wobei der durch die Gehörlosigkeit und den Autismus praktisch nicht testbar ist, das heißt der Wert von 85 ist nicht aussagekräftig. Mein jüngerer Sohn hatte übrigens mit 4 Jahren einen echten Zahlenbegriff von mindestens 1000, hat beim Einkleben von Sticker in in ein Album immer korrekt geblättert, konnte alle Groß- und Kleinbuchstaben und das Alphabet vor- und rückwärts und die Namen von so ziemlich allen Kindergartenkindern auswendig buchstabieren (in Gebärdensprache), lesen und schreiben.

Das soll jetzt absolut nicht überheblich rüberkommen. Ich kennen zwei erwachsene Männer, die mMn ziemlich sicher hochbegabt sind, weil sie wirklich herausragende Teilleistungsstärken im technisch-logischen Bereich haben. Beide sind weder sprachlich noch mathematisch auffällig (gut). So kann das bei deinem Sohn durchaus auch sein ;) ö.

Aber im Prinzip ist es auch nicht wichtig. Der IQ wird mMn gewaltig überschätzt (ich als HB darf das sagen :P ). Da hast ein tolles, aufgewecktes Kind mit vielen Interessen und interessanten Begabungen. Wenn du ihn nicht ausbremst und auch darauf achtest, dass er in Einrichtungen (Kindergarten, Schule, Hort,...) nicht ausgebremst wird, wird er sich prächtig weiter entwickeln. Wenn dein Sohn am liebsten in der Turnhalle aktiv ist, dann soll er das sein. Wenn er statt dessen lieber Bücher liest (bei meinem Sohn nahm die Aktivität deutlich ab, nachdem sich ihm das lesen erschlossen hatte) ist das genauso ok.

Was macht es für einen Unterschied, ob HB oder nicht? Würdest du irgend etwas anders machen, wenn wüsstest, dass dein Sohn HB ist? HB ist übrigens nicht extrem selten. In einer normalen Grundschule mit 500 Schülern sind rein statistisch 10 hochbegabt - genauso viele wie rothaarig. 65 sind "begabt" also mit einem IQ von 115-129 - teilweise auch mit Teilleistungsstärken im HB-Bereich. Tatsächlich werden es sogar noch mehr hochbegabte und begabte Kinder sein, weil die geistig behinderten (IQ -69)und ein Teil der lernbehinderten Kinder (IQ 70-84) schon von vorne herein ausgesiebt werden.

Hochbegabte Kinder machen bzw. haben allen Klischees zum Trotz nicht mehr Schwierigkeiten im sozialen Bereich wie durchschnittlich begabte Kinder. Die meisten können in ganz normale Klassen gut anpassen und integrieren. Natürlich kann es unabhängig vom IQ andere Faktoren geben, die zu Problemen führen. Im Falle meines älteren Sohnes ist das ein Kombi aus ADHS und Asperger Autismus.

Also freu dich an deinem aktiven, klugen und vor allem gesunden Sohn und lass die Zukunft getrost kommen :) .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Koschka » Fr 29. Mär 2019, 11:32

Wenn er Musik mag, zeigt ihm Instrumente, bietet Unterricht an, aber bricht es nicht übers Knie mit dem Üben. 4,5 ist ein normales Alter für Eintieg bei der Geige oder Flöte. Es gibt vereinzelt Lehrer, die auch in dem Alter Klavier unterrichten. Probiert einfach aus.
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon charlotte12 » Fr 29. Mär 2019, 11:58

4,5 ist ein normales Alter für Eintieg bei der Geige oder Flöte

Mit Geige haben wir in diesem Alter sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, dass der Lehrer wirklich auch Erfahrung mit so jungen Kindern hat, den Unterricht spielerisch gestaltet und nicht einfach versucht, das Standardprogramm für ältere Kinder durchzuziehen.
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon alibaba » Mo 1. Apr 2019, 08:26

Hallo Andy,

nur ein IQ-Test kann messen, ob dein Sohn hochbegabt ist. An dem was du aufzählst, aber vielleicht schreibst du noch mehr, kann ich nichts erkennen, aus dem ich das schlussfolgern könnte. Interessant finde ich daher die Information des Kigas:

Andy hat geschrieben: Es würde uns gesagt dass er altersensprechend entwickelt ist aber dass sie eine hochbegabung nicht ausschließen können. Jetzt bin ich natürlich etwas verunsichert und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Könnt ihr mit Ratschläge geben? Ihr habt mehr Erfahrung. Kann es wirklich sein dass mein Sohn Hochbegabt ist?


Da muss ich sagen, da wäre ich auch verunsichert. Mir erschließt sich das nicht. Altersentsprechend entwickelt heißt für mich im Umkehrschluss nicht hochbegabt. Hochbegabt ist eben nicht altersgemäß entwickelt. Ich habe das auch noch nie bei meinen Kindern gehört und dabei sind die nicht mal hochbegabt. Da hieß es immer sehr weit entwickelt - also über altersentsprechend. Wie kommt daher der Kiga auf die Möglichkeit einer Hochbegabung?

Wenn ich deinen Bericht lese, muss ich Euch erst einmal loben. Ich finde, Ihr macht das genau richtig. Seht was das Kind interessiert und greift es auf. Verunsicherung ist daher vollkommen fehl am Platz. Ich sehe auch ein gut unterstütztes Kind. Es interessiert sich für Zahlen und erzählt euch den ganzen Tag. Super Grundlagen für Mathe und Deutsch, wenn ich das mal auf Schule übertrage. Bleibt da dran und unterstützt hier den Sohnemann. Auch das zusammen werkeln und das Interesse für Technik zeigt mir, dass Ihr toll in Angebot und Nachfrage beim Kind seid.

Ich habe ein paar Anregungen für euch, egal ob nun hochbegabt, nur ein bisschen begabt oder ganz normal. Die Volkshochschulen bieten tolle Kurse im handwerken an. Außerdem würde ich, bei einem aktiv fitten Kind, einen Sportverein suchen. klassisch Fußball muss es ja nicht immer sein. Mir fällt Turnen ein oder schwimmen. Ihr scheint da ja ein fittes Bürschchen zu haben, der schnell lernt und gut umsetzen kann. Ich würde da mal schauen was machbar wäre. Bei uns hat der Sportverein eine große Bandbreite.

Um das malen und schreiben zu unterstützen würde ich mal schauen, was die Museen an Kinderkursen anbieten. Töpfern klingt vielleicht total altmodisch, aber wenn man da einen Dinosaurier töpfern darf, klingt das doch schon wieder ganz anders. ;) Und hier unterstützt man das nichtwollen wunderbar. Man kann die Feinmotorik nämlich auch anders trainieren als nur mit doofen malen. Bei uns bieten auch die Bibliotheken immer nette Kurse an. Da wird z.B. ein Buch vorgelesen und im Anschluss eben der Drache gemalt oder gebastelt. Das sind Kleingruppen - wunderbar kreativ (auch im Zusammenhang mit Musik) und so ganz anders als Kindergarten. Z.B. Ich spiele den Ton "a" - wie würdet Ihr "a" malen? das ist wahnsinnig spannend und ganz anders als malen. :mrgreen:

Und vielleicht mag euer Sohn Musik. Musikalische Früherziehung geht ab 4 Jahren los. Ob es dann Interesse an einem Instrument zeigt, werdet Ihr ja sehen. Meine haben das signalisiert. Ich habe nie darüber bestimmt. Meine Kinder haben mir ihre Interessen genannt. Und sie durften sich ausprobieren. Auch wird die Feinmotorik in der Musikschule geschult. Male die Note. :D Im Kontext sind die Kinder hier begeisterter dabei als eben beim malen im Kiga.

Ich wünsche euch viel Erfolg.

VG
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon alibaba » Mo 1. Apr 2019, 08:36

charlotte12 hat geschrieben:
4,5 ist ein normales Alter für Eintieg bei der Geige oder Flöte

Mit Geige haben wir in diesem Alter sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, dass der Lehrer wirklich auch Erfahrung mit so jungen Kindern hat, den Unterricht spielerisch gestaltet und nicht einfach versucht, das Standardprogramm für ältere Kinder durchzuziehen.


Also ein hochbegabtes Kind sollte das doch können, oder? Das Standardprogramm für ältere Kinder wäre doch genau der richtige Einstieg.

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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Koschka » Mo 1. Apr 2019, 08:38

Ich sehe hier schon was:

1. Das Kind ist extrem aktiv. So aktiv, dass er Nacht nicht schlafen kann. Kenne ich von meinem Jungsten. Bei uns hieß es, Kind kann nicht schlafen, wenn er nicht genug Input bekommen hat. Mit 4,6 ging mein Kleiner zum Teil erst um 11 ins Bett und war vor 7 schon wach.

2. Das Kind kann keine 10 Minuten alleine spielen. Kenne ich nur zu gut. Es ist, vor allem wenn das das Alteste oder das Einzelkind ist, eine nicht unerhebliche Belastung für die Familie. Vor allem dann, wenn man dem fordernden Kind, egal aus welchen Gründen, diese ständig geforderte Aufmerksamkeit nicht freiwillig gibt.

3. Das Kind setzt sich aufs Rad und fährt. Das können bei weitem nicht alle. Ab zum Sportverein, und richtiges Sport suchen. Hilft sehr gut beim Punkt 1.

4. Das Kind mag Musik, ist extrem emotional, motorisch begabt - tolle Voraussetzungen um großen Spaß an Musik zu entdecken. Sucht einen Pädagogen, der sich gut mit so jungen Kindern versteht. Das Instrument an sich ist eher nebensächlich, man kann später wechseln, wenn es nicht passt. Spricht Padagogen in der Musikschule an, manche geben gern Privatstunden, dann ist Kündigung recht einfach.

5. In wiewiet unterstützt euch der Kindergarten? Wäre es möglich, ab Septemeber zu den Vorschulkindern zu wechseln?
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Re: Ich bin so unsicher und brauche Rat!

Beitragvon Koschka » Mo 1. Apr 2019, 08:52

alibaba hat geschrieben:

Also ein hochbegabtes Kind sollte das doch können, oder? Das Standardprogramm für ältere Kinder wäre doch genau der richtige Einstieg.

VG


Ich war bei zwei Lehrern mit zwei sehr jungen Burschchen. Der Große war keine 4 Jahre alt. Der Lehrer hat ihm Geige und Bogen gegeben, in Position gestellt und aufgefordert zu spielen. Er hat auf offenen Seiten gespielt, ohne das es kratzte und krächzte, mit sichtbarem Spaß. Der Lehrer fand die Kostellation gut, betonte, dass er sieht, das Kind habe Spaß an Musik. Dieser Lehrer war pädagogisch ein absoluter Meister. Er forderte nur so viel, wie das Kind konnte. Er gab nur so viel Kritik, um das Kind nicht zu verletzen. Vieles war krum und schief. Die Bogenhaltung falsch, für die linke Hand klebten Punkte am Griff. Das Kind hat während der ersten zwei Jahre mehr Schockolade vom Lehrer bekommen, als es sein Geigenkoffer samt Geige wog. Mein Großer ist jetzt 12, er spielt keine Meisterstücke, aber das was er spielt ist gut anhörbar. Trotz 5 Jahre Pause.

Mein Kleiner kam mit frischen 5, zu einer traditionelleren Lehrerin, die zwar von Anfang ab daran bastelte, dass seine Bogenhaltung richtig ist, aber auch er bekam ein Geigenbuch für Kinder ab 4 Jahren, bestehend ausschließlich aus bekannten Kinderliedern wie Hänschen klein oder Häschen in der Grube, mit riesigen Noten, um sie einfacher lesen zu können. Er hat einige Monate nur auf offenen Seiten gespielt. Jetzt ist die linke Hand voll drauf, er bringt die ersten richtigen Melodien raus und er wiegst sich im Takt der Musik wenn er spielt. Seine Lehrerin ist gute Pädagogin, eine unglaublich warme und herzhafte Persönlichkeit, und innerlich auch ein strahlendes Kind. Sie muss sich echt zusammenreißen, um nicht bei seinem Quatsch mitzumachen. Die zwei arbeiten mit großem Spaß zusammen.

Meine Nichte, vermuttlich auch HB, kam mit 6 zu einer Geigenlehrerin, die von Anfang an streng forderte, dass alles passt. Die linke Hand kam fast von Anfang an mit allen 4 Fingern drauf. Das Buch (irgenein russisches Werk) enthält keine einzige bekannte Melodie. Im Unterricht passt alles nicht, es kommt kein Lob fürs Kind, nur Verbesserungsvorschläge. Am Anfang liebte die Nichte ihre Geige sehr, aber ich weiß nicht, wie lange so eine Liebe bei so einer Lehrerin anhält.
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