Begabung

besondere Fähigkeiten: ist das schon ein Zeichen für Hochbegabung?

Begabung

Beitragvon Smarti26 » Di 21. Jan 2020, 20:23

Hallo ihr lieben.

Wenn ein Kind, Musisch und Sportlich Begabt ist (kein Wunderkind, sondern einfach schnell lernt und gute Ergebnisse in kurzer Zeit erzielt) ist es dann auch generell Überdurchsnittlich/(H)Begabt?

Was denkt/glaubt ihr?

Ich kenne es bisher nur so das die meisten dann auch einen überdurchschnittlichen IQ haben, wenn sie in 1-2(oder mehr) Bereichen Begabt sind.

Lg
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Re: Begabung

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 22. Jan 2020, 19:03

Smarti26 hat geschrieben:Hallo ihr lieben.

Wenn ein Kind, Musisch und Sportlich Begabt ist (kein Wunderkind, sondern einfach schnell lernt und gute Ergebnisse in kurzer Zeit erzielt) ist es dann auch generell Überdurchsnittlich/(H)Begabt?

Was denkt/glaubt ihr?

Ich kenne es bisher nur so das die meisten dann auch einen überdurchschnittlichen IQ haben, wenn sie in 1-2(oder mehr) Bereichen Begabt sind.

Lg


Ich verstehe die Frage nicht? Meinst du mit "überdurchschnittlich begabt" ob ein Kind, welches z.B. sportlich oder musikalisch begabt ist, auch einen IQ von mehr als 115 hat? Das ist nicht der Fall. Einen IQ von 115 oder mehr haben etwa 15% der Bevölkerung - da sind durchaus auch musisch oder sportlich begabte Menschen dabei, aber das betrifft längst nicht alle! 70% der Menschen haben einen IQ zwischen 85 und 115 und der Großteil der sportlich oder musisch begabten Menschen wird daher hier zu finden sein.

Gerade bei sportlicher Begabung kann durchaus auch sein, dass sie bei Menschen mit unterdurchschnittlicher Begabung (also einem IQ von weniger als 85) auftritt. Da kommt es auch auf den Anspruch der Sportart an. Ob man z.B. beim laufen oder Fußball spielen in kurzer Zeit gute Ergebnisse erzielt ist ziemlich unabhängig vom IQ.

Musische Begabung setzt mMn etwas mehr Intelligenz voraus, wobei es durchaus auch Ausnahmemusiker gibt, die nicht mal Noten lesen können, sondern "instinktiv" musisch begabt sind. Musisch umfasst aber neben dem Lesen und Umsetzen von Noten auch - je nach Instrument - fein- und grobmotorische Skills und auch ein gewisses, intelligenzunabhängiges Gefühl für ein Stück, den Takt, die Lautstärke, das Zusammenspiel (z.B. im Orchester)... manches davon wird von hoher Intelligenz begünstigt, aber längst nicht alles.
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Re: Begabung

Beitragvon charlotte12 » Mi 22. Jan 2020, 19:56

Mir fällt zum Thema IQ und Musikalität das Williams-Beuren-Syndrom ein - eine Kombi von Intelligenzminderung mit ausgeprägter Musikalität. Interessant finde ich:
https://www.w-b-s.de/studien/musikalit% ... lberg.html

Auch Kinder mit Down-Syndrom sind wohl oft sehr musikalisch. Wobei wohl auch mathematische Begabung und Musikalität oft zusammenhängen. Wie Rabaukenmama schon schreibt - es kommt darauf an, was genau man unter Musikalität versteht.
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Re: Begabung

Beitragvon Smarti26 » Sa 25. Jan 2020, 09:01

Wenn der IQ unterdurchschnittlich (oder Entwicklungsstörung) hat, dann ist das doch eine Inselbegabung.

Ich dachte, wenn jemand schon in 2 Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, das er dann auch generell vom IQ her überdurchschnittlich ist.

Weil von denen ich bisher weiß (Familie, Freunde, Bekannte) ist das sie auch eine HB bzw überdurchschnittlichen IQ haben.
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Re: Begabung

Beitragvon Meine3 » Sa 25. Jan 2020, 11:08

Smarti26 hat geschrieben:Wenn der IQ unterdurchschnittlich (oder Entwicklungsstörung) hat, dann ist das doch eine Inselbegabung.

Ich dachte, wenn jemand schon in 2 Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, das er dann auch generell vom IQ her überdurchschnittlich ist.

Weil von denen ich bisher weiß (Familie, Freunde, Bekannte) ist das sie auch eine HB bzw überdurchschnittlichen IQ haben.



So einfach ist das nicht.

der IQ ist ein Konstrukt, das auf Statistik beruht. Die tatsächliche, umfassende INtelligenz der Menschen abzubilden ist bislang den Forschern noch nicht gelungen. Auch in einem Intelligenztest werden nur bestimmte Fähigkeiten (sprachliche Intelligenz, logisches schlussfolgern, Muster erkennen, Merkfähigkeit, etc) abgefragt, andere komplett vernachlässigt (musische, künstlerische, sportliche, praktische, emotionale Intelligenz...)

Der IQ besagt lediglich wie hoch die in den IM TEST abgefragten Fähigkeiten sind und auch hier hängt die Leistung beim Test von vielen tagesformabhängigen Faktoren ab, nicht nur von der Intelligenz. Die guten Tests differenzieren hier und lassen eine gute Potenzialanalyse in den einzelnen Bereichen zu.

Wenn man in 2 Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, in den anderen bspw. 3 abgeftragten Bereichen aber "nur" durchschnittliche oder gar unterdurchschnittliche zieht das die hohen Werte im Gesamtschnitt runter, so dass dann insgesamt keine überdurchschnittliche Intelligenz vorliegt. So die Statistik und auf nichts anderem basiert ein Intelligenztest. Mit der allumfassenden Realität hat das nicht sooo viel zu tun.
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Re: Begabung

Beitragvon Rabaukenmama » So 26. Jan 2020, 11:51

Smarti26 hat geschrieben:Wenn der IQ unterdurchschnittlich (oder Entwicklungsstörung) hat, dann ist das doch eine Inselbegabung.

Ich dachte, wenn jemand schon in 2 Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, das er dann auch generell vom IQ her überdurchschnittlich ist.

Weil von denen ich bisher weiß (Familie, Freunde, Bekannte) ist das sie auch eine HB bzw überdurchschnittlichen IQ haben.


Du hast mal hier vor längerer Zeit wegen "versteckter Hochbegabung" gefragt. Da habe ich schon einige Beispiele vom errechnen des IQs gebracht, hier der Link dazu:

viewtopic.php?f=18&t=4265

In meinem fiktiven Beispiel gab es der Einfachheit halber 4 Bereiche beim IQ-Test, tatsächlich sind es mehr (mindestens 6-8) mit zusätzlichen Unterbereichen. Wenn jemand z.B. sehr gut Klavier spielen kann und dort sehr schnell deutliche Erfolge erzielt, wird das bei den meisten IQ-Tests überhaupt nicht berücksichtigt. Dasselbe gilt für die meisten Sportarten. Natürlich KANN so eine Person, die in 2 Bereichen, die NICHT Kriterium für IQ-Tests sind, gut ist, auch hochbegabt sein. Aber sehr wahrscheinlich ist es nicht. Die meisten Menschen haben 1,2 oder 3 Bereiche, in denen sie besonders gut sind, und trotzdem gelten nur 13,6% der Bevölkerung als "begabt" und nur 2,4% als "hoch- oder höchstbegabt" ;) . Das liegt unter anderem auch daran, dass die meisten Menschen nicht nur individuelle Begabungen, sondern auch individuelle Schwächen haben.

Ein Freund meines Vaters war als Zauberer sehr erfolgreich. Er war feinmotorisch extrem geschickt (Kartentricks waren seine Spezialität) und konnte super ganze Säle mit Menschen unterhalten. Aber er hatte eine mathematische Schwäche, und sogar mit den Grundrechnungsarten Probleme - nur fiel das niemanden auf, der ihn nicht näher kannte!

Meiner durchschnittlich begabten Mutter wird von vielen Menschen ein außerordentliche guter Mode-Geschmack bescheinigt. Sie kann auch aus billigen Teilen binnen nullkommanix ein WHOW-Outfit zusammenbasteln. Außerdem war sie, als sie noch berufstätig war, für ihr Organisationstalent bekannt. Wenn es darum ging, einen Empfang für eine wichtige Person zu organisieren, war sie in ihrem Element, konnte super Zeitpläne entwerfen, Arbeiten verteilen, dachte an alle Details,...trotzdem ist ihr IQ um 100! Das, was sie besonders gut kann, wird bei IQ-Tests einfach nicht berücksichtigt.

Wenn man wissen will, ob jemand begabt (IQ115-129) oder hochbegabt (IQ 130 oder mehr) ist, dann muss derjenige einen Test machen. Es lässt sich nicht von anderen Fähigkeiten und Talenten ableiten. Wobei mMn der IQ-Wert von den meisten Menschen überbewertet wird ;) !
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Re: Begabung

Beitragvon alibaba » Mo 27. Jan 2020, 12:10

Smarti26 hat geschrieben: Wenn der IQ unterdurchschnittlich (oder Entwicklungsstörung) hat, dann ist das doch eine Inselbegabung.


Für eine Inselbegabung gibt es folgende Definition: "außergewöhnlich große Begabung auf einem bestimmten Gebiet neben eher unterdurchschnittlicher sonstiger Begabung." Außerdem ist eine Inselbegabung eine Autismus-Sonderform (Savant-Syndrom). Jetzt zu sagen, mein IQ ist Gesamt 85, aber in "Mathe" habe ich 130, dann ist das KEINE Inselbegabung.

Smarti26 hat geschrieben:Ich dachte, wenn jemand schon in 2 Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt, das er dann auch generell vom IQ her überdurchschnittlich ist.


Überdurchschnittlich bedeutet: ab IQ von 116. Habe ich zwei Bereiche von 116, kann ich trotzdem einen ganz normalen Gesamt-IQ von 100 haben oder sogar darunter.

Smarti26 hat geschrieben:Weil von denen ich bisher weiß (Familie, Freunde, Bekannte) ist das sie auch eine HB bzw überdurchschnittlichen IQ haben.


Was weißt Du denn genau? Ich finde deine Angabe hier zu ungenau. ;)



Ein Kind was musisch oder sportlich oder künstlerisch begabt ist, muss nicht intellektuell begabt sein. Man unterscheidet. Sport/Musik/Kunst sind Talente, kognitiv spricht man von einer Begabung. Den geringsten Zusammenhang zwischen kognitiver Begabung und Talenten sehe ich beim Sport. Gefolgt von der Kunst. Wobei man als Kunststudent ja ein Abitur haben muss. Hab ich einen IQ von 90, geht das wohl eher schwerer. Am ehesten sehe ich signifikante Zusammenhänge bei einem musischen Talent und einer kognitiven Begabung. Wobei das nicht zwangsläufig Hochbegabung sein muss. Wobei ich hier stark dahin tendiere zu behaupten, alle musischen Talente haben mal mindestens einen guten durchschnittlichen IQ, Savants ausgenommen.
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Re: Begabung

Beitragvon Smarti26 » Mo 27. Jan 2020, 21:59

Danke erstmal für eure Antworten :)
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Re: Begabung

Beitragvon Smarti26 » Mo 27. Jan 2020, 22:07

"Was weißt Du denn genau? Ich finde deine Angabe hier zu ungenau. ;)"

Was möchtest du genau Wissen?
In unserem Umfeld sind überdurchschnittliche auch HB die Musisch wie auch Sportlich Begabt sind, auch nur Musisch oder nur Sportlich.
Was mir aufgefallen ist das sie schnell gute Ergebnisse erzielen.
Ich kenne in meinem Umfeld keinen der dort nicht auch begabt/Talentiert ist.
Jetzt ist aber meine Umgebung nicht die ganze Welt, deswegen frage ich hier auch euch, was eure beobachtungen/Erfahrungen sind :)



"Ein Kind was musisch oder sportlich oder künstlerisch begabt ist, muss nicht intellektuell begabt sein. Man unterscheidet. Sport/Musik/Kunst sind Talente, kognitiv spricht man von einer Begabung. Den geringsten Zusammenhang zwischen kognitiver Begabung und Talenten sehe ich beim Sport. Gefolgt von der Kunst. Wobei man als Kunststudent ja ein Abitur haben muss. Hab ich einen IQ von 90, geht das wohl eher schwerer. Am ehesten sehe ich signifikante Zusammenhänge bei einem musischen Talent und einer kognitiven Begabung. Wobei das nicht zwangsläufig Hochbegabung sein muss. Wobei ich hier stark dahin tendiere zu behaupten, alle musischen Talente haben mal mindestens einen guten durchschnittlichen IQ, Savants ausgenommen.[/quote]"

Danke für deine erklärung
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Re: Begabung

Beitragvon alibaba » Di 28. Jan 2020, 08:47

Smarti26 hat geschrieben:
In unserem Umfeld sind überdurchschnittliche auch HB die Musisch wie auch Sportlich Begabt sind, auch nur Musisch oder nur Sportlich.
Was mir aufgefallen ist das sie schnell gute Ergebnisse erzielen.
Ich kenne in meinem Umfeld keinen der dort nicht auch begabt/Talentiert ist.


Wieviel sind das denn? und woher weißt Du denn deren IQ? Denke daran, gute Noten zu schreiben bedeutet nicht zwangsläufig begabt zu sein oder gar hb zu sein.

Ich kenne auch jede Menge junger Musiker und die meisten davon besuchen ein Gymnasium. Das würde also deine Vermutung festigen (ist auch ja wissenschaftlich nachgewiesen), dass musizieren durchaus mit der kognitiven Begabung einhergeht. @Rabaukenmama beschrieb das ja schon. Aber ob die jetzt "alle" überdurchschnittlich oder gar hochbegabt sind, Mhhhhhh…. :gruebel: Außerdem habe ich so meine Probleme mit der Angabe, "begabt". Als begabt, fern ab vom IQ, werden ja viele bezeichnet oder man bezeichnet vieles damit. Einfach um zu zeigen wie gut eben das Kind etwas kann. Fakt ist auch, um Musik zu studieren bedarf es des Abiturs. Um Fußballer zu werden nicht. Und die, die Sport studieren können vielleicht gut Sport, aber ob das Talente sind? Talente spielen wohl eher Sport, als das sie es studieren. ;)

Und um auch das nicht zu vergessen. Kinder die musizieren oder sich sportlich betätigen sind sehr oft in einem helfenden und unterstützenden Elternhaus zu finden. Und ich behaupte jetzt mal, dass hier der Grund-IQ eh schon "höher" ist. Weiter bekommen hier die Kinder jegliche Unterstützung die sie benötigen um eben ihre Begabungen und Talente zu entfalten. Oder die Eltern können "Nachhilfe" bei schulischen Probleme geben oder haben eben das Geld "Nachhilfe" zu organisieren. Weiter zeigen sie ihren Kindern die Welt. Das bildet. Wenn man das nun alles in einen Topf wirft, kann man ein gewisses Schema erkennen, was einen dann eben vermuten lässt, dass es sich hier um "begabtere" Kinder handelt.
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