Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Meine3 » Mo 17. Aug 2020, 20:24

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:ADHS wird wird einem bis zu der Grenze gegönnt, dass das H die anderen nicht significant stört. Ab dann wird es noch schwieriger als mit der Begabung.



Mein Sohn ist durchaus mit seinem Verhalten in den letzten 2 Jahren negativ aufgefallen und hat andere "gestört". Dennoch wird die (vermutete) ADHS-Probelmatik sehr viel wohlwollender aufgenommen als die hohe Begabung, zumindest bei den meisten, mit denen ich anfangs ganz blauäugig frei von der Leber weg darüber gesprochen habe. Mittlerweile halte ich mich zu beiden Themen (ADHS und Hochbegabung) eben sehr bedeckt. Ich erkläre mich/uns nur noch, wenn ich die Chance sehe, dass es auch ankommt. Ansonsten lasse ich es schlicht bleiben. Aber schön ist das nicht.
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 17. Aug 2020, 20:28

Wir haben in der Schule ein Kind mit so einem ADHS, dass eine Begleitung nötig ist. Ich habe mitgehört, dass selbst der Lehrer der für Begabung und Behinderung ganz offen ist, der Mutter bitter sagte, dass es nicht sein kann, dass wegen eines Kindes der Unterricht nicht möglich ist. Vor der Einschulung haben einige als Wunsch eingegeben, mit diesem Kind bitte nicht in die gleiche Klasse.
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Meine3 » Mo 17. Aug 2020, 21:11

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Wir haben in der Schule ein Kind mit so einem ADHS, dass eine Begleitung nötig ist. Ich habe mitgehört, dass selbst der Lehrer der für Begabung und Behinderung ganz offen ist, der Mutter bitter sagte, dass es nicht sein kann, dass wegen eines Kindes der Unterricht nicht möglich ist. Vor der Einschulung haben einige als Wunsch eingegeben, mit diesem Kind bitte nicht in die gleiche Klasse.


Ich vermute mal, dass manche Eltern das über meinen Sohn auch gesagt hätten 8-), wenn sie ihn vorher gekannt hätten.

Mein Sohn hat es geschafft in einer Unterrichtsstunde 70 mal (!!) ungefragt reinzuquaken. In dieser Stunde leitete ein Refendariar den Unterricht und die KL hat eine Stunde lang NUR meinen Sohn beobachtet. Sie hat danach auch ein Gespräch mit ihm geführt, dass bei ihm zu großer Einsicht führte. Das schlimme ist: er hat kein einziges Mal reingerufen, um zu stören. Er hat JEDES Mal zum Unterricht beigetragen, nur eben leider ungefragt :roll:. Auch meinte sie, dass die Kommentare jedes Mal - ohne Ausnahme - inhaltlich korrekt gewesen wären. Seltsamerweise war das für sie auch einer der Beweggründe den Sprung vorzuschlagen: weil sie gemerkt hat, dass er nicht stört, um zu stören, sondern weil er , wenn er es nicht tut, abschaltet aus Unterforderung. Sie sagte wortwörtlich:"er ist VOLL dabei. Wäre er das nicht, würde er nicht die ganze Zeit sich AKTIV beteiligen, würde er vermutlich nach 10 Minuten einschlafen" DAs heißt, sie hat ihm nicht mal einen Vorwurf gemacht, sondern verstanden, warum er so handelt. Nichts desto trotz ist sein Verhalten für die Klassengemeinschaft teilweise enorm störend gewesen und mir war es unendlich peinlich :fahne:
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Karen » Di 18. Aug 2020, 12:54

Ich rede offen über HB meiner Tochter seit dem Test und der Quereinschulung letztes Jahr. Ich habe es vorher nicht gemacht, was meine Meinung nach dazu beigetragen hat dass Selbstwertgefühl meiner Tochter im Keller ist, sie sich über Jahren hinweg versteckt hat und Gefühl hatte nicht normal zu sein. Das hat sie immer noch - steht aber mittelerweile dazu und sieht auch positive Seiten davon. Ich habe ihre Fähigkeiten immer klein geredet oder nicht erwähnt. Auch wenn sie dabei war. Oder nur ein wenig gelächelt statt zu sagen - ja sie kann schon lesen, ja sie fahrt schwarze Piste runter mit Ski mit 5, ja sie kann Handstand, ja sie hat eigenes Telefon damit sie mit ihren Grosseltern und Freunden in anderem Land selbständig Whasup schreiben kann (mit 4-5) und mit denen Skypen wenn sie will. Das war ein Fehler, diese alle Sachen den anderen nicht zu erwähnen, aus irgendwelchen meinen ängsten. Sie wäre stolz darüber gewesen, und es hätte ohr geholfen das alles zu sehen was sie kann und nicht was sie nicht kann. Uns hätte esvermutlich alles die Psychosomatische beschwerden ersparrt geblieben. Aber das werde ich nicht wissen. Mir war aber offensichtlich, dass bei ihr nicht nur überspringen geholfen hat aus dem Teufelkreis auszkommen und gleichgewicht zu finden, aber auch der Satz der Psychologin, dass sie halt bei WISC platz 1 gewonnen hat, von 1000 Kinder, und dass wir seit dem dazu stehen und darüber mit sie reden.
Das überspringen war bei uns ungefähr 3 Monate ein Thema. Es hat leider dazu geführt dass sie in der Schule teil ausgeschlossen und von wenigen Kindern noch gemobbt wurde. Aber wir haben es gemerkt, mit Lehrern kommuniziert, und sie haben eingegriffen und es war nach der Herbstferien kein Thema mehr. Jetzt is es ganz normal, und es hinterfragt kein Mensch mehr in der Schule. Obwohl sie in ihrer neue Klasse ein Kopf kleiner ist als der kleinste Kind (sie ist mit 7 in der Dritte Klasse in einem Mehrjahrgangklasse 3-4 Klasse ist zusammen - also es gibt in der Klasse Kinder die während der nächsten Monate 10 Jahre alt werden). Wir haben später rausgefunden dass die Kinder die damit mühe hatten, hatten auch wenigstens ein Elternteil der damit mühe hatte. In einem Fall war es dem Vater unverständlichkeit warum so ein verhaltensauffäliges verstörtes Kind von der Schule gefördert wird, weil sein eigenes Kind ist super begabt und brav und keine zusätzliche Förderung erhält (bei meiner Tochter war ja der Grund zu Testung psychosomatische beschwerden wie Bauchweh, Kopweh und Einnassen, aber auch fast tägliche Schreianfälle zu Hause oder im Garten die für Nachbarn zu sehen und zu hören waren). Weil das alles weg ist, hinterfragen sogar diese Eltern nichts mehr. Andere Kinder haben es komisch gefunden warum sie erste Klasse auslassen darf, und sie alle die Aufgaben machen mussten - sie fanden das unfähr.
In unserem nähen bekanntenkreis, haben fast alle mitbekommen dass das Kind immer schon sehr aufällig war - nicht gegessen, nicht geschlafen, sehr fit immer motorisch gewesen, viel and früh gesprochen, Energie ohne Ende die ausgelebt werden muss sonst wandelt sie ins negative. Es war auch eine Art erleichterung nach dem Test, dass es eine Erklärung dafür gibt warum dieses Kind so aus der Reihe tanzt. Die Grosseltern haben sich gefreut, weil beide Grossvätter sich teils erkannt haben (beide haben sehr schwierige Schulzeiten hinter sich, und ein Grossvater ist sicher HB (mit autistischen zügen), und der andere eventuell auch, obwohl nicht so offensichtlich). Also -uns hat der Test und überspringen und offenes Umgang dafür sehr viel Erleichterunu gebracht. Klar gibt es immer noch unverständliche Blicke wenn fremde Menschen sie mal fragen - ah - du bist 7 geworden, kommst du in der erste Klasse? Dann sagt sie selber, nein in der Dritte, und dann sage ich oft dazu, dass sie von Kiga ins 1 klasse gesprungen hat, weil es Probleme gab, und seit dem gibt diese Probleme nicht mehr. Meistens wird nicht mehr nachgebohrt. Die Sätze wegen Kinder die Kindheit weg nehmen, reagiere ich dass meine Tochter es selber so wollte und ich vertraue dass Kinder von Natur aus wissen was ihnen gut tut. Und wenn die Probleme auftreten werden wir sie dann lösen wenn sie da sind. Jetzt haben wir keine.
Das stimmt nicht so genau, da meine Tocter immer noch sehr Sensibel ist, sehr Sensibel auf vieles reagiert und es ist nicht sehr einfach. Sie hat aber gelernt besser in Situationen zurechtzufinden die sie überfördern - zum beispiel wenn es lange Laut und Chaotisch ist, ein Kind alles bestimmen will, ein Kind sie ausschliesst oder auslacht usw. Dann kann sie jetzt die Situation erkennen und sich zurückziehen, was früher unmöglilch war.
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon koala27 » Di 18. Aug 2020, 18:58

Wobei ich denke, wenn es offensichtlich ist, dass ein Kind bspw. in der Schul jünger ist als "normal" oder springt, dann ist der Umgang damit noch ein anderer- auch anderen Eltern gegenüber als wenn es - einfach so- fitter in der Klasse ist als viele andere.
Bei der Großen im Gym ist zumindest ein Junge in der Klasse, der auch sehr fit ist und der einen Sprung schon abgelehnt hat- ( in allen Fächern eine 1 außer Sport und er "übt" nur 5 Minuten)--aber es ist in der Klasse kein Thema. Ein weiterer Junge ist jünger als alle anderen ( geb. 2009) und Asperger Autist--auch mit fats durchweg super Noten. So fällt die Große mit ihren Noten weniger auf als in der GS und es ist eben auch weniger Thema-- im Gym sind halt viele sehr gute Kids--auch ohne HB.
Von daher fällt auch der Neid der Eltern eher weg als in der GS.

Der Kurze wird jetzt auch normal eingeschult werden- wie es dann in der Klasse aussieht, werden wir sehen--und in bezug auf Reaktionen anderer Eltern sind wir diesmal zumindest vorgewarnt--bei der Großen war ja für uns alles normal und deshalb auch unverständlich, wenn es immer mal blöde Kommentare gab.

" XXX bringt deiner Tochter nicht die HA, sie steht ja so gut da, die braucht das nicht"= damals gab es so genannte Hausaufgabenpaten, die LEIDER die Lehrerin nach Wohnort ausgesucht hat-- was ebendazu führte, dass unsere die ganzen Sachen nicht beka, weil, besagtes Kind ( große Klappe) sich nicht "traute" die in den Briefkasten zu stecken und die Mutter das eben unterstützt hat mit obiger Aussage....
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Auguste » Di 18. Aug 2020, 19:43

Meine3 hat geschrieben:
Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Wir haben in der Schule ein Kind mit so einem ADHS, dass eine Begleitung nötig ist. Ich habe mitgehört, dass selbst der Lehrer der für Begabung und Behinderung ganz offen ist, der Mutter bitter sagte, dass es nicht sein kann, dass wegen eines Kindes der Unterricht nicht möglich ist. Vor der Einschulung haben einige als Wunsch eingegeben, mit diesem Kind bitte nicht in die gleiche Klasse.


Ich vermute mal, dass manche Eltern das über meinen Sohn auch gesagt hätten 8-), wenn sie ihn vorher gekannt hätten.

Mein Sohn hat es geschafft in einer Unterrichtsstunde 70 mal (!!) ungefragt reinzuquaken. In dieser Stunde leitete ein Refendariar den Unterricht und die KL hat eine Stunde lang NUR meinen Sohn beobachtet. Sie hat danach auch ein Gespräch mit ihm geführt, dass bei ihm zu großer Einsicht führte. Das schlimme ist: er hat kein einziges Mal reingerufen, um zu stören. Er hat JEDES Mal zum Unterricht beigetragen, nur eben leider ungefragt :roll:. Auch meinte sie, dass die Kommentare jedes Mal - ohne Ausnahme - inhaltlich korrekt gewesen wären. Seltsamerweise war das für sie auch einer der Beweggründe den Sprung vorzuschlagen: weil sie gemerkt hat, dass er nicht stört, um zu stören, sondern weil er , wenn er es nicht tut, abschaltet aus Unterforderung. Sie sagte wortwörtlich:"er ist VOLL dabei. Wäre er das nicht, würde er nicht die ganze Zeit sich AKTIV beteiligen, würde er vermutlich nach 10 Minuten einschlafen" DAs heißt, sie hat ihm nicht mal einen Vorwurf gemacht, sondern verstanden, warum er so handelt. Nichts desto trotz ist sein Verhalten für die Klassengemeinschaft teilweise enorm störend gewesen und mir war es unendlich peinlich :fahne:


Daran sieht man mal wieder, dass es ganz entscheidend ist, welche(n) Lehrer(in) die Kids erwischen. Mein Sohn hat im Unterricht geschlafen ;) Aber nach Aussage seiner Lehrerin lag das garantiert nicht an Unterforderung oder zu langweiligem Aufgaben, sondern nur daran, dass wir ihn zu spät ins Bett schicken. :roll:

Mein Sohn ist ja in der Klasse (also bei seinen Klassenkameraden) nicht negativ aufgefallen - wer schläft, der stört ja nicht. Nur die Lehrerin hat es auf die Palme gebracht ;)
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon koala27 » Do 24. Sep 2020, 23:25

Hallo- ich wollte mal eine positive Reaktion anderer Leute melden--
der Kurze (6) macht ja neuerdings Badminton-- da sind immer mehrere Trainer/innen an verschiedenen Tagen-- vor 2 Tagen hatte er eine Trainerin, die ihn noch nicht kannte--
die aber relativ fix gemerkt hat " er ist schon ein kleiner Denker, oder?" und nach unserem "ja etwas" ganz toll reagiert hat-- sie hat ihm einfach die Dinge erklärt ( warum ein Ball wie fliegt) ohne sich daran zu stören, dass er noch so klein und jung ist ( er ist mit 120 cm und 6 Jahren der kleinste/ jüngste dort- Alterspanne der Kids 6-16 in einer Gruppe)--- was ja sonst eher der Fall ist, wenn offensichtlich junge Kinder Fragen stellen, die nicht zum Alter passen.
Ich finde die Altersspanne dort zwar extrem groß- aber für den Kurzen kann es so ein Vorteil sein, wenn die Trainer ganz locker mit allen Kids umgehen, egal wie alt die sind.
Die Trainer sind auch ganz "neu" dort als Jugendtrainer in Aktion- weil sie erst seit Ende August die Aufgaben auf mehrere Trainer verteilt haben--vielleicht ganz gut- manchmal hilft ja der Zufall mit, dass es einfach passt für die Kids.
Ich hoffe, ihr habt auch positive Rückmeldungen auf ein Misfit bekommen :-)
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 25. Sep 2020, 08:04

Viel mehr als Eltern stören mich im Moment die Kinder. Mein Kleiner wirkt wie Lakmuspapier: wer Neid und Eifersucht in sich trägt, der wird sofort sichtbar.
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon sinus » Fr 25. Sep 2020, 08:40

@Katze: das erlebe ich im Umfeld meiner Kinder nicht so. Liegt aber evtl. daran, das sie als Mädchen ja recht bemüht sind, sich anzupassen bzw nicht aufzufallen.
Gestern beim Abholen der Kleinen aus dem Hort interviewte mich allerdings ein Mädchen, wieso meine Tochter schon lesen könne. Ich hab das aber ganz normal erklärt ("Sie wollte das schon mit 4 unbedingt lernen und darum hab ich ihr dann eben eine Fibel gekauft mit der sie es gelernt hat"). Danach ging's direkt zu anderen Themen über. (Wieso ihr Papa nicht bei uns lebt, das war dann für wesentlich längere Zeit Thema)
Meine Kleine mag dieses Mädchen übrigens und ich denke, die ist auch nicht auf den Kopf gefallen. ;)

Meine Große wird eher fürs Malen bewundert und das hat meist nicht so viel Neidpotential.

Allerdings wurde ich kürzlich in einem anderen Forum, in dem ich seit Jahren schreibe, mal wieder dumm angemacht.
Von wegen Ehrgeiz, Kinder auf Leistung trimmen, immer das Besondere für sie wollen (bspw die Schulwahl betreffend), sie zum Instrument üben zwingen..
Das hat mich schon geärgert, weil es einfach so gar nicht stimmt bzw eine völlige Verzerrung der Realität darstellt.
(Wirklich keiner in dieser ganzen Familie strebt nach besonderen außenwirksamen Leistungen und Erfolgen. Mir geht es nur um passende Herausforderungen und eine gewisse Anstrengungsbereitschaft bzw das Durchhaltevermögen zu fördern, die nicht wenigen Hbchen ja abgeht)

Wenn ein Kind eine Lernbehinderung oder sonstige besondere Bedürfnisse hätte, würde einem vermutlich keiner reinreden - da würde man den Entscheidungen der Eltern eher vertrauen, dass die richtig fürs Kind sind und eher mal einsehen, dass diese Kinder evtl besondere Schulen und Förderung brauchen, mitunter andere Bedürfnisse haben.

Bei unseren Kindern handelt es sich ja aber nicht um eine "Behinderung", darum sieht das da keiner, dass auch sie evtl anderes brauchen asl das Durchschnittskind.
Das es offensichtlich einfach zu viel verlangt ist, das zu verstehen.
Wenn man nicht betroffen ist und keine Ahnung von dem Thema Hochbegabung hat (und davon viel), hat man eben einen eingeschränkten Blickwinkel darauf. :roll:

Da geht es uns Eltern wie unseren Kindern:
als Minderheit steht einem eben bei sowas immer wieder eine Mehrheit gegenüber, die einen nicht oder nicht richtig versteht.
Damit müssen unsere Kinder und wir einfach leben lernen.
sinus
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Re: Reaktionen anderer Eltern/Kinder - Misfit

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Fr 25. Sep 2020, 09:04

@sinus

Bei uns hat die Lehrerin eine ganz klare Ansage gemacht: "Der Kleine hat Mathe 3. Klasse schon im letzen Jahr gemacht, daher bekommt er jetzt was anderes". Draufhin brachte unter den Jungen, die voher eher schon nicht wirklich von positiven Gefühlen zu den Mitmenschen geleitet worden, offen Neid aus. Es sind nicht viele, 2-3 in der Klasse, aber das sind die Machos, die keinen Widerspruch dulden. Sie versuchen aktiv den Kleinen vom Spielen in den Pausen auszuschließen und zu ärgern wo es nur geht. Die Mutter von Einem hat während des Elternabends extrem gegen die Lehrerin gepöbelt, die Schule hätte den Kindern während der Coronazeiten nicht genug Herausforderung gegeben und von ihr hätte das Kind keine Zusatzaufgaben annehmen wollen. Dabei ist die Lehrerin neu in der Klasse und überhaupt nichts dafür hat.

Der Kleine hat aus seiner alten Klasse nur einen Jungen mitgenommen. Dieser Junge traut sich gar nicht mit den Jungs aus der neuen Klasse anzufangen und hält sich ganz zurück. Weil er weiß, dass er sich seinen Platz eher erkämpfen muss und keine Lust dazu hat. Diese Gruppendynamik in der 3. Klasse sehe ich schon zum zweiten Mal und es nervt mich extrem, dass die Lehrer sich nicht fürs Soziale zuständig fühlen. Eigentlich bräuchte man strenge Disziplinärmaßnahmen gegen jeden Machogehabe. Das sind die Gleichen, die Unterricht stören und die Kinder ärgern. Aber was kann ein Grundschullehrer schon tun? Es sind keine Sozialstunden vorgesehen. Die Kinder haben in HSU zwar Verhaltensregeln durchgenommen, aber rein formel, ohne auf die Gefühlsebene zu gehen. "wir helfen einander!" kann man zwar auswendig lernen, aber das hält einen nicht davon ab fünf Minuten später gezielt die Mitschüler oder die Lehrerin zu provozieren.
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