Nur mal so ein Freu-Post

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Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon sinus » Do 12. Sep 2019, 20:49

...zur Kleinen (5).
Sie hatte sich ja vor den Sommerferien am Tag der offenen Tür in der Musikschule in die kleinen Geigen verliebt, obwohl sie vorher immer sagte, sie wolle Flöte lernen. An dem Tag wollte sie aber dann immer wieder in den Raum mit den Geigen und am liebsten schon eine direkt mitnehmen.
Obwohl sie dieses Jahr (Vorschuljahr) auch beim "Instrumentenkarussell" angemeldet ist (wo ja viele verschiedene Instrumente vorgestellt werden, um dann das geeignete herauszufinden), hatte ich sie darum nun ziemlich spontan noch am gleichen Tag gleich auch noch für Geige angemeldet.
Auch, weil wir uns ja gegen Früheinschulung entschieden haben und das kommende Jahr noch ein bisschen "anreichern" wollen...

Heute war nun die erste Stunde und die Kleine hat sich wirklich gut angestellt. Das Instrument "steht ihr", also sie hält es spontan schonmal richtig gut und als sie heute Abend gleich noch mal üben wollte, spielte sie ihr erstes "Stück" direkt vom Blatt. Nur Leerseiten gezupft, aber immerhin musste sie halbe und Viertelnoten unterscheiden, also einen ersten Rhythmus umsetzen. Verstand sie direkt und gelang ihr auch auf Anhieb.
Die 30 Minuten Unterricht waren konzentrationsmäßig auch gar kein Problem. Sie meinte hinterher sogar, warum es so kurz gewesen sei, sie wolle gern länger machen.
Und da sie im Gegensatz zur Schwester einen ausgeglichenen, geduldigen Charakter hat, gehe ich auch davon aus, dass das Üben nicht so ein großes Drama wird, wie es bei der Schwester leider immer wieder ist.
(Ich selbst spiele übrigens u.a. auch Geige, nicht besonders gut, da ich wegen diverses unglücklicher Umstände in der Kindheit nur 5 Jahre gelernt habe, aber es reicht, um ab und zu mit Freunden ein bisschen Folk zu spielen und später mal hoffentlich mit dem Kind zusammen zweistimmige Stücke spielen zu können. Meine Eltern hatten mich damals übrigens auch im Vorschuljahr dafür angemeldet, um mich noch bisschen "zu beschäftigen" :P )

Im Kindergarten scheint es momentan auch gut zu passen - es sind jetzt zwei Jungs aus ihrer Gruppe, mit denen sie sich 2-3 mal die Woche nachmittags zum Spielen verabredet. (Wir wohnen am Kindergarten und Kind lauert ihnen regelrecht am Wegrand auf, um sie zu uns oder sich bei ihnen einfach einzuladen)
Das Vorschulprogramm gefällt ihr auch, endlich darf sie auch 1x im Monat beim Kochkurs mitmachen und einen Nähkurs soll es demnächst auch geben.
1x die Woche dürfen die Großen mittags wach bleiben (sonst herrscht hier Schlafpflicht) und die Wachkinder bekommen Aufgaben, an einem weiteren Tag der Woche ist richtige "Zuckertütenstunde", die ihr bisher auch gut gefällt.

Wenn ich mir das Geigenheft (dasselbe, mit dem ich vor sage und schreibe 37 Jahren damals auch angefangen habe - ich habe es sogar noch da!) so ansehe und noch mal drüber nachdenke, denke ich, dass das Geige lernen mit all seinen Anforderungen für sie jetzt genau richtig kommt: Notenlesen+Rhythmus einhalten (Mathematik!), Haltung + Feinmotorik, Durchhaltevermögen, Geduld, Melodien hören/Intonation...

Ich glaube, wir sind grad auf einem guten Weg. :-)
sinus
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Re: Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon Karen » Do 12. Sep 2019, 22:13

Ich freue mich sehr für euch! Sie ist ja unglaublich konzentriert auf dem Bild! Schön dass sie die Geige für sich entdeckt hat und auch dass in Kiga alles gut läuft.
Karen
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Beitragvon sinus » Do 12. Sep 2019, 22:32

Wir mussten heute Abend die Geige noch zwei Mal zum Üben auspacken. :D
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Re: Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon alibaba » Fr 13. Sep 2019, 09:20

sinus hat geschrieben: Und da sie im Gegensatz zur Schwester einen ausgeglichenen, geduldigen Charakter hat, gehe ich auch davon aus, dass das Üben nicht so ein großes Drama wird, wie es bei der Schwester leider immer wieder ist.


Also hier würde ich den Tag NIE vor dem Abend loben! Nach 10 Jahren als Musikmama kann ich da auf viel individuelle Erfahrungen zurück greifen. Und eine meiner Erfahrungen ist, aller Anfang ist super, jeglich Weiteres durchaus zäh. Da ich aber Musik mit Liebe verbinde und "nur" mit einem guten Hobby (anstatt eben rauchend auf der Parkbank mit anderen Teenagern zu sitzen) nehme ich das Nichtüben mittlerweile sehr gelassen. Meine Kinder spielen seit 10 Jahren ihr Instrument, weitere folgten, also kann ich ja nun überhaupt nicht klagen. ;)

Grundsätzlich freut es mich, dass deine schlimmen Befürchtungen ja (erst einmal) nicht eingetreten sind. Ich finde, dass Du das prima machst.
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Re: Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon Meine3 » Fr 13. Sep 2019, 12:14

Huhu,

freut mich sehr, dass es grade gut anläuft, das neue Kita-Jahr. Klingt auch vielversprechend mit dem Geigen-Unterricht.

Meine Mittlere ist ja auch 5 (5;3 Jahre) und gestern war die Einschulung vom Sohn. Oh mann... :oops: Ihr geht es so schlecht. Sie leidet total. Der Kindergarten macht ihr ja schon seit einem halben Jahr keinen Spaß mehr, aber jetzt gehts grade richtig bergab. Ich hoffe, es ist jetzt nur ein kurzer Durchhänger wegen der Einschulung des Bruders. Aber ich muss mir da jetzt echt was überlegen für sie..

Sie geht zum Fussball und trifft sich auch recht regelmäßig mit Freunden. Nur in der Kita hat sie grade keinen einzigen mehr :(. Alle weg (in der Schule)...

An Musikinstrumenten hat sie bislang kein großes Interesse, spielt aber zu Hause begeistert Xylophon aus einem Heftchen nach Noten (wo diese farbig unterlegt sind, gleich der Scheiben, die angeschlagen werden müssen)... Ich werde sie mal unauffällig in richtung Musik lenken die nächsten Wochen. Das mit dem Fussball ist es noch nicht :gruebel: .


Liebe 'Grüße und weiterhin eine gute Zeit!
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Re: Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon Laelia » Fr 13. Sep 2019, 19:09

Hallo,
und wow! Ich hätte nicht gedacht, dass sich ein 5 jähriges Kind für Geige begeistern kann. Ist das nicht eines der schwierigsten Instrumente, die man überhaupt lernen kann? Dachte immer, Kinder in dem Alter, werden eher dazu gezwungen. Aber, dass sie es sich selbst aussucht, und dann gleich die erste Aufgabe so gut umsetzt, ist schon beeindrukend!
Kann deine Freude voll verstehn :)

Toll auch, was euer Kindergarten alles bietet!

Liebe Grüße
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Re: Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon sinus » Fr 13. Sep 2019, 23:08

@Lealia: Du, ein Kind weiß doch nicht, welches Instrument schwer ist und welches nicht. Die gehen doch da ganz unbedarft ran. Sie kennt halt die Geige von mir ; ich treffe mich regelmäßig mit Freunden zum Musizieren. Das spielte sicher auch eine Rolle.
Sie wollte auch immer mal an meine Geige ran, die kann sie natürlich nicht sinnvoll anspielen, weil zu groß.
Ich fand aber auch irgendwie, dass das Instrument zum Kind passt und auch schon beim Tag der offenen Tür hielt sie sie spontan schon so gut, dass es auf den Fotos aussieht, als spielt sie schon eine Weile.
Wie gesagt redete sie eigentlich immer von der Flöte, wenn man sie fragte, ob sie auch mal ein Instrument lernen mag, aber dann wars Liebe auf den ersten Blick bei den Geigen.

Die Kleine seufzte am Tag der offen Tür abends vorm Schlafengehen: "Ach, wenn ich doch meine Geige schon hätte!" und hat sich jetzt total gefreut auf die erste Stunde und die Geige zum mit heimnehmen. Sie nahm sie auch heut mehrmals zur Hand und bewunderte sie.
Dass das nicht nur so sein wird, Alibaba, ist mir klar. In meiner Familie spielen viele ein Instrument, die Kinder meines Bruders jeder zwei und das macht natürlich nicht nur Spaß.
Also ich weiß ganz gut, was auf uns zukommt.

Ich selbst war dazu DDR-Zeiten in der Musikschule und das war damals eine recht "harte Schule" mit jährlichen Prüfungen, Zeugnissen, strenger Bewertung, Lehrplan...
Und dann hatte ich keine Wahl, welches Instrument ich lernen wollte - da es eine Geige in der Familie gab, sollte ich halt Geige lernen. Vermutlich nicht ganz das passende Instrument für mich, ich hab es leider nie geschafft, eine lockere Spielweise zu entwickeln, weil ich immer so "verspannt" war, alles richtig machen wollte, alles im Griff behalten wollte, mich nicht gehen lassen konnte/es nicht recht "fließen lassen" konnte. (bisschen wie meine große Tochter)
Dann noch ständige Lehrerwechsel, ein Choleriker dabei, der mich mit dem Bogen auf die Hände schlug und wo ich vor jeder Stunde bitterlich weinte, weil ich Angst vor ihm hatte... (vielleicht war ich auch erst ab da so verspannt, das lässt sich jetzt natürlich nicht mehr sagen. Ich bekam ihn mit 7, im zweiten Unterrichtsjahr.)
Ich hatte da echt mehrfach Pech mit den Lehren (in 5 Jahren vier verschiedene Lehrer) und habe dann mit 11/12 aufgehört. Ich wechselte aber in ein Musikgymnasium und bekam dort dann Klavierunterricht und sang im Chor. Also blieb schon noch bissle bei der Musik.
Mit 15 wollte ich von mir aus noch mal mit Geige wieder anfangen, war ein halbes Jahr in einer privaten Musikschule, dann ging die pleite und von heute auf morgen hatte ich keine Lehrerin mehr. Da hatte ich endgültig genug und es hat dann über 20 Jahre gedauert, ehe ich das Instrument wiederentdeckte. (dank meiner Großen - sie hatte gerade mit Saxophon begonnen und sollte ein Weihnachtslied für die Großeltern spielen und wollte nicht recht. Ich versprach ihr, dass wenn sie sich traut, ich mich auch traue und was auf der Geige vorspielen würde... Und dann holte ich sie vom Schrank und wollte sie gar nicht mehr weglegen und staunte unglaublich, wie viel noch "drinsteckte" nach all der Zeit.)
Jetzt spiele ich ganz anders, ohne Anspruch, nur zum Spaß, irisch Folk, Klezmer etc und es macht soooo Spaß. Und ich kann mich mit meinen Defiziten gut arrangieren. Damals ging es immer darum, alles unbedingt richtig zu machen.(auch seitens der Musikschule - siehe Prüfungen, wo wirklich alles bewertet wurde - Haltung, Spiel, Technik...)
Als Kind hatte ich eigentlich nie Spaß daran, es war immer nur "eine Aufgabe", wie eben tw auch schulische Aufgaben, die man halt so gut wie möglich machen musste, will andere das von einem verlangten.

Aber heute läuft das in der Musikschule ja ganz anders und ich hoffe, dass es besser läuft und mein Kind mehr Glück hat.
Ich bin rückblickend trotz der unschönen Erfahrungen als Kind sehr dankbar, dass ich ein Instrument spielen kann - Musizieren ist ein echter Mehrwert für mich und man lernt da auch soooo viel "nebenbei".
Ich habe an die Kinder keinen Anspruch, was Leistungen auf dem Instrument betrifft, musikalische Wunderkinder sind sie ganz sicher nicht.

Meine Große hat sich ihr Instrument (Saxophon) meiner Meinung nach übrigens nach der Ästhetik rausgesucht. :P Aber das Sax passt auch total zu ihr. Es ist genauso eigen und eigensinnig. :D Passt sich nicht an, macht sein eigenes Ding.
Sie war damals auch im Vorschuljahr im Instrumentenkarussell und da wurden diverse Instrumente ausprobiert. Das Saxophon fand sie wunderschön mit den perlmuttbesetzten Tasten und eingraviertem Rankenmuster. Dann war auch noch der Lehrer von der Schnupperstunde supernett und danach hiess es: Saxophon oder gar kein Instrument.
Sie hat mit fast 7 begonnen (mit Einschulung) und das Üben gestaltet sich bei ihr leider äußerst zäh. So richtig Freude scheint sie selten daran zu haben, außer beim Ensemblespiel. Es geht ihr da wie mir - für sie ist das eine Aufgabe, kein Selbstzweck. Wenn sie ein Stück kann, legt sie es weg und möchte es meist nicht wieder spielen.
Sie tritt auch nicht gern auf und ist sehr ungeduldig mit sich. Sie hat immer schon das gewünschte Ergebnis im Kopf und ist sehr frustriert, wenn es nicht so gelingt, wie schon im Kopf ausgemalt. Dazu die für "kluge Kinder" wohl recht typische Abneigung gehen Wiederholungen und Routinen - klar ist da das Üben kein Zuckerschlecken.
Ich hoffe, dass der Knoten irgendwann platzt und sie nicht wie viele in der Pubertät dann aufhört.
Aber selbst wenn - wie man an mir sieht, kann man auch selbst nach vielen Jahren noch wieder auf das einmal Gelernte zurückgreifen.
Die Kleine ist viel geduldiger mit sich und nimmt einen Misserfolg nicht so schwer. Sie ärgert sich vielleicht mal kurz, macht aber kein Drama draus und kriegt sich ganz schnell wieder ein. Trotzdem hat sie einen gewissen Ehrgeiz, das zu schaffen, was sie sich vorgenommen hat und ist recht beharrlich. Sie ist auch viel lockerer, nicht so "krampfig", wie die Große bzw tw auch ich als Kind.
Gute Voraussetzungen, würde ich sagen.
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Re: Nur mal so ein Freu-Post

Beitragvon Rabaukenmama » Di 17. Sep 2019, 12:56

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben: Und da sie im Gegensatz zur Schwester einen ausgeglichenen, geduldigen Charakter hat, gehe ich auch davon aus, dass das Üben nicht so ein großes Drama wird, wie es bei der Schwester leider immer wieder ist.


Also hier würde ich den Tag NIE vor dem Abend loben! Nach 10 Jahren als Musikmama kann ich da auf viel individuelle Erfahrungen zurück greifen. Und eine meiner Erfahrungen ist, aller Anfang ist super, jeglich Weiteres durchaus zäh.


Sinus hat geschrieben, dass sie sich JETZT freut, dass es ihrer Tochter gut geht und sie viel Freude mit dem Geige lernen hat. Was hat das mit dem Tag vor dem Abend loben zu tun? Es war einfach eine spontane Äußerung der Freude über die MOMENTANE Situation.

Ich freue mich auch, weil mein jüngerer Sohn im ersten Schuljahr ein Lauter-Einser-Zeugnis heimgebracht hat und weil er sich momentan im Internat wohl fühlt. Keine Ahnung was noch auf uns zukommt. Aber ich fände es falsch, mir meine Freude mit dem Hinweis, dass alles "irgendwann einmal" noch ganz anders kommen kann, ausreden zu lassen.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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