Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

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Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon Mares2425 » Di 8. Okt 2019, 21:42

Hallöchen,

ich würde gerne mal Eure Ideen, Empfindungen, Einschätzungen, Tips, Ratschläge zu meinem Problem hören!

Unsere jüngere Tochter, seit knapp einer Woche 13 Jahre, mitten in der Pubertät, findet Schule seit letztem Jahr ziemlich Sch....! Ok, erstmal an sich jetzt natürlich nicht ungewöhlich in dem Alter, das ist mir klar!
Nun kurz dafür zur Info schnell (oder evt. auch weniger schnell ;-))zusammengefaßt die Vorgeschichte: miserable Grundschulzeit mit Mobbing von Mitschülern und teilweise auch von einigen Lehrern, Noten relativ schlecht, dadurch irgendwann von Lehrerin empfohlene Testung auf ADS, da aber überdurchschnittliche Begabung festgestellt, dann selbstgewollte Testung kurz vor Wechsel auf weiterführende Schule (da sie meinte sie wäre blöd.... aufgrund ihrer Noten), nochmals höherer IQ-Wert, dadurch wollte sie unbedingt Probeunterricht fürs Gymi machen (offiziell ja nicht genehmigt, da in Bayern ja Grundschulempfehlung gilt), bestanden und jetzt seit vier Jahren dort!
Noten sofort erstmal besser geworden, sie fühlte sich relativ wohl dort! Letztes Jahr dann, durch erneutes Mobbing Anfang des Schuljahres erstmal Notenabfall, aber dann wieder stabilisiert! Sie findet aber ihre Klasse ziemlich
doof (schon sogenannte Schulfreundinnen, die sie aber als relativ langweilig bezeichnet), letztes Jahr in ihren Augen sehr inkompetente Lehrer durchwegs, dieses Jahr ist es, wie es aussieht etwas besser, und den Großteil des Stoffes findet sie nicht sehr interessant, bzw.wie er vermittelt wird!

Schon in der Grundschule hat sie in ihrem Erstinstrument, Chor, bald dann auch Orchester ihren Halt und Ausgleich gefunden! Inzwischen hat sie seit der 5.Klasse noch ein zweites Instrument dazugenommen! Und letztes Jahr hat sie noch eine sehr zeitaufwendige Sportart ausprobiert und trainiert da inzwischen dreimal die Woche (relativ spätabends), oft sind am Wochenende dazu noch Spiele! Dieses Jahr kommt nun noch ihre Konfirmation dazu, die sie gerne machen möchte, das bedeutet dann auch Gottesdienste besuchen, Dienste abarbeiten, bei Veranstaltungen helfen.... So hat sie oft neben zweimal pro Woche Nachmittagsunterricht noch zwei oder mehr Termine pro Tag! Eigentlich ein Wahnsinn und lernen ist da sehr minimiert!

Nun meine Hauptfrage: meint Ihr sie versucht die in ihren Augen schulischen Misstände und ihr Unwohlfühlen durch diese extremen Freizeitbeschäftigungen auszugleichen? Ich habe ehrlich gesagt Angst, dass sie mir irgendwann zusammenbricht, weil sie ja quasi keine freie Zeit einfach so für sich hat und der Schlaf natürlich auch zu kurz kommt (ok sie braucht jetzt nicht sooo viel - momentan ist sie aber doch häufig ziemlich müde), und sie durch wenig lernen die vorgenommenen Noten nicht erreichen könnten! Im Moment bin ich da sehr verunsichert und mache mir doch etwas Sorgen, dass das alles zu viel ist!

Vielen Dank fürs Lesen!
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon Bliss » Di 8. Okt 2019, 22:25

Ist natürlich schwer zu sagen, ob sie damit was anderes kompensiert. Aber meine Tochter z.b hat auch irre viel Sachen nebenher. Teilweise 11 Stunden zusätzlich zur Schule. Und sie fühlt sich sehr wohl in der Schule. Also zumindest mit den anderen Schülern, Lehrer gibt es jedes Jahr solche und solche. Sie war aber schon immer so, hatte immer neue Wünsche für Hobbies. Früher limitiert dadurch, dass sie nicht überall alleine hinkam und ich bei 4 Kindern Chauffeursdienste nur in begrenztem Umfang leisten kann. Mit Übergang aufs Gymnasium ging es dann richtig los. Jetzt in der 8 Klasse ist es das erste mal, dass es wenig geworden ist im Vergleich zum Vorjahr, denn es gab einige Terminekollisionen, wo sie sich entscheiden musste weil beides nicht ging.´Und tatsächlich mal nichts neues dazu gekommen ist

Ich finde es eigentlich auch viel zu viel, aber tatsächlich arbeitet sie für die Schule sogar konzentrierter, wenn sie viel sonstiges hat. Und da sie wenig Schlaf braucht und für die Schule eh eher wenig macht bleibt immernoch relativ viel Freizeit,
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon alibaba » Mi 9. Okt 2019, 07:48

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Zuletzt geändert von alibaba am Mo 4. Nov 2019, 11:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon sinus » Mi 9. Okt 2019, 09:40

Hm, merkt sie das denn nicht selbst? Also ob es zu viel ist oder nicht?
Wenn sie selbst das so will und du keine körperlichen/psychischen Auffälligkeiten siehst, würde ich das ihr überlassen.

Meine Tochter (fast 11) sorgt dahingehend gut für sich - sie hat schon früh protestiert, wenns ihr zu viel wurde. Sie braucht auch viel Ruhezeit und Auszeit (obwohl auch wenig Schlafbedarf) und beschäftigt sich zu Hause ganz gut selbst. (mit Malen bswp)
Sie hat derzeit (5.Klasse) nur an einem Tag der Woche was zusätzlich. (Instrument)
Zeitweise war das schon um einiges mehr.
Gegen viele der anderen Sachen (z.B. Sport im Verein) hat sie sich aber früher oder später wirklich deutlichst zur Wehr gesetzt.

Die Kinder meines Bruders haben alle drei einen straffen Wochenplan, mach(t)en Tanz, Instrument, Orchester, Tennis/Schwimmen, Kunstatelier, Konfirmantenstunde... Da vergeht/verging kein Nachmittag ohne was!
Zwei haben inzwischen Abitur gemacht und es scheint ihnen bisher nicht geschadet zu haben.
Die mittlere Tochter hatte in der Schule auch eher wenig Anschluss und hat ihren gesamten Freundeskreis ausschließlich aus der Freizeitgestaltung rekrutiert.
Das ist doch toll, wenn es die Möglichkeit gibt, sowas zu kompensieren.

Ich würde mir übrigens manchmal ein vielseitiger aktiveres Kind wünschen, meine Tochter will immer erstmal alles nicht und ab und an muss ich sie bissle "treten". (sei es, weil sie nicht mit auf Klassenfahrt mag oder wenn es darum geht, sie für einen Ferienkurs anzumelden)
Aber ich akzeptiere, dass sie die unorganisierte Zeit für sich offensichtlich braucht. Ich gehe da davon aus, dass sie ganz gut weiß, was ihr gut tut.
Erst wenn ich deutliche Anzeichen sehe, dass es ihr nicht gut tut - weil sie bspw nur im Zimmer rumhängt und ständig mies drauf ist,das hatten wir phasenweise durchaus auch schon-, werde ich aktiv.

Ach so - bei meinem Kind habe ich übrigens den Eindruck, dass je besser es ihr insgesamt geht, sie desto offener ist sie für zusätzliche Freizeitaktivitäten. Am schlimmsten war das mit dem sich Zurückziehen und Rumhängen in der Zeit, wo sie in der Grundschule wirklich massiv unterfordert war. (Klasse 3 und 4)
Da war gefühlt bei ihr nahezu alles "gehemmt" und gedrosselt.
Jetzt ist sie seit ein paar Wochen in der weiterführenden Schule und scheint nach und nach etwas offener zu werden. (Aktuell freut sie sich sogar richtig auf den Ferienkurs, für den ich sie angemeldet habe. Das ist neu!)
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon Mares2425 » Mi 9. Okt 2019, 21:07

Vielen, lieben Dank für Eure Antworten und Gedanken zu diesem Thema!

An sich darf meine Tochter ja gerne machen, was sie möchte und grade bei den Musikinstrumenten, finde ich es sehr schön, dass sie da so viel macht! Und normalerweise kann sie schon auch gut einschätzen, was geht und was nicht, genau darum mache ich mir ja nun eben auch Sorgen, da sie vermehrt drüber klagt, wie müde sie sei! Zudem gab's jetzt "passend" eine 6 in Französisch - zwar nur eine Probearbeit, sprich ich weiß jetzt nicht wirklich wie egal ihr das war, wobei toll fand sie es nicht.....! Und Französisch mag sie an sich sehr gerne und hat sogar eine recht nette Lehrerin dieses Jahr!

Vielleicht ist es jetzt verständlicher, warum ich dazu ein Thema eröffnet habe?...... und gibt es noch andere Meinungen dazu?
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon Mares2425 » Mi 9. Okt 2019, 21:09

Ach und @sinus,..... bei meiner großen Tochter muss ich da wie momentan bei Deiner, sie zu Aktivitäten drängen!
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon unwissende-neu » Do 31. Okt 2019, 02:06

Ob es zuviel wird, oder nicht, denke ich, kann man nur individuell entscheiden.

Worin ich das Problem sehe ist, dass je mehr feste Termine in der Woche sind, je schwieriger wird es, sich mit Freunden zu treffen ( andere belegen ja nicht unbedingt immer die gleichen Wochentage). Gerade Kinder, die nie Zeit haben, laufen ja schnell mal Gefahr Außenseiter zu werden und nicht so richtig Gruppenanschluss zu bekommen. Dadurch könnte auch schnell mal ein Teufelskreis entstehen.

- nur so ein Gedanke nebenbei....
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Re: Übertrieben viele Freizeitbeschäftigungen

Beitragvon Mares2425 » Sa 2. Nov 2019, 08:21

Hmmmm, also sie trifft sich inzwischen gar nicht mehr mit jemandem, weil sie gar keine Zeit dafür hat.....
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