Bücher zum Vorlesen

besondere Ansätze für besondere Kinder

Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon patchanka » Mi 22. Apr 2015, 09:40

ach ja und noch was:

lesen/vorlesen find ich immer viel besser als Filme oder CDs.

Erstens merkt man ja beim vorlesen wie die Kinder die Dinge aufnimmt und kann aufhören, umändern etc.
und zweitens möchte ich den Kindern die Phantasie nicht nehmen und sie die Geschichten im Kopf erleben lassen.

Das bestrifft vor allem die "gute Kinderliteratur" bei Conny und Co ist mir das ziemlich egal...
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 22. Apr 2015, 11:59

Ich glaube das richtige Alter für Bücher hängt immer vom Kind selbst ab - so wie es kein generell "richtiges" Alter für diverse andere Fähigkeiten und Interessen (z.B. zeichnen, lesen, Purzelbaum schlagen, selber anziehen,...) gibt.

Eine Handlung beim vorlesen verändert um mein Kind zu schonen habe ich aber auch noch nie. Wenn ich glaube dass etwas nicht gut verständlich ist frage ich nach, wie es bei meinem Sohn "angekommen" ist und wir besprechen es. Natürlich hat er auch jederzeit das Recht, nicht weiter vorgelesen haben zu wollen - egal, aus welchem Grund.

Das Kinder-Lexikon, in dem wir im Moment täglich lesen, hat übrigens die Altersempfehlung "ab 10 Jahre".

Neulich habe ich mal ein Buch von den "Olchis" nach Hause gebracht. Mein Sohn sah es und meinte dann "Mama, von den Olchis brauchst du gar nichts mitnehmen, die mag ich nämlich gar nicht!" Auf meine Frage warum kam "Die sind so schiach (=häßlich)".
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 22. Apr 2015, 12:41

patchanka hat geschrieben:ach ja und noch was:

lesen/vorlesen find ich immer viel besser als Filme oder CDs.

Erstens merkt man ja beim vorlesen wie die Kinder die Dinge aufnimmt und kann aufhören, umändern etc.
und zweitens möchte ich den Kindern die Phantasie nicht nehmen und sie die Geschichten im Kopf erleben lassen.

Das bestrifft vor allem die "gute Kinderliteratur" bei Conny und Co ist mir das ziemlich egal...


Ehrlich gesagt würde ich mir schon manchmal gern gemeinsam mit meinen Kindern einen guten Film anschauen. Und gerade die Original-Verfilmungen der Lindgren-Klassiker gefallen mir sehr gut. Natürlich ist lesen "was anderes" - aber ich finde beides (lesen und Filme) hat seine Berechtigung. Auch Hörspiele finde ich gut - aber Sohnemann hört sie sich nicht an. Weder Benjamin Blümchen noch Pumuckl - alles "zu schlimm".

Ich finde Conny-Bücher übrigens durchaus "gut". Die Handlung ist klar, die Sprache einfach und doch nicht primitiv. Die Charaktäre sind klar definiert und kommen immer wieder vor. Es wird über Gefühle gesprochen und nicht immer ist alles "heile Welt".
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Momo » Mi 22. Apr 2015, 22:02

Rabaukenmama hat geschrieben:
Neulich habe ich mal ein Buch von den "Olchis" nach Hause gebracht. Mein Sohn sah es und meinte dann "Mama, von den Olchis brauchst du gar nichts mitnehmen, die mag ich nämlich gar nicht!" Auf meine Frage warum kam "Die sind so schiach (=häßlich)".

Das ist ja lustig, eine ähnliche Situation hatten wir hier vor Kurzem auch. Überall höre ich, die "Olchis" sollen so toll sein. Ok, also lese ich mal eine Geschichte vor, dachte ich mir. Meine Tochter konnte den Müll fressenden und seltsamen Wesen jedoch überhaupt nichts abgewinnen- ich übrigens auch nicht. Vielleicht tue ich der Geschichte auch Unrecht, denn ich habe noch nichts weiter gelesen- die eine Geschichte hat mir fürs Erste gereicht...

Conni ist meiner Meinung nach überhaupt nicht mit den alten Lindgren Geschichten zu vergleichen. Was nicht heißt, dass die Conni Geschichten nicht gut sind. Sie handeln von den Themen der "modernen" Kinder, versuchen alles pädagogisch korrekt zu schildern, in einer klaren, verständlichen Sprache. Das spricht Kinder natürlich an, sie finden sich in den Geschichten wieder, die Geschichten handeln von "ihrer" bekannten Welt. Doch wenn man die Bücher mit einer Speise vergleicht, dann schmecken mir die Conni Bücher auf Dauer etwas pfad... während die Klassiker von Astrid Lindgren, Michael Ende, Erich Kästner (ich liebe das Buch "Emil und die Detektive", habe ich auch neulich meiner Tochter vorgelesen) etc. alle sehr unterschiedlich, sehr saftig, gehaltvoll und würzig sind :D

Guten Appetit!
Momo
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon patchanka » Do 23. Apr 2015, 11:24

Wir schauen auch gerne Filme.
Manchmal machen wir jetzt Familienkinoabende und das ist sehr nett.

Die alten Lindgren Verfilmungen find ich auch super, trotzdem wollte ich, dass meine Kinder die Geschichten zuerst aus den Büchern kennen (insbesonders bei Ronja, Mio mein Mio und Brüder Löwenherz).

Der Unterschied zwischen "Geschichten für Kinder" und "Literatur für Kinder" ist meiner Meinung nach eine gewisse "Poesie" die in den Büchern vorhanden ist oder eben nicht.

Mein Sohn ist da übrigens ähnlich kritisch wie ich, der kann den Conni Büchern und auch den meisten Erstlesebüchern wenig abgewinnen, sogar die gekürzten Klassikern (Nils Holgerson, Dschungelbuch) wollte er nicht, sondern nur die Originale....

Mein Tocher hingegen hat die Conni Geschichten zeitweise sehr geliebt. Bei ihr funktionierte diese Identifikationssache hervorragend! (wollte dann auch alles machen was Conni so macht....vom Fußballspielen, umziehen, Balett etc.)
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon planlos77 » Di 28. Apr 2015, 10:14

Hallo zusammen,

viele der hier genannten Bücher haben wir auch schon gelesen.
Nun sind unsere Kinder auch etwas älter (4,7).
Ich weißs das wir Räuber Hotzenplotz erst gelesen haben und dann als Hörspiel hatten. Wir lesen jeden Abend vor dem Schlafen etwas vor und machen dann am nächsten Abend weiter. Beim Räuber Hoptzenplotz hatten wir mal abends aufgehört als Kasper sich zur Suche des Feenkrautes aufmachte und unser großer damals 5 stand Sonntags morgens 4:30 mit dem Buch vor meinem Bett und flüsterte "Können wir jetzt endlich lesen ob ers findet?"

Außerdem mögen unsere Jungs "nils Holgerson" und "das sams" da kringeln sie sich bei jedem Streit mit Frau Rotkohl ;-)

Ansonsten lässt sich der große im Moment "Die unendliche Geschichte vorlesen"

Auch ich kann ausdauerndern lesen wenn es mir gefällt, das scheint wohl normal zu sein,

einen sonnigen Tag euch.
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Skuld » Fr 15. Mai 2015, 16:16

In unserem Kindergarten wird in der Gruppe der 3-6-Jährigen "Die Kleine Raupe Nimmersatt" vorgelesen. Das wiederum finde ich mehr als unpassend (davon abgesehen, dass dieses Buch auch im letzten Jahr schon vorgelesen wurde) - ich persönlich finde dieses Buch total bescheuert.

Zu Hause lesen wir im Moment die Digedags (die Amerika-Reihe) - hierbei war die Altersempfehlung ab 8 Jahren (mein Kind ist vor ein paar Wochen 5 geworden). er kommt super damit klar. Da es ein Comic ist, ist das auch ziemlich einfach. Aber wenn wir damit durch sind habe ich bereits "Detektiv Pinky" und "Der kleine Nick" liegen - beides reine Lesebücher, ohne Bilder. Aber auch da haben wir uns schon vor etlicher Zeit dran versucht (Der Zauberer der Smaragdenstadt). Was ihm nicht klar ist, erfragt er.

In naher Zukunft, denke ich, werden wir dann auch mit "Harry Potter" starten... bevor er den Film sieht, möchte ich dass er das Buch kennt.
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Skuld » Fr 15. Mai 2015, 16:21

Ach ja und was ich komplett vergaß:

Pettersson und Findus.... immer wieder und zwischendrin.... Zwischen all den Neuanschaffungen und / oder den alten Kinderbüchern von mir landen wir immer wieder bei Pettersson und Findus bzw. bei Büchern von Sven Nordqvist, auch weil es da immer so herrlich viel zu schauen gibt. :D
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 15. Mai 2015, 20:36

@Sklud: witzig, wie unterschiedlich Menschen das sehen. Mein Sohn mag die kleine Raupe Nimmersatt auch nicht besonders, ich habe das Buch seinerzeit heiß geliebt (mit 3-4 Jahre).

Meine Lieblingsbücher mit 5-6 Jahren waren "Hatschi Bratschis Luftballon" (lehnt mein Sohn ab, da "zu schlimm") und "Stupsi und ihre Freunde quer durch Europa". Die Stupsi-Buchreihe hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Neulich habe ich zwei Stupsi Bücher, darunter auch mein einstiges Lieblingsbuch, auf einem Bücherflohmarkt gefunden und gekauft. Tja, heute ist es gar nicht mehr zeitgemäß. Das Mädchen Stupsi, welches mit seinen Stoffhunden und Katzen durch Europa reist, nimmt z.B. Zigarren als Souvenirs mit und dann arbeiten die alle auch noch in einem Kohlebergwerk - heute in einem Kinderbuch unvorstellbar!

Bei uns wechseln sich Bücher mit Geschichten und Wissenbücher phasenweise ab. Im Moment hat mein Großer eine exzessive Wissens-Buch-Phase. Daher lesen wir großteils die "Pixi Wissen" und die "Benny Blu"-Bücher - natürlich neben zwei Kinderlexika (eines ab 5 und eines ab 10 Jahre) und den "Geo Mini"-Heften. "Pixi Wissen" finde ich wirklich empfehlenswert, da können auch Erwachsene noch was lernen. Nur dauert so eine Gute-Nacht-Geschichte mindestens 20 Minuten...
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Re: Bücher zum Vorlesen

Beitragvon Skuld » Sa 16. Mai 2015, 07:56

Stupsi nimmt Zigarren als Souveniers mit und arbeit im Bergwerk :lol: :lol: :lol: zu geil.

Ich schrecke nicht davor zurück so etwas meinem Sohn vorzulesen. Er hat neulich Huckleberry Finn als CD bekommen, die muss jetzt immer im Auto gehört werden, da geht es auch um Neger und Sklaven (was heute ja auch nicht mehr zeitgemäß ist). Er hat dann mal gefragt, was das sei, ich habs ihm erklärt und gut. Deswegen ist es doch trotzdem eine spannende Geschichte. Und auch hierbei lernt man was. Es gab Sklaven, es gibt auch immer noch welche, was bedeutet das für die Menschen.... Es bietet viel Gesprächsstoff.
Obwohl ich sagen muss, dass wir beiden immer ein Thema finden, was uns interessiert, selbst bei den Conny-Büchern ist immer was dabei, aus dem man lernen kann.

Und auch die Mosaik-Reihe aus DDR-Zeiten bietet inhaltlich sehr viel. Als Kind hab ich die nie gelesen, ich mochte sie nicht. Mein Sohn liebt sie, ich les sie ihm vor und finde sie plötzlich gut. :D
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