Gesprächsverweigerung

besondere Ansätze für besondere Kinder

Re: Gesprächsverweigerung

Beitragvon shaja » Mo 14. Jul 2014, 21:05

@shaja: Wenn mein Sohn mal von sich aus was erzählt werte ich auch nicht. Ich glaube zumindest, es nicht zu tun, denn es gibt sehr viel "verstecktes werten" und in meinem Bekanntenkreis sind etliche Personen, die sich selbst als total "wertfrei" sehen, wo aber manchmal jeder 2. Satz eine Wertung ist. So gesehen kann ich nicht100%ig ausschliessen, auch schon mal gewertet zu haben.


Stimmt, wahrscheinlich gibt man immer eine Wertung ab, mit Blicken, Worten oder auch mit Schweigen...jetzt erinnere ich mich auch mal gehört zu haben: "Man kann gar nicht nicht erziehen!" Ist das gleiche, man steuert sein Kind quasi immer...



Hingegen habe ich bei der mehrmals vorgebrachten Beschwerde, alle Kinder würden "Kakerlak" zu ihm sagen, schon mehrmals versucht, meinen Sohn darauf hinzuweisen, dass es da wahrscheinlich einen Zusammenhang mit seinem Geruch ist. Denn mit einer Gaga-Windel verströmt man eben einen unangenehmen Geruch. Sogar diese Aussage kann als Wertung gesehen werden,


Klar, sicher hat das etwas bei ihm bewirkt, allerdings ist ja auch die Frage, wie du das gesagt hast, welche nonverbalen Signale dazu kamen...du wolltest ihn wohl nicht im Umgewissen lassen-solche Situationen kenne sich so gut-ich finde sie ganz schön heikel-und habe mich über mich selbst schon geärgert, weil ich merkte, dass ich ihn fast verunsichert hätte-aber nichts sagen ist ja auch manchmal nichts..., so wie du es ja auch beschreibst:

meine Intuition war aber, ihm einfach nur den Zusammenhang bewusst zu machen. Generell glaube ich, dass Wortwahl, Ton, Mimik und Gestik während eines Gespräches viel ausmachen.


Mein Mann und ich sprechen vor unserem Sohn offen über unsere Gefühlt (nicht nur die positiven) und wir sind uns beide auch nicht zu gut, Fehler zuzugeben oder zu erklären, warum wir was gemacht haben (z. B. "das hat mich so geärgert dass ich ... gemacht habe"). Daher hoffe ich eigentlich immer noch, dass mein Sohn auch mal dahinterkommt, dass die Welt nicht zusammenbricht wenn man über eigene Fehler spricht.


Das machen wir auch so.ich erzähle sehr oft von meinem Beruf (Lehrerin) und berichte auch dabei von nicht so erfolgreichen Situationen("heute habe ich was wichtiges zu Hause vergessen und konnte nicht das machen, was ich vorhatte-ärgerlich"..

Dabei geht es mir nicht so darum, ein Gespräch genau zu DIESEM Zeitpunkt führen zu wollen. Mein Sohn ist sehr sprachgewandt und ein "Darüber will ich jetzt nicht sprechen" würde ich sicher akzeptieren. Die Sache ist nur die, dass er NIE darüber zu sprechen bereit ist.


Tja, wie eben so viele (vor allem Jungs) -mir fiel heute Mittag übrigens noch etwas ein: mein Sohn berichtet mir mehr, wenn er gerade ein Phase hat, in der er keine feste Spielpartner /Redepartner hat-dann ist ihm ja etwas langweilig vormittags und er erinnert sich noch an alles-zur Zeit spielt er allerdings und redet wohl viel mit den Kindern, und da mag er abends auch weniger berichten-und witzigerweise hat er gerade heute mir nicht erzählen wollen!!! , was er in der Pause gemacht hatte-er äußerte nur Andeutungen-ich hoffe, er hatte keinen Ärger:schwitz: ..


ABer mir fiel haute noch einmal auf, dass er abends fast immer zu sprechen beginnt-und wenn es nur wie heute so ist: "Wenn du wissen möchtest, was ich in der Pause gemacht habe, dann frage den M. oder den J.!" ..naja ;)
shaja
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