laute, wilde Jungs

besondere Ansätze für besondere Kinder

laute, wilde Jungs

Beitragvon orangenminze » Fr 14. Okt 2016, 20:18

Hallo zusammen,

heute war so ein Tag (mal wieder) an dem mich meine beiden Jungen sehr geschafft und angestrengt haben. Eigentlich waren beide Mittags voll müde, aber schon so drüber, dass sie sich nicht "ausruhen" konnten, sondern stattdessen laut und wild und rauflustig und ordentlich miteinander streitend durch die Wohnung getobt sind. Gut, habe ich gedacht, dann eben raus. Draußen kam dann die Müdigkeit, nichts war mit Ballspielen, umherrennen oder sonst irgendetwas spielen, sondern quengeln, weinen, kreischen, mit mir und mitereinander streiten.
Zu Hause ging es genau so weiter, mit keinem der beiden war noch ein wirklich vernünftiges Wort zu wechseln, da sie beide entweder sich angeschrien, miteinander getobt und rumgealbert haben oder sich körperlich angegangen sind. Ich war sooo froh, als sie (zum Glück schnell!!!) eingeschlafen sind und endlich Ruhe war.
Kennt Ihr solche Tage? Was macht Ihr, wenn eigentlich nur noch maßregeln geht? Was tun, damit Kinder (und irgendwann dann auch ich) aufhören können zu schreien?
Heute hätte ich liebend gern ein paar fiese Strafen verhängt.... (s. anderer Thread, ja heute war es soweit!!!), aber mir ist keine gute eingefallen.....

lg orangenminze
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Re: laute, wilde Jungs

Beitragvon Momo » Sa 15. Okt 2016, 21:57

Liebe Orangenminze, wenn wir ehrlich sind, kennen wir alle diese Tage, oder? Und übrigens- auch Mädchen können laut und wild sein :schwitz: Meine Tochter verliert gerade einen Zahn nach dem Anderen (pünktlich zur Einschulung) und ist im Moment ein Rumpelstilzchen ohne gleichen!! Ich finde es auch manchmal absolut antrengend...heute war auch so ein Tag... und ich habe nur ein Kind! Da frage ich mich wirklich, wie macht Ihr Mütter das mit mehreren Kindern??? Hut ab!!!

Koschka hat geschrieben:
Wie mir meine über 70-jährige Nachbarin erzählt hat, nicht der Job, nicht die Freizeit, sondern die Kinderjahre ihrer drei Kinder waren trotz allem die schönsten und die am meisten erfühlten Jahre ihres Lebens.
laute, wilde Jungs

Deine Nachbarin ist toll- auch wenn man es sich manchmal im Eifer des Gefechtes nicht vorstellen kann- ich glaube, sie hat recht ;)

Liebe Grüße und an alle Mamas & Papas und- starke Nerven :fahne:
Momo
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Re: laute, wilde Jungs

Beitragvon Rabaukenmama » So 16. Okt 2016, 10:03

Ich war selbst ein lautes, wildes Mädchen. Aber zwei laute, wilde Jungs sind noch mal 3 Dimensionen schlimmer! Und bitte glaubt nicht, dass gehörlose Kinder meistens leise sind! Kleinsohn lautiert eigentlich ständig mit nach Laune variierendem Geräuschpegel. Großsohn hat gerade die Angewohnheit, aus heiterem Himmel in die Stille hinein "Peng, Peng, Peng, Peng" zu brüllen und wie von der Tarantel gestochen herumzulaufen.

Zumindest eines ist bei meinen Buben besser geworden: mittlerweile sind sie sich körperlich fast ebenbürdig. Ich brauche also nicht mehr hysterisch den "Kleinen" vor dem "Großen" beschützen sondern kann sie ihre Dinge auch alleine regeln lassen. Das artet Gott sei Dank nur selten in echten Schlägereien aus. Kleinsohn ist für sein Alter groß und kräftig und Großsohn hat mittlerweile schon etwas Angst, ihn herauszuforden. Kleinsohn selbst trägt seine Konflikte eher mit mir und Papa aus und respektiert den großen Bruder. Das ist schon mal ein gewaltiger Fortschritt gegenüber der Situation vor 2 Jahren!

So momentanes Gekreische weil gerade jeder das Tablett haben will gibt es natürlich schon immer wieder. Wie organgenminze es schreibt bemühe ich mich auch immer wieder, mit meinen Jungs rauszukommen damit sie ihren Bewegungsdrang ausleben können. Gestern waren wir 3 Stunden am Spielplatz. Mein älterer Sohn hat mit einem Bub aus der Paralellklasse "lustige Taschenbücher" getauscht und fast die ganze Zeit gelesen. Kleinsohn hat mit Straßenmalkreide das Pflaster mit den Zahlen von 1-100 und danach mit Kleinbuchstatben von a bis z plus Sonderzeichen verziert. Bewegt haben sie sich nicht besonders viel, aber immerhin waren wir draußen :mrgreen: .

Heute machen wir einen Ausflug, da kommen sie wieder raus. Aber an so scheußlichen Regentagen, wenn alle nur gereizt und grantig sind, kenne ich es auch, wie es ist, zwei nicht zu bändigende Rabauken zu Hause zu haben.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: laute, wilde Jungs

Beitragvon orangenminze » So 16. Okt 2016, 11:13

Liebe Koschka, liebe Momo, liebe Rabaukenmama,

danke für Euren Zuspruch, das ist genau das, was ich gerade brauche, das tut gut zu hören, dass es anderen auch manchmal so geht, danke. (Hier in dieser wohlerzogenen Gegend, umgeben von lauter Nachbarn im Rentenalter sind wir die einzigen mit lauten und wilden Kindern..., bzw. es wird sich auch gerne mal hinter vorgehaltener Hand von Nachbarseite über uns beschwert, nicht offen, aber doch so, dass ich es mitbekommen soll...das kommt dann an solchen Tagen stresspotenzierend noch obendrauf :roll: ).
Aber wie Ihr schon schreibt, das muss wohl so sein. Ich glaube, ich habe den Beginn einer neuen Phase verpasst: bisher hat jeder für sich für Wirbel und Lautstärke gesorgt,aber jetzt haben sie erkannt, dass gemeinsam laut und wild sein viel mehr Spass macht und einen höheren Effekt hat :lol: .Andererseits konnte ich beobachten, dass auch die Phasen des gemeinsamen Rollenspiels zunehmen oder gemeinsam werkeln oder buddeln im Sand. Klar, auch laut und manchmal streitend, leise geht glaube ich nicht, ABER: zusammen. Und in diesen Momenten kann ich Koschkas ältere Nachbarin und auch meine Großmutter (die das auch immer wieder sagte, wenn sie auf ihr Leben zurückgeblickt hat) verstehen und hoffe, irgendwann einmal das Gleiche sagen zu können.
So jetzt kracht es gerade wieder, ich muss los....
danke Euch

lg orangenminze
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Re: laute, wilde Jungs

Beitragvon alibaba » Di 18. Okt 2016, 08:00

Ich denke nicht, das man rückblickend sagen kann, die Kinderjahre waren die schönsten. Ich denke ja, so ganz klammheimlich, das man es verklärt, weil es einem nicht mehr so bewusst ist, was war. :fahne:

Ich finde, das die Babyjahre schon sehr anstrengend waren, auch die Kleinkindjahre. Jetzt, wo die Kinder älter sind und sich besser reflektieren können, finde ich alles viel harmonischer. :mrgreen: Es ist einfacher für mich, ich kann nämlich mit denen reden. Insofern war natürlich die intensive Zeit in den jungen Jahren auch sehr schön, aber ich finde es jetzt, viel "entspannter". Was nicht bedeutet das hier alles schön ist, denn jede Zeit hat seine Herausforderungen. Aber je älter umso weniger lauter wird das Ganze. Ich kann nicht bestätigen, so wie koschka angibt, das es lauter wird. Die älter umso weniger wird ja auch Muddern der Mittelpunkt. Meine verzeihen sich in ihr Zimmer und skypen - stundenlang. Da wird mir ja schon "langweilig" weil mich keiner auf Trab hält.

Ich würde sagen organgenminze, freu dich. Freu dich, das deine gesund sind um dich nerven zu können. Betrachte es mal so herum. ;) Tage die stressig sind, die gibt es immer wieder. Tage die laut und wild sind, auch. und selbst hier fliegen zwischen meine Zweien ab und zu mal noch die Fetzen. Es hat ja nie einer gesagt, Erziehung sei einfach. :schwitz: Ich glaube, wenn man sich rückblickend, am Stock gehend, daran noch so erinnern könnte, würde ja keine junge Frau freiwillig Kinder bekommen wollen.

VG
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Re: laute, wilde Jungs

Beitragvon Rabaukenmama » Di 18. Okt 2016, 10:06

alibaba hat geschrieben:Ich denke nicht, das man rückblickend sagen kann, die Kinderjahre waren die schönsten. Ich denke ja, so ganz klammheimlich, das man es verklärt, weil es einem nicht mehr so bewusst ist, was war. :fahne:


alibaba hat geschrieben:es immer wieder. Tage die laut und wild sind, auch. und selbst hier fliegen zwischen meine Zweien ab und zu mal noch die Fetzen. Es hat ja nie einer gesagt, Erziehung sei einfach. :schwitz: Ich glaube, wenn man sich rückblickend, am Stock gehend, daran noch so erinnern könnte, würde ja keine junge Frau freiwillig Kinder bekommen wollen.


Volle Zustimmung! Im Moment führe ich Tagebuch und da merke ich ganz besonders, wie es drunter und drüber geht. Bevor ich Kinder hatte war oft ein Tag wie der andere. Das ist jetzt komplett anders. Mal schlägt mir Kleinsohn (unabsichtlich) so stark ins Auge dass ich mit der Rettung ins Krankenhaus muss, dann bekomme ich eine 2 Wochen dauernde Bindehautentzündung (Folge vom Schlag ins Auge), mit der Bindehautentzündung steckt sich dann Kleinsohn an, 2 1/2 Wochen Krankenstand, Betreuungsnotstand weil Pflegurlaub schon verbraucht, am Tag der Gesundschreibung von Kleinsohn wird mein Mann mit derselben Bindehautentzündung krankgeschrieben, usw.

Ständig geht was kaputt. Ich denke immer ans Lied von Reinhard Mey, wo es heißt "Heut fehlt mir etwas, höre ich nichts donnern, klirrn und splittern und ein Tag ohne Trümmer scheint mir langweilig und fad". Unser teurer Parkettboden wurde von Kleinsohn mit schwarzem Edding-Stift mit Zahlen verziert. Dann kommt Großsohn mit einer rausgerissenen Schublade in der Hand an. Beim Frisör zerschlägt Kleinsohn mit dem Fuß das Glastablar zum ablegen von Zeitungen. Großsohn ruiniert den Stecker vom Auto-DVD-Player. All das ist mir mal spontan vom vergangenen Monat eingefallen... :schwitz:

Ich hoffe mein Tagebuch mal in 20, 30 Jahren zu finden, wenn ich in Versuchung käme, die "Jahre, wo die Kinder klein waren" mit der rosaroten Brille zu sehen ;) .
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Re: laute, wilde Jungs

Beitragvon alibaba » Di 18. Okt 2016, 12:57

Wenn ich mal eine Erziehungsfrage habe (was zu 1% mal vorkommt), denn meine Erziehung empfand ich als sehr gut, sagt mir meine Mutter immer: "Ach Lotta, ich weiß es nicht mehr. Man vergisst das was war. Rückblickend sieht man dann eher das Positive."

Und eine gute Freundin und Bekannte von mir, eine Frau die in sich ruht und sehr, sehr geduldig ist, die ich nur 1x hab "schreien" hören, die viel mit Kindern als Musikpädagogin arbeitet, pflegt zu mir zu sagen: "Lotta, wenn wir alt und verrunzelt auf unserem Gartenbänkchen sitzen, du da und ich hier, werden wir darüber lächeln, ob unserer Probleme von damals."

Und grundsätzlich, je älter ich werde, finde ich ja, Probleme sind natürlich da, aber wir sind alle gesund. Gesund und munter. Geschwisterkrieg in jungen Jahren gehört doch dazu wie das Salz in der Suppe. Und das einen das als Mutter stresst, auch.

Was habe ich mich mit meinem Bruder gefetzt. :o Und jetzt, im gesetzten Alter ;) sind wir uns mittlerweile sehr nah.

Es wird alles besser!

VG
alibaba
 


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