Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

besondere Ansätze für besondere Kinder

Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon BialaDerBuchtinger » Di 10. Okt 2017, 11:37

Hallo mich würde mal interessieren, wie viel Geld eure Kinder zu verfügung haben und ob ihr es ihnen Monatlich oder wöchentlich gebt?
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon venezia » Di 10. Okt 2017, 11:42

Ich würde bis zum 9. Lebensjahr wöchentlich auszahlen! Mein 6jähriger bekommt 2Euro pro Woche!
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon charlotte12 » Mo 20. Nov 2017, 09:38

Ich habe bei meiner Tochter den Eindruck, dass es einen sehr starken Lerneffekt durch das Taschengeld gab/gibt - erst hat sie a la Dagobert Duck keinen Cent ausgegeben und jeden Tag mehrmals ihr Geld gezählt, dabei dann ganz nebenbei das Rechnen gelernt. Dann gab sie ihr komplettes Vermögen innerhalb weniger Tage für Fahrgeschäfte auf dem Rummel und bestimmt zwanzig Flummis aus. Und realisierte dann auch, dass das vielleicht nicht ganz so schlau war. Zwischendurch kam dann eine Phase, in der sie ständig allen Leuten Geld schenken wollte. Es dauerte verblüffend lange, bis sie verstand, wie Leihen funktioniert - bis zum Alter von fünf oder sogar sechs Jahren durfte man ihr nicht Geld vorstrecken, wenn sie etwas kaufen wollte und kein Taschengeld dabei hatte. Denn sobald man dann daheim das Geld wiederhaben wollte, fing sie an zu brüllen und kreischen und begriff absolut nicht, dass ich kein Dieb war, der ihr jetzt ihr Taschengeld klaute, sondern dass das die Bezahlung für den Gegenstand war. Mittlerweile hat sie eine Kinder-EC-Karte und liebt es, Geld einzuzahlen und es dann sofort wieder abzuheben. Süßes kauft sie fast nie von ihrem Geld, was aber daran liegt, dass sie sowieso eine Süßigkeitenschatztruhe hat, die meist gut gefüllt ist - wir haben das Glück, ein Kind zu haben, das ganz von selbst nur wenig Süßes isst und ständig predigt, dass eine Hand voll pro Tag genug ist und wie ungesund das doch ist. Ramsch hat sie schon gekauft, klar. Wir haben drei Stufen - Sinnvolles kaufe ich, Quatsch zahlt sie je nach Quatsch-Faktor teilweise oder ganz vom Taschengeld, und bestimmte Dinge verbiete ich dann auch mal (z.B. Kreidebomben...). Meine Tochter bekam mit 4 Jahren 50 Cent Taschengeld pro Woche, weil sie damals unbedingt Taschengeld haben wollte. Das wurde dann immer wieder hochgehandelt, jetzt mit 7 Jahren sind wir bei 2 Euro pro Woche. Ich orientierte mich auch grob an den gängigen Tabellen. Dass eine Mutter in Indien von dem Geld, das hier ein Eis kostet, eine komplette Familie ernähren muss, kam übrigens von nicht allzu langer Zeit in einer Kindersendung im Fernsehen (war es die Sendung mit der Maus?). Meine Tochter steckte daraufhin dann das Geld (ich glaube sogar, es war ein Euro) in einen Briefumschlag und wollte ihn nach Indien schicken, macht sich also mit ihren 7 Jahren durchaus auch dazu Gedanken.
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon charlotte12 » Mo 20. Nov 2017, 11:16

Meine Tochter konnte man bis zum Alter von etwa fünf Jahren völlig unabhängig von Taschengeld in große Spielwaren-Abteilungen überhaupt nicht mitnehmen, weil sie dort komplett durchdrehte, zuerst jeden Käse haben wollte und dann hysterisch schluchzend nur noch raus, raus, raus wollte, Stichwort Reizüberflutung. Die Erfahrung, dass sie das kauft, was sie in der Werbung anschreit, habe ich bisher noch gar nicht gemacht, eher dass sie haargenau das haben will, was sie bei den anderen Kindern sieht, dieselben Stifte, dieselben Spitzer usw. Der dritte Spitzer ist dann eben ein Fall fürs Taschengeld. Bei ihr funktioniert das mit dem eigenen Geld bisher recht gut, dem Hang zu Ramsch wirke ich manchmal auch entgegen, indem ich ihr anbiete, den Differenzbetrag beizusteuern, wenn sie sich für die höherwertige Variante entscheidet, die nicht sofort kaputtgeht. Ich hoffe mal, dass das bei uns so unproblematisch bleibt, andernfalls werde ich an deine Worte denken :)
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 20. Nov 2017, 12:59

Vor etwa 2 Jahren gab es hier schon einmal eine Taschengeld-Diskussion und ich danke koschka auf diesem Weg für ihren Beitrag. Mein Sohn ist auch einer, der selbst gerne Ramsch und Sachen, die er in der Werbung gesehen hat, kauft. Vor allem hat er - trotz guten Mathe-Kenntnissen - noch keinen Begriff, wenn was überteuert ist. Von meiner Mutter hat mein Sohn z.B. zu einem Anlass 30 Euro bekommen - seitdem haben wir zwei Roboter-Dinosaurier-Plastikfiguren für diesen Gesamtpreis, die nach dem Kauf nie wieder bespielt wurden.

Daher habe ich mich - koschkas Rat folgend - entschlossen, meinem Sohn noch kein fixes Taschengeld zu geben. Da bringe ich ihm lieber hie und da mal ein LTB oder ein Buch mit. Wenn er z.B. mit der Schule oder dem Hort einen Ausflug macht bekommt er auch - je nach Anlass - 2 bis 5 Euro mit. Wenn da was übrig bleibt darf er es auch behalten. Größere Wünsche darf er zu Anlässen kundtun.

Wie gut oder schlecht ein Kind mit Taschengeld umgehen kann ist nicht so sehr vom Alter oder der Erziehung, wie von der Persönlichkeit abhängig. Ich habe seit Schuleintritt Taschengeld bekommen und immer alles mit vollen Händen für Blödsinn rausgeworfen. Mein 4 Jahre jüngerer Cousin dagegen war schon als Kind extrem sparsam, um nicht zu sagen, geizig. Der hat auf den Schulausflug 50 Schilling mitbekommen und ist mit 60 Schillinge wieder heim, weil er sein Jausenbrot noch verkauft hat.

Jetzt hat er ein riesiges Haus mit Garten, ein großes Auto, zwei Kinder und eine Frau, die genauso geizig ist, wie er :P .
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon susili » Mo 20. Nov 2017, 17:14

Wir haben das so gehandhabt, dass es bis 11 kein Taschengeld gab. Immer wenn meine Kinder etwas gern haben wollten, haben wir darüber gesprochen und gemeinsam abgewägt, ob dies jetzt sinnvoll ist oder nicht. Zum Beispiel ist mein Junge eine echte Wasserratte und liebt es ins Schwimmbad zu gehen. Dafür hat er dann auch gern das Geld für den Eintritt und ein Heißgetränk bekommen . Essen hat er dann immer von zu Hause mitgenommen,ich finde das ist etwas , was die Kinder schon früh lernen sollten. Also nicht immer und überall unterwegs sich was zu essen zu kaufen( meistens sind das dann auch relativ ungesunde Sachen) . Auf der anderen Seite muss ich aber auch sagen, dass die Kinder mal etwas Freiraum brauchen, um sich auch mal Quatsch zu kaufen. Nicht immer , aber wenn dies äußerst selten passiert,, finde ich persönlich es recht ok. Áb einem bestimmten Alter ist es meiner Meinung nach wichtig, dass die Kinder lernen mit Geld umzugehen und dann hat mein Kind dann auch Taschengeld bekommen.Ich hatte mich auch an der Tabelle orientiert, finde ich ganz angemessen :)
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon Willow77 » Di 21. Nov 2017, 08:09

Sehr interessante Diskussion.

@Koschka: Ja, ich bon auch mit Nutella groß geworden. Und lange Zeit war es für mich auch das Wahre. Mein Mann ist nicht mit "schon was Süßem zum Frühstück" groß geworden. Schon gar nicht mit Nutella. Er konnte das nie verstehen. Unsere Kinder wollten wir dann nicht gleich auf Süß trimmen, und ich machte einen Nutella-Entzug. ;-) Ja, es geht auch ohne. Ganz ohne Schokolade auf dem Brot. Aussnahmsweise gibt es bei uns dann mal eine Alternative aus dem Bioladen, mit mehr Schokolade und mehr Nüssen. Unsere Variante enthält 30% Nüsse, während Nutella nur so 11-13% Nüsse enthält. Alles in Allem sind unsere Kinder schon froh über jeden Schoko-Aufstrich den sie dann mal erhalten. Denn: Man kann sich abmühen wie man will, sie leben in der Welt von heute, und sie haben alle 3 meinen süßen Zahn geerbt. Sie lechzen geradezu nach Schokolade und Süßkram. Jetzt zum Nikolaus wird es wieder eine Überdosis von allem für ein paar Wochen geben. Danach ist wieder Schluss.

Genau so verhält es sich mit ramsch-Spielzeug. Man kann nur versuchen sich zu schützen, selbst beim Kauf auf Qualität achten, sie bekommen von Familie und Freunden immer wieder Schrott, der gleich kaputt geht, oder nicht bespielt wird. Mein Sohn wünscht sich deshalb schon länger zumindest von der Familie Geld zum Geburtstag. Das geht dann zum Teil auf das Sparkonto, und zum Teil kauft er sich davon Spielzeug/Lego/ein neues Fahrrad um im Mountainbike-Club mitmachen zu können, was er wirklich haben will.

Und nun zum eigentlichen Thema: Taschengeld. Das hat unser Großer vor einem Jahr eingefordert. Er verlangte nicht viel, nur 50Cent pro Woche. Und seine Schwester sollte auch gleich die gleiche Dosis bekommen. Nun gut. Wir wollten eigentlich nicht, aber wenn es "nur" 50Cent sein sollen. Und was machen sie damit? Größtenteils sparen sie das Geld für unsere Urlaube, damit sie dann im Urlaub uneingeschränkt von unserer Seite aus Süßkram/Eis/Limonade kaufen können. Was wir ihnen nicht in dem Maße kaufen würden. Oder unser Großer schmeißt sein Geld auch schon mal in Spielautomaten, solche, bei denen man z.Bsp in einem Auto oder auf einem Motorrad sitzen muss, und ein Rennen fahren muss, für ganze 53 Sekunden oder so. Das ist natürlich total verschwendetes Geld, in unseren Augen. Aber bis er das lernt, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Er tut es immer wieder. Am Liebsten hätten wir auch, es ginge ganz ohne Taschengeld. Andererseits verstehen kann ich sie, dass sie sich auch mal was gönnen wollen, wo wir Eltern wirklich manchmal etwas streng sind, und schnell nein sagen - zum Beispiel beim Thema Eis im Urlaub, oder Limonade im Allgemeinen.
Und so lange er nicht in eine weiterführende Schule geht - bei uns ab nach der 6. Klasse, dann muss er mit Bus oder Zug "in die Stadt" fahren - wird es auch keine "Gehaltserhöhung" geben.

LG,
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon Rabaukenmama » Di 21. Nov 2017, 10:10

Ich merke bei meinen total verschieden "gestrickten" Buben wie sehr Werbung wirkt. Warum? Weil sie nur meinen älteren Sohn beeindruckt! Kleinsohn ist völlig unbedarft von der Marke der Schokocreme und von der Gesundheit (oder Un-Gesundheit) diverser Lebensmittel. Werbung interessiert ihn nicht, auch nicht im TV (und im Radio kann er sie nicht hören). Beide Jungs naschen gern. Aber während mein Älterer bewusst Duplo-Riegel oder Kinder-Schokolade verlangt, ist es meinen jüngeren Sohn schnurzegal, ob es das Original oder das Billig-Produkt von Hofer (in D: Aldi) ist.

Übrigens war ich als Kind selbst schoko-süchtig (ja, das kann man wirklich so nennen!) und konnte tatsächlich über 100! Sorten Schokolade mit verbundenen Augen am Geschmack erkennen. Mit 16 habe ich diesebezüglich sogar eine Wette gewonnen :mrgreen: . Mit hätte also niemand ein X für ein U vormachen und die falsche Schokocreme ins Glas füllen können.

Was das Taschengeld betrifft bin ich mit der jetztigen Version (gar kein fixes Taschengeld) voll zufrieden und werde so schnell nichts daran ändern. Mein Sohn bekommt auch von anderen Seiten (Oma+ Opa, Urli,...) immer wieder mal etwas Geld, was er für Blödsinn ausgibt. Das ärgert mich auch gar nicht, aber ich muss da nicht unbedingt von meiner Seite noch was beisteuern ;) .
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon charlotte12 » Di 21. Nov 2017, 10:34

Zum Thema Nutella: meine Tochter liebt die Bio-Varianten von Nutella mit 45% Nuss. Nutella aß sie auch schon, im Urlaub am Frühstücksbuffet, jammerte da aber rum, dass es nicht so gut schmeckt, und sorgte für Aufmerksamkeit von den Nachbartischen, weil sie akribisch die Nährstoffangaben studierte und lautstark den hohen Zuckergehalt bemängelte. Ich überlege mir allerdings gerade, ob dieses Nichtbeachten von Angesagtem durchweg positiv ist oder ob hier mit ein Grund liegt, warum sie sich mit Freundschaften so schwer tut :gruebel: Ist dieses Schielen nach angesagten Marken vielleicht sogar wichtig für Kinder, damit sie sozial integriert sind?
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Re: Wie viel Taschengeld gebt ihr euren Kinder so?

Beitragvon charlotte12 » Di 21. Nov 2017, 20:19

Hochinteressant, danke :) Wobei ich nicht wirklich sagen kann, ob mein Kind unter Kategorie 1 oder 3 fällt. Vermutlich eher Kategorie 1, zumindest kam bei mir schon mehrfach von (früher) Kindergarten und (jetzt) Schule die Rückmeldung an, dass andere Kinder immer wieder auf sie zugehen würden, sie Spielangebote aber häufig ausschlage, was ich so auch schon selbst beobachtet habe. Neulich spielte sie alleine auf dem Spielplatz, ich stand am Rand. Ein anderes Mädchen kam auf sie zu, sprach sie an und ging dann weg. Meine Tochter kam ganz empört auf mich zu, dieses Mädchen habe sie doch tatsächlich gefragt, ob sie mit ihr spielen möchte. Sie schimpfte noch eine ganze Zeitlang weiter, was für eine Unverschämtheit das doch sei und dass dieses Mädchen doch auch alleine spielen könne, sie würde das ja schließlich auch tun :gruebel:
Wie gehst Du mit diesem fehlenden Gespür dafür um, was ist Gruppen gerade angesagt ist und was nicht? Kann man so etwas mit einem Kind trainieren, oder ist das schlicht eine Eigenschaft, die man hat oder nicht, bzw. die sich einfach entwickeln muss?
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