Andere Grenzen bei HB?

besondere Ansätze für besondere Kinder

Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon Rabe » Sa 4. Feb 2006, 01:27

Hallo,

Mein Sohn ist 2,75 Jahre alt und ich vermute, dass er hb ist, oder zumindest weit seiner Zeit voraus.

Seine Fähigkeiten, bzw. meine Probleme damit, habe ich schon hier an anderer Stelle beschrieben.

Meine Frage an die anderen HB-Eltern ist nun:

Gelten für HB-Kinder andere Grenzen?

"Grenzen setzen" soll man. Aha. Aber wie bei Agression? Ich geh auf Augenhöhe, erkläre, verweise und strafe (Strafe sieht so aus: Ich halte ihn auf meinem Schoss fest, einfach nur fest, das kotzt ihn an.)

Während er dann auf meinem Schoss sitzt, fängt er an, zu diskutieren.
Windet sich und diskutiert. (Argumentiert??)

Wenn er dann so anfängt zu diskutieren, dann frag ich mich, ob festhalten wirklich die geeignete Sanktion für Fehlverhalten für die Zukunft ist.

Wie soll ich diesem kleinem, intelligenten Knirps bei Fehlverhalten begegnen?

Drohen? (Dann kommt der Grüffelo?)
Bestrafen? (Dann bekommst du x oder y nicht)?
Erpressen? (Nur wenn Du so und so bist, dann...)

Mein kleiner hat zur Zeit das Spuken entdeckt. Er macht das zwischendurch mal eben.
Zwischen 2 Bandolinos - zwischen 2 MiniLüks - zwischen 2 Pons-Englisch-Musik-CDs- zwischen 2 parkenden Autos - bei der Tagesmutter- auf den Autositz - im Flur - bei Gästen- in sein Zimmer - ..... einfach überall hin.

Ich habe das Gefühl, dass er mich mehr rausfordert, als das andere Kinder tun.

Kennt jemand das Gefühl? Wie setzt ihr Grenzen?
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon sylvia » Sa 4. Feb 2006, 04:21

Grenzen setzen - Hmmm mit einer Menge Kreativitaet.
Sonst geht gar nix. Ich habe zwei von der Sorte (der Mittlere ist angenehm harmoniebeduerftig und leistet eher pass. Widerstand durch Langsamkeit...)
Mein Grosser ist nicht an irgendwelcehn Motivations und Straf-Strategien interessiert. Der hat eine "Na-und?"-Einstellung. Also denke ich mir immer mal was neues aus und manchmal klappts.
Der Kleine laesst sich grundsaetzlich nicht motivieren, egal welche Strategie.
Meistens diskutieren wir tatsaechlich durch und ich bin mir nicht zu schade, die Meinung zu aendern, wenn die Jungs recht haben. Festhalten ist bei mir auch der letzte Ausweg, der aber manchmal her muss (vor allem wenn sie sich wieder die Koeppe einhauen...)

Liebe Gruesse von Sylvia
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon honey25 » Di 7. Feb 2006, 18:42

Hmmm.. Mirco ist auch knapp 2,5 und bei ihm komme ich wirklich nur mit "wenn - dann" durch.

Unser "Lieblingststreitpunkt" ist das anziehen... Meine Reaktion: Entweder du läßt dich anziehen, oder ich pack dich so wie du bist ins Auto! (habe das auch schon zweimal durchziehen müssen, damit er merkt das ich es ernst meine)

Das "Problem" bei unsern Kids sie sind schlau genug um unsere erziehung zu durchschauen und stellen alles was wir sagen mehr in frage als gleichaltrige Kinder.

Zum Thema spucken, wenn Mirco das machen würde, würde ich ihm jedesmal einen Lappen in die Hand drücken das er es aufwischen muß. Und er dürfte solange nicht spielen bis er es aufgewischt hat. (unterwegs einfach ein Tempo in die Hand drücken) Klar sind das harte Maßnahmen, aber bei hb - kindern kommt man nicht weit mit kuschelpädagogik. Mirco hat momentan auch das Spielzeugschmeißen für sich entdeckt, er muß es aufheben, ansonsten wird nicht weiter gespielt bis er es aufgehoben hat.

Diskutieren tu ich mit Mirco auch, aber nur dann wenn ich auch gewillt bin ihm evtl nachzugeben. Z.B. beim windelwechseln das er dann selber entscheiden darf wann ich sie wechsel. Oder wenn er etwas nicht essen mag, bringe ich ihm auch was anderes....
Ich würde aber nicht diskutieren, wenn mein entschluss jetzt festeht, da es für das Kind Frust bedeutet bei einer diskusion kraft einzuwenden wenn er von vorherein auf der verliererseite ist.

Natürlich ist das nur meine eigenen Meinung und du mußt sie nicht teilen. Vielleicht bringe ich dich auch auf eigene gedanken.

Liebe Grüße
honey25
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon Mutzelmann » Do 9. Feb 2006, 18:07

Hallo,

ich denke, wenn man so herumhört und mit sich selber vergleicht, dass es tatsächlich ganz andere Grenzen gibt als bei ,,normalen" Kindern.
Eben gerade deshalb, weil ,,unsere" Kinder die Erziehungsversuche
durchschauen,verstehen oder, wenn nötig hinterfragen.
Bei uns wird eigentlich alles duchdiskutiert bis wir zu einer Einigung kommen schon von klein an.
Wenn er Dinge tut die mich kränken oder ärgern spreche ich mit ihm darüber und frage ihn dann wie er sich fühlen würde wenn ...
Das klappt schon seit er sprechen kann.
Bei dem spucken mußte ich lächeln und an einen Tag denken an dem er mit ca. 2,5J. aus der Spielgruppe kam und ich mich zu ihm runter kniete
(Augenhöhe finde ich sehr wichtig)und ihn fragte,ob er denn gleich wischen wolle oder nicht doch lieber seine Schuhe auszieht.
Er spuckte mir ins Gesicht,reflexartig spuckte ich zurück.
Das fand er auch nicht toll und schimpfte mich dann aus und ich erklärte ihm dann ,wie abwärten und schlimm ich das denn auch empfunden hätte
und so wie ich, empfand er es auch.Somit war das spucken beendet.
Wenn ich es auch heute, er ist(5,5J) ,noch mit anderen Kindern vergleiche
sieht er selber ein, wie man sich am besten verhält.
Er käme nicht auf den Gedanken seine Spielsachen oder Bücher kaputt zu machen, weil dann hat er ja nichts mehr davon..sagt er zu anderen Kindern die sein Spielzeug schlecht behandeln...
Ich denke Kinder gucken sich viel ab und sie verhalten sich auch so,wie man es ihnen vorlebt.
Ich halte nicht viel davon mit erhobenem Zeigefinger zu drohen,
und seinem Kind eine Meinung auf zu erwingen das finde ich persönlich erniedrigend und möchte ja auch nicht so behandelt werden.
Seit froh , das ihr mit Euren Kindern sprechen könnt und seit Euch auch nicht zu schade eines Besseren durch sie belehrt zu werden.

Bis dann
P.
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon Gast_Keshali » Sa 10. Jun 2006, 20:11

Spucken ist gerade auch ein Thema bei uns.


Sie sieht es bei den grossen Kindern,...was tun??

Ich erkläre ihr, dass die das auch nicht machen dürfen und es nicht immer gut ist, die anderen nachzumachen.

Ich beachte es oft nicht (da sie der Typ ist, dann erst recht...), d.h. Beachtung bekommt sie dann wieder wenn sie aufgehört hat, denn sie weiß sehr gut sie soll nicht, dass muß ich ihr nicht öfter sagen. Es reizt trotzdem, wenn sie ein anderes Kind sieht.

Wenn sie drinnen spuckt, dann muß sie wischen,....dass macht sie aber oft schon ohne das ich es sage, weil sie weiß das sie wischen muß.

Also, sie spuckt und holt gleich einen Fetzen.


Und dann zeige ich ihr Situationen wo man auch mal Spucken darf, so von der Brücke ins Wasser, das findet sie toll.


Und erkläre Situationen wo man spucken muß (weil sie sich verschluckt hat) und wo es nicht angebracht ist. (Das ist denke ich der Unterschied zu anderen Kindern egal ob begabt oder nicht,...sie hinterfragt das schon und versteht dann nicht gleich warum sie einmal spucken soll und dann darf sie wieder nicht...und dann wird provokativ getestet: "Wann schimpft Mami und wann nicht")

Wie auch immer Kindererziehung ist ein weites Lernfeld um sein eigenes Verhalten zu reflektieren, den manchmal muß ich auch spucken....;)
Gast_Keshali
 

Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon reilo » Sa 24. Jun 2006, 14:46

Hallo an Alle,
habe mir gerade alle Beiträge durchgelesen und muss erst mal sagen: DANKE!
Mein Sohn ist 2,5, vielleicht HB, zumindest aber sehr viel weiter. Vor allem sprachlich.
Musste echt grinsen, das kommt mir alles so bekannt vor, nur leider reagiere ich wohl doch oft falsch, wenn ich mir das hier so durchlese und darüber nachdenke. Er durchschaut mich wenn ich sauer bin und ich bekomme alles in gleicher Weise zurück. Das bringt mich manchmal auf die Palme ;-)
Es ist schwer, manchmal denke ich, dass ja jede Mutter denkt, ihr Kind ist besonders weit. Dann weis ich aber wieder, er IST definitiv viel weiter. Und ich muss mich wohl bemühen, dem gerechter zu werden. Also so wie Ihr sagt, doch noch mehr diskutieren im Streitfall und kreativer sein.
glg Tina
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon reilo » So 27. Aug 2006, 19:53

Hallo nochmal.

wir sind auch bei "wenn-dann" angelangt. entweder ich zähle bis drei- dann kommt er meist bei zwei schon angerannt, oder er bekommt genau zwei alternativen: entweder.......oder.......
das funktioniert "meistens" ganz gut, wenn er merkt, es ist mir ernst.
drohen nützt gar nichts.
glg tina
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon blubbber » Mo 2. Jul 2007, 11:54

Bei unserem Sohn (2,5) hilft "entweder ... oder" leider garnichts. In den seltenen Fällen von Aggression begegnen wir ihm mit "Ignorieren". Das heißt, wenn er schlägt, wird spielen oder ähliches sofort abgebrochen und er muss Abstand halten. Wir sagen dann sowas wie: "Wenn du mich schlägst, will ich nicht mit dir spielen. Bitte lass mich in Ruhe!" Wenn wir (Eltern) gerade beide da sind (oft), kommt er dann oft zum anderen und bekommt dann nochmal erklärt, dass er nicht schlagen darf. Er entschuldigt sich dann normalerweise. Dann ist die Sache vergessen. Wie gesagt: Es kommt sehr selten vor!
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon Binichselbst » Sa 22. Sep 2007, 14:31

Ich bin zwar schon eine Großmutter und fast 70 Jahre habe aber auch so ein kleines Etwas tagtäglich zum betreuen (Elter arbeiten in Schichtdienst) Er ist für sein Alter, war Anfang August 4 sehr weit. Das Spucken haben wir hinter uns. Da half alles nix. Weder drohen, noch mit versprechen, er spuckte. Am Liebsten auf den Tisch, damit sein Auto durch eine Pfütsche fahren konnte. Oder auf sein Auto, da wurde dann mit dem Scheinenwischer gewischt.
Er kann nicht in den Kiga. Der Kleine Körper will einfach nicht. Bricht und bekommt regelmäßig am Morgen hohes Fieber. Wir haben ihn trotz allen jeden Tag hingebracht. Nur für zwei Stunden. Er ist keine warme Mahlzeit. Mal ein paar Nudeln. Trinkt täglich die Mahlzeit aus dem Tetrapack. Es braucht mir keiner zu schreiben, das würde sich geben wenn wir konsequent wären. Das waren wir. Er würde verhungern. Die Kinderärztin sagt, lasst ihn nur. Mit der Kindernahrung bekommt sein Körper alles was er braucht. Dann müsste er im Kiga Mittagschlaf machen. Das macht er schon seit er zwei ist, nicht mehr. Geht abends um acht ins Bett und schläft auch gleich.
So bleibt er erst mal noch ein Jahr zu Hause und geht dann in die Vorschule.
Er ist sehr kontakfreutig, aber nur zu größeren Kindern. Er kennt sie von klein auf. Sie gehen jetzt alle in die 2. Klasse, spielen aber immer noch gerne mit ihm. Er macht auch alles mit. Kennt alle Buchstaben und zählt bis zwanzig. Diese Zahlen kennt er auch. Sein liebstes Spielzeug sind Autos. Da kennt er auch alle Marken. Zum Beispiel Opel Astra, das ist der Vor und Nachnahme. Da bin ich oft überfortet und gebe das auch zu. Er sagt dann immer, Gell, Oma du schon ein bisschen alt.
Wenn er einen Buchstaben sieht sagt er das ist ein A, wie bei Affe oder das ein M wie bei Mama.
Es muss alles sehr genau sein. Wenn gestern der VW an erster Stelle beim spielen stand, muss er heute wieder da stehen. Er macht alles nur was er auch kann, sonst guckt er nur zu.
Ich finde trotzdem nicht, das er HB ist. Er ist in vielen Dingen weiter als andere in seinem Alter und anderen aber auch wieder genau so weit. Alles was mit Sport zu tun hat, ist für ihn Horror. Da wird erst mal gebrüllt. Wenn er dann länger zu geguckt hat, macht er mit.
Er ist 3 Tagen nach dem Stichtag für die Einschulung geboren. Würde erst in 3 Jahren eingeschult. Da sind wir uns einig, das er schon in zwei Jahren mit gerade mal sechs in die Schule kommt.
Ich weiß nicht, wie lange ich seinen Lebensweg noch bekleiden kann, ich würde es mir aber wünschen ihn noch noch lange so fröhlich aufwachsen zu sehen und sein Oma, ich mag dich oder Oma ich hab dich lieb zu hören.Entschuldigt, das alles so lange geworden ist, ich musste mich aber mal aussprechen -:)). Ich habe selbst noch 4 Enkel. Er ist der Vorletzde. Seine Schwester ist 19 und mir mehr ans herz gewachsen als meine eigenen 4 Kinder. Sie konnte als sie in die Schule kam, schon besser lesen, als jetzt hier seine Freunde aus der zweiten Klasse. Da war früher einschulen noch kein Thema und eine Klasse überspringen schon gar nicht. Sie lernte nie lernen und hatte dann in den höheren Klassen große Schwierigkeiten, das wollen wir bei ihm vermeiden. Er soll von der ersten Klasse an lernen müssen. Vielleicht haben wir ja auch Pech und er löst trotzdem die Aufgaben ohne sich anstrengen zu müssen. Damit müssen wir rechnen.
Die Zeit wirds zeigen
Liebe Grüße von Bin ich selbst
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Re: Andere Grenzen bei HB?

Beitragvon Ines123 » Do 10. Jul 2008, 16:17

@binichselbst:
oje, das kenn ich alles!!!
Meiner ist 2 und kann die Buchstaben und erkennt die laute heraus.
wenn man ihm eine zweistellige Zahl nennt, kann er sie lagen.
er isst auch nur Nudeln (schon seit einem Jahr) kennt auch schon seit einem Jahr alle Automarken.
Das mit dem festen Platz beim Parken seiner Autos kenn ich auch;-)

ZUm Thema Spucken: war auch schon da; aber zum Glück wars nur eine kurze Phase...
ich denke auch, wir müssen noch konsequrenter sein, denn die Kleinen merken sich leider alle Fehler von uns;-(
habe ich schon oft genug erfahren;-(
Lg, Ines
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