Was soll ich nur tun?

mein "kluges Kind" macht mich fertig: negative Erfahrungen und Erlebnisse

Was soll ich nur tun?

Beitragvon Lunamia Schokokeks » Mi 11. Sep 2019, 21:12

Hallo und guten Abend in die Runde,
in einem anderen Thread habe ich unsere aktuelle Situation schon kurz umrissen, würde sie aber gern an dieser Stelle etwas ausführlicher erläutern, da ich gern eure Meinungen und Ansichten dazu wüsste. Ich habe nämlich gerade das Gefühl, ich gehe unter…
Mein Sohn ist inzwischen 3 Jahre und 2 Monate alt. Seit meinem ersten Eintrag hier im Februar diesen Jahres hat sich vieles verändert, und zwar lange nicht zum Guten. Es gab viele Probleme im und mit dem Kindergarten, die Schlafsituation hatte zwischendurch einen neuen Tiefpunkt erreicht und die Eltern-Kind-Beziehung ist mitunter auf’s äußerste gespannt. Doch der Reihe nach.

Mir fiel früh auf, dass unser Sohn anders war, als gleichaltrige Kinder. Wir waren im Säuglingsalter immer mit ihm unter Kindern, sei es beim Delphi, beim Babyschwimmen oder bei der Babymassage. Immer war es das gleiche Bild: alle Kinder schliefen nach den Stunden selig in ihren Maxi Cosis. Nur meiner schrie. Wie am Spieß. Immer! Ich höre noch die Worte der Kursleiterinnen in meinem Ohr: „Sie werden sehen, nach der Stunde schläft ihr Baby wie ein Murmeltier.“ Nope. Nicht so unser Sohn. Schlafen war so gar nicht sein Ding. Tagsüber hat er maximal 40 Minuten geschlafen. Und das auch nur, mit viel vorheriger Einschlafbegleitung. Am besten im Kinderwagen über möglichst holprigen Untergrund fahren. Je holpriger, desto besser. Abends mussten wir ihn über mehrere Stunden in den Schlaf begleiten. Dann wurde er auch noch krank und hatte über Wochen jede Nacht starke Schmerzen. Als endlich die Diagnose gestellt war und die Medikamente griffen, war er wieder deutlich entspannter, doch das Schlafproblem blieb. Wir waren in dieser Zeit bei vielen vielen Experten und werden auch jetzt noch regelmäßig von einem SPZ betreut. Seit etwa 4 Monaten fruchten endlich unsere Bemühungen und unser Sohn schläft ALLEINE in SEINEM Zimmer ein. Was für andere banal klingen mag, war für uns ein sehr langer, harter Weg. Am Durchschlafen hapert es aber nach wie vor. Die Nächte sind sehr heterogen. Mal kommt er nur einmal in der Nacht rüber, mal 4 Mal. Vereinzelt schafft er auch mal eine Nacht durchzuschlafen, dann wieder ist er 2 Stunden lang wach und erzählt uns, dass es im Traum keinen Schlaf mehr für ihn gibt. Zwischenzeitlich hatte sich auf meinem Schlafkonto ein derartiges Schlafdefizit-Kontigent aufgebaut, dass ich arbeitsunfähig war. Dort kämpfe ich mich nun langsam, sehr langsam raus.

Doch nicht nur durch sein Schlafverhalten unterscheidet sich unser Sohn von anderen Kindern. Vor allem sprachlich fiel er auf. Mit 13 Monaten konnte er die Worte „Lampe“, „Ja“ und „Nein“, „Mama“, „Papa“, „Da“ sagen. In der Krippe meldeten uns die Erzieherinnen zurück, dass er ein sehr gutes Sprachverständnis habe (zu diesem Zeitpunkt war er etwa 15 Monate alt). Mit 19 Monaten konnte er Worte wie „Eieruhr“ und „Apfelsaft“ und bildete erste Sätze („Schnee auf Mama Auto!“). Mit 23 Monaten spricht er viele 3-Wort-Sätze („Papa hat Fiebermessen“), kombiniert Formen und Farben („rosa Viereck“), singt Lieder, erkennt und benennt alle Zahlen von 0-9 und kann mehrere kurze Buchgeschichten auswendig. Er hat einen weitaus größeren Wortschatz als bei der U7 abgefragt wird. Erstmals kommt auch dem Kinderarzt der Gedanke, dass Aidan möglicherweise begabt sein könnte (dieser hatte mich zuvor immer als überambitionierte Mutter abgetan). Auch Dreirad fährt er sicher. Mit 2 Jahren und 3 Monaten spricht 5- und Mehrwortsätze und benutzt Nebensätze und Satzverbindungen (und, trotzdem, sondern), zählt bis 14 und betreibt mit großem Spaß Silbentrennung. Mit 2 Jahren und 5 Monaten spricht er erstmals von der Schule (er hat keine Geschwister). Er stellt korrekte Zusammenhänge her und schafft wenn-dann-Verbindungen. Mit 2 Jahren und 7 Monaten schreibt er immer mal wieder den Buchstaben A. Hörbücher sind nun sehr gefragt, Regeln werden grundsätzlich ausdiskutiert. Wenig später beginnt er zu reimen und spielt mit uns mit Leidenschaft das Spiel „Die freche Sprechhexe“. Mit 2 Jahren und 11 Monaten kann er mehrere seiner 3-Minuten Gute-Nacht-Geschichten komplett auswendig und rezitiert sie nahezu fehlerfrei. Und heute? Seit einigen Tagen macht er einen riesen Satz! Er zählt nun bis 40 (allerdings vergisst er hier und da nochmal eine Zahl), schreibt seinen Namen, erkennt Opel und Audis wenn wir in der Stadt unterwegs sind, benutzt sicher den Konjunktiv und Worte wie „stattdessen“ und „tatsächlich“, fährt seit einigen Tagen Fahrrad. Alte Ängste, wie etwa Höhe, sind fast weggeblasen, er klettert nun bis zu einer gewissen Höhe selbstsicher hoch und springt zu Boden (das war schon aus geringer Höhe vor kurzem noch undenkbar!). Er baut Lego City Fahrzeuge fast komplett alleine nach der Anleitung zusammen und stellt mehr Wissensfragen denn je („Warum brauchen Schiffe Diesel?“ „Was ist Fett?“ „Was ist rechnen?“ „Was fressen Delphine?“). Und: er redet einen in Grund und Boden. Wirklich. Er redet ohne Punkt und Komma. Auch redet er immer dazwischen. IMMER. Egal wie oft ich es ihm erkläre, er kann einfach nicht den Mund halten. Ist mein Gesprächspartner anwesend, möchte er am Gespräch teilhaben und greift beispielsweise Inhalte des Gesprächs auf und quatscht so dazwischen. Oder er will meinem Gesprächspartner unbedingt etwas zeigen, dass keinen Aufschub duldet. Ist mein Gesprächspartner für ihn nicht sichtbar (z.B. am Telefon), dann fällt es ihm zwar etwas leichter, sich zurückzunehmen, aber nur für eine kurze Zeitspanne. Ich werde die ganze Zeit mit Worten und Lauten bombadiert. Das ist sooooo anstrengend! Und er fragt mir Löcher in den Bauch. Manchmal wartet er nicht mal die Antwort ab sondern stellt gleich die nächste Frage. Wie oft habe ich mich in Gedanken schon an einen stillen Ort gewünscht… Radio/Musik läuft bei uns aus diesem Grund gar nicht mehr. Ich bin froh um jede Minute Ruhe, die ich kriegen kann. Das ist ganz schlimm für mich, denn eigentlich höre ich gerne Radio, allen voran Nachrichten und Gesellschaftsthemen. Eigentlich debattiere ich auch leidenschaftlich gern. All das ist weg, seit ich ständig von Sprache umgeben bin. Ich kann mich nicht mehr konzentrieren, meine eigenen Gedanken nicht mehr hören. Meine Redegewandtheit ist weg, oft fallen mir alltägliche Worte nicht ein. Die Lust zu reden ist insbesondere am Abend, wenn das Kind im Bett ist, auf dem Nullpunkt. Nicht gerade förderlich für eine Ehe, die gepflegt werden will. Am Ende des Tages bin ich erschöpft und fühle mich wie ausgelutscht.

Das alles hat noch deutlich an Brisanz zugenommen, seit unser Sohn nicht mehr in den Kindergarten geht. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht an meinen Beitrag im Februar, wo ich geschildert habe, dass unser Sohn bei den 2-4jährigen Kindern ist (wobei es zu diesem Zeitpunkt keine 4jährigen Kinder dort gab). Nachdem die Eingewöhnung sowie die ersten Monate problemlos verliefen, konnte er sich plötzlich nicht mehr von mir trennen. Über Wochen hatten wir richtige Abschiedsdramen am Kindergarten. Gespräche mit der Leitung und dem SPZ brachten keine nachhaltige Besserung. Unser Sohn wurde psychosomatisch, klagte abends über Bauchschmerzen wenn er wusste, dass er am nächsten Tag wieder in die Krippe sollte. Er nässte wieder vermehrt ein. Auch sagte er uns und den Erzieherinnen immer wieder, dass ihn die anderen Kinder nicht verstehen würden. Wieder folgten Gespräche mit der Leitung (welche um meinen Verdacht, dass er begabt sein könnte wusste), dieses Mal mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass unser Sohn zu den großen Kindern (3-6 Jahren) wechselt. Unser Wunsch wurde abgelehnt, da er sich nicht an Regeln halten würde und sozialemotional noch nicht so weit wäre. Und dann, von einem Tag auf den anderen stellte unser Sohn den morgendlichen Trennungsboykott ein und fing an, die anderen Kindern zu hauen, zu schubsen, in den Haaren zu ziehen. Ich bekam immer häufiger die Rückmeldung, dass es Probleme mit unserem Sohn gebe. Wieder Leitungsgespräch, wieder keine Wechsel in die große Gruppe. Stattdessen der Vorschlag, ihn als Integrationskind laufen zu lassen. Wir waren unsicher, viele Experten wurden konsultiert und Meinungen eingeholt. In der Zwischenzeit eskalierte die Situation im Kindergarten derartig, dass (angeblich) die Hälfte der Krippenkinder Angst vor unserem Sohn hätte. Von Leitungsseite hieß es, die Situation sei nicht mehr tragbar und wir mussten uns entscheiden: I-Platz oder wir gehen. Wir haben uns dann binnen von 2 Tagen für’s Gehen entschieden. Das war unmittelbar vor den Sommerferien. Utopisch zu glauben, da noch einen Kiga-Platz für September zu bekommen. Und so sitze ich hier mit meinem wissbegierigen Plapperfrosch und versuche, nicht unterzugehen. Er bringt mich jeden Tag an meine Grenzen, sei es mit seinem Dauergerede, sei es, weil er nicht hört und sich nicht an die Regeln hält, nur um sofort zu beteuern, dass er aber ab jetzt wieder hören würde. Ich bin mittlerweil in einer ganz furchtbaren wenn-dann-Spirale gefangen (Wenn du XY nicht tust, dann…) weil dass der einzige Weg ist, womit ich ihn noch einigermaßen einfangen kann. Aber selbst das lässt schon nach. Wenn ich ihn beispielsweise in sein Zimmer schicke, fragt er nur noch träge, wann er wieder raus kommen dürfe und das war‘s. Spielzeug wegnehmen? Juckt ihn nicht. Keine Gute-Nacht-Geschichte? Kein Problem, er sagt er kann auch ohne einschlafen. Und so weiter und so fort. Das schafft mich. Obendrein machte er ja, wie weiter oben beschrieben, im Moment enorme Entwicklungsfortschritte. Zeitgleich macht er Rückschritte. Er nässt wieder täglich ein, er wacht wieder in der Nacht häufiger auf, er schubst uns wenn er sich ungerecht behandelt fühlt. Heute hat er in seine Legokiste gespuckt, keine Ahnung, warum!

So, bevor mein Roman noch länger wird (Entschuldigung! Und danke an alle, die sich bis hierhin durchgekämpft haben!) fasse ich meine Fragen hier am Ende mal zusammen:

- Kommt jemandem von euch unser Werdegang bekannt vor? Was habt ihr gemacht, wie habt ihr das durchgestanden?

- Warum macht er das (Einnässen, spucken, schubsen etc.)? Ist das alles altersgerecht und fällt mir nur deshalb so massiv negativ auf, weil er kognitiv schon weiter ist? Muss er schon seine Impulse kontrollieren und seine eigenen Bedürfnisse hinten an stellen können, wie es uns von der ehemaligen Kiga-Leitung immer wieder als sein Manko mitgeteilt wurde?

- Werden Fähigkeiten wie das Erkennen von Zahlen und Buchstaben wieder verlernt? Er konnte mit knapp 2 Jahren alle Zahlen von 0-9. Und heute? Ist es so, als hätte er sie noch nie gekonnt (mit Ausnahme der 4, die erkennt er immer noch). Das bringt mich manchmal regelecht auf die Palme.

- Warum diese Schere zwischen kognitiver und sozialemotionaler Entwicklung? Es ist mir natürlich klar, dass nicht alles gleichzeitig gleich weit entwickelt sein kann. Auch habe ich schon oft von dieser „Schere“ gelesen. Aber sie dann selber zu erleben, ist nochmal was ganz anderes und hat mir nur allzu deutlich gemacht, dass ich eigentlich doch noch nicht so richtig verstanden habe, warum das so ist.

Ich bin so dankbar für dieses Forum! Endlich mal alles frei von der Seele schreiben zu können, ohne als Heli-/Eislaufmama abgestempelt zu werden tut so unglaublich gut! Denn das ist ein weiterer Punkt in unserem Werdegang: nur wenige sehen unseren Sohn wie ich ihn sehe. So schrieb die ehemalige-Kigaleitung in ihrem Entwicklungsbericht, dass unser Sohn im Kiga noch keine Rollenspiele zeigen würde. Der erste Satz im Entwicklungsbericht der Ergotherapeutin vom SPZ hingegen, die ihn nur 1 Stunde gesehen hat (!) war, dass unser Sohn den Raum exploriert und sofort ins Rollenspiel geht… Wie geht das zusammen??? Ich freue mich auf eure Meinungen.

Ganz herzliche Grüße!
Lunamia Schokokeks
 
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon Koschka » Mi 11. Sep 2019, 22:25

Hallo,

hattet ihr schon im Babyalter die Diagnose der Regulationsstörung? Würde euer Leben sich nicht einfacher gestalten, wenn dein Sohn in eurem Bett schlafen würde? Warum musste er so früh auf so einem harten Weg alleine schlafen lernen? Dass die leeren Drohungen zu nichts in der Erziehung führen weißt du schon selbst, warum wendest du sie an? Dein Kind geht in sein Zimmer auf deine Aufforderung? Meine Jungs sind nicht gegangen. Sie blieben dort auch nicht, wenn man sie dorthin als Strafe brachte. Dieses Erziehungsmittel stand mir nie zur Verfügung.

Dein Sohn benimmt sich so auffällig weil er große Schwerigkeiten hat wieder seine Ruhe zu finden. Es ist nicht nur das Thema von Begabung. Die Reizüberflutung, der Umgang der Erwachsenen mit dieser Überflutung, eure Übermüdung und die Machtkämpfe, dies alles spielt dabei eine Rolle. So wie du es beschreibst, habt ihr dem überreiztem Kind immer mehr geboten. Das hielt seine Aufmerksamkeit, so lange es spannend war, danach kam der Zustand der Übermüdung, und das Geschrei. Jetzt mit drei hat er sicherlich mitentdeckt, dass er vieles durchsetzen kann. Nicht umsonst erwähnte der Kindergarten, dass er sich nicht an den Regeln halten würde in der Älteren Gruppe. Er ist von zuhause gewohnt, dass das Universum sich um ihn dreht, und erwartet das auch vom Kindergarten. Er fordert ständig Aufmerksamkeit und egal wie viel du gibts, er wird nach mehr fragen. Dieses Problem hat meines Erachtens im Moment nur eine Lösung: die Fremdbetreuung und das ist das erste mal das ich das hier schreibe: ohne Rücksicht auf Begabung und nach den Regeln des Kindergartens. Schickt ihn in den Kindergarten, zieht euch komplett heraus, lasst ihn die Regeln des Zusammenlebens erlernen. Schickt ihn mit dem guten Gewissen dorthin, er muss sich damit abfinden, dass die Welt viele anderen gleichwertigen Mitmenschen hat und mit 3 ist er groß genug für diese Entdeckung.

Versucht bitte zuhause keine strengen Maßnahmen. So müde wie ihr jetzt seid, wird es nur zusätzlichen Stress bringen. Reduziert drastisch die Reize: Fernseh, neue Bücher, Anzahl der Spielzeuge, neue Gerichte zum Essen. Je mehr Nähe zuhause, desto besser, aber die ruhige Nähe - keine Fragen beantworten, sondern durchkraulen. Kein Hörspiel, sondern Laufrad im Wald. Dein Sohn ist nicht unterfodert, sondern überreizt. Er braucht nicht mehr, sondern weniger. Das schadet seiner Entwicklung und seiner Begabung nicht, ganz im Gegenteil. Wenn er so schnell überreizt ist, wäre vielleicht eine Tagesmutter mit 3-4 Kindern eine bessere Alternative als der Kindergarten.
Koschka
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon sinus » Mi 11. Sep 2019, 22:37

Ach je. So viel fällt mir dazu ein...

Also der Reihe nach:
Was du über das Schlafen berichtest finde ich normal. Bzw kenne ich das auch so.
Es hieß immer: Wenn das Kind erstmal in die Krippe geht, wird es abends rechtzeitig müde sein und gut einschlafen. Wenn es im Kindergarten ist...wenn es in der Schule ist...
Trat nie ein.
Manche behaupteten, es sei nur eine Frage der Gewohnheit und man könne das antrainieren.
Quatsch, sage ich heute.

Meine Große brauchte schon als Baby jedes Mal eine Stunde und mehr, um zur Ruhe zu kommen.
Das hat sich bis heute gehalten.
Sie schläft übrigens meistens noch im gleichen Bett wie ich. Und kriecht am Liebsten förmlich in mich rein.
Sie braucht das.
Sie ist jetzt 10 Jahre alt.
Meine jüngere Tochter - jetzt 5 Jahre alt - legt man hin und sie schläft binnen maximal 10 Minuten ein. Das war von Anfang an so und ich staunte damals nicht schlecht, wie unkompliziert das sein kann.
Sie schläft allein. Seit kurzem im eigenen Bett und Zimmer. Ohne Probleme.
Sie hat vorher mit im Familienbett geschlafen bzw auf einer Matratze neben dem Bett. Sie wollte ab und zu meine Hand halten, mehr nicht. Nachts hielt sie es nicht lang neben mir aus und rückte immer etwas weg.

Meine große Tochter wachte ewig nachts noch auf. Aber sie fand mich dann neben sich und schlief einfach wieder ein.
So hatte ich keine Probleme mit zu wenig Schlaf und ihr ging es auch gut.
Als ich mal versuchte, sie ans eigene Zimmer und Bett zu gewöhnen - damals wegen der Babyschwester - blieb sie wach, wenn sie nachts wach wurde. Fürchtete sich. Kam zu mir oder rief mich. Mehrfach nachts. Sie war damals 5/6 Jahre alt.
Als ich zunehmend grantig reagierte, blieb sie dann zwar brav im eigenen Bett, aber ich wachte mehrfach davon auf, dass ich sie nachts leise vor sich hinweinen hörte.
Nach ca. einem Jahr erklärte ich das Experiment als gescheitert und sie schlief wieder mit mir und dem Baby im gleichen Zimmer.
Schlagartig schlief sie wieder ruhig und auch ich hatte meine Ruhe nachts.

In der Zeit - sie war da so zwischen 5 und 6 wie gesagt - habe ich mich mit vielen Eltern über das Problem "Schlafen im eigenen Zimmer/Bett" unterhalten.
Und siehe da - zwar hatten die meisten Kinder des Alters ein eigenes Bett im eigenen Zimmer, aber ausnahmslos ALLE Eltern erzählten mir, dass ihre Kinder trotzdem mehr der weniger regelmäßig im Verlauf der Nacht oder spätestens in den frühen Morgenstunden zu den Eltern kamen.

Meist sind das Phasen. Da gibts mal eine Phase, wo die Kinder alleine schlafen und durchschlafen können, dann kommt wieder eine Phase, wo sie die Nähe suchen und bauchen.

Letzteres halte ICH persönlich für den Normalzustand.
Ein Kind von 3 Jahren muss noch nicht alleine schlafen. Und auch nicht durchschlafen.
Woher hast du denn diese Erwartungen???
Die sind unrealistisch. Bestimmt gibt es Kinder, bei denen das klappt, aber ich behaupte mal das ist eher die Ausnahme.

Ein kleines Kind muss nicht allein schlafen. Nicht mit 1, nicht mit 3 und auch noch nicht mit 5, 6,7,8...
Es sei denn, die Eltern halten es partout nicht aus, dass das Kind mit im Bett/Zimmer liegt.
Aber aus Prinzip und nur mit "langem harten Weg" erkämpft oder weil irgendjemand sagt und glaubt, das müsse jetzt so sein, halte ich davon gar nichts.
Denn das ist auch schlicht kulturabhängig und da gibts keine allgemeingültige Regel.
In anderen Kulturen gilt das allein schlafen Lassen gar als grobe Vernachlässigung und man fragt sich, wie die Westler nur so lieblos mit ihren Kindern umgehen können. (Ebenso, wie man sich wundert, dass wir die Babys statt sie am Körper zu tragen so weit weg und platt in einen Kinderwagen legen können...)

Wenn du gern liest, liest dazu mal Herbert Renz-Polsters "Born to be wild - wie die Evolution unsere Kinder prägt". (Sehr interessantes, kurzweiliges und aufschlussreiches Buch!)
Er berichtet da u.a. von den Hintergründen, die das nächtliche Bedürfnis nach einem anderen Menschen neben sich hat und auch, wie das in anderen Kulturen gehandhabt wird.

Und es ist auch so, dass jedes Kind was anderes braucht und was bei einem Kind funktioniert, muss beim anderen Kind nicht klappen. Das sehe ich bei meinen beiden Töchtern immer wieder.
Ein und dieselbe Problemstellung oder Verhaltensweise meinerseits hat mitunter VÖLLIG andere Reaktion und Folgen.
(Das eine Kind lacht, wenn ihm ein Missgeschick widerfährt, für die andere ist es ein großes Drama, das eine Kind reagiert mit Trauer und will getröstet werden, wenn ihm was nicht gelingt, das andere mit Wut und stößt mich dann weg, das eine lacht über Scherze die ich mache, um eine festgefahrene Situation zu entspannen, das andere fühlt sich dadurch nicht ernst genommen und ausgelacht, das eine Kind mag im Bett Abstand von mir halten, das andere sucht die Nähe usw usf...)

Vielleicht könnt ihr da ja etwas offener sein und mehr nach Bauchgefühl und individuellem Bedarf entscheiden.
Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass euer Sohn ab jetzt im eigenen Zimmer und Bett durchschläft. :fahne:
Da wird wohl irgendwann auch wieder eine andere Phase kommen...
Und wenn ihr euch/ihn dann unter Druck setzt, weil "in dem Alter ein Kind doch alleine schlafen müsste", ist das sicherlich nicht unbedingt förderlich. Im Gegenteil.
Gerade sensible und kluge Kinder haben auch so Einiges mehr zu verarbeiten und zu verdauen, die brauchen die Sicherheit und Nähe ggf viel, viel mehr, als andere Kinder.
Warum sollte ich ihm das dann verweigern?????
Was ist der Nutzen und was ist der Preis?
Zuletzt geändert von sinus am Do 12. Sep 2019, 00:48, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon sinus » Mi 11. Sep 2019, 23:15

Punkt zwei:

Was du vom Kindergarten schreibst ist sehr traurig, aber leider auch nicht ungewöhnlich. Ich habe auch nicht die besten Erfahrungen gemacht mit Kindergärtnerinnen.
Bisher war es absolute Ausnahme, dass wir in dem Umfeld Kindergarten (und leider in der Grundschule dito) mal auf jemanden trafen, der genug Empathie und guten Willen UND Wissen und Verständnis zeigte, um sich in ein so überdurschnittlich kluges Kind richtig eindenken zu können. (Wobei es nichtmal nur um "Klug" geht, Kinder mit anderen Auffälligkeiten/Normabweichungen haben ganz sicher ganz ähnliche Probleme)
Sie sehen schlicht all das nicht, was wir sehen.
Klar, sie sind nicht die Eltern, aber trotzdem.
Wenn man bisschen beobachtet und sich einfühlen kann, sieht man auch bei "fremden" Kindern ganz gut, wie sie ticken.
Meine Mutter sagte zu mir immer: Du hast zu hohe Ansprüche.

Zwei Mal hatte mein Kind Kindergärtnerinnen, die sie "durchschaut" haben. Das eine war die Krippenerzieherin, das zweite eine Erzieherin, die leider dann bald in Rente ging, als meine Tochter in den Kindergarten kam.
Beide haben innerhalb kürzester Zeit mein Kind "erkannt" und wussten aus dem Bauch heraus es richtig zu nehmen.
Die tolle Krippenerzieherin war die vom großen Kind und dank ihr war mein sensibles Kind innerhalb einer Woche einigermaßen eingewöhnt und hatte insgesamt eine gute Zeit in der Krippe. (Ausnahme: als die Erzieherin zu Kur war. In diesen sechs Wochen war mein Kind wie ausgewechselt und auch zu Hause unausstehlich.)

Meine weniger sensible, unkompliziertere und offenere jüngere Tochter hatte weniger Glück. Ich mag gar nicht mehr daran denken, was die Erzieherin so alles von sich gegeben hat. (Nur ein Beispiel: Eine Junge, der sich ebenfalls nicht recht eingewöhnen konnte und sich morgens beim Abgeben regelmäßig in Rage weinte und sich dann mitunter sogar übergab, erbrach sich mal wieder vor "Hysterie". Die Erzieherin stand direkt daneben und sagt laut zu mir, die ich gerade mein Kind brachte, mit äußerst abwertenden, genervten Ton: "Das macht der immer, MIT ABSICHT!" --- Der Junge war 2,5 Jahre alt und stand ebenfalls unmittelbar daneben.)
Ich brauche nicht weiter erklären, dass mein Kind sich bei dieser Erzieherin nicht eingewöhnte. (die meine Tochter für übersensibel und von einer auf sie viel zu empathisch reagierenden Mutter verwöhnt hielt)
Besser wurde es erst dann mit 3 nach dem Wechsel in den Kindergarten zu einer anderen, empathischeren Erzieherin.

Ich habe es inzwischen aufgegeben zu erwarten oder zu hoffen, dass mein(e) Kind wirklich verstanden werden.
Wenn da mal jemand ist, der die Kinder "durchschaut" ist das ein großer Glücksfall.
Mit der Großen war ich im Lauf der letzten 1,2 Jahre sogar bei zwei Psychologen, ausgebildeten, klugen Menschen mit Fachwissen sollte man meinen.
Beiden gelang es nicht, das Kind richtig einzuordnen.
Die eine deutete erfundene Geschichten vom Kind so, dass sie nicht genug Unterstützung von mir als Mutter bekomme und womöglich ein gestörtes Verhältnis bestünde. (Grund: In den Geschichten, die sie zu vorgefertigten Bildern erfand - immer je mit Kindern + Erwachsenen in verschiedenen problematischen Szenen gezeichnet - lösten die Kinderfiguren in den Deutungen meiner Tochter das dargestellte Problem stets ohne Hilfe der Erwachsenen. Auf die Idee, dass das was mit dem starken Wunsch nach Autonomie zu tun haben könnte, und sogar ein positives Bild darstellen kann, weil das Kind offensichtlich grundsätzlich daran glaubt, kompetent genug zu sein, Probleme selbst lösen zu können, kam die Psychologin nicht.
Das andere Mal erklärte ich einer anderen Psychologin beim Erstgespräch (bei dem es dann auch blieb!) zunächst lang und breit, dass das Kind sich außerhalb von zu Hause verstellt und nicht gern zeigt. Kurze Zeit später erklärte mir die Psychologin zum weiteren Vorgehen, VOR DEM KIND, dass sie gern auch eine schriftliche Einschätzung von der Klassenlehrerin haben möchte über das Kind.
Wie blöd, sorry, kann man sein? Was wird meine kluge Tochter- damals 9 Jahre alt - da wohl denken?
Doch sicherlich, dass es nur richtig ist, sich nicht "zu zeigen", wenn jederzeit die Gefahr besteht, dass man schriftlich beurteilt wird und das auch noch weitergegeben werden soll...
BEIDE Psychologinnen wussten zu dem Zeitpunkt übrigens von der durch Test bestätigten Hochbegabung.
Aber offensichtlich wussten sie damit rein gar nichts anzufangen.
Seitdem ich mich in das Thema einlese, kann ich nur den Kopf schütteln über die Einschätzungen und Fehleinschätzungen diverser Fachleute wie Pädagogen und sogar Psychologen!

Also: schmink dir besser ab, dass irgendjemand dein Kind versteht. Sieh es als Glücksfall, wenn euch so jemand begegnet, es gibt sie sehr wohl, diese Menschen, aber erwarte es nicht.
Wir hatten hier eine Bäckereiverkäuferin und eine Tanzlehrerin, die mein damals noch Kindergarten-Kind intuitiv als "besonders" erkannte und schnell auch einen besonderen Draht zu ihr fanden.
Bei den Kindergärtnerinnen und Lehrern hatte sie leider weniger Glück.
Wenn dein Kind und/oder auch du zu den Hochbegabten gehört, gehört ihr/es zu wenigen Prozent und du wirst einfach wenige Menschen treffen, die damit Erfahrung haben. Und leider auch so manche, denen es einfach an der Kompetenz fehlt, sich selbst bei gutem Willen wirklich einzudenken in diese Welt...

Ich persönlich kann dir nur raten, dich in das Thema einzulesen. Du wirst, denke ich, so einiges besser verstehen und mit anderen Augen sehen, wenn du mehr darüber weißt.
Mir ging es zumindest so.
(Gern gebe ich dir dazu auch einige Buchtipps, die mir besonders weitergeholfen haben.)

Du/ihr solltet in der Lage sein, deinem/euren klugen Kind eine sichere "Basis" zu schaffen, wo es sich verstanden fühlt und wo es sich wohlfühlt und ganz es selbst sein kann.
Die Welt außerhalb werdet ihr nicht ändern können und du solltest versuchen, deinem Kind das Werkzeug und die sichere Basis zu bieten, um damit zurecht zu kommen.
Dabei kann vieles helfen, bspw:
- Wissen (z.B. durch Bücher oder den Austausch hier)
- sich von vorgefertigten Erwartungen /Meinungen lösen (z.B. wie und wo ein Kind schlafen müsse)
- langfristig Kontakte suchen zu Kindern, die ähnlich ticken
(...)
Zuletzt geändert von sinus am Do 12. Sep 2019, 01:00, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon sinus » Do 12. Sep 2019, 00:24

Lunamia Schokokeks hat geschrieben:
- Kommt jemandem von euch unser Werdegang bekannt vor? Was habt ihr gemacht, wie habt ihr das durchgestanden?

- Warum macht er das (Einnässen, spucken, schubsen etc.)? Ist das alles altersgerecht und fällt mir nur deshalb so massiv negativ auf, weil er kognitiv schon weiter ist? Muss er schon seine Impulse kontrollieren und seine eigenen Bedürfnisse hinten an stellen können, wie es uns von der ehemaligen Kiga-Leitung immer wieder als sein Manko mitgeteilt wurde?

- Werden Fähigkeiten wie das Erkennen von Zahlen und Buchstaben wieder verlernt? Er konnte mit knapp 2 Jahren alle Zahlen von 0-9. Und heute? Ist es so, als hätte er sie noch nie gekonnt (mit Ausnahme der 4, die erkennt er immer noch). Das bringt mich manchmal regelecht auf die Palme.

- Warum diese Schere zwischen kognitiver und sozialemotionaler Entwicklung? Es ist mir natürlich klar, dass nicht alles gleichzeitig gleich weit entwickelt sein kann. Auch habe ich schon oft von dieser „Schere“ gelesen. Aber sie dann selber zu erleben, ist nochmal was ganz anderes und hat mir nur allzu deutlich gemacht, dass ich eigentlich doch noch nicht so richtig verstanden habe, warum das so ist.!




Der sehr kluge Sohn einer definitiv selbst ziemlich hochbegabten Freundin ist genau so.
Was altersgerecht ist, lässt sich so schwer sagen.
Aber bei hochbegabten Kindern ist so einiges nicht "altersgerecht". :fahne:

Meist sind auffällige Verhaltensweisen die Reaktion auf fehlende Passung und verschwinden, wenn das Umfeld besser passt. (Oder wenn das Kind durch Reife und Erfahrung gelernt hat, besser mit fehlender Passung klarzukommen)
Das Kind einer Bekannten - Kind getestet hochbegabt - nässte im Grundschulalter wieder ein und wurde insgesamt in mehreren Punkten auffällig. Ein konsultierter Psychologe attestierte: Anpassungsstörung. Das Kind reagiere an sich völlig normal darauf, dass es sich in der Schule und unter den Altersgenossen eben leider nicht im zu ihm und seinem Denken passenden Umfeld bewegt.
Behandeln könne und müsse man da nichts, man müsse dafür sorgen, dass das Kind Strategien entwickelt, besser damit klarzukommen oder für ein passenderes Umfeld sorgen.
Im Gymnasium verschwanden die Probleme dann übrigens völlig. Vermutlich durch mehr Reife und besserer Passung gleichzeitig.

Spucken, schubsen etc ist ggf eine völlig normale Reaktion darauf, dass er frustriert ist und nicht verstanden wird und nicht weiß, wie er das den anderen Kindern, die ja offensichtlich nicht "seine Sprache sprechen" gegenüber anders ausdrücken kann.
Er weiß ja nicht, woran das liegt und auch noch nicht, wie er damit umgehen könnte. Vielleicht sind es seine ungeschickten Versuche, Wege zu finden, Kontakt aufzunehmen oder sein Frust und Protest.

Zwar haben kluge Kinder besondere Gaben, die es ihnen tw erleichtern zu verstehen und zu lernen, aber anderseits haben sie tw eben auch schwierigere Entwicklungsaufgaben zu meistern, weil sie eben so stark von den anderen abweichen und/oder weil ihre emotionale Entwicklung nicht zur kognitiven passt und sie viel mehr mitbekommen, als sie emotional verarbeiten können.

Warum die Schere: emotionale Entwicklung hat viel mit Lebenserfahrung zu tun. Da kann man nicht groß beschleunigen. Die Erfahrungen müssen einfach gemacht und durchlebt werden. Wenn ein 3jähriger denkt wie ein 5jähriger, hat er deswegen noch lange nicht 5 Jahre Erfahrungen gemacht und Emotionen und Denken sind nunmal auch zwei verschiedene Dinge.
(laut einer Psychologin verwechseln das intelligente Menschen wohl oft und glauben, Denken und Fühlen seien nahezu ein und dasselbe bzw zumindest eng miteinander verknüpft. Ist wohl nicht so.)
Beispiel: Bloß weil du eine fremde Sprache gelernt hast und wie die Menschen in einem fremden Land reden und sie verstehen kannst, kannst du deren Kultur noch lange nicht verstehen, dazu braucht es viele Jahre des Lebens und Erlebens vor Ort...
(Das Beispiel hinkt natürlich, aber es verdeutlicht es vielleicht trotzdem ein wenig?)

Zum Verlernen von Fähigkeiten: Bei meiner Großen konnte ich das auch sehr gut beobachten, wie Fähigkeiten immer überraschend auftauchten und dann tw auch wieder verschwanden. Das ist wohl normal. Oft müssen sie sich erstmal "festigen" und das kann durchaus irgenwo ganz im Verborgenen passieren, währenddessen sie scheinbar verschwunden sind.
Vielleicht ist das wie beim Instrument Üben: da gelingen einem auch mitunter schwierige Teile eines Stückes ganz gut, weil man sich gerade sehr darauf konzentriert und damit beschäftigt. Viele Bereiche des Gehirns involviert sind.
Dann denkt man, ach, es klappt ich schon ganz gut und versucht es auf "Autopilot" und mit weniger Konzentration und nichts geht mehr. Scheinbar hat man sich regelrecht verschlechtert.
Irgendwann - mitunter nach einer Nacht drüber schlafen und/oder vielen Wiederholungen - sitzt es aber und das Stück klappt dann wieder - nun "von allein" und ohne dass man sich mit aller Macht drauf konzentrieren muss.
Vielleicht ist das bei den Kindern ähnlich?
Sie interessieren sich vielleicht gerade sehr fürs Zählen, Buchstaben, Puzzeln, wasweißich und konzentrieren sich darum sehr darauf. Dann ebbt das Interesse ab oder andere Herausforderungen ziehen Energie ab und scheinbar wird etwas wieder verlernt... Es landet vielleicht irgendwo ganz weit hinten im Kopf und ist erstmal nicht mehr direkt abrufbar.
Bis es irgendwann komplett "integriert" ist und vielleicht auch in ganz anderem Zusammenhang dann eingesetzt werden kann.
Bei meiner Tochter war das besonders auffällig beim Malen und beim Puzzeln.
Sie machte mit 2 hochkonzentriert und bis zum Ende Puzzles, die sie mit 3 dann nicht mehr schaffte bzw wo sie nach der Hälfte einfach aufgab. Erst mit 4/5 war Puzzeln dann wieder dran.
Sie malte auch früh erste eindeutig und gut erkennbare Motive, ein paar hintereinander. Dann folgte monatelang nur Kritzelei...
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon Koschka » Do 12. Sep 2019, 08:28

Angesichts der Spannung in der Familie verstehe ich nicht, warum ihr so kategorisch den I-Platz abgelehnt habt... Der würde für euren Sohn zusätzliche Betreuungsvorteile bringen. Jemand wäre für ihn eine bestimmte Zahl der Stunden pro Woche da, um auf seine Wünsche einzugehen und ihm die Integration in die Gruppe zu erleichtern. Das ist ein Luxus.

Noch eine Möglichkeit ist ein heilpädagogischer Kindergarten. Als ich mit unserem Kindergarten sehr unzufrieden war, habe ich mit einer Leiterin so einer Einrichtung lange gesprochen. Sie hat mir bestätigt, dass sie kein Problem mit einem begabten Kind hätten, und das sie solche Kinder tatsächlich ab und zu haben. Sie sagte mir, dass so ein Kind im Gegensatz zu einem normalen Kindergarten bei ihnen beim Lesenlernen z.B. unterstützt werden wäre.
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon Lunamia Schokokeks » Do 12. Sep 2019, 10:39

Hallo Koschka, hallo Sinus,

nachdem mir gestern der Computer abgestürzt ist und meine Antworten alle weg waren, versuche ich es jetzt nochmal.

Danke für eure beiden Ansichten. Meine Schilderungen hinsichtlich der Schlafsituation waren nicht so ausführlich, wie sie es vielleicht hätten sein müssen, da es mir vorrangig um andere Fragestellungen geht, ich das Thema aber hinführend wichtig empfand, um unsere Situation ganzheitlich betrachten zu können. Leider ist das Gegenteil eingetreten, ich habe ein falsches Bild rübergebracht, dass ich gern zurecht rücken möchte.

Koschka hat geschrieben:Würde euer Leben sich nicht einfacher gestalten, wenn dein Sohn in eurem Bett schlafen würde? Warum musste er so früh auf so einem harten Weg alleine schlafen lernen?

sinus hat geschrieben:Und wenn ihr euch/ihn dann unter Druck setzt, weil "in dem Alter ein Kind doch alleine schlafen müsste", ist das sicherlich nicht unbedingt förderlich. Im Gegenteil.Gerade sensible und kluge Kinder haben auch so Einiges mehr zu verarbeiten und zu verdauen, die brauchen die Sicherheit und Nähe ggf viel, viel mehr, als andere Kinder.

sinus hat geschrieben:Wenn du gern liest, liest dazu mal Herbert Renz-Polsters "Born to be wild - wie die Evolution unsere Kinder prägt". (Sehr interessantes, kurzweiliges und aufschlussreiches Buch!) Er berichtet da u.a. von den Hintergründen, die das nächtliche Bedürfnis nach einem anderen Menschen neben sich hat und auch, wie das in anderen Kulturen gehandhabt wird.


Ich bin ein großer Fan von dem Buch „artgerecht – Das andere Baby-Buch“. Vieles in diesem Buch findet meine Zustimmung, darunter auch das Thema Familienbett. Wir hatten von Anfang an ein Familienbett, haben sogar eigens dafür das Wasserbett verkauft und uns ein richtig großes, ebenerdiges japanisches Bett mit Tatami-Matten gekauft. Unser Sohn liebt dieses Bett und nutzt es täglich zum Rumtollen und Kuscheln. Bis vor etwa 6 Monaten haben wir auch noch alle in diesem Bett geschlafen. Doch dann ging es einfach nicht mehr. Der Grund: unser Sohn schläft extrem unruhig. Er knirscht mit den Zähnen, tritt um sich, wimmert, spricht im Schlaf, dreht sich im Bett, liegt ständig ohne Decke, war häufig wach und weckte mich. Bisweilen schnarcht er auch. Und jedes Mal wurde ich wach. Und während mein Sohn schon längst wieder schlief, lag ich weiter wach und konnte nicht wieder einschlafen. Und war ich dann grad wieder eingeschlafen, wurde ich wieder getreten und war wieder wach. So ging es die ganze Nacht. Also haben wir unseren Sohn neben mir auf einer separaten Matratze schlafen lassen, mit einer Stillschlange zwischen mir und ihm, die seine Tritte abmildert. Trotzdem war ich ständig wach, denn das Wimmern, Schmatzen, Knirschen, Decke wegtreten, aufwachen und mich wecken usw. blieb dadurch ja unberührt.

sinus hat geschrieben:Ein Kind von 3 Jahren muss noch nicht alleine schlafen. Und auch nicht durchschlafen.
Woher hast du denn diese Erwartungen???


Von den Experten des SPZ. Die eben geschilderte Situation war der Moment, wo uns sowohl die Psychotherapeutin als auch die behandelnde Ärztin vom SPZ sagten, unser Sohn müsse raus aus unserem Zimmer uns rein ins eigene Bett im eigenen Zimmer. Damit ich nicht ständig wach würde und wieder zu Kräften kommen könne. Zudem müsse unser Sohn ein Modell davon entwickeln, wie alleine Einschlafen funktioniert (denn bis dahin brauchte er immer meinem Mann oder mich, um Einschlafen zu können). Wenn er dieses Modell entwickelt habe, könne er es auch später auch abrufen, wenn er nachts wach wird und so selbst wieder in den Schlaf finden. Bis es soweit war, wollte es die Ärztin medikamentös versuchen… Es folgte viele schwierige Wochen. Mehr als einmal bin ich eingeknickt und hab ihn zu mir geholt, weil sich alles andere irgendwie falsch anfühlte. Doch kaum wurde ich wieder mal von Tritten meines Sohnes geweckt, musste ich mich eingestehen, dass es so wirklich nicht weiter ging…
Parallel erfolgte einiges an Diagnostik. HNO und Schlaflabor sind die beiden letzten Untersuchungen, die gemacht wurden. Ergebnis: ja, unser Sohn hat ungewöhnlich viele Beinbewegungen in der Nacht. Und ungewöhnlich viele Arousals, also Weckreaktionen vom Gehirn. Es wird vermutet, dass die Beinbewegungen die Arousals verursachen. Diese wiederum sollen von einem Eisenmangel herrühren, der im Labor (wieder einmal) festgestellt wurde (damit kämpfen wir seit seiner Diagnose Ende des 1. Lebensjahres). Also bekommt er nun (wieder einmal) fleißig Eisentropfen um ihn soweit aufzusättigen, dass die übermäßige Beinaktivität aufhört und er somit nicht mehr diese unnötigen Arousals hat. Denn diese reißen ihn natürlich immer wieder aus den Tiefschlafphasen, weshalb seine Erholungsqualität natürlich nicht der entspricht, die er haben müsste. Ob das Eisen wirklich des Rätsels Lösung ist bleibt abzuwarten.
Und momentan haben wir eine gute Lösung gefunden. Er schläft in seinem Bett ein und ich werde nicht jedes Mal wach wenn er sich bewegt etc. Und wenn er wach wird, ruft er mich nicht zu sich, sondern er kommt zu uns rüber. Hat sein Eulenwecker (ein spezieller Wecker der zur zuvor eingestellten Weckzeit seine Augen öffnet) bereits offen, so darf er sich zu uns ins Bett legen und kuscheln, weiterschlafen, ganz wie er mag. Sind die Augen aber noch zu, so habe ich noch „Mama-Schlaf-Zeit“ und er geht wieder (in Begleitung) in sein Bett, wo er weiterschläft, bis die Eule die Augen öffnet. Das klappt natürlich nicht immer, muss es aber auch nicht. Aber es klappt immer wieder und er ist dann immer ganz stolz, dass er gewartet hat. :)

Koschka hat geschrieben:Dein Sohn benimmt sich so auffällig weil er große Schwerigkeiten hat wieder seine Ruhe zu finden. Es ist nicht nur das Thema von Begabung. Die Reizüberflutung [...] Reduziert drastisch die Reize


Natürlich ist auch dieser Punkt mehr als einmal Thema mit unterschiedlichsten Experten gewesen. Und so vielfältig waren auch die Ansichten dazu. Ich habe es schließlich ausprobiert und alles reduziert, mit der Folge, ein unglaublich unausgeglichenes Kind zu haben. Alles, was er nicht über Tag an „Futter“ bekommen hat, hat er dann unmittelbar vor dem Einschlafen eingefordert, mit der Folge, dass er noch schlechter geschlafen hat, weil das alles ja auch irgendwie verarbeitet werden muss. Seither befinden wir uns auf der stetigen Suche nach der richtigen Balance zwischen An- und Entspannung, der richtigen Dosis an Anforderung und Reizen, ohne ihn zu unter- oder zu überfordern. Und das ist echt nicht leicht, da es ja nun mal ein sich stetig wandelnder Prozess und kein starres Konstrukt ist. Sein Zimmer beispielsweise ist schon lange nach dem Montessori-Konzept eingerichtet. Klare Strukturen, nicht zu viel Spielzeug, etc… Auch haben wir auf Anraten mehr ruhige Momente, in denen wir kuscheln, mit Noppenbällen massieren, "Pizza backen". Ich habe ihm sogar eine Gewichtsdecke genäht, die ihm sehr gut tut. Aber da ist sicherlich noch Luft nach oben, nur kann ich ihm im Moment nicht mehr Nähe bieten, da ich auch einfach mal Raum für mich brauche, ohne ständigen Körperkontakt (oft würde er am liebsten in mich reinkriechen).

Koschka hat geschrieben:die Fremdbetreuung und das ist das erste mal das ich das hier schreibe: ohne Rücksicht auf Begabung und nach den Regeln des Kindergartens. Schickt ihn in den Kindergarten, zieht euch komplett heraus, lasst ihn die Regeln des Zusammenlebens erlernen. Schickt ihn mit dem guten Gewissen dorthin, er muss sich damit abfinden, dass die Welt viele anderen gleichwertigen Mitmenschen hat und mit 3 ist er groß genug für diese Entdeckung.


Auf jeden Fall soll er wieder in den Kindergarten, lieber heute als morgen! Er braucht Kinder, und natürlich muss er lernen, mit der Diversität der Kinder umzugehen, genauso wie er lernen muss, dass er nicht der Nabel der Welt ist. Da stimme ich zu 100% zu! Aber ich kriege keinen Platz, nicht mal bei den freien Trägern sind noch Kapazitäten vorhanden. Und ich habe meinen Radius schon bei bis zu 45 Minuten Fahrzeit pro Strecke ausgeweitet… Immerhin habe ich jetzt einen Platz in einer Spielgruppe bekommen, wo er zweimal in der Woche für 2 1/2 Stunden ohne mich betreut wird. Zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber definitiv besser, als gar kein Tropfen.

Koschka hat geschrieben:hattet ihr schon im Babyalter die Diagnose der Regulationsstörung?

Die Diagnose Regulationsstörung hatten wir damals nicht und haben wir auch heute nicht.

Koschka hat geschrieben:Dass die leeren Drohungen zu nichts in der Erziehung führen weißt du schon selbst, warum wendest du sie an? Dein Kind geht in sein Zimmer auf deine Aufforderung?


Weil ich keine Alternativen kenne. Ich weiß schlichtweg nicht, was ich sonst tun soll. Dazu belese ich mich gerade, weil ich das unbedingt ändern möchte. Wenn du da Tipps für mich hast, gerne her damit, ich bin für alle Hinweise dankbar!

Koschka hat geschrieben:Angesichts der Spannung in der Familie verstehe ich nicht, warum ihr so kategorisch den I-Platz abgelehnt habt... Der würde für euren Sohn zusätzliche Betreuungsvorteile bringen. Jemand wäre für ihn eine bestimmte Zahl der Stunden pro Woche da, um auf seine Wünsche einzugehen und ihm die Integration in die Gruppe zu erleichtern. Das ist ein Luxus.


Wir haben den I-Platz nicht kategorisch abgelehnt, sondern uns zunächst lange informiert und mithilfe verschiedener Expertenmeinungen abgewogen, ob es Sinn macht oder nicht. Die Kiga-Leitung war selbst nicht sicher, ob es das richtige für unseren Sohn wäre, denn inhaltlich hätte das ganze so ausgesehen, dass er 1x/Woche 45 Minuten am und mit einem Pferd arbeitet. Sicher, für die Tiefensensibilität wäre das ein großer Gewinn gewesen, da waren wir uns alle einig. Aber wäre das der große Wurf gewesen? Was sind 45 Minuten einmal in der Woche? Da viele der eingeholten Meinungen unsicher hinsichtlich des Erfolgs waren und wir noch dazu den Hinweis bekamen, dass unser Sohn sich ja schon jetzt anders fühlt, und dass wir diese Situation möglicherweise verschärfen würden, wenn er ein I-Kind wird (nach dem Motto "Mit mir stimmt etwas nicht, ich bin nicht okay") haben wir uns dagegen entschieden. Zusammen mit der Kiga-Leitung haben wir dann überlegt, welche Kiga-Form möglicherweise besser für unseren Sohn passt und sind neben Montessori auch auf heilpädagogische Einrichtungen gekommen. Leider gibt es von beim beiden kaum welche in unserer Umgebung und die, die es gibt, sind voll...

Koschka hat geschrieben:Er fordert ständig Aufmerksamkeit und egal wie viel du gibts, er wird nach mehr fragen.


Das ist ein Hinweis, der mich sehr bewegt. Je mehr ich gebe, desto mehr fordert er ein. Ein sehr interessanter Gedanke, der für michsehr wertvoll ist. Da werde ich eine Weile drauf herum denken. Danke dafür!

sinus hat geschrieben:Ich persönlich kann dir nur raten, dich in das Thema einzulesen. Du wirst, denke ich, so einiges besser verstehen und mit anderen Augen sehen, wenn du mehr darüber weißt. Mir ging es zumindest so. (Gern gebe ich dir dazu auch einige Buchtipps, die mir besonders weitergeholfen haben.)


Ohja, sehr gern! Aktuell lese ich "Ich bin hoch begabt" von Barbara Teeke und "Elterntraining Hochbegabung" von Gabriele Gorny. Ich muss dazu aber sagen, dass ich lange brauche um die Bücher zu lesen, weil ich eben abends so erschöpft bin und meine Aufmerksamkeitsspanne entsprechnd kurz ist. Ergo bleibt nicht so viel hängen,wie früher und ich muss häufiger nachlesen. Dennoch: ich freue mich über jede Hilfe, die ich bekommen kann.

So, die Familienpflichten rufen. Später komme ich sehr gern auf die anderen Hinweise und Anregungen von Sinus zurück. Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast, mir so ausführlich zu berichten!

Herzliche Grüße,
Lunamia
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon Koschka » Do 12. Sep 2019, 11:21

Ich verstehe, dass die Begabung von allen Erklärungen die ist, die am besten klingt. Es ist aber unwahrscheinlich, dass einzig und allein kognitive Begabung den Grund für solche Probleme gibt. Kennst du den Skandalfilm "Elternschule"? Ich bin alles andere als einverstanden mit ihren Methoden, aber das Problem beschreiben sie sehr treffend. Kinder die nicht wissen, wann sie essen, wann sie schlafen und wie sie sich den Eltern gegenüber benehmen sollen haben eine Regulationsstörung. Die Kinder, die sie gefilm haben, sind nicht hochbegabt, aber sie zeigen m.E. viele Parallelen im Verhalten mit deinem Sohn. Sicher kannst du unter den Begabten auch ähnliche Fälle finden. Ich schätze, dass ich zwei Dutzend hochbegabte Kinder ganz nah aus dem Internetbriefwechel, und den größten Teil davon auch über Jahre hinaus persönlich kenne. Kein Kind davon hat so die SItuation in der Familie strapaziert, dass die Eltern nicht mehr konnten und dass das Kind mit 3 Jahren aus dem Kindergarten rausgebeten wurde.

Weiter ist mir nicht klar, wie dein Kind von dir sein "Futter" einfordern kann, wenn du der Meinung bist, du möchtest die Menge reduzieren. Ich habe vier Kinder, und vielleicht sind meine Großen bald in dem Alter, in dem sie sagen, entweder kriege ich einen Lamborgini oder ich ziehe hier aus, aber bis jetzt bestimmen mein Mann und ich wer wiviel wovon bekommt. Mit 3 ist das Leben der Eltern noch einfach. Sollte es nötig sein, gibt es keine neue Bücher im Haus, Fehrnseh ist im Keller und der Audioplayer ist kaputt. Daher kann man entweder im Bett kuscheln, gemeinsam Abendessen machen oder vor dem Schlafen noch eine Runde spazieren gehen. Zu viele Fragen? Sie werden einfach nicht beantwortet. Du bestimmst es. Wenn dein Sohn nachfragt, ohne die Anwort abzuwarten, dann beschäftigt er sich damit nicht wirklich tief. Er will sich nur deine Aufmerksamkeit sichern.

Zu den Strafen: meine Jungs waren von Anfang an resistent nicht nur gegen leere Drohnungen, sondern auch gegen die echten Strafen. Wir haben gelernt ohne auszukommen. Es gibt nur unmittelbare Konsequenzen, manchmal eine sehr wütende Muter, mehr aber nicht. Keine Fernsehverbote, kein Taschengeldentzug und kein Absitzen im Zimmer. Wenn meine Kinder sich daneben benehmen, hilft es, wenn sich alle zuerst beruhigen, und danach ganz in Ruhe die Situaiton besprechen.
Koschka
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon Maca » Do 12. Sep 2019, 14:18

Hallo lunamia!

Du hast hier ja schon viele Anregungen erhalten, viel kann ich nicht beitragen, nur, dass ich unbedingt vom SPZ Abstand nehmen würde, um mich nur noch an eine KJP zu wenden.
Bei jeder Form von neurotypischer Abweichung in Form von Wahrnehmungsstörungen, sind Kinderpsychiater die Fachärzte mit der besten Expertise ( vor allem natürlich, wenn sie darauf spezialisiert sind).

Als Mutter eines (schwerst) betroffenen ADS- Kindes, kommt mir vieles deiner Beschreibungen sehr bekannt vor, von meinem extrem rationalen HB- Kind kenne ich das überhaupt nicht.

Das Wort, was mich im Umgang mit meinem persönlichen Quälgeist immer wieder ansprang war der Begriff der existentiellen “GIER“.
Egal was wir taten, es war NIE GENUG. Nicht genug Stimulation, nicht genug Aufmerksamkeit, nicht genug Tag, nicht genug von allem was Spass macht, nicht genug Süsses, nicht genug Liebe, nicht genug Körperlichkeit, nicht genug Menschen.........und alle Tips von den Kinderärzten, Psychologen etc. aus dem SPZ, haben nur noch mehr Verunsicherung und Unruhe in unsere Familie gebracht.
Die Begabung deines Sohnes ist vielleicht nicht Ursache seiner Probleme, sie verstärkt diese aber und sie ist Teil dieser Gier, daher kann ich mir gut vorstellen, dass eine Reduktion des intellektuellen Inputs ihn keinesfalls ruhiger werden lässt.
Solche Kinder sind wirklich eine maximale Herausforderung.
Mein ADS- Kind ist nicht hb und war außerhalb des Hauses immer super sozial kompatibel und trotzdem fühlte ich mich mit ihr jahrelang komplett überfordert.

Nur zur Aufmunterung, als meine Tochter 3 war, habe ich mir wahnsinnige Sorgen gemacht, was aus diesem egozentrischen, impulsgesteuerten, frustrationsintoleranten, renitenten, diskussionssüchtigen und so unerträglich reizoffenen Kind einmal werden würde.
Heute (nach 15 Jahren) haben wir unsere Kämpfe ausgefochten und sie ist mir näher als jeder andere Mensch auf der Welt und sehr viel kooperativer als ihre Altersgenossinen.
Ganz tief im Naturell solcher Kinder steckt das unbändige Verlangen nach Selbstvergewisserung und dem Dauerbedürfnis in Aktion mit der Umwelt zu treten, Reaktionen zu produzieren.
Sie sind süchtig nach dieser Dauerstimulanz und gleichzeitig durch ihre Reizfilterschwäche im permanenten Zustand der Überforderung. Je unspektakulärer die Reaktionen ausfallen, je geringer ihre Befriedigung und ihr Drang auf dauerhafte Wiederholung.

erstmal alles Gute
wünscht Maca
Maca
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Re: Was soll ich nur tun?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 12. Sep 2019, 15:43

Lunamia Schokokeks hat geschrieben:
So, bevor mein Roman noch länger wird (Entschuldigung! Und danke an alle, die sich bis hierhin durchgekämpft haben!) fasse ich meine Fragen hier am Ende mal zusammen:

- Kommt jemandem von euch unser Werdegang bekannt vor? Was habt ihr gemacht, wie habt ihr das durchgestanden?


Jep, kommt mir bekannt vor! Nur, dass bei uns kein SPZ oder Kindergarten mit guten Ratschlägen dahergekommen ist (der Versuch wäre schon da gewesen, aber ich habe dann immer gleich klargestellt, was ich bereit bin, erzieherisch zu verändern, und was nicht).

Lunamia Schokokeks hat geschrieben:- Warum macht er das (Einnässen, spucken, schubsen etc.)? Ist das alles altersgerecht und fällt mir nur deshalb so massiv negativ auf, weil er kognitiv schon weiter ist? Muss er schon seine Impulse kontrollieren und seine eigenen Bedürfnisse hinten an stellen können, wie es uns von der ehemaligen Kiga-Leitung immer wieder als sein Manko mitgeteilt wurde?


Ich dachte bei meinem Sohn lange, es wäre alles ok, und seine Auffälligkeiten (auf die mich seine Kindergärtnerinnen mehrmals wertschätzend hingewiesen haben) wären einfach nur normale Entwicklungsschritte, die durch seinen kognitiven Vorsprung einfach mehr auffallen. Es gibt ja überall nette Erklärungen. Zuerst ist es das zahnen (0,5-2 Jahre), dann die Trotzphase (2,5-5Jahre), dann wieder der Zahnwechsel (5-8 Jahre), dann die Vorpupertät (8 -11 Jahre)...

Dabei geht es gar nicht so um altersgerecht oder nicht - mein Sohn war mit 3 Jahren und 4 Monaten tagsüber komplett trocken und sauber. Dann hat er wieder einzunässen begonnen, erst sporadisch, dann regelmäßig und schließlich kam auch einkoten dazu und er musste wieder Windeln tragen. Damals habe ich vermutet, dass es nicht absichtlich ist, sondern psychosomatisch, rückblickend bin ich mir dessen sogar sicher. Nur was macht man mit pschosomatischen Auffälligkeiten? Die sind ja genauso real und im Gegensatz zu vielen körperlichen Ursachen gibt es keine klaren Behandlungsempfehlungen, keine Medikamente (wie z.B. bei Harnwegsinfekt), kein Verhaltenstraining (wie bei Dingen, mit denen ein Kind von Haus aus Schwierigkeiten hat). Bei uns ist es erst nach über 2 Jahren so weit besser geworden, dass mein Sohn tagsüber ohne Windel ausgekommen ist. Das war ein paar Monate vor Schulstart. So viel zum einnässen.

Was das spucken, schubsen, schlagen usw. anbelangt so sehe ich darin einen Hilfeschrei, ohne eine Ahnung zu haben, was deinen Sohn so belastet. Mit diesem Verhalten bekommt er natürlich auch Aufmerksamkeit, aber das ist mMn nicht die Ursache. Meine Vermutung ist, dass sich dein Sohn im Kindergarten gar nicht wohl gefühlt hat und er daher seinen Frust immer deutlicher gezeigt hat, was die Fronten (zwischen ihm und den Betreuerinnen, die ja gern ein pflegeleichtes Kind hätten) noch verhärtet hat. Das kann in einer anderen Einrichtung komplett anders sein. Ich würde bewusst nach einem Kindergarten oder einer Tagesmutter suchen, wo klare Regeln und Strukturen gibt, wo aber trotzdem ein liebevoller und wertschätzender Umgang mit den Kindern gepflegt wird. Wichtig ist nur (koschka hat schon ähnliches geschrieben) dass du dich dort weitgehend raushältst.

Mein Sohn hatte auch schlimme Phasen, wo er z.B. am Badestrand in Italien wildfremde Leute mit nassem Schlamm beworfen hat. Außerdem hat er Fäkalien an die Wände geschmiert, mit Hingabe immer wieder Schimpfwörter wiederholt (zu Hause durfte er das, wir dachten dann würde es den Reiz verlieren, aber das war laaaaange nicht der Fall) und es gab auch hin und wieder (Gott sei Dank nicht sehr oft) Handgreiflichkeiten mit anderen Kindern. Besser wurde es, als mein Mann und ich (nicht unser Sohn) regelmäßig zu einer Sozialarbeiterin und Kinderpsychologin gegangen sind, wo wir unsere Sorgen besprochen haben. So komisch das klingen mag, diese Termine haben uns bestärkt, dass wir nichts gröberes falsch machen und uns geholfen, authentischer und liebevoller zu werden. Und so sind die Auffälligkeiten auch nach und nach besser geworden.

Mittlerweile hat mein Sohn sowohl die Diagnose ADHS als auch Asperger Autistmus. Seinen kognitiven Vorsprung hat er immer noch, aber das ist eine davon unabhängige Sache. Ich bin froh darüber, weil ich mir so wenigstens (noch) keine Sorgen machen muss, dass er in der Schule was nicht versteht, er keine Nachhilfe braucht und die Abende und Wochenenden dadurch entspannt gestaltet werden können :) .

Mein Sohn ist immer noch sozial-emotional deutlich "hintennach", meiner Einschätzung nach mindestens 3, eher 4-5 Jahre. Sprich: er verhält sich mit 9 Jahren wie ein Vorschulkind. In seiner Mehrstufenklasse ist das kein großes Problem, aber in einem Jahr steht der Wechsel aufs Gymnasium bevor. Mir wurde sogar von den Lehrerinnen angeboten, meinen Sohn ein Jahr zurückstellen zu lassen, also dass er noch ein weiteres Jahr in die 4. Klasse Grundschule geht, damit er sozial-emotional aufholen kann. Ich habe abgelehnt, weil seine Schere zwischen kognitiver und sozial-emotionaler Entwicklung einfach zu groß ist. Ob er mit 10 aufs Gymnasium kommt und sich wie ein 6jähriger benimmt oder ob er mit 11 hinkommt und sich wie ein 7jähriger benimmt, macht meiner Einschätzung nach nicht viel Unterschied. Ich glaube auch, je näher er beim Gymnasiumeintritt an der Pupertät ist, desto schwieriger wird es noch einmal. Und dann müsste er ja auch noch ein Jahr länger in die Schule gehen als notwendig. Keine Ahnung ob meine Überlegungen so stimmen, das weiß man ja immer erst hinterher, wenn man sieht, ob es geklappt hat, oder nicht (wobei man da immer noch nicht weiß, ob es anders wirklich besser gewesen wäre). So gesehen kann ich nur in der Situation die Entscheidungen treffen, die mir als beste Möglichkeit erscheinen ;) .

Lunamia Schokokeks hat geschrieben:- Werden Fähigkeiten wie das Erkennen von Zahlen und Buchstaben wieder verlernt? Er konnte mit knapp 2 Jahren alle Zahlen von 0-9. Und heute? Ist es so, als hätte er sie noch nie gekonnt (mit Ausnahme der 4, die erkennt er immer noch). Das bringt mich manchmal regelecht auf die Palme.


Es ist ein Unterschied zwischen können und zeigen. Ein Zweijähriger ist unbedarft und es ist ihm egal, wie ihn andere einschätze. Dann kommt irgenwann mal der Entwicklungsschritt, dass ein Kind erkennt, wie es in den Augen anderer "zu sein hat". Daran kann es sich anpassen oder es kann sich dagegen wehren. Mein Sohn hat, als er mit 2 Jahren nach seinem Alter gefragt wurde, mit süßem Lispel-Sprechfehler gesagt "Noch bin ich zwei Jahre alt, aber am 3.3. werde ich 3 Jahre alt!". Über zwei Jahre später hat er auf die Frage nach seinem Alter 5 Finger in die Höhe gestreckt - wie er es bei den anderen Kindern im Kindergarten gesehen hatte.

Ich denke, dass andere Kinder, die kognitiv nicht so weit sind, ein kluges Kleinkind durchaus verunsichern können. Mein Sohn konnte mit 2 Jahren links und rechts einwandfrei unterscheiden. Als sie es mit 5 Jahren im Kindergarten "gelernt" haben, hat er plötzlich wieder alles durcheinandergebracht. Denn die anderen Kinder haben oft geraten und lagen da manchmal falsch. Das hat meinen Sohn auch durcheinander gebracht.

Ähnlich kann es auch mit Zahlen und Buchstaben sein. Irgendein Kind sieht z.B. ein H und ruft selbstbewusst "Das ist ein A!" Ein anderes Kind nickt, weil es so tut, als würde es den Buchstaben auch kennen. Und das kluge Kind denkt leise bei sich "Dann muss ich wohl im Irrtum sein, denn bis jetzt habe ich geglaubt, das wäre ein H. Aber ich werde mir jetzt merken, dass es ein A ist."

Lunamia Schokokeks hat geschrieben:- Warum diese Schere zwischen kognitiver und sozialemotionaler Entwicklung? Es ist mir natürlich klar, dass nicht alles gleichzeitig gleich weit entwickelt sein kann. Auch habe ich schon oft von dieser „Schere“ gelesen. Aber sie dann selber zu erleben, ist nochmal was ganz anderes und hat mir nur allzu deutlich gemacht, dass ich eigentlich doch noch nicht so richtig verstanden habe, warum das so ist.


Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder ist die Schere bei deinem Sohn nur momentan so groß, weil er und der Kindergarten einfach nicht "zusammengepasst" haben, oder sonst was für ihn gerade gar nicht "passt" (nach Remo H. Largo ein klassisches "mißfit"), oder es steckt eine Wahrnehmungsstörung dahinter.

Was von beiden es bei deinem Sohn ist kann Dir niemand seriös sagen, das wirst du mit der Zeit herausfinden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine Wahrnehmungsstörung auch kein Drama sein muss, wenn man (als Eltern) lernt, damit umzugehen. Ich bin Mutter von einem 9jährigen ADHS -und Asperger-Kind und einem gehörlosen 7jährigen frühkindlichen Autisten. Unsere Probleme sind komplett anders als die von Familien mit neurotypischen Kindern. Zum Beispiel haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unseren jüngeren Sohn unter der Woche in einem Internat (der Schule angeschlossen) unterzubringen, weil wir es zu Hause einfach nicht mehr geschafft haben. Und siehe da - Sohnemann ist GERN im Internat und auch die Situation zu Hause hat sich deutlich gebessert.

Deine Frage "Warum ist das so" kann dir, falls dein Sohn eine Wahrnehmungsstörung haben sollte, niemand beantworten. Es kann auch niemand sagen, warum ein Kind Diabetiker ist oder Asthma hat oder eine Nahrungsmittelintoleranz. Leider sind Einrichtungen wie das SPZ gerade bei nicht-offensichtlichen Störungen schnell da, den Fehler bei den Eltern zu orten. Das ist verständlich vor dem Hintergrund, dass dort "Generalisten" sitzen, die sich mit allen möglichen Störungen und Krankheitsbildern GROB auskennen sollten, aber keine detaillierten Kenntnisse (z.B. zu ADHS, AVWS oder Autismus) haben. Daher sind ihre Diagnosekriterien lückenhaft, viele sind aber trotzdem so von sich überzeugt, dass sie ihre Einschätzung als "Diagnose" kundtun, anstatt zu echten Experten (auf Wahrnehmungsstörungen spezialisierte Zentren oder KJPs) weiter zu schicken. Leider sind die nach außen sichtbaren Auffälligkeiten bei emotional vernachlässigten Kindern oder solchen, aus assozialen Familien (mit denen ein SPZ ziemlich oft zu tun hat) denen von Kindern mit Wahrnehmungsstörung sehr ähnlich.

Lunamia Schokokeks hat geschrieben:,
Ich bin so dankbar für dieses Forum! Endlich mal alles frei von der Seele schreiben zu können, ohne als Heli-/Eislaufmama abgestempelt zu werden tut so unglaublich gut! Denn das ist ein weiterer Punkt in unserem Werdegang: nur wenige sehen unseren Sohn wie ich ihn sehe. So schrieb die ehemalige-Kigaleitung in ihrem Entwicklungsbericht, dass unser Sohn im Kiga noch keine Rollenspiele zeigen würde. Der erste Satz im Entwicklungsbericht der Ergotherapeutin vom SPZ hingegen, die ihn nur 1 Stunde gesehen hat (!) war, dass unser Sohn den Raum exploriert und sofort ins Rollenspiel geht… Wie geht das zusammen??? Ich freue mich auf eure Meinungen.

Ganz herzliche Grüße!


Das passt für mich insofern zusammen, dass dein Sohn im Kindergarten ein anderes Verhalten gezeigt hat als anderswo. So, wie du die Situation beschrieben hast, dürfte er sich dort ja nicht wohl gefühlt haben, was auch erklärt, dass entspanntes Rollenspielen ihm daher nicht möglich war.

Es kann aber auch eine andere Ursache haben. Mein Sohn hat im Kindergarten, obwohl er sich dort wohl gefühlt hat, auch keine Rollenspiele gespielt, zu Hause (mit mir) aber ständig. Ich habe auch lange Zeit Autismus ausgeschlossen, weil mein Sohn ab einem Alter von ca. 2 Jahren bis weit ins Schulalter Rollenspiele geliebt hat. Tatsächlich aber waren seine Rollenspiele anders als die, die andere Kinder MITEINANDER gespielt haben. Mein Sohn wollte immer beide Rollen vorgeben. Ständig hieß es "Mama, im Spiel sagst du jetzt ......" und jegliche Improvisation meinerseits hat meinen Sohn durcheinander gebracht. Wir mussten immer dieselben Rollenspiele wiederholen, nach 10x das gleiche gab es mal ein paar andere Sätze dazwischen, dann blieb es wieder für 5x gleich,... Für diese Art von Rollenspiel-Monologen hat mein Sohn im Kindergarten einfach keine Mitspieler gefunden. Mit mir oder anderen Erwachsenen waren diese Spiele aber durchaus möglich, weshalb er sie auch bevorzugt mir mir gespielt hat.

Noch heute, mit 9 Jahren, kann mein Sohn auf Grund seiner Wahrnehmungsstörungen, keine "normalen" Freundschaften mit anderen Kindern schließen und tut sich bei allen Gruppen-Aktivitäten generell schwer. Hin und wieder trifft er mal ein Kind, mit dem es in einer 1:1 Situation möglich ist, eine Zeitlang (bis zu einer Stunde) GEMEINSAM zu spielen. Das sind normalerweise sehr kompetente, flexible Kinder, die sich den Spiel-Wünschen meines Sohnes anpassen.

Insgesamt sind solche Kinder aber selten. Mein Sohn ist in vielen Bereichen ein echter Nerd und textet alle ungefragt immer wieder mit "seinen" Themen (Minecraft, Entenhausen, Kurz-gesagt-Videos, Astronomie, Anatomie,...) zu. Es gibt kaum Kinder seiner Alters, die mit diesen Themen (sehr vertieft!) was anfangen können.

So, die Fragen habe ich bestmöglich beantwortet. Wenn du noch was wissen willst, gerne!
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
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