Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Probleme und Lösungen für den Kindergartenalltag
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Doro

Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von Doro »

Hallo ich heiße Doro,

ich bin zur Zeit wirklich verzweifelt und weiß nicht mehr was ich tun soll.
Mein Sohn ist nun 5 1/2 Jahre alt und geht schon in den zweiten Kindergarten. Er wird noch in diesem Jahr die Schule besuchen.
Das Problem ist, auch wenn es "nur" noch ein paar Monate sind bis die Schule los geht, leidet er im Kindergarten unter den Erzieherinnen.

Mein Kind wird öfter als Problemkind angesehen und in jedem Entwicklungsgespräch sagt man mir das ich mit ihm eine Verhaltenstherapie machen soll.
Er soll kleine Kinder extrem tyrannisieren.
Ich weiß das mein Sohn kein Engel ist. Jedoch find ich die Erziehungsmethoden in diesem Kindergarten extrem.

Ein Beispiel dazu:
Im KIndergarten werden alle Kinder zum Mittagsschlaf gezwungen. Kinder die nicht schlafen können oder wollen, weil sie nicht ausgelastet sind (da man dort auch sehr selten raus geht mit den kleinen) werden zum schlafen gezwungen. Wenn die kleinen nicht schlafen werden sie raus in den Flur oder in die Gaderobe, bzw in den Waschraum mit ihrer Matratze gelegt. Dort "müssen" sie schlafen, sonst gibts eine ermahnung.

Mein Sohn schläft aber leider nicht mehr nach dem Mittag. Er würde viel lieber spielen oder ein Buch ansehen. Da der Kindergarten aber zur Zeit renoviert wird und die kleinen in einem Container wohnen müssen, gibt es keinen extra raum wo sie dies tun könnten. Die Erzieher sitzten dann immer in der Gaderobe und machen 2h Pause.

Mein Kind kommt nun allso beim Mittagsschlaf auf dumme Gedanken weil ihm Langweilig ist und zieht einem anderen Kind die Decke weg.
Dafür wird er in eine andere Gaderobe gelegt. Wärend alle Kinder aufstehen muss mein Kind liegen bleiben.
Als es Vesper gibt, darf mein Sohn nicht daran teil nehmen, obwohl ich dies Bezahle.
Danach wurde er auf einen Stuhl gesetzt um ihm den ganzen Mist wohl auszutreiben.
Ich holte meinen Sohn 16:30 Uhr vom Kindergarten ab und sah ihn da sitzten. Ich hab ihn total entgeistert gefragt seit wann er da sitzte und er meinte das er schon seit dem Mittagsschlaf nicht spielen und sitzten musste.
Ich war völlig geschockt. Mittagsschlaf ist im Kindergarten ca 14 Uhr zu ende.
Das heißt mein Sohn saß nun ca 2,5h auf diesem Stuhl?
Ich habe einen Tag später die Erzieherin angesprochen, die mir sagte das es stimme das mein Sohn sitzten musste aber das er keine Vesper bekommen hatte stimme nicht.
Aussage gegen aussage.
Ich glaube meinem Sohn aber. Er hat bitterlich geweint weil er hunger hatte und es so eine demütigung für ihn war.
Man merkt es sehr gut als Mutter wann ein Kind lügt und wann nicht. Und sowas würde er sich sicher nicht ausdenken.

Dies war aber nur ein Fall von dort.
Ich habe in den Entwicklungsgesprächen erfahren das mein Sohn, weil er die kleineren ja tyrannisiere, immer raus genommen wird aus der gruppe und dann in der gaderobe sitzten muss und nachdenken soll was er falsch gemacht hat. D.h. alle Kinder sehen das er böse war und wollen auch schon nciht mehr mit ihm spielen.
Er wird von keinem kind eingeladen nach hause und hat auch sonst nicht viel freude am Kindergarten.
Jedoch habe ich auch Freunde mit Kindern die wir oft zusammen oder er auch mal allein besucht und dort übernachtet.
Alle diese Menschen können die Reaktionen vom Kindergarten nciht verstehen. Ich selbst und auch mein Freundeskreis und meine eltern haben nicht das gefühl das er verhaltensauffällig sei oder einen Psychologen bräuchte.

Zuhause benimmt er sich auch ganz normal. Klar bockt er auch mal rum und trotzt aber das tun wohl alle Kinder ab und an mal.

Ich glaube das er einfach keinen Bezug zu den Erziehern dort hat. Er musste die Gruppe wechseln, weil er ja ein "problemkind" ist und es in der gruppe schon eins gab was ziemlich anstrengend war. Zu der neuen erzieherin hat er gar keine beziehung obwohl der wechsel nun schon fast 1 jahr her ist.
Es ist nun so schlimm geworden das er ständig Kopfschmerzen, Bauchschmerzen oder ihm schlecht ist wenn es heißt es geht in den Kindergarten.

Ich habe mir eine Erziehungsberaterin gesucht um mit dieser zu überlegen was ich falsch mache. Denn nach ansicht den Kindergartens liegt es in meiner Erziehung.
Ich bin mit dem Vater des kleinen getrennt, jedoch kümmert er sich oft um ihn.

Da ich selbst sehr jung mutter geworden bin mache ich zur zeit mein abitur nach und kann es mir nicht leisten meinen sohn zu hause zu behalten.
Ich frage mich nun ob es gut wäre noch ein drittes mal den kindergarten zu wechseln. Wenn ich meinen Sohn sehe und bemerke wie er leidet ist es keine frage mehr.
Jedoch ist es wirklich schwer einen neuen kindergarten zu finden für ein paar monate.
Ich weiß absolut nicht mehr was ich noch tun soll und fühle mich total hilflos dem Kindergarten gegenüber.


Danke für eure Ideen.
Doro
alibaba

Re: Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von alibaba »

Hallo Doro,

nun, das Verhalten seitens des Kiga finde ich persönlich sehr unqualifiziert. egal was dein Bub macht und weshalb, das finde ich als "Strafe" etwas unpassend. Insoweit würde ich also in den sauren Apfel beißen und ihn in einem dritten Kiga anmelden, wenn Du bis zur Schule keine andere Alternative hast (Oma, Papa). Frage also Deinen Buben, was er möchte - und dann geht es an.

Jedoch unabhängig davon würde ich über den Hinweis schon nachdenken, das du Dir externe Hilfe suchst. Alleine unter dem Aspekt der Entlastung für Dich betrachtet, solltest du das angehen. Sicherlich stehen Dir jede Menge Hilfen zu, als alleinerziehende, sehr junge Mutter. Wenn es also so ist, das Dein Bub noch Hilfe im sozial, emotionalen Umgang braucht, wird sich der mit der Schule nicht auflösen und das Ganze weiter gehen. Nur Schule ist kein Kiga, da spielt die Musik nochmal anders. Vorteil einer Erziehungsberatungsstelle, die checken auch den IQ. Wenn es also auch ein Stück an Unterforderung liegen könnte, wäre diese Information sicherlich hilfreich, wenn auch kein Heilmittel.

Ich würde daher zweigleisg fahren. A) Wechsel des Kiga B) Erziehungsunterstützung im positiven Sinne.

Viel Erfolg und VG
doro

Re: Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von doro »

Ich danke euch für die guten Worte.

Alibaba, ich habe mir hilfe geholt im sinne einer sehr guten Erziehungsberaterin. Diese sagt genauso es sei wohl besser zu wechseln, aber schwer ihn mitten im Jahr in einen Kindergarten hinein zu bekommen.
Sie hat auch schon versucht einen Termin mit dem Kindergarten zumachen und ist sehr oft gescheitert. Der Kindergarten legt seine Termine auf andere Zeiten, wo sie nicht kann. So das ein Gespräch mit allen drei Fronten (eltern, erzieher und beraterin) gar nicht erst entstanden ist.

Ich muss wohl einfach hoffen das ich noch einen neuen Kitaplatz finde für meinen kleinen.
alibaba

Re: Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von alibaba »

Hallo Doro,

wo sieht Sie denn dein Kind? Was macht ihr zusammen wegen der Auffälligkeiten? Nur einen neuen Kiga suchen?

Und warum sucht Sie einen Platz? Sicherlich hast Du es, verglichen mit mir, echt schwer, aber es ist Dein Kind, nicht das der Beraterin. Ich finde es sehr taff, was Du so alles machst, aber vielleicht doch mal einen Tag Schule schwänzen um einen neuen Kiag zu suchen? Bei uns steht jeder Kiga jedem Kind offen und Sprechzeiten können hier nach Elternbedarf gewählt werden. Vielleicht sind die Kigas abwertend, weil eine Erziehungsberaterin anruft? Wo wohnt ihr?

VG
Doro

Re: Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von Doro »

Hallo,

alibaba, ich hatte meinen Sohn nun schon öfter bei den Erziehungsberatungsterminen mit. In sofern hat sie ihn in seiner "schwersten" Zeit gesehen. Als keiner für ihn Zeit hatte. Er hat lieb gespielt und gemalt.

Die ganze Idee eine Erziehungsberaterin zu suchen ging vom Kindergarten aus. Die haben von mir so einiges verlangt. Wie jetzt wo sie ein Psychologisches Gutachten mir empfehlen und möchten das er eine Verhaltenstherapie macht.
Die Termine wegen dem Treffen gingen alle über mich. Die Erziehungsberaterin hatte keinen Kontakt zum Kindergarten oder umgekehrt.
Jedoch habe ich dem Kindergarten damals erklärt das meine Beraterin nur Dienstags kann. Der Kindergarten hat die Termine aber immer auf Donnerstag gelegt. Wie es mir scheint bewusst. Durch viele ausreden des Kindergartens ist nie ein Termin entstanden.

Ich bin zur Zeit am Telefonieren und habe mehrere Zeiten bekommen wo ich in einigen Kitas das Gespräch mit der Leitung suchen kann. Ich muss nun einfach hoffen das es klappt und man mir dort helfen kann. Jedoch weiß ich wie rar die Plätze hier in Dresden sind. Es ist wahnsinn wie voll die Wartelisten für jeden einzelnen Kiga sind.

Natürlich geht das schon länger und ich habe zwecks dieses Problems nicht nur einen neuen Kiga gesucht, sondern zuvor meine ganze Erziehungsweise mit der Beraterin besprochen.
Sie hat mir tipps gegeben und meinte aber immer die Reaktionen meines Sohnes wären total normal und hat sie mir erklärt.
Genauso meinte sie könne es ja auch der Fall sein das mein Sohn einfach unterfordert ist.
Es ist zwar sehr klein (weshalb mich alle Ärzte angesprochen haben ihn nicht doch noch ein Jahr zurück zu stellen) aber er ist pfiffig.

Im Kindergarten wird dann die ganze Zeit mit den Kindern gebastelt anstatt mit ihnen draußen zu toben.
Mein Kind braucht aber die Bewegung. Man merkt sofort wenn er einen Tag drin war.
Da mein Sohn auch sehr ungern bastelt, ist dies nicht die beste Beschäftigung für ihn.

Ich habe mir auch vorgenommen sofort zum Jugendamt zu gehen oder den Träger des Kiga zu informieren, sobald ich ihn dort raus habe.
Die Leiterin und auch der Elternbeirat stehen total hinter jeder Erzieherin und befürworten alles was die tun.Dort steh ich also allein da.
Obwohl cih von anderen Eltern auch schon beschwerden darüber gehört habe.

Ich danke euch für die ermunterungen.

Lg Doro
Winnie
Dauergast
Beiträge: 337
Registriert: So 10. Jan 2010, 03:31

Re: Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von Winnie »

Ich weiß, das Thema ist nicht mehr ganz so aktuell, aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wie anmaßen die Kindergärten manchmal sind mit ihren Diagnosen und Therapieempfehlungen. Dafür sind die doch überhaupt nicht ausgebildet. Wenn überhaupt muss das der Kinderarzt verordnen und darüber entscheiden, ob solche eine Maßnahme sinnvoll ist. Und dann muss ein Psychologe das Kind sehen und dann erst entscheiden, welche Art von Therapie oder Maßnahme das Kind braucht.

Ich habe mir diese Gedanken auch schon gemacht und es wäre evtl. denkbar, das Kind bis zum Beginn des nächsten Kindergartenjahres zu einer Tagesmutter zu geben. Vielleicht kannst du damit noch überbrücken. Mit einer Tagesmutter kannst du ganz anders über die Betreuung verhandeln. Es ist im Übrigen ein Gerücht, dass Kinder ohne Kindergarten nicht die nötige soziale Reife erlangen können, um schulreif zu werden.

Ich habe inzwischen einige Leute kennengelernt, die nicht oder nur kurz in den Kindergarten gegangen sind und dann bis zur Einschulung zuhause waren. Die Mütter haben nicht gearbeitet und das Kind ist völlig unauffällig, aber trotzdem erfolgreich durch die Schule gekommen. Aber Kinder, die im Kindergarten in ihrer sozio-emotionalen Reife gestört werden, die können auch bis in die Grundschulzeit hinein Probleme haben. Darüber habe ich in einem Buch gelesen, als es um das Bettnässen bei Grundschülern ging. Die Kinder mögen zwar unauffällig in Schule und Kindergarten gewesen sein, aber sie leiden still, und nachts sucht sich die Psyche ihre Ausdrucksmöglichkeit.

Amelie macht auch wieder ins Bett. Freitag war der Kindergarten zu. Do, Fr und Sa nacht hat sie nicht ins Bett gemacht, So nacht dann doch wieder. Klar, weil am Montag der Kindergarten wieder losgeht. Und sie war eigentlich schon lange trocken. Tagsüber seit drei Jahren, nachts seit ungefähr einem Dreivierteljahr.

Meine Freundin hat ein Kind, das immer gut im Kindergarten zurechtgekommen ist. Seitdem sie in der Schule ist, weint sie nachts häufiger im Schlaf. Die Lehrerin sagt, sie würde bestens zurechtkommen, aber anscheinden hält sie den Druck nicht gut aus.

Ich frage mich gerade, was eure Erzieherinnen mit Amelie machen würden, denn die würde auf keinen Fall 2,5 Stunden auf dem Stuhl sitzenbleiben. Von daher, seit stolz, dass dein Sohn die Ausdauer hatte, das zu ertragen. Wer so blöd ist und sich und den Kindern den Mittagsschlaf nach Plan antun möchte, bitte! Aber dann soll man doch bitte nicht so naiv sein und denken, dass die Kinder keinen Widerstand leisten. Es gibt doch so viele Möglichkeiten, wie die Kinder zur Ruhe kommen können, ohne dass sie in der völligen Stille auf einer Matratze ausharren müssen. Amelie geht nur bis 12 Uhr in den Kindergarten und muss noch jeden Mittag eine Mittagsruhe halten, allerdings ist mir schon klar, dass ich sie nicht zum Schlafen zwingen kann. Sobald die Tür zu ist, schleicht sich Amelie auf leisen Sohlen zu ihren Spielsachen. Ich mache ihr Musik oder ein Hörspiel an und wenn sie total erschöpft ist, schläft sie manchmal einfach so ein. Aber oft auch nicht.
"Entschuldigung, ich habe nur kurz fantasiert." meine große Tochter, 4 Jahre alt (inzwischen 9 geworden)
alibaba

Re: Kindergartenmobbing durch Erzieherinnen

Beitrag von alibaba »

Winnie hat geschrieben:... aber ich finde es immer wieder erstaunlich, wie anmaßen die Kindergärten manchmal sind mit ihren Diagnosen und Therapieempfehlungen. Dafür sind die doch überhaupt nicht ausgebildet. Wenn überhaupt muss das der Kinderarzt verordnen und darüber entscheiden, ob solche eine Maßnahme sinnvoll ist. Und dann muss ein Psychologe das Kind sehen und dann erst entscheiden, welche Art von Therapie oder Maßnahme das Kind braucht.
gut
Also da muss ich mal eine Lanze brechen. Wenn es manche aufmerksame Erzieherinn nicht geben würde, da würden mit Sicherheit mehr Problemkinder in den Schulen sitzen. Eine junge 20jährige Absolventin kann genaus gut sein, wie die ältere Erzieherin, die schon jahrelang in einem Kiga arbeitet. Ich persönlich kenne keine Erzieherin, die sich nicht ständig fortbildet und qualifiziert. Viele haben Zusatzausbildungen, die Leitungen sogar den Fachwirt. Grundsätzlich finde ich es also mal in Ordnung, wenn darüber egsprochen wird. Ich denke aber, wir als Mamas müssen da etwas mehr aktiver werden und Gespräche rechtzeitig suchen und vor allem mehr hinterfragen. Ich habe überproportional mehr das Gespräch gesucht und wurde immer gehört. Pampig kam mir da nie eine.

Ich kann auch die Gedanken und Bemerkungen der Erzieherinnen verstehen. Wenn ein Kind sich eben radikal verhält und Mama gibt an es sei zu Hause das bravste Lämmchen, dann hätte ich persönlich auch meine Zweifel, ob dem so ist. Denn laut Jeesper Juul und anderen netten Herren sind Kinder sehr natürlich, erfrischend und kooperierend.

Ja, es mag schlechte Erzieherinnen geben, aber es gibt weitaus mehr nette, die sich vielleicht nicht auf dem Gebiet der Hb gut auskennen, die aber trotzdem die Bedürfnisse der Kleinen in einem Kiga weitestgehend erfüllen können. Und das ist meines Erachtens mehr als rechnen oder schreiben.

VLG
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