Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Probleme und Lösungen für den Kindergartenalltag

Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Meine3 » Fr 28. Jun 2019, 17:32

Hallo hallo,

Auch Nummer 3 unserer Racker ist ja akzeleriert und die Erzieher wollen sie nun schnellstmöglich an die große Kindergartengruppe (3,0- 6 Jahre normalerweise) gewöhnen. Wo Nesthäkchen vorher immer schon gejammert hat, dass sie zu den großen Kindern will, hat sie nun Schiss und will nicht mehr :shock: ...

Sie hat richtig Kopfkino, hat Angst ihre Freunde zu verlieren und ihre „Anna“ (Bezugserzieherin). Diese ist auch etwas ratlos, da sie und ihre Kollegen eigentlich einstimmig der Meinung sind, dass unser Mädel ältere Kinder braucht, aber sie nun eben Angst davor hat.

Gutes Zureden und erklären, dass Anna am Anfang ja dabei ist und einige ihrer Freunde aus der Kleinkind-Gruppe im Herbst auch kommen, überzeugen sie grade nicht...

Und nun? Ich bin ja eher dafür, da auch sondern wenig nach dem Kind zu gehen, aber die Erzieher meinen, sie passt vom Entwicklungsstand einfach nicht mehr in die Grupoe :gruebel: (schon länger nicht mehr, aber erst jetzt wird ein Platz in der Kiga-Gruppe frei) ...

Gruß,

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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 28. Jun 2019, 19:16

Ängste ausreden würde ich auf keinen Fall. Statt dessen würde ich durch aktives zuhören herauszufinden versuchen, was deiner Tochter konkret am meisten Angst macht, und einfach nur Verständnis zeigen. Wenn deine Tochter z.B. sagt, sie hat Angst ihre Freunde zu verlieren, würde nicht gleich mit Gegenargumenten kommen, sondern einfach nur zuhören und reflektieren. Also z.B. "Du hast große Sorge, dass Anna dann bei den kleineren Kindern ist und du niemanden findest, mit dem du sich so gut verstehst, wie mir ihr". Ohne Wertung, ohne Beschwichtigung oder Erklärung, warum alle die andere Gruppe für sie besser halten. Deine Tochter will erst mal mit ihren Ängsten wahr- und angenommen werden. Dann ist sie offen, selbst nach Lösungen zu suchen, vorher nicht.

Vor allem soll es nicht als beschlossene Sache hingestellt werden, dass sie Gruppe wechseln wird. Aussagen wie "Es kommen ja einige aus deiner Gruppe im September nach" und "Anna wird am Anfang ja auch dabei sein!" machen einem Kind, das auch bei kognitiver Fitness noch eine andere Vorstellung von Zeit hat, schlichtweg Angst. Die Zeit, an die sich deine Tochter aktiv erinnern kann, bemisst sich in Monaten, nicht in Jahren. Für dich ist "bis September" eine kurze Zeitspanne, für deine Tochter eine halbe Ewigkeit.

Ich würde auch noch einmal mit den Erziehern reden und deiner Tochter eventuell eine Probewoche oder auch nur 3 Probetage in der größeren Gruppe vorschlagen, mit der Option, in ihrer jetztigen Gruppe zu bleiben, falls es ihr dort nicht gefallen sollte. Das muss dann aber auch wirklich so gemacht werden, wenn deine Tochter das wollen sollte (wovon ich nicht ausgehe). 3 Tage oder eine Woche - das ist ein Zeitraum, der auch für deine Tochter überschaubar sein könnte. So kann sie sich "unverbindlich" mal anschauen, wie wohl sie sich in der anderen Gruppe tatsächlich fühlt.

Alles Gute von uns :) !
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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Meine3 » Fr 28. Jun 2019, 21:16

Hallo rabaukenmama,

Das aktive zuhören, verstehen und so weiter haben wir natürlich schon hinter uns.

Probetage werden sogar probewochen sein. Aber sie sperrt sich grade dagegen. Warum habe ich ja bereits erklärt. Meinem Gegühl nach würde ich es auch gern so halten, dass es die Option für ein „in der kleinen Gruppe verbleiben“ gibt (habe ichvja auch schon geschrieben), allerdings ziehen da die Erzieher nicht so mit... :geek: ...

Ich suche nochmal das Gespräch, mir ist es halbwüchsig, dass ihr das nicht aufgezwungen wird, nur weil
Sie kognitiv schon so weit ist...

Danke dir, deine Antwort bestärkt mich darin, da nochmal nachzuhaken.

Gruß,
Nora
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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Rabaukenmama » So 30. Jun 2019, 17:07

Meine3 hat geschrieben:Hallo rabaukenmama,
Das aktive zuhören, verstehen und so weiter haben wir natürlich schon hinter uns.


Hallo Nora! Das ist schön zu lesen, aber es kommt irgendwie anders zu mir rüber. Und zwar nicht so sehr von deiner Seite wie von der Seite der ErzieherInnen. Aktives zuhören und WIRKLICH verstehen (oder es zumindest zu versuchen) ist meiner Meinung nach permanent nötig und steht nicht am Anfang eines Prozesses, so dass man es, wenn man es einmal oder auch mehrere Male "gemacht" hat, "hinter sich" hat.

Wenn deine Tochter trotz aktiven zuhörens und verstehens immer noch Ängste hat, dann liegt der Fehler bei den Erwachsenen, nicht beim Kind. Mir kommt die Haltung der Erziehen sinngemäß vor wie ""Wir verstehen dich ja, aber trotzdem sind wir der Ansicht, besser als du zu wissen, was für dich gut ist! Daher bestimmen wir jetzt, dass du nicht zu den Kleinen, sondern in die große Gruppe gehörst."

Vor allem stört mich (beim lesen der Situation) dass für die Erzieherinnen ein Verbleib in der jetztigen Gruppe gar nicht ernsthaft zur Diskussion steht. Dabei geht es eigentlich nur um 2 Monate. Dann könnte sie gemeinsam mit einigen ihrer Freund in die andere Gruppe wechseln und hätte auch nicht so das Gefühl, dass sie eine Sonderstellung unter den Kindern einnimmt (was ihr vielleicht unangenehm ist). Mich wundert nicht, dass sich deine Tochter in die Enge gedrängt fühlt. Wie du richtig schreibst - kognitive Fitness ist die eine Sache, das Gefühl, das über den eigenen Kopf hinweg entschieden wird, eine andere.
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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon alibaba » Mo 1. Jul 2019, 08:13

Mehr als reden kann man ja nicht. Wenn jetzt ein Platz frei ist und das Kind reif für die ältere Gruppe ist, dann muss Kind da durch. Und dann würde ich abwarten, was konkret dann die Ängste des Kindes sind und wie sie sich darstellen, wenn die Gruppe gewechselt wurde. Ich kann mir gut vorstellen, dass man da kein Kind alleine stehen lässt und das sie sich schnell an die anderen Betreuerinnen gewöhnen wird.

Etwas unheimlich ist mir immer das strickte trennen nach Gruppen. Das kenne ich weder aus der Kita noch aus dem Kiga. Hier gab es natürlich auch "Gruppen", was alleine schon dem Schlafverhalten der Kinder geschuldet war, aber grundsätzlich waren die Gruppen offen. So lernten die Kinder alle Erzieherinnen kennen. Ein Wechsel, was ja in einem Kita unvermeidlich ist, war da nur halb so wild. Für meine Tochter vollzog sich der Wechsel mit dem Wechsel des Bettes. Ich brauche weniger Schlaf, jetzt geht es zu den "Matratzenkindern". Super - kein Gitterbett mehr- eine Matratze.

Ich würde entscheiden, was wichtiger für mich wäre. Der Verbleib in der kleineren Gruppe mit Unterforderung oder eben ein bisschen Theater aber der Gang in den neuen Kigaabschnitt.
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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Koschka » Mo 1. Jul 2019, 08:19

Ich finde, dass um solche Themen zu viel Trubel gemacht wird, und man einem ganz jungen Kind mit der freien Entscheidung zu viel aufbürdet. Im KG Alter habe ich gar nicht darüber disktutiert. Wenn ich sehe, dass eine andere Gruppe, ein anderer Kindergarten oder ein anderer Sportverein angebracht sind, dann stelle ich das Kind vor den Tatsachen und stehe mit meiner Sicherheit hinter der Entscheidung.

Ich habe bei meinem Großen mit 2,5 gesehen, dass er der Krippe entwachsen ist. Ich habe versucht ähnlichen Wechsel, der euch vorgeschlagen wird zu bewirken. Damal waren wir in BW, und dort war es zu dem Zeitpunkt ausdrücklich verboten, Kinder unter bestimmten Alter in den Kindergarten aufzunehmen. Er blieb in der Krippe. So fing das KG-Leid meines Großen. Er hat angefangen an den Fingernägeln zu kauen und den KG nicht zu mögen. Bis zum Ende seiner Kariere ist er auf dem Kriegsfuß mit dem KG geblieben und daraus entwickelte sich ein regelrechter Hass.
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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Rabaukenmama » Di 2. Jul 2019, 14:00

Koschka hat geschrieben:Ich finde, dass um solche Themen zu viel Trubel gemacht wird, und man einem ganz jungen Kind mit der freien Entscheidung zu viel aufbürdet. Im KG Alter habe ich gar nicht darüber disktutiert. Wenn ich sehe, dass eine andere Gruppe, ein anderer Kindergarten oder ein anderer Sportverein angebracht sind, dann stelle ich das Kind vor den Tatsachen und stehe mit meiner Sicherheit hinter der Entscheidung.


So geht es natürlich auch, aber das muss dann auch so mit dem Kind kommuniziert werden. Dann sollte mMn zwischen Entscheidung und Umstetzung auch nicht viel Zeit vergehen. Ich habe auf diese Art schon einige Entscheidungen für meine Kinder getroffen, und diejenigen, wo ich mit meiner Sicherheit wirklich dahinter gestanden bin, haben sich auch nachträglich als richtig herausgestellt (soweit man das sagen kann, wenn man die andere Option nicht ausprobiert hat ;) ). Ich denke zu viel Wahlmöglichkeiten, wenn es keine gröberen Probleme gibt, überfordern oft die Eltern mehr als die Kinder. Wenn Eltern eine Entscheidung auf Grund von Empfehlungen von Außenstehenden treffen, dann stehen sie eben oft nicht mit der eigenen Sicherheit hinter der Entscheidung und diese gefühlte Unsicherheit verunsichert auch die Kinder.


Hier ist außerdem anscheindend erst mal so hingestellt worden, als hätte das Kind die Wahl, in eine andere Gruppe zu wechseln, oder nicht. Wenn ich die Situation richtig verstehe sind alle davon ausgegangen, dass das Kind ob der Möglichkeit des Gruppenwechsels begeistert zustimmen und "mitziehen" wird, was dann doch nicht der Fall war. In dem Fall im Nachhinein eine Entscheidung über den Kopf des Kindes zu fällen (nachdem ihm vorher so hingestellt wurde, als dürfe es selbst entscheiden) fände ich instinktiv nicht richtig. Nichtsdestotrotz glaube ich, dass es dem Kind schon nach kurzer Zeit in der anderen Gruppe besser gefallen würde, auch wenn es zu diesem Wechsel gezwungen wird.
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Re: Wechsel mit 2;5 Jahren in kindergartengruppe

Beitragvon Meine3 » Do 8. Aug 2019, 09:06

Update:

Unsere Jüngste ist nun innerhalb kürzester Zeit in der großen Gruppe angekommen :D und laut Erzieherinnen dort unter den Kindern sehr beliebt. Beim essen streiten sich die Kinder grade wer neben ihr sitzen darf :) . Sie hat nach einer Woche schon dort geschlafen und gegessen. Somit hatten die Erzieher Recht, das "durchzusetzen", da es sehr harmonisch und reibungslos funktioniert hat.
Unsere Kleinste ist generell eher der Typ der vorher viel "juckt", und wenn es dann tatsächlich kratzt, ist es garnicht mehr schlimm ;). Sie macht sich also vorher viele Gedanken und Sorgen, wenn es dann aber soweit ist, kommt sie gut klar.

Allerdings ist sie seither zu Hause SEHR anhänglich, Papa wird grade so ein wenig geschnitten und morgens will sie auch unbedingt noch in ihrer "Kleinkind-Gruppe" abgegeben werden. Das wird auch so angenommen. Sie geht also nun morgens immer in ihre kleine Gruppe, sagt da hallo und wird dann von ihrer (bisherigen) Bezugserzieherin in die Kindergartengruppe begleitet, wo sie den Rest des Tages verbringt.

Zum strikten Trennen der Gruppen: der Kindergarten verfolgt ein "halboffenes" Konzept. Sprich: bis zur Kernzeit und nach der Kernzeit sind die Gruppen nach Alter ohnehin gemischt, meist aber nach Stockwerken (es gibt 2 Kleinkindgruppen und zwei Kindergartengruppen, wobei eine kleine und große Gruppe sich jeweils auf einem Stockwerk befindet) getrennt. Haben die Kinder den Wunsch eine andere Gruppe (im anderen Stockwerk) zu besuchen, so wird das meistens möglich gemacht (außer zu Schlafens- oder Essenszeiten). Da sie aber von der Krabbelgruppe unten in die Kindergartengruppe oben wechselt (da ihre Geschwister oben sind), ist der Wechsel für sie deutlicher zu spüren, als wenn sie innerhalb des Stockwerkes wechseln würde.

Gruß und bis bald
Meine3
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