Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

ja oder nein? Erfahrungen und Ratschläge

Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Lila29 » Mi 29. Apr 2015, 05:41

Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und hätte eine Frage - hoffentlich könnt ihr mir weiterhelfen....

Nach stetigem auffälligem Verhalten im Kindergarten haben wir uns letztes Jahr zu einer Entwicklungsdiagnostik entschlossen und herausgefunden, dass unser Sohn hochbegabt ist. Zuerst war es für uns schwierig, wir haben ja schon zwei Kinder, die uns im Vergleich zu ihm wirklich super einfach vorkommen......inzwischen finden wir uns ganz gut mit der Situation zurecht, im Kiga gibt es allerdings immer noch Schwierigkeiten. Auf Anraten der Psychologin, der Volksschule bei uns im Ort sowie auf seinen Wunsch hin würden wir ihn gerne verfrüht einschulen lassen - nämlich im Herbst mit dann 5,4 Jahren......allerdings gibt es eine Frist, wie alt das Kind sein kann und es bedarf hier wahrscheinlich einer Sondergenehmigung ...... Nun meine Frage: hat irgendjemand Erfahrung mit soetwas? Kann man Kinder, die nach dem 1.3 geboren sind, überhaupt verfrüht einschulen?
Ich wäre euch für ein paar Infos wirklich sehr sehr dankbar!
Glg
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 29. Apr 2015, 09:26

In Österreich ist es sehr, sehr kompliziert vor dem Stichtag (für vorzeitige Einschulung) geborene Kinder nach früher einzuschulen. Die Situation ist folgende: es müssen der Schuldirektor, der Klassenlehrer UND der Schulinspektor der vorzeitigen Einschulung gemeinsam zustimmen und einen entsprechenden Antrag stellen. Und meistens ist es im Rahmen eines "Drehtürmodells Kindergarten-Schule" wo das Kind "offiziell" in den Kindergarten geht, tatsächlich aber schon die erste Klasse besucht und dann, wenn das zweite Schuljahr losgeht, wird offiziell gleich in die 2. Klasse eingeschult obwohl das Kind ja de facto die erste ohnehin schon besucht hat (bitte mich zu korriegien wenn ich´s falsch erkläre).

Laut Begabtenförderstelle gibt´s im Moment in Wien so 3-5 Kinder in diesem Modell, es ist also alles andere als üblich.

Hier kannst du nachlesen wie das bei einer userin hier geklappt hat:
viewtopic.php?f=19&t=3693

In Deutschland ist eine vorzeitige Einschulung wesentlich einfacher. Hier sind deuschte Userinnen, deren Kinder schon mit 4 Jahren eingeschult wurden.

PS: mein Sohn wurde am 3.3 geboren und wird (auf eigenen Wunsch) regulär mit 6,6 Jahren eingeschult ;) .
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Lila29 » Mi 29. Apr 2015, 12:03

Vielen Dank für die rasche Antwort......bin schon gespannt, wie das bei uns wird (die Direktorin hätte gerne, dass er gleich kommt und nicht noch ein Jahr im Kiga bleibt und dann in die 2. aufsteigt....) :) Glg
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 29. Apr 2015, 12:20

Dann muss sich die Direktorin auch um das organisatorische kümmern, sprich: den Klassenlehrer und den zuständigen Inspektor überzeugen und die nötigen administrativen Wege gehen. Beim Drehtürmodell bleibt das Kind übrigens auch nicht im Kindergarten sondern geht ganz normal in die erste Klasse, es geht da (so weit ich das verstanden habe) eher darum, wie das Ganze deklariert wird um dem Gesetz (welches vorzeitige Einschulung für Kinder, die nach dem Stichtag geboren sind, verbietet) Genüge zu tun. Halt so ein österreichischer Weg ;) .
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon elboku » Mi 29. Apr 2015, 13:05

Hallo!

Ich bin die Userin, deren Tochter nun im September 15 mittels Drehtürmodell in der Schule starten kann (sie ist ein Mitte März Kind).

Es ist ziemlich mühsam, alle Zustimmungen zu bekommen, wobei es wiederum vom rein rechtlichen nur am Schulinspektor/In liegt, ob er/sie das erlaubt, oder nicht.
Und diese Zustimmung ist wichtig, da das Kind auch versichert sein muss, während es in die Schule geht, denn ohne Versicherung kommt die Direktorin in Teufelsküche, wenn etwas passiert.

Was ich an eurer Stellen machen würde:

- Darlegen welche Auffälligkeiten vorliegen. Wurde eurem Sohn auch die soziale und emotionale Reife attestiert?

- Die Direktorin euer VS muss sich umgehend mit dem Schulinspektor/In in Verbindung setzen, um zu diskutieren, wo ihre Möglichkeiten liegen.
Rein rechtlich besteht nur die Möglichkeit eines Drehtürmodelles.
Das bedeutet, dass das Kind noch als Kindergartenkind geführt wird, aber eine gewisse Anzahl an Stunden in der Schule als Gastkind verbringen kann. Normalerweise fängt man mit wenigen Stunden an, die dann gesteigert werden können. Hier kann allerdings der Schulinspektor festlegen, dass nur eine gewissen max. Anzahl an Stunden erlaubt ist.

- Gibt es eine Klassenlehrerin/lehrer, der schon informiert ist? Kann der Lehrer differenziert unterrichten? Traut sich der Lehrer das zu, dass ein viel jüngeres Kind drinnen sitzt, das vielleicht schon mehr kann, als die andern?

Meine Erfahrungen beziehen sich auf Wien. Aber ansich ist die rechtliche Grundlage in allen Bundesländern gleich.

Wenn du noch Fragen hast, einfach melden!

Alles Gute!
Lisa
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Koschka » Mi 29. Apr 2015, 20:42

Hallo,

ich habe meine Kinder auch sehr früh eingeschult, jetzt sind sie in der 5. Klasse. Meine Erfahrung ist - ein Kind das im Kindergarten auffällig ist, wird nicht unwahrscheinlich auch in der Schule auffällig bleiben. Es hängt SEHR von seinem Lehrer ab, ob er mit so einem Kind arbeiten kann oder nicht. Meine kamen mit 4,10 in die Schule. Für die Tochter, die eine für sie unpassende Lehrerin hatte wurde es schon nach einem halben Jahr unerträglich langweilig. Der Sohn hatte eine passende Lehrerin bekommen, und obowol er von den beiden der auffällgerer war, lief es bei ihm die ersten 2 Jahre so gut wie problemlos. Nur der Kontakt zu den anderen Jungen aus der Klasse war nicht einfach. Ist dein Sohn wissbiegierig? Ist es für ihn wichtig ständig was neues zu lernen? Hat er eine hohe Lernmotivation? Wie sieht es mit der Frustrationstolernaz aus? Warum ist für die Direktorin der Weg der früheren Einschulung besser als der Sprungs dirket in die 2? und warum geht sie davon aus, dass er überhaupt gleich springen müsste?

LG
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 30. Apr 2015, 11:54

Wegen sozial-emotionaler Reife ist das bei vorzeitiger Einschulung so eine Sache. Die Reife meines Großen entspricht mMn in etwa seinem tatsächlichen Alter. Wenn etliche 6-7jährige, regulär eingeschulte Kinder sozial-emotional noch unreif sind muss die Schule einen Weg finden, damit fertig zu werden. Aber bei einem vorzeitig eingeschulten 5-jährigen Kind schaut das anders aus, wenn sich das nämlich wie ein 5jähriges Kind benimmt (es kann kognitiv viel weiter sein) ist einfach Konfliktpotential da. Denn Schulreife ist nun mal mehr als nur die Fähigkeit, Wissen aufzunehmen und lesen, schreiben und rechnen zu lernen (was viele vorzeitig eingeschulte Kinde ohnehin schon können).

Bei meinem Sohn ist z.B. eine sehr hohe Lernbereitschaft da, aber leider eine nur geringe Frustrationstoleranz. Im Moment bekommt er schon einen Heulkrampf wenn ich beim Memory spielen 2 Paare mehr gefunden habe als er (noch bevor das Spiel zu Ende ist). So gesehen "passt" es für mich schon, dass er noch nicht im September mit der Schule beginnt. Bis 2016 kann sich in Sachen Reife und Frusttoleranz noch viel verändern - hoffe ich zumindest ;) .

@lila29: Falls bei deinem Sohn eine vorzeitige Einschulung im September 2015 geplant wäre ist es jetzt ohnehin schon zu spät. Die Schuleinschreibung war Ende Jänner/Anfang Februar. Falls es um vorzeitige Einschulung im Schuljahr 2016 gehen sollte erkundige dich bitte schon im Vorfeld wann die Schuleinschreibung an deiner Wunschschule ist. Alles Gute :) !
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon elboku » Do 30. Apr 2015, 16:48

Rabaukenmama hat geschrieben:Wegen sozial-emotionaler Reife ist das bei vorzeitiger Einschulung so eine Sache. Die Reife meines Großen entspricht mMn in etwa seinem tatsächlichen Alter. Wenn etliche 6-7jährige, regulär eingeschulte Kinder sozial-emotional noch unreif sind muss die Schule einen Weg finden, damit fertig zu werden. Aber bei einem vorzeitig eingeschulten 5-jährigen Kind schaut das anders aus, wenn sich das nämlich wie ein 5jähriges Kind benimmt (es kann kognitiv viel weiter sein) ist einfach Konfliktpotential da. Denn Schulreife ist nun mal mehr als nur die Fähigkeit, Wissen aufzunehmen und lesen, schreiben und rechnen zu lernen (was viele vorzeitig eingeschulte Kinde ohnehin schon können).

Wie ich in einem andern Beitrag schon mal geschrieben habe, bin ich der Meinung, dass man kein perfektes Kind in die Schule schicken muss. Natürlich sollten kognitive Leistung und emotionale/soziale Reife nicht Welten auseinander klaffen.
Aber es gibt so viele schulreife Kinder, die auch nicht in allen Kriterien top sind.
Leider ist man schnell verleitet, dann jedes Fehlverhalten oder "schlechter-Können" gleich auf's Alter umzulegen.


@lila29: Falls bei deinem Sohn eine vorzeitige Einschulung im September 2015 geplant wäre ist es jetzt ohnehin schon zu spät. Die Schuleinschreibung war Ende Jänner/Anfang Februar. Falls es um vorzeitige Einschulung im Schuljahr 2016 gehen sollte erkundige dich bitte schon im Vorfeld wann die Schuleinschreibung an deiner Wunschschule ist. Alles Gute :) !


Das kann ich so nicht stehen lassen. Es ist richtig, dass die offizielle Einschreibung vorbei ist. Wenn aber die Direktorin kein Problem damit hat, da sie vielleicht eh noch freie Plätze in der Schule hat, dann spricht nichts von einer "Nach" Einschulung. Und so wie ich die Beiträge der TE interpretiere, handelt es sich nicht um eine Stadt, sondern eher ländliche Gegend... aber vielleicht täusche ich mich ja...
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 1. Mai 2015, 10:42

elboku hat geschrieben:Wie ich in einem andern Beitrag schon mal geschrieben habe, bin ich der Meinung, dass man kein perfektes Kind in die Schule schicken muss. Natürlich sollten kognitive Leistung und emotionale/soziale Reife nicht Welten auseinander klaffen.
Aber es gibt so viele schulreife Kinder, die auch nicht in allen Kriterien top sind.
Leider ist man schnell verleitet, dann jedes Fehlverhalten oder "schlechter-Können" gleich auf's Alter umzulegen.


Ich sehe darin ehrlich gesagt schon ein Problem, vor allem weil es sehr wahrscheinlich Menschen geben wird, die es darauf anlegen, eines draus zu machen. Wenn den anderen Eltern bekannt ist dass ein Kind mit unter 5,6 Jahren früheingeschult wurde und genau dieses Kind sozial-emotional auffällig ist dann ist nur ein winziger Schritt zu Angriffen wie "Na eh klar, die Eltern halten das Kind für was besseres und mussten es ja vorzeitig einschulen. Jetzt leidet mein Kind und die anderen darunter dass die Lehrperson diesem unreifen Kind so viel Aufmerksamkeit geben muss, wo doch offensichtlich ist dass dieses Kind eigentlich noch im Kindergarten sein sollte".

Du hast selbst den Weg gegangen dich für die vorzeitige Einschulung Deiner Tochter einzusetzen. Wie waren bei Dir die Reaktionen der Eltern von Gleichaltrigen? Und wie waren die Reaktionen von Menschen, die Deine Tochter gar nicht kennen und einfach nur hören dass sie mit Hilfe des Drehtürmodells schon in die Schule kommt?

Ich muß ehrlich sagen dass der Großteil der Menschen mit denen ich nur über den GEDANKEN an eine vorzeitige Einschulung gesprochen habe sehr skeptisch waren - diejenigen, die meinen Sohn NICHT gekannt haben, noch mehr als Bekannte. Das soll jetzt absolut kein Entscheidungskriterium für oder gegen eine vorzeitige Einschulung sein (und war es in unserem Fall auch nicht), aber genauso skeptische Eltern anderer Kinder werden beobachten wie sie das vorzeitig eingeschulte Kind verhält und bei Auffälligkeiten viel eher "was sagen" als wenn es sich um ein unreifes, regulär eingeschultes Kind handelt. Denn wenn sich ein 7jähriges Kind wie ein 4jähriges benimmt, kognitig jedoch altersentsprechend ist, kann niemand was dagegen sagen dass dieses Kind in der Klasse sitzt. Wenn sich hingegen ein vorzeitig eingeschultes 5jähriges Kind wie ein 4jähriges benimmt schaut das schon ganz, ganz anders aus.


elboku hat geschrieben: Das kann ich so nicht stehen lassen. Es ist richtig, dass die offizielle Einschreibung vorbei ist. Wenn aber die Direktorin kein Problem damit hat, da sie vielleicht eh noch freie Plätze in der Schule hat, dann spricht nichts von einer "Nach" Einschulung. Und so wie ich die Beiträge der TE interpretiere, handelt es sich nicht um eine Stadt, sondern eher ländliche Gegend... aber vielleicht täusche ich mich ja...


Danke für die Korrektur, das wusste ich nicht. Gut, meine Wunschschule ist auch so überlaufen dass keinerlei freie Plätze vorhanden sind und bei der Auswahl der Kinder, die dort eingeschult werden, ging es um die Nähe des Wohnortes. Selbst wenn mein Sohn vorzeitig eingeschult worden wäre hätte er dort keinen Platz bekommen weil wir 1,9km von der Schule entfernt wohnen und der Umkreis, in dem Schüler aufgenommen werden, nur 1,6km beträgt. Die Schule, wo er hätte anfangen können, ist übrigens dann 3,1km von uns zu Hause entfernt :gruebel: (hatte aber noch freie Plätze).

Aber ich dachte generell nach der Einschreibungsfrist ist der Zug praktisch "abgefahren" - vor allem bei so Sonderlösungen wie einer gewünschten vorzeitigen Quer-Einschulung. Wieder was dazugelernt... ;)
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Re: Keine vorzeitige Einschulung mit 5,4 Jahren?!?

Beitragvon elboku » Mo 4. Mai 2015, 11:20

Rabaukenmama hat geschrieben:
Ich sehe darin ehrlich gesagt schon ein Problem, vor allem weil es sehr wahrscheinlich Menschen geben wird, die es darauf anlegen, eines draus zu machen. Wenn den anderen Eltern bekannt ist dass ein Kind mit unter 5,6 Jahren früheingeschult wurde und genau dieses Kind sozial-emotional auffällig ist dann ist nur ein winziger Schritt zu Angriffen wie "Na eh klar, die Eltern halten das Kind für was besseres und mussten es ja vorzeitig einschulen. Jetzt leidet mein Kind und die anderen darunter dass die Lehrperson diesem unreifen Kind so viel Aufmerksamkeit geben muss, wo doch offensichtlich ist dass dieses Kind eigentlich noch im Kindergarten sein sollte".

Du hast selbst den Weg gegangen dich für die vorzeitige Einschulung Deiner Tochter einzusetzen. Wie waren bei Dir die Reaktionen der Eltern von Gleichaltrigen? Und wie waren die Reaktionen von Menschen, die Deine Tochter gar nicht kennen und einfach nur hören dass sie mit Hilfe des Drehtürmodells schon in die Schule kommt?

Ich muß ehrlich sagen dass der Großteil der Menschen mit denen ich nur über den GEDANKEN an eine vorzeitige Einschulung gesprochen habe sehr skeptisch waren - diejenigen, die meinen Sohn NICHT gekannt haben, noch mehr als Bekannte. Das soll jetzt absolut kein Entscheidungskriterium für oder gegen eine vorzeitige Einschulung sein (und war es in unserem Fall auch nicht), aber genauso skeptische Eltern anderer Kinder werden beobachten wie sie das vorzeitig eingeschulte Kind verhält und bei Auffälligkeiten viel eher "was sagen" als wenn es sich um ein unreifes, regulär eingeschultes Kind handelt. Denn wenn sich ein 7jähriges Kind wie ein 4jähriges benimmt, kognitig jedoch altersentsprechend ist, kann niemand was dagegen sagen dass dieses Kind in der Klasse sitzt. Wenn sich hingegen ein vorzeitig eingeschultes 5jähriges Kind wie ein 4jähriges benimmt schaut das schon ganz, ganz anders aus.

Ich meinte vorher eh, dass ich auch denke, dass man auf den sozialen/emotionalen Aspekt schauen muss, und dass da keine Welten dazwischen liegen sollten.
Dieses besondere Hinschauen von gewissen Menschen wirst du immer haben. Ich hab das Gefühl im Kleinkinder und Kinderalter neigt man oft dazu, ein Nichtkönnen/wollen eines Kindes auf seine Entwicklung zu schieben. Aber es gibt nun mal auch Vorlieben oder Charaktereigenheiten. Es gibt Kinder die malen, lesen, oder spielen Brettspiele nicht gern. Das muss aber nicht automatisch an der Entwicklung liegen, sonder sie mögen es einfach nicht.

Noch zu deiner Frage, wie die Leute auf eine potentielle Früheinschulung reagieren: Menschen, die meine Tochter kennen, verstehen diesen Schritt. Manche geben zu bedenken, dass Schule nicht immer kinderfreundlich ist und den Kindern auch viel abverlangt wird.
Wenn ich allgemein über vorzeitige EInschulung sprechen, dann kommt meist, dass man den Kindern ein Jahr Kindheit stiehlt. Diesen Satz kann ich dann halt nicht als algemein gültige Wahrheit stehen lassen :)



Danke für die Korrektur, das wusste ich nicht. Gut, meine Wunschschule ist auch so überlaufen dass keinerlei freie Plätze vorhanden sind und bei der Auswahl der Kinder, die dort eingeschult werden, ging es um die Nähe des Wohnortes. Selbst wenn mein Sohn vorzeitig eingeschult worden wäre hätte er dort keinen Platz bekommen weil wir 1,9km von der Schule entfernt wohnen und der Umkreis, in dem Schüler aufgenommen werden, nur 1,6km beträgt. Die Schule, wo er hätte anfangen können, ist übrigens dann 3,1km von uns zu Hause entfernt :gruebel: (hatte aber noch freie Plätze).

Aber ich dachte generell nach der Einschreibungsfrist ist der Zug praktisch "abgefahren" - vor allem bei so Sonderlösungen wie einer gewünschten vorzeitigen Quer-Einschulung. Wieder was dazugelernt... ;)


DIe Zusage haben wir ja auch erst jetzt bekommen. Da in TEs Fall ja schon ein Gutachten vorliegt, und die Direktorin dafür ist, fehlt defacto nur noch ein Gespräch mit dem Schulinspektor. Ich glaub auch, dass es am Land einfacher ist, als in der Stadt...

Vielleicht meldet sich die TE ja nochmal. Wär spannend wie es weitergeht
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