Kind ist nicht schulfähig

ja oder nein? Erfahrungen und Ratschläge

Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon alibaba » Mi 8. Jun 2016, 09:52

Rabaukenmama hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben: Mal unbenommen von einigen Ausnahmen sind hier 99% der Schüler ausgelastet. Alleine die verschiedenen Schulevents (zu denen man sich natürlich einbringen sollte :schwitz: ) lassen uns in Zeitnot geraten. Wir sind eigentlich nur noch mit Schule beschäftigt. Da blicke ich doch wehmütig auf den Kiga zurück. :shock:


Hattet ihr keine Kiga-Events wo ihr euch einbringen solltet? Keine Elternvereinstreffen, Elternabende, Kindergartenfeste, Ausflüge (mit abweichenden Bringzeiten), usw.? Ganz abgesehen von Kindergartensperre, autonomen bzw. "pädagogischen" Tagen, wo der Kiga geschlossen ist!

Wir haben diese ständig und da die Kinder in verschiedenen Kindergärten sind sogar doppelt. Ist rein logistisch immer wieder eine Herausforderung.

Der Hort dagegen hat sogar an schulfreien Tagen und in den Ferien geöffnet...


Doch, das gab es, teilweise, auch. Aber alles im überschaubaren Rahmen. Vor allem war "helfen" planbar und immer Arbeiternehmerfreundlich. :mrgreen: Ausfalltage gab es dagegen nie. Der Kiga war hier immer offen! Und, was mir im Nachhinein, so auffällt, vieles haben die Erzieherinnen selber geplant und organisiert. Die sind sogar mit ihren eigenen Autos die Kinder zu den Events gefahren.

Hier an den Schulen müssen das die Eltern tun. Lehrer nehmen nichts und Niemanden mit. Lehrer planen auch nichts, das macht der Elternbeirat und der schiebt es auf den Rest ab. Der Stundenplan meines GS-Kindes hat sich bereits zum 10.Mal geändert. Wie soll man da planen? Hier ist ständig etwas anderes, ich schreib nur noch Zettel, da es mir nicht mehr möglich ist, etwas im Kopf zu haben (weil es sich ja wiederholt). Ständig kommen auch von der GS Zettel was man machen, wo man sich einbringen soll.

Kiga - nein, da war nicht alles schön. Aber man war frei. Bewusst wird das einem erst, wenn man, im Nachhinein natürlich, Anderes kennen lernt. :mrgreen:

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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon charlotte12 » Mi 8. Jun 2016, 14:11

@elboku: Dass meine Tochter beim Schulreifetest brav und kommentarlos die für sie viel zu leichten Aufgaben gelöst hat, war einer der Gründe, warum sie durchfiel - sie hätte sagen sollen, dass die Aufgaben zu leicht waren. Mein Mann meinte daraufhin nur, hätte sie sich gewehrt, hätte man gesagt, sie sei aufsässig, und sie wäre auch durchgefallen. Ich hab den Eindruck, die wollen einfach nicht. Bin gerade dabei, mich der Einstellung anzunähern, dass Schule nichts mit Lernen und Fördern zu tun hat sondern ein sinnloser Zeiträuber ist, der jede Motivation zerstört und von dem man seine Kinder möglichst lange fernhalten sollte...
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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon elboku » Mi 8. Jun 2016, 14:24

charlotte12 hat geschrieben:@elboku: Dass meine Tochter beim Schulreifetest brav und kommentarlos die für sie viel zu leichten Aufgaben gelöst hat, war einer der Gründe, warum sie durchfiel - sie hätte sagen sollen, dass die Aufgaben zu leicht waren. Mein Mann meinte daraufhin nur, hätte sie sich gewehrt, hätte man gesagt, sie sei aufsässig, und sie wäre auch durchgefallen. Ich hab den Eindruck, die wollen einfach nicht. Bin gerade dabei, mich der Einstellung anzunähern, dass Schule nichts mit Lernen und Fördern zu tun hat sondern ein sinnloser Zeiträuber ist, der jede Motivation zerstört und von dem man seine Kinder möglichst lange fernhalten sollte...


Wisst ihr jetzt doch woran es gescheitert ist?
Am Anfang hast du geschrieben, dass euch nichts erklärt wurde und dass deine Tochter mehr "Herausforderung" eingebaut hat, was offensichtlich nicht gefragt war...

Wie hat denn dieser "Test" konkret ausgeschaut?
Bei uns müssen die Vorschulkinder Silben klatschen, Mengen ohne Zählen erkennen, Bildgeschichten sortieren, von 10 rückwärts zählen, bestimmte Buchstaben aus Wörtern heraus hören....
Also nix aufregendes.

Wenn die Schule wirklich so seltsam drauf ist, würd ich mich nach einer andern Schule umschaun. Oder ist das bei euch nicht so einfach möglich?
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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon charlotte12 » Mi 8. Jun 2016, 15:05

Ich möchte es nicht öffentlich ins Netz stellen - per PN mehr.
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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon Koschka » Do 9. Jun 2016, 07:53

@alibaba

wenn diese Veranstalungen nicht verpflichtend sind, kann ich mir nur einen Grund vorstellen, warum meine Kinder dorthin gehen würden: nur wenn das für sie wichtiger ist, als ihre Freizeit. Der waage Wunsch sich einzubringen hätte bei ihnen nicht funktioniert. Da gehen sie doch lieber im Sommer ins Freibad.

LG
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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon alibaba » Do 9. Jun 2016, 08:51

charlotte12 hat geschrieben:@elboku: Dass meine Tochter beim Schulreifetest brav und kommentarlos die für sie viel zu leichten Aufgaben gelöst hat, war einer der Gründe, warum sie durchfiel - sie hätte sagen sollen, dass die Aufgaben zu leicht waren.


Warum auch immer dein Kind "durchfiel" aber DAS kann ich mir nicht vorstellen.

Hier in BW ist man beim Schulreifetest dabei. Den haben meine Kinder im Alter von 4,6 jahren gemacht. Der "Prüfer" legt etwas vor und schaut wie schnell die Kinder etwas erledigen und ob sie etwas interessiert. wie z.B. der Stift gehalten wird, wie man an die Lösung der Aufgabe ran geht. Das reine Ergebnis wurde hier nicht mal soooo intensiv bewertet, aber die Form. :mrgreen:

Meine Kinder haben nie offen gesagt ob etwas schwer war oder leicht oder zu leicht. Ich fand, das es auch eher "banale" Dinge waren. Die macht hier auch der Kinderarzt zur Einschulungsuntersuchung oder der U9. Aber diese Sachen (nachmalen, Mengen erkennen, Namen erkennen, Gegenstände erkennen sowie Formen, Sätze nachsprechen, Dinge merken, etc....) sind standardisiert, die hier jedes Kind durchlaufen muss. Ich kann mir daher nicht vorstellen, das man das nur besteht, wenn man erklärt, das es doch alles besonders leicht war. :schwitz:

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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon alibaba » Do 9. Jun 2016, 08:59

Koschka hat geschrieben: Der waage Wunsch sich einzubringen hätte bei ihnen nicht funktioniert. Da gehen sie doch lieber im Sommer ins Freibad.


Koschka, hier bekommt man den Anruf des Lehrers, warum sich das Kind nicht in die Gruppenaktivitäten einbringt und das Kind bekommt in der Schule den Marsch geblasen. Wir als Eltern werden dann im Elterabend "belehrt" sich doch bitte einzubringen.

Natürlich ist das der freie Wille. Nur wie frei ist man denn? Nein, man bekommt keine Note darauf und lernen muss man auch nichts auswendig. Aber ich bin überzeugt, da,s es sich herum spricht wer sich denn nun wie einbringt und wer nicht und dass es sich letzten Endes immer irgendwie auswirkt.

Im Kiga ist das egal. Da ist man in allen Bereichen frei. Klar lernt man da weder rechnen noch lesen, aber was hindert mich es zuhause zu tun?

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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon Koschka » Do 9. Jun 2016, 09:20

alibaba hat geschrieben:
Koschka hat geschrieben:Aber ich bin überzeugt, da,s es sich herum spricht wer sich denn nun wie einbringt und wer nicht und dass es sich letzten Endes immer irgendwie auswirkt.

VG


Mir wäre das egal. Ich habe kein Problem mich da quer zu stellen. Dass Kinder Freizeit haben sollen, die von keinen Strukturen beengt wird, ist doch in der Pädagogik unumstritten, oder?
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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon BiHa » Do 9. Jun 2016, 12:46

alibaba hat geschrieben:
charlotte12 hat geschrieben:@elboku: Dass meine Tochter beim Schulreifetest brav und kommentarlos die für sie viel zu leichten Aufgaben gelöst hat, war einer der Gründe, warum sie durchfiel - sie hätte sagen sollen, dass die Aufgaben zu leicht waren.


Warum auch immer dein Kind "durchfiel" aber DAS kann ich mir nicht vorstellen.

Hier in BW ist man beim Schulreifetest dabei. Den haben meine Kinder im Alter von 4,6 jahren gemacht. Der "Prüfer" legt etwas vor und schaut wie schnell die Kinder etwas erledigen und ob sie etwas interessiert. wie z.B. der Stift gehalten wird, wie man an die Lösung der Aufgabe ran geht. Das reine Ergebnis wurde hier nicht mal soooo intensiv bewertet, aber die Form. :mrgreen:

Meine Kinder haben nie offen gesagt ob etwas schwer war oder leicht oder zu leicht. Ich fand, das es auch eher "banale" Dinge waren. Die macht hier auch der Kinderarzt zur Einschulungsuntersuchung oder der U9. Aber diese Sachen (nachmalen, Mengen erkennen, Namen erkennen, Gegenstände erkennen sowie Formen, Sätze nachsprechen, Dinge merken, etc....) sind standardisiert, die hier jedes Kind durchlaufen muss. Ich kann mir daher nicht vorstellen, das man das nur besteht, wenn man erklärt, das es doch alles besonders leicht war. :schwitz:

VG


Das macht doch jeder Arzt wie er will und was am Ende auf dem Zettel für die Schule steht, das kann man eh nicht beeinflussen. Söhnchen hat beim Test einen hohen Ton nicht gehört und hatte auf seinem Schein Hörprobleme diagnostiziert. Außerdem wollte mir die Ärztin erzählen, dass ich ihm doch die Mandeln entfernen lassen müsste, da durch zu große Mandeln das Schlafen gestört wird und dadurch könne es zu Hirnreifungsstörungen kommen. :twisted: :evil: Außerdem würden die Mandeln ja auch das Hören beeinflussen und das würde zu Sprachproblemen führen, was ich ja am Lispeln merken würde. Ganz ehrlich - nach dem Satz habe ich ihr sämtliche Kompetenz abgesprochen.
Es wurde überhaupt nicht gesehen, was die Kinder können. Es wurde strikt nach Plan gearbeitet und es wurde Wortverbindungen abgefragt, da habe selbst ich nachdenken müssen. "Viel - mehr - am allermeisten" ? Schön, dass damit die Fähigkeit getestet werden sollte, ob die Kinder steigern können, aber die Frage dazu war so grottenschlecht, dass da nichts gutes bei raus kommen konnte.
Bei anderen Ärzten wurde zur Schuluntersuchung auch geprüft, ob sie sich alleine an- und ausziehen können. Das wäre interessant, aber kam bei uns gar nicht vor. Mein Gefühl sagt da, die Beurteilung hängt sehr vom Arzt ab.
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Re: Kind ist nicht schulfähig

Beitragvon Rabaukenmama » Do 9. Jun 2016, 21:15

Ich finde auch dass das Ergebnis der Einschulungsuntersuchung sehr vom Arzt abhängt. Bei uns war es übrigens so, dass ich überall dabei sein konnte und daher selbst ein Bild hatte was mein Sohn gut gemacht hat und was weniger.

Die Argumentation das Kind hätte sagen müssen, dass ihm die Aufgaben zu leicht sind, als Grund für eine Verweigerung der Schulreife zu sehen, befremdet mich aber sehr. Ich habe meinem Sohn vor dem "Schultest" (der bei uns von einer Ärztin und eine Lehrerin ergänzend durchgeführt wurde) sogar ausdrücklich vorher darauf hingewiesen dass er sich nicht wundern soll wenn ihm die Aufgaben sehr einfach vorkommen und dass es darum geht dass die Leute dort wissen wollen ob er DAS WAS GEFRAGT WIRD schon kann.

Das war mein einziger Tipp für meinen Sohn im Vorfeld der Untersuchung. Warum? Weil ich schon ein bißchen Bedenken gehabt habe er könne das, was gefragt wird, also so "babyleicht" empfinden dass er absichtlich Fehler macht. Genau DAS hatte ich nämlich kurz zuvor beobachtet als er mit der Lernsoftware des kleinen Bruders gespielt hat. Er wollte einfach wissen was das Programm macht wenn man immer die falsche Lösung sagt. Da ich weiß was mein Sohn kann und was nicht ist so was zu Hause kein Problem, beim Schultest kann es das aber werden.

Wie dem auch sein, die Fragen waren tatsächlich sehr einfach. Mein Sohn wurde z.B. aufgefordert bis 10 zu zählen. Das hat er sehr ernst genommen und gaaaanz langsam gezählt (also nicht so schnell runtergeratscht wie er es könnte). Als er fertig war kam die Aufforderung bis 20 weiterzuzählen und danach (nach gaaaanz langsamen weiterzählen) war die Frage, wie weit er denn zählen können. Antwort meines Sohnes "eigentlich KÖNNTE ich bis 1000 zählen, aber in Wirklichkeit habe ich bisher nur bis 230 gezählt) :mrgreen: .

Dann kam die Lehrerin schnell dahinter dass er schon lesen kann und ließ ich drei ganz einfach Wörter aufschreiben. Ich glaube es waren "Mama" und "Bild" und "Ball" wobei sie bei "Ball" ganz begeistert war weil mein Sohn es korrekt mit 2 L geschrieben hatte. Witzigerweise hat er dort in Druckschrift geschrieben obwohl er zu Hause sonst nur in Blockschrift schreibt, und das kleine "a" so geschrieben, wie auf der Schreibmachinentastatur .

Insgesamt hatte ich den Eindruck, ein gutes Test-Team "erwischt" zu haben :) - aber das ist wohl wirklich Glückssache.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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