Einschulung in eine Förderschule

ja oder nein? Erfahrungen und Ratschläge
Rabaukenmama
Dauergast
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Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Rabaukenmama »

Laelia hat geschrieben: Gut aber ich denke ich werde den Fragebogen jetzt einfach ausfüllen so gut ich kann und auch die Testung machen lassen. Ich kann dem ja auch sagen dass er dazu keine Infos rausgeben soll, sollte sich etwas in die Richtung rausstellen.
Nein! Wenn du eine Schweigepflichtsentbindung unterschrieben hast musst du diese auch ausdrücklich widerrufen, am besten schriftlich und auf jeden Fall noch BEVOR du die Fragebögen abgibst.

Meiner Meinung nach sind etliche deiner Sorgen und Ängste übertrieben, aber wenn die Angst vor Stigmatisierung durch eine Diagnose nun mal da ist, dann solltest du nicht hoffen, dass sich wer an eine mündliche Vereinbarung hält. In dem Fall soll daher die Entscheidungsgewalt, wie mit etwaigen Diagnosen umgegangen wird, vollständig Dir überlassen bleiben.
Laelia hat geschrieben: Heutehabe ich wirklich nochmal sehr intensiv über alles nachgedacht. Und ich denke, sollten meine Kinder tatsächlich ADS oder ADHS haben möchte ich es einfach auch wissen. Sollte es sich ergeben dass die beiden doch noch nicht eingeschult werden dann ist die Info auch wichtig für den Kindergarten.

Am Wochenende habe ich mit meinen Kindern darüber gesprochen ob sie überhaupt in die Schule schon möchten. Der eine meinte er möchte aber nur wegen der Schultüte. Und er will da aber keine Aufgaben machen.
Der andere meinte, er möchte und ihm ist die Schultüte egal. Er will schreiben und lesen lernen.
Beiden habe ich vorher ein paar Aufgaben aus der ersten Klasse ausgedruckt und sie das machen lassen. Da hatte der eine großes Interesse und hat einige Blätter gemacht und der andere war nach einem Blatt fertig und wollte nicht mehr.
Heute musste ich beide in den Kindergarten schleifen. Beide wollten überhaupt nicht gehn. Im Kindergarten müsse man die ganze Zeit nur spielen und das ist langweilig.
Was mache ich jetzt mit dem einen der nicht in den Kindergarten will weil spielen langweilig ist aber Schulaufgaben ihm auch nicht gefallen? Vllt habe ich ihn mit den Aufgaben auch überfordert und es ihm gleich mies gemacht. Das ärgert mich jetzt.
Himmel, welche Ansprüche hast du an dich selbst? Keines deiner Kinder bekommt gleich einen seelischen Knacks, nur weil die Aufgaben vielleicht nicht ganz passend waren. Es wird an der Lehrperson und an den Klassenkameraden abhängen, ob deine Jungs mal gern in die Schule gehen oder nicht, ganz gleich, wann sie eingeschult werden.

Und komm endlich mal runter von dem „Was mache ich jetzt, wenn....“. Es reicht völlig, dich zu kratzen, wenn es juckt. Ich will nicht damit „angeben“ was ich mit meinen Jungs schon durchgemacht habe, nur so viel: Wenn ich mich auch noch wegen Dingen fertig gemacht hätte, die nur passieren „könnten“, wäre ich längst in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung.

Jetzt ist die Zeit an die du im Alter zurückdenken wirst. Wie wird dein Rückblick sein? „Ach ja, das war ja die Zeit, wo ich mir so Sorgen wegen der ADHS gemacht habe und nicht gewusst habe, ob ich sie im Kindergarten belassen oder vorzeitig einschulen sollte, weil ich bei beiden Varianten solche Angst hatte, dass es die falsche Entscheidung ist.“

Oder „Hey, damals waren meine Jungs echt fröhliche, waghalsige Rabauken, die sogar aufs Kindergartendach geklettert sin, ohne dass was Schlimmes passiert wäre! Was für lebhafte, kluge Lausbuben sie waren!“

Merkst du den Unterschied ;) ?
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Laelia
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Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Laelia »

Liebe Rabaukenmama,
Ich musste gerade echt schmunzeln als ich deine Antwort gelesen habe :-)
Du hast sicher recht. Ich sollte mich etwas beruhigen.
Mir ist nur wichtig, das richtige für meine Kinder zu finden. Und das ist gerade schwerer für mich als ich dachte.
Katze_keine_Ahnung
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Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

Das Kind, dass weder in den Kindergarten noch in die Schule will kenne ich. Das ist mein Kleiner. Er will über sich selbst bestimmen. Es ist ein städiger Kampf im Schulsystem, und es wird mit dem Alter nicht weniger, sondern mehr.... aber dieses Kind weiß was es will, dieses Kind weiß was ihm gut tut und was ihm schadet. Dieses Kind hat immer eine Meinung. Das hat fürs Leben und die seelische Gesundheit des Kindes viele Vorteile. Jesper Juul hat viel über solche Kinder geschrieben unter dem Begriff "autonomes Kind". Der

Mein Kleiner hat nicht geübt Fahrrad zu fahren. Es wartete bis er das konnte, setzte sich hin und fuhr los. Er übte kein Lesen, sondern wartete, bis sein Wissen sich ins Können verwandelt. Er liest nicht schlechte als seine Klassenkameraden, sondern zunehmend besser. Aber erst ab der 3. Klasse. Während der ersten zwei Jahre habe ich keinen Druck diesbezüglich gemacht. Genauso ging es mit 1x1. Er hat kein einziges Blatt dazu gelöst, aber irgendwann konnte er es, weil dieses Wissen für schriftliches Multiplizieren nötig war.
Rabaukenmama
Dauergast
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Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Rabaukenmama »

Laelia hat geschrieben:Liebe Rabaukenmama,
Ich musste gerade echt schmunzeln als ich deine Antwort gelesen habe :-)
Du hast sicher recht. Ich sollte mich etwas beruhigen.
Mir ist nur wichtig, das richtige für meine Kinder zu finden. Und das ist gerade schwerer für mich als ich dachte.
Ich will auch nicht so besserwisserisch rüberkommen :fahne: . Jeder will das Richtige für seine Kinder finden, daran ist nichts verwerflich. Aber gerade für kluge Kinder gibt es viel "Richtiges" und nicht nur EINE Ideallösung.

Als ich für meinen jüngeren Sohn mit seinen Behinderungen (gehörlos, rein gebärdensprachig, Autist, Windelträger, stark kurzsichtig) eine Schule gesucht habe gab es genau EINE zur Auswahl im Umkreis von ca. 150km. Klar hatte ich Bedenken, was sein würde, wenn diese Schule sich als nicht passend herausstellen sollte. Kurz gesagt: letztendlich war sie genau passend und ich hätte mir nichts Besseres wünschen können. Mein Sohn besucht auch dort das Internat. Ein Junge aus seiner Klasse und Internatsgruppe ist mittlerweile sein "bester Freund" geworden. Der Junge ist knapp 2 Jahre älter und auch autistisch, gehörlos und gebärdensprachig. Für beide Buben ist es ein Riesenglück, nicht auf Grund ihrer Behinderungen wirklich allein dastehen zu müssen.

Als mein älterer Sohn (Autismus und ADHS) nach 4 relativ relaxten Volksschuljahren (gröbere Probleme gab es nur im ersten Schuljahr) und einer zufriedenen Zeit in einem heilpädagogischen Hort einen Platz im Gymnasium gesucht hat, war das vieeel schwieriger als ich erwartet hatte. Es gibt hierzu einen ganzen Thread, den zu lesen ich dir aber nicht zumuten will. Letztendlich hat sich durch die Vermittlung von der Bildungsdirektion (Stadtschulrat) genau EIN Gymnasium bereiterklärt, meinen Sohn zu nehmen. Sein Zeugnis war übrigens lauter 1er, nur in Sport eine 2. Eine Woche vor dem Gymnasium Schulstart hatte mein Mann im Urlaub einen Herzinfarkt. Mein Sohn hat über die Autistenhilfe eine Schulbegleitung bekommen, die ihn einen Teil der Stunden unterstützt. Trotzdem war ich in den ersten 6 Wochen 3x zum Einzelgespräch beim Direktor und hatte etliche zusätzliche Gespräche mit Klassenvorstand, Schulbegleitung und diversen Lehrern, weil mein Sohn komplett überfordert war, was dazu geführt hat, dass er ständig rumgebrüllt hat. Corona hat die Sache noch verschärft.

Nach 3 Monaten hat die Schule dann Druck gemacht wegen Therapie und Medikation (also ob wir bisher nichts probiert hätten :roll: ). Nach den Weihnachtsferien war mein Mann für 4 Wochen auf Reha und ich musste das Homeschooling neben meiner Arbeit allein mit meinem Sohn wuppen. Gott sei Dank ist sein Bruder unter der Woche im Internat, sonst hätte ich das nicht ausgehalten. Erst in den letzten 3 Wochen, wo abwechselnd Homeschooling und Präsezunterricht in geteilten Klassen stattfindet, wird es langsam besser. Mein Sohn lebt sich endlich ein. Im Moment schaut es gut aus, wohlbemerkt mit Einzeltherapiestunden, Neurofeedback und Medikation. Wie es weitergeht - keine Ahnung! Kognitiv ist mein Sohn nach wie vor unterfordert. Umgekehrt würde er mehr Konzentration benötigen als seine ADHS (trotz Medis) zulässt. Trotzdem sind die schulischen Leistungen relativ gut :keine 4 oder 5 im Semesterzeugnis, außer im Betragen.

Glaub mir, ich weiß was es heißt, schulische Probleme und keine Alternative zu haben. Bei Dir sehe ich zwei kluge, lebhafte Jungs, die durchaus in der Lage sind, Freundschaften zu schließen und die sich vor allem auch noch gegenseitig haben. Ich sehe keinerlei Gründe, warum sie plötzlich irgendwo "allein dastehen" sollten und auch keine große Gefahr, mit einer vorzeitigen oder termingerechten Einschulung was unwiderruflich "kaputt" zu machen. Klar gäbe es vielleicht noch irgendwie ein "besser", aber man weiß ja immer nur bei den Dingen, was rauskommt, die man auch ausprobiert hat. Wenn deine Jungs wirklich das Pech haben sollten, in eine Klasse bzw. zu einer Lehrperson zu kommen, wo es gar nicht passt, habt ihr Alternativen, wo ihr hin wechseln könnt.

Das sind die Hintergründe, die mich bewegen, dir ein bisschen den Kopf zurechtzurücken, wenn du klagst, wie schwer es ist, die "richtigen" Entscheidungen zu treffen :fahne: .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Laelia
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Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Laelia »

@Katze_keine_Ahnung
Danke für den Input. Ich werde mich mal zu dem Thema belesen. Ja mein Sohn ist sehr selbstbestimmt. Beide eigentlich, aber der eine fällt damit besonders auf. Er ist auch nochmal aktiver und in den Augen der meisten intelligenter. Bzw. fällt dieser Entwicklungsvorsprung mehr auf bei ihm. Der andere ist etwas ruhiger und auch etwas ängstlicher. Aber nur im Vergleich mit seinem Bruder, da dieser so extrem in allem ist. Und obwohl der wildere noch intelligenter wirkt hat der ruhigere mehr Erfolg mit Aufgaben. Der ruhigere kann auch schon seinen Namen Schreiben und hat wirklich Spaß an so schriftlichen Herausforderungen. Er macht auch gerne Rätsel und das sehr konzentriert und ausdauernd. Der wildere hat meist keinerlei Interesse und wenn tut er sich dann sogar eher schwer und ist schnell wieder demotiviert. Dafür hat er aber irgendwie eine noch schnellere Auffassungsgabe und im Gegensatz zum ruhigeren kann er z. B. schon im Kopf rechnen und hat die meisten Ideen. Motorisch ist er auch weiter bzw. geschickter . Und er weiß halt immer genau was er will. Er möchte nichts üben was er noch nicht kann. Vllt weißt das ja auf eine autonome Persönlichkeit hin. Wer weiß...


@Rabaukenmama
Ich habe deine Antwort eher positiv aufgefasst. Vllt hast du ja mit mehr Wut im Bauch geschrieben als ich es jetzt rausgelesen habe aber von meiner Seite ist alles gut. Ich verstehe dich. Du hast mit deinen schon viel durchgemacht, während bei mir grad alles am Anfang steht und auch wohl mit weniger Schwierigkeiten.
Zu meiner Verteidigung.... ich erwarte gerade mein 3. Kind und bin emotional einfach sensibler und gerate auch schneller unter Druck als es normal der Fall wäre.

Gestern kamen meine Kinder total glücklich vom Kindergarten. Beide haben wohl in ihren jeweiligen Gruppen gut anschluss gefunden. Mein ruhigerer Junge spielt gerne auch mit Mädchen und eines davon meinte sie wären ab jetzt beste Freunde für immer.
Der andere erzählte vom Fußballspiel mit ein paar Jungs und das es mal Streit gab weil einer scheinbar geschummelt hat. Bei beiden sind das alles Vorschulkinder. Also würde sie sicher bei einer frühen Einschulung nicht alleine irgendwo stehen. Da habe ich mich wohl in diesen einen Satz vom Entwicklungsbericnt zu arg reinhesteigert.
Naja ich werde jetzt versuchen einfach etwas weniger ängstlich da ranzugehn und einen Schritt nach dem anderen zu machen.
Den Tipp mit der Schweigepflichtsentbindung nehme ich gerne an
Rabaukenmama
Dauergast
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Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Rabaukenmama »

Laelia hat geschrieben: @Rabaukenmama
Ich habe deine Antwort eher positiv aufgefasst. Vllt hast du ja mit mehr Wut im Bauch geschrieben als ich es jetzt rausgelesen habe aber von meiner Seite ist alles gut. Ich verstehe dich. Du hast mit deinen schon viel durchgemacht, während bei mir grad alles am Anfang steht und auch wohl mit weniger Schwierigkeiten.
Zu meiner Verteidigung.... ich erwarte gerade mein 3. Kind und bin emotional einfach sensibler und gerate auch schneller unter Druck als es normal der Fall wäre.

Gestern kamen meine Kinder total glücklich vom Kindergarten. Beide haben wohl in ihren jeweiligen Gruppen gut anschluss gefunden. Mein ruhigerer Junge spielt gerne auch mit Mädchen und eines davon meinte sie wären ab jetzt beste Freunde für immer.
Der andere erzählte vom Fußballspiel mit ein paar Jungs und das es mal Streit gab weil einer scheinbar geschummelt hat. Bei beiden sind das alles Vorschulkinder. Also würde sie sicher bei einer frühen Einschulung nicht alleine irgendwo stehen. Da habe ich mich wohl in diesen einen Satz vom Entwicklungsbericnt zu arg reinhesteigert.
Naja ich werde jetzt versuchen einfach etwas weniger ängstlich da ranzugehn und einen Schritt nach dem anderen zu machen.
Den Tipp mit der Schweigepflichtsentbindung nehme ich gerne an
Naja, Wut ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber es waren schon Gefühle dabei, die nicht ausschließlich wohlwollend waren :oops: . Die Hintergründe sind es aber :fahne: , weil ich finde, dass du ohne diese permanente Angst viel besser durch diese Zeit (und die noch kommenden Zeiten mit dem Baby :) ) kommen wirst, als wenn du jetzt ständig irgendwelche "Was wird sein, wenn...."Gedanken wälzt. Deine Jungs zeigen dir ja auch, dass JETZT alles OK ist ;) .

Ob sich durch einen Entwicklungsvorsprung wirklich Langeweile und Auffälligkeiten im Kindergarten entwickeln ist nicht fix gesagt. Mein älterer Sohn war die letzten 2 Kindergartenjahre definitiv am weitesten von allen Kindern (konnte z.B. sinnerfassend Bücher lesen und Prozentrechnen) und hat sich trotzdem bis zum letzten Tag wohlgefühlt und nicht gelangweilt.

Das erste Schuljahr war wesentlich schwieriger für ihn als das letzte Kindergartenjahr. Rückblickend war es die richtige Entscheidung, KEINE vorzeitige Einschulung anzustreben. Das habe ich aber nur so entschieden, weil es mit dem Stichtag für vorzeitige Einschulung sehr schwierig gewesen wäre. Wäre mein Sohn nur 3 Tage früher geboren hätte ein einfaches Forumular ausgereicht. So war es rein bürokratisch ziemlich schwierig, und auch in Anbetracht dessen, dass mein Sohn von sich aus noch gar nicht in die Schule wollte, habe ich mir diesen Weg dann letztendlich nicht angetan.

Bei meinem jüngeren Sohn war es umgekehrt. Also Juli-Kind musste er in Österreich trotz seiner Behinderungen mit 6 Jahren eingeschult werden. Ich wollte eine Zurückstellung erwirken, denn er hatte deutliche Entwicklungsrückstände in mehreren Bereichen und erschien mir subjektiv gar nicht schulreif. Dafür war er in anderen Bereichen Gleichaltrigen weit voraus. Die Rückstellung war aber nicht möglich.

Also kam er schweren Herzens in eine Sonderschulklasse, von der ich anfangs gar nicht überzeugt war. Und binnen weniger Wochen hatte ich ein anderes Kind! Davor hatte mein jüngerer Sohn manchmal wütend KEIN KINDERGARTEN! auf unser Whiteboard geschrieben, und es gab beim Einsteigen in den Bus, der ihn dann doch in den Kindergarten brachte, oft Tränen. Plötzlich drängte mein Sohn morgens, bevor der Schulbus kam, schon zur Eile, weil er es nicht erwarten konnte, in die Schule zu kommen. Und sowohl in Sachen Selbstständigkeit als auch beim Sozialverhalten hat er binnen sehr kurze Zeit wirklich riesige Fortschritte gemacht.

Auch wenn man glaubt, die eigenen Kinder zu kennen: tatsächlich weiß man oft wirklich nicht, was gut für sie ist.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Katze_keine_Ahnung
Dauergast
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Registriert: Do 23. Jan 2020, 09:33

Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Katze_keine_Ahnung »

Bei meinen Zwillingen war das in dem Alter so: was das eine Kind gut kann, will das andere nicht üben/machen. So haben sie die Rollen, Fähigkeiten und Fertigkeiten aufgeteilt. Ich würde jetzt mir gar keine Sorgen machen, wer der beiden was besser kann. Fakt ist, dass du mit dem eigenwilligen Zwilling Stress bekommst. Er wird keine Hausaufgaben mit Genuss erledigen, keine Kringel schreiben wollen und keine Silben lesen üben. Aber das wird er genauso wenig wollen, wenn er ein Jahr älter wird. Das Thema, das die frühe Einschulung am stärksten beeinflusst ist die soziale Umgebung in den jungen Jahren. Wenn die jungen Kinder zu der Klasse gehören, haben sie eine größere Auswahl an Spielpartner. Werden sie im Kindergarten bleiben, werden ihre akutellen Vorschulfreunde sie im nächsten Jahr von Oben anschauen und mit denen nicht mehr so spielen wollen wie jetzt.

Es ist sehr wichtig, dass die Lehrer, die solche Kinder einschulen, verstehen, dass die Kinder nicht wie 7-jährige schreiben und ausmalen können, und das ist auch ok so. Dafür haben sie andere Qualitäten. Die Lehrerin des Kleinen wil das überhaupt nicht verstehen, und beklagt sich, dass er zu groß im Schreibschrift schreibt. Zum Glück ist er nicht mehr in der 1.-2. Klasse und ihre Rückmeldung ihm nicht mehr so viel Wert ist. Schöner wäre es trotzdem, wenn jeder für seine Leistung gewürdigt wäre.
Goldfisch
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Registriert: Di 30. Nov 2021, 15:29

Re: Einschulung in eine Förderschule

Beitrag von Goldfisch »

Liebe Laelia, darf ich fragen, wie es dann bei Euch weiterging?
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