Wie viel PC???

Software-Tipps und alles rund um Computerspielen

Wie viel PC???

Beitragvon shaja » So 20. Jul 2014, 23:00

Hallo,

ich weiß, das wurde sicherlich schon oft angesprochen-dennoch beschäftigt es mich zur Zeit:

Mein technisch begeisterter Sohn (6,6 Jahre ) würde gerne noch viel mehr Zeit am PC verbringen als wir erlauben. Wir sind mit vielen Bereichen tolerant, aber beim PC haben wir einfach kein gutes Gefühl, wenn er zu oft damit arbeitet.(Akzeptabel wäre für uns am WE ein Stunde und ein bisschen mehr in den Ferien).

Er kennt sich schon zienmlich gut damit aus: Word, googlen, Internet..Er weiß mehr als wir...(weil man ja nicht alles braucht als normaler Mensch ;)
Seit einigen Wochen interessiert er sich auch sehr für HTML, liest dazu Bücher ( eines fand er im Keller, eines gab ich ihm nachdem er ständig fragte), probiert aus, bringt es sich bei...

Er verändert ständig die Einstellungen am PC, beseitigte einen Trojaner (wenn es einer war: eine Werbung, die immer wieder erschien und sehr nervte)...

Wir haben das Gefühl, dass ihn der Bildschirm nicht immer gut tut (TV gibt es nur einmal pro Woche: Sendung mit der Maus, sonst nicht), sondern ihn reizüberflutet (was sowieso sein Problem ist: Er ist schnell reizüberflutet, da hochsensibel ).

Außderdem fürchten wir, seine Entwicklung könne durch den PC gestört werden, er ist ja erst 6, sein Gehirn entwickelt sich ja noch und wir finden, Natur ist viel gesünder dafür ...

Habt ihr Alternativen? Was könnten wir ihm anbieten? Es ist so, dass ihn früher das Lesen, das Rechnen, das Schreiben inteerssierte und er sich das beibrachte. Das kann ja nun schon seit über 2 Jahren und nun ist es so mit dem PC...

Was könnten wir ihm alternativ anbieten? Klar, wir machen Sport mit ihm, gehen zum See, in den Wald, er lenrt Gitarre etc..aber irgend etwas ist es ja, was er im PC sucht?? :gruebel:

Habt ihr Erfahrungen, wie das sich weiter entwickeln könnte? :geek: :geek: :gruebel:

Danke für Antworten und ich grüße euch herzlich

shaja
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 21. Jul 2014, 22:57

Hat dein Sohn eigentlich "freie Zeit" über die er selbst verfügen kann? Oder wird immer vorgegeben, was gerade zu tun ist? Warum hast Du das Gefühl dass ihn der PC reizüberflutet? Wie äußert sich das im Gegensatz zu seinem normalen Verhalten?

Ich bin anscheinend ein Extrem, denn ich halte gar nicht viel von Verboten und Beschränkungen. Mein Sohn hat immer wieder exzessive Phasen, wo er sich (fast) ausschließlich für eine Sache interessiert. Manchmal so sehr, dass ich das Gefühl hatte, es tut ihm gar nicht gut. Bisher sind diese Phasen immer noch vorübergegangen, egal ob es Lego, radfahren, Videoclips am PC, schreiben oder zeichnen war. Beim Lego war ich echt mal so weit, an eine Beschränkung zu denken, dann habe ich mir selbst aber eine Frist gesetzt und siehe da - plötzlich waren doch wieder andere Interessen da :) .

Würde ich bemerken, dass das Interesse meines Sohnes über einen längeren Zeitraum ausschließlich von einer Sache bestimmt ist würde ich sehr wohl klare Regeln und Beschränkungen einführen. Bisher war das aber in unserem Fall noch nicht notwendig (kann aber noch kommen - er ist ja erst 4).

Bei uns gibt es jeden Tag etwa eine Stunde Zeit über die mein Sohn selbst bestimmen kann. Manchmal ist er da mehrere Tage hintereinander am PC gesessen und hat sich Videoclips angeschaut. Dann war das wieder uninteressant und er hat nur Lego gespielt. Im Moment nutzt er diese Zeit wieder mal hauptsächlich für zeichnen, der PC war in den letzten 2 Tagen gar nicht an, obwohl er freien Zugang gehabt hätte.

Instinktiv habe ich das Gefühl dass dieser Weg für uns im Moment der passende ist. Wenn ich mir selbst zugestehe, einen Teil meiner Zeit nach meinem eigenen Ermessen zu nutzen dann käme es mir seltsam vor, meinem Sohn dasselbe zu verweigern. Natürlich erfordert so ein Verhalten ein gewisses Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Kindes und ein "loslassen" von dem Gedanken, ich müsse überall meine Finger drin haben und alles was mein Sohn tut daraufhin bewerten ob es ihm wirklich "gut tut". Im Gegenteil, manchmal bin ich mir sogar sicher dass etwas "zu viel" ist (war beim Lego so), aber indem ich - solange ich es schaffe - NICHT eingreife, gebe ich meinem Sohn die Chance, das Gefühl des genug-habens (Übersättigung) an einer Sache selbst zu empfinden und die Konsequenzen daraus zu ziehen.
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon shaja » Di 22. Jul 2014, 21:22

Hallo Rabauikenmama,

Rabaukenmama hat geschrieben:
Hat dein Sohn eigentlich "freie Zeit" über die er selbst verfügen kann? Oder wird immer vorgegeben, was gerade zu tun ist?


Ich hole ihn so früh wie möglich von der Schule ab und er hat seit 3 Wochen nachmittags eigentlich keine Termine mehr-er hat sehr viel freie Zeit. Am WE verbringen wir mindestens einen Tag zu Hause...Er benötigt sehr, sehr viel Zeit für sich, hat immer Ideen, Langweile kennt er nicht, hat immer Projekte...spätnachmittags spielen wir zusammen Fußball, danach beginnt das Abendritual...
Im nächsten Schuljahr wird er 2 Termine pro Woche haben (Gitarre und Kinderakademie)..



Warum hast Du das Gefühl dass ihn der PC reizüberflutet? Wie äußert sich das im Gegensatz zu seinem normalen Verhalten?

Uns fällt auf, dass er oft dabei aggressiv wird-oder danach...
Er ist nach der Schule schon sehr müde und ist auch schon reizüberflutet(er ist wohl hochsensibel und die Reiüberflutung ist schon lange ein Thema und wir müssen ständig darauf achten, dass er nicht zu vielen Reizn ausgesetzt ist-ein Vormittag in der Schule ist für ihn völlig ausreichend..)

Ich bin anscheinend ein Extrem, denn ich halte gar nicht viel von Verboten und Beschränkungen. Mein Sohn hat immer wieder exzessive Phasen, wo er sich (fast) ausschließlich für eine Sache interessiert. Manchmal so sehr, dass ich das Gefühl hatte, es tut ihm gar nicht gut. Bisher sind diese Phasen immer noch vorübergegangen, egal ob es Lego, radfahren, Videoclips am PC, schreiben oder zeichnen war. Beim Lego war ich echt mal so weit, an eine Beschränkung zu denken, dann habe ich mir selbst aber eine Frist gesetzt und siehe da - plötzlich waren doch wieder andere Interessen da :) .


Ich halte es mit dem Essen so wie du es beschreibst und bis heute hat er ein sehr schönes "Essgefühl" ;) Ich habe , als er 3 Jahre alt war und die Schokolade entdeckte ihm eine Schublade zur Verfügung gestellt, in die legt er oder wir immer mal wieder Süßigkeiten hinein (es ist quasi immer was da) und er darf dran, wann er möchte-einzige Regel: nicht vor dem Mittagessen. Ansonsten muss er auch nicht fragen. Dies klappt super! Er mag Süßigkeiten ist jedoch nie gierig danach (wie manch andere Kinder, wenn sie mal auf Geburtstagen süßes sehen, können sie gar nicht aufhören-meiner schon-er legt sich die Süßigkeiten vom Kindergeburtstag in seine Schublade ohne dass ich nur ein einziges Wort darüber verliere :D




Bei uns gibt es jeden Tag etwa eine Stunde Zeit über die mein Sohn selbst bestimmen kann. Manchmal ist er da mehrere Tage hintereinander am PC gesessen und hat sich Videoclips angeschaut. Dann war das wieder uninteressant und er hat nur Lego gespielt. Im Moment nutzt er diese Zeit wieder mal hauptsächlich für zeichnen, der PC war in den letzten 2 Tagen gar nicht an, obwohl er freien Zugang gehabt hätte.


Ich kenne auch diese von dir beschriebenen Phasen mit Lego, diversen Baukästen usw!!
ALlerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass er neue Spielsachen, die einen solchen Sog bewirken, ihm nur und außschließlich in den Ferien geben. Das ist schon Ritual: In allen Ferien darf er sich neues Spielzeug/Baukasten oder ähnliches kaufen (vom ersparten Geburtstagsgeld) oder ein altes aus dem Keller kramen..-wir wissen jedoch, dass wir dann mindestens 3 Tage lang keinen Ausflug machen können, weil er so glücklich und beschäfitg damit ist-total im "flow"..

Beachten wir diese Regel nicht, ist es uns schon einige Male passiert, dass er sich völlig weigerte, in den Kiga oder nun auch in die Schule zu gehen-das war für uns ein riesen Problem-daher diese Regelung..


Instinktiv habe ich das Gefühl dass dieser Weg für uns im Moment der passende ist. Wenn ich mir selbst zugestehe, einen Teil meiner Zeit nach meinem eigenen Ermessen zu nutzen dann käme es mir seltsam vor, meinem Sohn dasselbe zu verweigern. Natürlich erfordert so ein Verhalten ein gewisses Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Kindes und ein "loslassen" von dem Gedanken, ich müsse überall meine Finger drin haben und alles was mein Sohn tut daraufhin bewerten ob es ihm wirklich "gut tut". Im Gegenteil, manchmal bin ich mir sogar sicher dass etwas "zu viel" ist (war beim Lego so), aber indem ich - solange ich es schaffe - NICHT eingreife, gebe ich meinem Sohn die Chance, das Gefühl des genug-habens (Übersättigung) an einer Sache selbst zu empfinden und die Konsequenzen daraus zu ziehen.


Ich versthe, was du meinst! Wie gesagt, wir halten es mit dem Essen so und auch seit 7 Monaten mit der Mickey Maus-auch so eine Phase: Seit letzten Winter verschlingt er alle Mickey und Donald Hefte, Taschenbücher usw....fiel uns anfangs nicht einfach, dies hinzunehmen, da er dadurch viel weniger Bücher liest....(die Buchlesephase hatte er mit 4..das fanden wir natürlich gut ;)

Für mich ergibt sich nun folgender Schluss: In den Sommereferien (die in einer Woche beginnen) könnte ich mal ne Woche einplanen, in der er öfter an den PC darf-nur schätze ich, dies ist eine viel zu kurze Zeit für ihn und bringt keine Sättigung :gruebel: :( Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass ich ihn 6 Wochen lang stundenlang an den PC lasse...zumal es ihn ja völlig die Energie raubt (ich denke einfach, dass der PC zu viele Reize für ein solches Kind in dem Alter sendet..)

Acuh überlegen wir, welche Alternativen wir ihm anbieten können-denn irgendetwas gibt ihm das ja, er lernt so gerne den PC zu steuern und eben auch zu programieren-nur welche???
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon alibaba » Mi 23. Jul 2014, 11:10

Ich finde, um Computer wird man in der heutigen Zeit nicht mnehr drumherum kommen. Es kommt halt, wie so oft im Leben, auf die Mischung drauf an. ;) Es ist wie beim Essen, nur Fastfood macht dumm und dick, es spricht aber nichts dagegen auch mal Fastfood zu essen. Verbiete ich kategorisch Fastfood, wird darauf ein Heißhunger, dem man am Schluß nicht mehr kontrollieren kann.

Ich schreibe Dir, wie wir es gemacht haben. Erst zum 8. Geburtstag bekam Großsohn ein iPod. Nicht nur zum spielen, auch zum Musik hören. Spielzeit bis zum 9.Geburtstag 1/2 Stunde, weiterer Medienkonsum eine halbe Stunde, die man aber durch Arbeit sich verdienen musste. Bevorzugte Arbeit, etwas für Schule zusätzlich tun.

Mittlerweile ist Sohn 9 3/4 und er hat einen eigenen Laptop. "Spiel"zeit 1 Stunde am Tag, weitere Mediennutzung ausgeschlossen. Aktuell darf er nach dem Abendbrot und nach getanen Pflichten, HA, Instrumente, ..... von ca. 19-20 Uhr an den Computer. So hat er unter dem Tag noch Freundetreffspielzeit, daher die etwas späte Computerzeit. Punkt 20 Uhr geht hier automatisch der Netzzugang in Standby. Wir koppeln Computer an die Schulleistung. Mir ist auch egal ob das pädagogisch sinnvoll ist oder nicht. Unsere Prioritäten kennen unsere Kinder, unsere Anforderungen auch. Ich schimpfe nicht bei schlechten Noten, aber schränke dann den Computerkonsum ein, denn es scheint sich doch dann negativ darauf auszuwirken. Generell kann man sich hier Computerzeit durch ich mach etwas für Schule, dazuverdienen, im eingeschränkten Maß natürlich.

So, das war der gerade ganz frisch ausgehandelte und zusammen mit dem Großkind besprochene Zeitrahmen. Egal nun wie es jeder in seiner Familie macht, verbieten würde ich nichts, aber einen Zeitrahmen finde ich schon sehr sinnvoll. Wie hoch der Zeitrahmen ist, hängt von uns von den Schulleistungen und von dem wie ernst und wichtig Kind Schule nimmt und damit umgeht, ab.

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Re: Wie viel PC???

Beitragvon shaja » Mi 23. Jul 2014, 20:22

Ich finde, um Computer wird man in der heutigen Zeit nicht mnehr drumherum kommen. Es kommt halt, wie so oft im Leben, auf die Mischung drauf an. ;) Es ist wie beim Essen, nur Fastfood macht dumm und dick, es spricht aber nichts dagegen auch mal Fastfood zu essen. Verbiete ich kategorisch Fastfood, wird darauf ein Heißhunger, dem man am Schluß nicht mehr kontrollieren kann.


Ja, sieht so aus, man kommt nicht drumherum-ich finde das schon erschreckend, was da auf unsere Kinder an Infos einprasselt heutzutage..

Ich schreibe Dir, wie wir es gemacht haben. Erst zum 8. Geburtstag bekam Großsohn ein iPod. Nicht nur zum spielen, auch zum Musik hören. Spielzeit bis zum 9.Geburtstag 1/2 Stunde, weiterer Medienkonsum eine halbe Stunde, die man aber durch Arbeit sich verdienen musste. Bevorzugte Arbeit, etwas für Schule zusätzlich tun.


WAs machte er bis dahin? Saß er da auch schon am PC?


Mittlerweile ist Sohn 9 3/4 und er hat einen eigenen Laptop. "Spiel"zeit 1 Stunde am Tag, weitere Mediennutzung ausgeschlossen.


Für sein ALter finde ich das ja noch moderat ;)


Aktuell darf er nach dem Abendbrot und nach getanen Pflichten, HA, Instrumente, ..... von ca. 19-20 Uhr an den Computer. So hat er unter dem Tag noch Freundetreffspielzeit, daher die etwas späte Computerzeit. Punkt 20 Uhr geht hier automatisch der Netzzugang in Standby. Wir koppeln Computer an die Schulleistung. Mir ist auch egal ob das pädagogisch sinnvoll ist oder nicht. Unsere Prioritäten kennen unsere Kinder, unsere Anforderungen auch. Ich schimpfe nicht bei schlechten Noten, aber schränke dann den Computerkonsum ein, denn es scheint sich doch dann negativ darauf auszuwirken. Generell kann man sich hier Computerzeit durch ich mach etwas für Schule, dazuverdienen, im eingeschränkten Maß natürlich.


Wird dadurch Computer nicht noch attraktiver? Wenn er als Belohnung eingesetzt wird? :gruebel:

So, das war der gerade ganz frisch ausgehandelte und zusammen mit dem Großkind besprochene Zeitrahmen. Egal nun wie es jeder in seiner Familie macht, verbieten würde ich nichts, aber einen Zeitrahmen finde ich schon sehr sinnvoll.


Einen Zeitrahmen haben wir ja auch-eigentlich darf er nur am WE , da es einfach zu viel ist unter der Woche...bisher kam er damit auch sehr gut zurecht, nur hat er jetzt gerade ein Phase, und ich vermute das hängt damit zusammen, dass sich gerade sein Leben sehr verändert ( bevorstehender Schulwechsel , ich schriebe in anderem Thread) und vielelicht ist die Logik des Computers in dieser Zeit des Wandels ja eine ARt Sicherheit???

Er hat gerade so eine Ordnungsphase...

Wie hoch der Zeitrahmen ist, hängt von uns von den Schulleistungen und von dem wie ernst und wichtig Kind Schule nimmt und damit umgeht, ab.

Kann ich nachvollziehen, somit ist die Computerzeit bei euch eine unmittelbare Folge..der Schulleistungen??!!

Danke für deine Antwort!!

LG shaja
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon alibaba » Fr 25. Jul 2014, 11:38

Hallo Shaja,

ein Computer ist immer attraktiv. So gaugelt er uns doch imme neue Aktion vor. Immer wird etwas geboten, immer präsent. Und ja, bei unserm Großkind zieht durchaus der Computer als "Belohnung".

Die Computerzeit ist bei uns - ja, eine unmittelbare Folge von der erbrachten Schulleistung. Gute Schulleistungen maximale Zeit eine Stunde. Schlechte Schuleistungen oder schlechter werdend, dann wird die Computerzeit gekürzt. Ob mein Sohn dann diese Zeit nutzt ist seine Sache. Aber zumindest habe ich als Erziehunsgberechtigter ihm gezeigt, das zu viel Computer der Sache nicht dienlich ist. Im Übrigen machen wir das nicht willkürlich. Jede Veränderung erfolgt durch Gespräche Vater/Mutter/betroffenes Kind. Wichtig, wir wollen es nicht verbieten, aber einen Rahmen setzen.

Es hängt vom Kind ab und vom Alter. Mein Sohn reagiert sehr wohl auf Computer. Er fordert von uns Computer, wir fordern von ihm Schulnoten. Das LEben ist kein Ponyhof und auch nicht immer lustig. Geben und nehmen. Er gibt gute Noten, dann kann er Computer nehmen. Ganz einfach.

Im Übrigen würde das bei Kleintochter nicht wirken. Computer - wozu brauch ich das denn? Aber bei ihr zieht reiten. Und auch hier ist reiten eine unmittelbare Belohnung für Schulnoten. Nicht das wir es ihr verbieten würden (es gibt ja nichts sinnvolleres als ein tolles Hobby) aber einmal reiten ist normal, alles weitere eine Belohnung. Sie will von uns ihre Hobbys/Wünsche finanziert bekommen - bekommt sie, dann wollen wir aber auch unsere "Wünsche" erfüllt bekommen. Reiten ist, wie der Computer, eine zeitaufwendige Sache. Sobald Schule darunter leidet (unter der dann fehlenden Zeit) werden wir handeln.

Gott sei Dank ist der Zusammenhang unseren Kindern doch mittlerweile recht klar. Das macht es einfacher. :mrgreen:

VG
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon shaja » Fr 25. Jul 2014, 12:12

Hallo alibaba und rabaukenmama,


ihr beide geht völlig untrschiedlich mit dem Thema um:

Du, rabaukenmama setzt auf Vertrauen, auf die selbst erlangte Erkenntnis deines Sohnes, dass PC doch nicht immer gut ist für uns Menschen-vor allem bei Übermaß.

Und du alibaba setzt auf Einsicht über Gespräche und gegebenenfalls Konseqenzen (keine Strafen, sondern unmittelbare Folgen).

Vielen Dank für eure Erfahrungen, ich muss mal schauen,wie das in den Ferien so wird und wie ich dann handeln werde-mein Mann arbeitet, also ist es ersteinmal meine Angelegenheit.
Beide habt ihr keinen Ersatz für PC -vielleicht gibt es ja keinen, weil eben so, wie du es beschreibst alibaba,ein PC soooooo viele Möglichkeiten und Angebote hat-vielleicht ist es ja das, was ihn so anzieht:gruebel: Auf jeden Fall hat es bei meinem auch mit Logik , Berechenbarkeit und Wissensvermittlung zu tun-denn er spielt ja fast nie daran, (weil er das noch nicht so gut kennt) ;)

Irgendwie kann ich meinen Sohn ja verstehen, wenn bei mir alles drunter und drüber geht, dann setze auch ich mich gerne (abends) an den PC :geek: -dort ist alles klar strukturiert und vorhersehbar-im Gegensatz um wahren Leben... ;)


LG an euch beide shaja
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 25. Jul 2014, 22:27

Hallo Shaja!

Ob Beschränkung oder nicht hängt von zwei Dingen ab: von meinen Ängsten und dem TATSÄCHLICHEN Verhalten des Kindes. Wenn in meinem Kopf drin ist, dass dieses oder jenes "schlecht" für mein Kind ist dann ist da instinktiv das Bedürfnis, das Kind zu schützen. Ich rede mir dann ein dass es ja ein Kind ist und noch nicht weiß, was und wie viel ihm gut tut oder eben "gerade" noch nicht schadet. So rechtfertige ich mein eigenes Verhalten und erkenne oft den schmalen Grat zwischen Schutz und Bevormundung nicht.

Dazu kommt, das die meisten jüngeren Kinder kooperativ sind und doch in vielen Situationen akzeptieren, dass die Eltern "das sagen" haben. Offene Rebellion ist selten, vor allem wenn die Eltern konsequent sind und das Kind erkennt, dass es eh keine Chance hat. Daher funktioniert auch das Prinzip Belohnung-Bestrafung meistens gut. Das Kind erkennt die Macht der Eltern an und versucht, nach deren Regeln zu agieren und möglichst viel für sich herauszuholen.

So werden scheinbar zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt: das Kind ist (nach Ansicht der Eltern zu seinem eigenen Wohl) limitiert in den Dingen, die ihm Spaß machen und kann sich mehr Zeit vor dem PC dadurch "verdienen" dass es andere Dinge tut, die von den Eltern verlangt bzw. erwartet werden (z.B. gute Schulnoten schreiben).

Aber nach und nach kann sich das Kind die Belohnungen selbst verschaffen und benötigt die Eltern nicht mehr dazu. Ein anderes Druckmittel muss her. Bei Teenagern ist das häufig Geld oder die Fortgeh-Zeit. Hier gibt´s dann Jugendliche, die zähneknirschend weiter kooperieren (und immer noch die Macht der Eltern anerkennen), aber auch etliche, die es "wissen wollen" und draufkommen, dass die Welt nicht untergeht wenn sie ihr eigenes Ding machen. Und dann ist das Kind auf einmal volljährig, hat vielleicht auch eine Ausbildung begonnen, verdient sein eigenes Geld und kann über seine Freizeit selbst verfügen. Wie oft wird es sich selbst mit den Dingen "belohnen" die bisher immer limitiert wurden? Wie oft wird es lästige Pflichten, die bisher immer erfüllt werden mussten, um zur Belohnung zu kommen, vernachlässigen?

Der Großteil der Jugendlichen gerät trotzdem nicht auf die schiefe Bahn. Sie lernen durch Versuch und Irrtum und kommen irgendwann einmal selbst zu einer Lebenseinstellung, die ihrer Persönlichkeit entspricht (und längst nicht immer der Vorstellung der Eltern). Aber bis dahin kostet es viel Kraft, Kampf und Nerven auf beiden Seiten und viel "loslassen" auf Seiten der Eltern.

Mein Sohn lernt auch durch Versuch und Irrtum, nur eben schon jetzt. Und bei mir ist das "loslassen" auch schon jetzt gefragt. Es gab schon Zeiten, da hat er mehrere Tage hintereinander 2-3 Stunden am PC verbracht. Trotzdem habe ich nicht limitiert. Diese Woche (MO-FR) war er bisher genau 10 Minuten am PC - obwohl er jederzeit freien Zugang hätte.

Die zweite Sache (neben den Ängsten der Eltern) ist das tatsächliche Verhalten des Kindes. Mit der Naschlade handhabe ich es so wie du, Shaja. Es funktioniert einwandfrei. Nur bei mir, als ich ein Kind war, hat es nicht funktioniert. Freier Zugang zu Naschereien war in meiner Kindheit nicht möglich, weil ich mich sonst nur von Süssigkeiten ernährt hätte. Ich konnte mit 5 Jahren eine 300g-Tafel Schokolade auf EINMAL aufessen.

Meine Eltern haben verschiedene Dinge versucht damit ich weniger nasche: ein fixer Zeitpunkt 1x am Tag, wo ich mir etwas aus der Naschlade aussuchen durfte, ist daran gescheitert, dass ich die Naschlade zwischendurch (trotz Verbot) immer wieder geplündert habe. Ein "Naschtag" in der Woche ist daran gescheitert, dass ich mir von allen möglichen Seiten Süsses organisiert und erbettelt habe. Natürlich wusste ich auch, wer meiner Mitschüler eine Naschlade hatte, die ich plündern konnte. Und dass eine meine Omas großzügiger mit Schoki war als die andere hatte ich auch schnell heraus. Irgenwann kamen meine Eltern zu dem Entschluss, mir nichts mehr zu verbieten (weil es eh nichts bringt) aber auch keinerlei Süssigkeiten "auf Vorrat" für zu Hause zu kaufen. Das hat recht gut funktioniert, vor allem, weil ich mir eh noch mehr als genug "organisiert" habe.

Würde mein Kind in einer Sache so ein krasses Suchtverhalten zeigen (nicht nur ein paar Tage, sondern permanent) würde ich mir auch was einfallen lassen. Bisher war das aber (noch) nicht notwendig :) .
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon shaja » Sa 26. Jul 2014, 07:43

Hallo Rabaukenmama,

Ob Beschränkung oder nicht hängt von zwei Dingen ab: von meinen Ängsten und dem TATSÄCHLICHEN Verhalten des Kindes. Wenn in meinem Kopf drin ist, dass dieses oder jenes "schlecht" für mein Kind ist dann ist da instinktiv das Bedürfnis, das Kind zu schützen. Ich rede mir dann ein dass es ja ein Kind ist und noch nicht weiß, was und wie viel ihm gut tut oder eben "gerade" noch nicht schadet. So rechtfertige ich mein eigenes Verhalten und erkenne oft den schmalen Grat zwischen Schutz und Bevormundung nicht.

Dazu kommt, das die meisten jüngeren Kinder kooperativ sind und doch in vielen Situationen akzeptieren, dass die Eltern "das sagen" haben. Offene Rebellion ist selten, vor allem wenn die Eltern konsequent sind und das Kind erkennt, dass es eh keine Chance hat. Daher funktioniert auch das Prinzip Belohnung-Bestrafung meistens gut. Das Kind erkennt die Macht der Eltern an und versucht, nach deren Regeln zu agieren und möglichst viel für sich herauszuholen.



Wir belohnen oder bestrafen unseren Sohn nie (soweit es uns bewusst ist ;) ) eben aus den von dir genannten Gründen-und das ist ein tolles Gefühl, so mit ihm zusammen zu leben-ich habe auch was Belohnung und Bestrafung betrifft ein sehr unangenehmes Gefühl-für mich ist es "Marionettentheater".... ;) :fahne:
entschuldige , alibaba, ist nicht gegen dich persönlich!! :fahne: ich weiß, dass die meisten meiner Freundinnen es so handhaben wie du und ich mag sie trotzdem noch, aber ich persönlich fühle mich nicht gut damit..

ich merke, dass der PC speziell bei mir etwas auslöst, wenn ich meinen Sohn zu oft damit sehe..vielleicht weil ich merke, das er eben davon schnell reizüberflutet ist oder auch weil ich dann so ein Bild in meinem Kopf habe wie er als Teenager dann werden könne: ein einsamer Ccomputerfreak :ugeek: :ugeek: , ungepflegt und weltfremd :shock:
Aber das sind ja, wie du sehr wohl beschreibst Ängste!

Vielleicht ist der Weg tatsächlich der, das sich ihn jetzt mal in den Ferien lasse (ist ja eine prima Gelegenheit) ihm aber gleichzeitig immer wieder schöne Altrnativen anbiete und ermögliche, mit denen man sein Leben aktiv gestaltet: Wald, See, spielen mit mir und Papa, seine Freunde einlade usw....

So mache ich es übrigens auch mit den Süßigkeiten: Ich kaufe fast täglich richtig leckeres Obst, biete es ihm an, genieße es mit ihm , und ich habe schon sehr oft erlebt, dass er danach von sich aus keinen Appetit mehr auf Süßes hatte-denn Obst ist ja auch süß ;)

Und da komme ich wieder auf meine Ausgangsfrage zurück: Was könnte ihn reizen anstatt PC? Ich würde gerne etwas finden, was ihm ebenso gefallen könnte?

Also die Kombination: Kein Verbot, stattdessen gute ALternativen abieten, das fühlt sich für mich richtig an!

So werden scheinbar zwei Fliegen mit einer Klappe erwischt: das Kind ist (nach Ansicht der Eltern zu seinem eigenen Wohl) limitiert in den Dingen, die ihm Spaß machen und kann sich mehr Zeit vor dem PC dadurch "verdienen" dass es andere Dinge tut, die von den Eltern verlangt bzw. erwartet werden (z.B. gute Schulnoten schreiben).

Aber nach und nach kann sich das Kind die Belohnungen selbst verschaffen und benötigt die Eltern nicht mehr dazu. Ein anderes Druckmittel muss her. Bei Teenagern ist das häufig Geld oder die Fortgeh-Zeit. Hier gibt´s dann Jugendliche, die zähneknirschend weiter kooperieren (und immer noch die Macht der Eltern anerkennen), aber auch etliche, die es "wissen wollen" und draufkommen, dass die Welt nicht untergeht wenn sie ihr eigenes Ding machen. Und dann ist das Kind auf einmal volljährig, hat vielleicht auch eine Ausbildung begonnen, verdient sein eigenes Geld und kann über seine Freizeit selbst verfügen. Wie oft wird es sich selbst mit den Dingen "belohnen" die bisher immer limitiert wurden? Wie oft wird es lästige Pflichten, die bisher immer erfüllt werden mussten, um zur Belohnung zu kommen, vernachlässigen?


Ich sehe das sehr oft in der Schule (bin Lehrerin) -da werden die Kinder belohnt, bestraft usw...interessanterweise muss man dann immer stärkere "Geschütze" auffahren , um die Kinder noch "im Griff "zu haben; ich habe schon gehört, wie Grundschulkinder sagten: "Die Belohnung interessiert mich nicht, kann ich mir selber kaufen..!"
Ich versuche es übrigens so weit wie möglich ohne Belohnung und Strafe (allerdings mit Konsequenzen, also unmittelbarer Folge, ohne den Kindern das Gefühl zu geben,sie waren jetzt "böse", weil sie was gemacht hatten, was ich nicht mochte) auszukommen, was sehr anstrengend ist(Ich muss ständig überlegen und überdenken, es ist viel einfacher,eine Strafarbeit aufzugeben als mir eine unmittelbare Folge des Vreahltens zu überlegen, die das Kind eben nicht demütigt!!)!! Aber sehr schön, denn die Kinder wissen das sehr zu schätzen und schenken mir sehr viel Vertrauen und echte Zuneigung (was gar nicht mein Ziel war, aber sich dann einfach so entwickelt...).

Der Großteil der Jugendlichen gerät trotzdem nicht auf die schiefe Bahn. Sie lernen durch Versuch und Irrtum und kommen irgendwann einmal selbst zu einer Lebenseinstellung, die ihrer Persönlichkeit entspricht (und längst nicht immer der Vorstellung der Eltern). Aber bis dahin kostet es viel Kraft, Kampf und Nerven auf beiden Seiten und viel "loslassen" auf Seiten der Eltern.

Kann ich mir vorstellen! Vor allem funktioniert dies bei meinem Sohn überhaupt nicht: Er lässt sich kaum durch Belohnung oder Strafe lenken, sehr wohl aber durch eigene Erfahrungen und durch unsere schönen "Mama-Sohn-Gespräche" :friedlich: .. :D

Mein Sohn lernt auch durch Versuch und Irrtum, nur eben schon jetzt. Und bei mir ist das "loslassen" auch schon jetzt gefragt. Es gab schon Zeiten, da hat er mehrere Tage hintereinander 2-3 Stunden am PC verbracht. Trotzdem habe ich nicht limitiert. Diese Woche (MO-FR) war er bisher genau 10 Minuten am PC - obwohl er jederzeit freien Zugang hätte.


Klingt überzeugend!

Die zweite Sache (neben den Ängsten der Eltern) ist das tatsächliche Verhalten des Kindes. Mit der Naschlade handhabe ich es so wie du, Shaja. Es funktioniert einwandfrei. Nur bei mir, als ich ein Kind war, hat es nicht funktioniert. Freier Zugang zu Naschereien war in meiner Kindheit nicht möglich, weil ich mich sonst nur von Süssigkeiten ernährt hätte. Ich konnte mit 5 Jahren eine 300g-Tafel Schokolade auf EINMAL aufessen.

Meine Eltern haben verschiedene Dinge versucht damit ich weniger nasche: ein fixer Zeitpunkt 1x am Tag, wo ich mir etwas aus der Naschlade aussuchen durfte, ist daran gescheitert, dass ich die Naschlade zwischendurch (trotz Verbot) immer wieder geplündert habe. Ein "Naschtag" in der Woche ist daran gescheitert, dass ich mir von allen möglichen Seiten Süsses organisiert und erbettelt habe. Natürlich wusste ich auch, wer meiner Mitschüler eine Naschlade hatte, die ich plündern konnte. Und dass eine meine Omas großzügiger mit Schoki war als die andere hatte ich auch schnell heraus. Irgenwann kamen meine Eltern zu dem Entschluss, mir nichts mehr zu verbieten (weil es eh nichts bringt) aber auch keinerlei Süssigkeiten "auf Vorrat" für zu Hause zu kaufen. Das hat recht gut funktioniert, vor allem, weil ich mir eh noch mehr als genug "organisiert" habe.

Würde mein Kind in einer Sache so ein krasses Suchtverhalten zeigen (nicht nur ein paar Tage, sondern permanent) würde ich mir auch was einfallen lassen. Bisher war das aber (noch) nicht notwendig :) .

[/quote]

Zur Schokolase & Co.: ich habe allen Verwandten strengstens "verboten" ;) ;) , ihm Süßigkeiten zu schenken, er soll es nicht als Belohnung erleben oder mit dem geliebten Opa verbinden (also Gefühle damit verbinden), denn wenn sie es schenken, dann machen sie daraus noch so etwas wichtiges:"Sieh mal, was ich für dich habe!!! Schokolade!!!!" Es war und ist etwas anstrengend, sie immer wieder daran zu erinnern, und ich habe einen entsprechenden "Ruf" in der Verwandtschaft ("sie ist etwas seltsam was dies betrifft" :lol: ), aber es hat meinem Sohn sehr, sehr gut getan: Süßigkeiten sind normal, sie gehören zu unserem Leben, aber sie haben keine besondere Rolle und nichts mit Gefühlen zu tun!!

Jaja Kinder aufwachsen zu lassen ist gar niht so einfach!

Rabaukenmama, bist du irgendwie reformpädagogisch orientiert? :)Ich finde deine Einstellung toll!
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 26. Jul 2014, 09:36

@shaja

Schön dass wir in vielen Belangen ähnliche Ansichten haben. Ich bin nicht speziell reformpädagogisch orientiert - jedenfalls nicht in irgendeine Richtung. Mir "gefallen" die Ansätze mehrerer Menschen, die sich darüber Gedanken machen (Jesper Juul, Thomas Gordon, Maria Montessori), ich bilde mir aber immer eine eigene Meinung. Ich hatte schon Montessori-Bücher deren Aussage mMn der Grundeinstellung von Maria Montessori in vielen Belangen widersprochen hat.

Generell bin ich ein sehr kritischer Mensch und bilde mir in allen Belangen eine eigene Meinung. Diese Meinung vertrete ich, ohne sie anderen (bewusst) aufdrängen zu wollen. Dabei bin ich aber eher zart besaitet wenn ich mich missverstanden oder zu Unrecht kritisiert fühle :oops: .

Der Großteil dessen, was ich lebe (und schreibe), stützt sich auf eigene Beobachtungen. Ich war schon immer eine sehr gute Beobachterin und wenn ich in einem Buch eine allgemeingültige Aussage wie "Kinder sind soundso" lese dann merke ich sofort, in wie weit sich diese Aussage mit meinen Beobachtungen deckt - oder eben nicht. Ich mag so Aussagen wie "Alle kleinen Buben sind verrückt nach Dinosauriern" oder "kleine Mädchen wollen immer Prinzessinnen sein" überhaupt nicht. Auch so Verallgemeinerungen wie "Kinder sitzen stundenlang wie gebannt vor dem Fernseher" oder "Kinder wollen ständig nur Süßigkeiten essen" stimmen mit meiner Beobachtung (auch anderer Kinder) oft absolut nicht überein. Ja, es gibt etliche kleine Buben, die auf Dinos stehen und etliche rosa Möchtegern-Prinzessinnen. Darf auch sein, ist voll ok so! Aber es gibt eben auch Buben, die gerne mit Puppen spielen und Mädchen, die sich für Technik interessieren. Ist ebenso ok. Genauso wie es Kinder gibt, denen der Fernseher gleichgültig ist, auch wenn sie keine Beschränkung auferlegt bekommen.

Was die Alternative zum PC betrifft verstehe ich nicht ganz, warum du eine finden willst. Alles, ihr ohnehin macht, ist schon Alternative. Mir kommt vor (ich kann mich aber auch irren) da steckt der Wunsch dahinter, die PC-Zeit deines Kindes zu reduzieren indem du für ihn etwas findest, was ihn noch mehr interessiert und besser in Dein eigenes Wertebild passt.

Aber was passt nicht wenn der PC nur EIN Bereich eines insgesamt vielfältigen, erfüllten Kinderlebens ist? Es darf sogar der LIEBLINGSbereich dieses Lebens sein. Ich bin eine Erwachsene mit einem erfüllten Leben und für mich ist es Entspannung pur eine halbe Stunde bis Stunde täglich (so weit es meine Zeit zulässt) hier im Forum zu schreiben. Es ist ein Bereich meines Lebens, an dem ich Freude habe, ohne deshalb andere Dinge zu vernachlässigen. Aber ich würde mich SEHR bevormundet fühlen, wenn jemand anderer (auch wenn er mir noch so nahe steht) darüber nachdenken würde, wie er mich vom PC wegbringt.

Belohnung-Bestrafung ist in meinen Augen eine Form von Bevormundung. Klare Konsequenzen, die mit der Sache zu tun haben (wie du es auch beschreibst) sind das nicht. Wenn ich meinem Sohn sage "du darfst dir meine Nähgarnspulen ansehen, aber nicht abwickeln, sonst räume ich sie sofort weg" dann meine ich das auch so. Wenn er´s trotzdem ausprobiert dann schimpfe ich nicht sondern es folgt gleich die angekündigte Konsequenz. Komischerweise gibt´s dann auch kaum Geplärr oder Protest, weil er ohnehin weiß, dass er selber schuld ist.

Meinem Partner sage ich auch nicht "Wenn du heute nur 10 Zigaretten rauchst dann koche ich Dir Rindsrouladen zum Abendessen" oder "Nein, heute gibt es keinen Sex weil du wieder im stehen gepinkelt hast" :lol: .

Ich höre anderen Müttern oft zu (z.B. bei Unterhaltungen auf Spielplätzen) wie sie miteinander besprechen, wie sie ihre Kinder limitieren: Fernseher gibt es gar nicht (um das Kind ja nicht fernsehsüchtig zu machen), einmal am Tag darf eine bestimmte Anzahl von Minuten eine von den Eltern ausgesuchte Kindersendung am Laptop geschaut werden. Schokolade gibt es entweder gar nicht oder dann, wenn das Kind seinen Teller mit "normalem" Essen brav leergegessen hat. Mit dem xxx darf das Kind nicht spielen, weil das "kein Umgang" ist, dagegen ist das Kind so verstockt dass es einfach nicht begreifen will dass der yyy so ein liebes Kind ist und sich doch toll als bester Freund eigenen würde...

...tja, und wenn ich davon genug gehört habe gehe ich wieder nach Hause und wir leben es so, wie wir es für richtig halten :) .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
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