Wie viel PC???

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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Morlach » Mi 29. Apr 2015, 01:58

nicht, dass ich einem raten würde, comp, pad und ähnliches dem herkömmlichen spielen vorzuziehen, aber ich neige stark zu meinen, dass iPhone/iPad konsum meinen sohn (bald 5 jahre alt) kongitiv gut vorangetrieben hat. er ist nämlich in manchen kongitiven bereichen fast recordverdächtig. wir haben ihm konsequent kongitive spiele drauf installiert. dümmliche jump&run oder ähnliche spiele darf er erst seit kürzem spielen. er hat schon vor seinem dritten geburtstag fliessend lesen gelernt - mit sicherheit auch weil er ein oder mehrere buchstabenlernen & wörterbilden-app exszessiv gespielt hat.

er hat iPhone sehr früh als spielzeug bekommen. meistens an offentlichen orten, wo es reale gefahr gab, dass er mit seinem leicht veranlassten frustentladungen durch kräftiges gebrülle zuviel aufmerksamkeit herziehen würde. heute bekommt er pad laut vereinbarung 1 stünde täglich, in der praxis wird das immer etwas länger, vor allem am Wochenende. zulezt habe ich ihm spielzeit verlängert weil er ein mathe-app so gut gespielt hat dass er möglicheweise 6. oder 7. klasse mathe im griff bekommen hat. er operiert nun glatt mit brüchen, potenzen, gleichungen, statistik usw. heute habe ich eben känguru mathe wettbewerb-aufgaben im web gefunden und werde ihn schon bald für künftige mathe-olympiaden vorbereiten. er hat viel spass am wer-ist-besser arrangements.

das alles klingt schön und gut, problem ist, dass das zeug vieles ausserhalb so beschattet und entfärbt, dass man kaum schwung für das übliches spielen ansammeln kann. ich vermute, dass er schon ein art comp-junkie geworden ist, und wir sind schon am überlegen wie wir ihm das auf vernünftiges minimum reduzieren.
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon BiHa » Mi 29. Apr 2015, 15:54

@Morlach: wenn ihr soviele gute Apps ausprobiert habt, welche könnt ihr empfehlen?
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Morlach » Mi 29. Apr 2015, 21:32

ok, sobald ich nach hause komme (in 2-3 wochen), versuche ich eine app-liste zu machen.
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Maca » So 24. Mai 2015, 15:27

Hallo!
Ich glaube auch,dass das Tablet mit mit vernünftigen Lernspielen eine effektive Ergänzung zum allgemeinen Lernen sein kann,aber eben nur eine Ergänzung! Mein Sohn ist knapp 9 und benutzt das Internet schon souverän und zielgerichtet zur Informationsbeschaffung.Wichtig ist uns vor allem,dass unsere Kinder lernen,aus der Fülle von Informationen reflektierend und kritisch zu filtern?Wenn mein Sohn einen Begriff 'googelt' und dazu viele sich auch wiedersprechende Beschreibungen erhält,muss er seinen eigenen Standpunkt finden.
Er fand alles Technische schon immer spannend und geht seit er 5 ist eigenständig mit Tablett,PC um.Ich lasse meine Kinder auch eigenständig ins Interrnet.Ich vertraue ihnen und weiss ,dass sie umsichtig sind.
Zeitliche Reglementierungen finde ich anstrengend und für uns unnötig .
Allerdings gibt es auf unserem Tablett auch nur ein reines Unterhaltungsspiel ( strategischen Anspruch haben sie ja angeblich alle) und dafür gibt es dann doch klare Zeitangaben.Denn ich bin überzeugt,dass die schnellen Bildfrequenzen ,sich entwickelnde Gehirne zu sehr fordern und ermüden,was längerfristig phlegmatisch macht und bei einigen Kindern halt auch zur Sucht führen kann.Ich glaube,es ist wie mit dem Alkohol,bewusst genossen ein Kulturgut! In Maßen überall akzeptiert! Aber in Massen ein Riesenproblem! Und die genetische Disposition eine Sucht zu entwickeln,ist bei jedem unterschiedlich ausgeprägt.Bei meiner Schwester gammelten Süssigkeiten früher vor sich hin, ( meine Eltern hatten bis ich kam mit Süssem einen sehr gelassenen Umgang),vor mir wurde immer alles weggeschlossen,weil ich halt nicht von alleine aufhörte .Das eine Kind hat schnell genug,das andere futtert,nachdem es schon spucken musste munter weiter.
Andererseits erlaube ich ihm ( wie gestern geschehen) durchaus vier Stunden mit dem Tablett sich das Deutsche Bahnnetz
''reinzuziehen' ,wenns ihn halt interessiert.!
Am Nachmittag hat er dann noch 3 Stunden im Park mit anderen Kindern und Stöckern Ritter gespielt.
Also alles zu seiner Zeit und nichts ausschliesslich!
Maca
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 27. Mai 2015, 07:47

Maca hat geschrieben:Bei meiner Schwester gammelten Süssigkeiten früher vor sich hin, ( meine Eltern hatten bis ich kam mit Süssem einen sehr gelassenen Umgang),vor mir wurde immer alles weggeschlossen,weil ich halt nicht von alleine aufhörte .Das eine Kind hat schnell genug,das andere futtert,nachdem es schon spucken musste munter weiter.


Genau dasselbe beobachte ich bei meinen zwei Buben. Vor einiger Zeit bekamen sie von einer Freundin eine Schachtel Katzenzungen geschenkt. Großsohn holte sich EINE Katzenzunge und das war´s, dem Kleinen nahm ich dann nach 10 Stück die Schachtel weg (was natürlich in einem Heulkrampf endete).

Ich selbst war als Kind auch total verrückt auf Süssigkeiten. Aber meine Eltern haben das ganz relaxed gemanagt. Da sie beide keine "Süßen" waren und ich Einzelkind war, gab´s zu Hause einfach nichts. Meine Eltern wußten ohnehin dass ich mir bei jeglicher Gelegenheit was "organisierte". Das hieß: bei Oma-Besuchen um Süsses betteln, die Naschladen von SchulfreundInnen plündern, vom Milch- und Jausengeld was für Süssigkeiten abzweigen,...

Aber was gekauft wurde nur zu Anlässen - oder hie und da mal eine Kleinigkeit zum gleich-vernaschen, wenn ich mit meiner Mutter zum einkaufen mit war.

Bei meinen Jungs werde ich wohl für jeden eine eigene, versperrbare Naschlade haben wo beim Großen noch zu Ostern die Nikoläuse gammeln während beim Kleinen dauernd gähnende Leere ist. Und ich schätze ihn so ein, dass er im "organisieren" von Süßigkeiten mindestens so gut sein wird, wie ich es war :mrgreen: .

Maca hat geschrieben:Andererseits erlaube ich ihm ( wie gestern geschehen) durchaus vier Stunden mit dem Tablett sich das Deutsche Bahnnetz
''reinzuziehen' ,wenns ihn halt interessiert.!
Am Nachmittag hat er dann noch 3 Stunden im Park mit anderen Kindern und Stöckern Ritter gespielt.
Also alles zu seiner Zeit und nichts ausschliesslich!


Das sehe ich ähnlich. Wenn mein Großer an einem verregneten Wochenende mal 3 Stunden am PC hängt und sich russische Kinder-Videos anschaut "um russisch zu lernen" (er kann tatsächlich schon etliche Wörter) dann sehe ich das sehr gelassen. Bei Schönwetter kommt er oft ein ganzes Wochenende nicht mal auf die Idee, nach dem PC zu fragen. Und fernsehen interessiert ihn sowieso nicht. Das einzige, was er da gerne schaut, ist "Eins, zwei oder drei" und "Tom Turbo" - alles andere ist ihm entweder "zu dumm" oder "zu schlimm" (dabei ist Tom Turbo mMn nicht harmloser als z.B. Yakari oder Heidi). Na, damit (dass er nicht gerne fernsieht) kann ich gut leben :) .

Aber ich merke, wie Limits Bedürfnisse verändern. Während bei uns der PC nur mäßig interessant ist (hauptsächlich bei Schlechtwetter) mag z.B. mein Vater gar nicht, wenn sein Enkel bei einem Wochenendbesuch "zu viel" beim PC sitzt und limitiert daher. Ich vermute, dass genau DIESE Limits der Grund sind, warum er bei Oma und Opa so oft fragt, ob er zum PC darf und nicht wegzubekommen ist. Zu Hause hat der PC nicht annähernd die Wichtigkeit und mein Sohn schaltet meistens selbst aus, wenn er genug hat.

Ich bin nicht generell gegen Limits. Jedes Kind ist anders und in machen Fällen kommt man nicht wirklich drum rum, wenn man das Verhalten der Kinder mit dem elterlichen Verantwortungsgefühl vereinbaren will. Aber ich bin gegen GENERELLE Limits. Wozu soll ich bei meinem Großen ein Süßigkeiten- oder PC-Limit einführen wenn er mit beidem gut umgehen kann? Wenn ich merke, dass eine Sache aus dem Ruder läuft, schaut das hingegen anders aus. Aber schon limitieren weil etwas sonst VIELLEICHT IRGENDWANN aus dem Ruder laufen KÖNNTE ist mMn ein Schuss, der nach hinten losgehen kann (so, dass genau das befürchtete Verhalten verstärkt wird).
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Maca » Do 28. Mai 2015, 13:41

Ja das sehe ich genauso!

Und ich glaube auch,dass dieses generelle Limitieren ( z.b. 3 Stunden Fernsehguthaben in der Woche ,machen ja viele Eltern,total durchorganisiert und unspontan) Eltern eigentlich nicht zusteht.
Kinder sind eh in der totalen Abhängigkeit,wenn sie dann auch noch so reglementiert werden ohne Verhandlungsoption finde ich das unfair! Hat ja auch immer so ein wenig von Machtdemonstration ( auch wenn ich den Eltern nur pädagogisch korrekte Motive unterstellen will).
Wir wissen doch als Eltern eigentlich immer instinktiv was unseren Kindern gerade gut tut oder eben nicht.
Das kann man nicht generell entscheiden sondern immer nur situativ!

lg Maca
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Rabaukenmama » Do 28. Mai 2015, 14:21

Maca hat geschrieben:Ja das sehe ich genauso!

Und ich glaube auch,dass dieses generelle Limitieren ( z.b. 3 Stunden Fernsehguthaben in der Woche ,machen ja viele Eltern,total durchorganisiert und unspontan) Eltern eigentlich nicht zusteht.


Na, wenn wir das hätten dann hätte unser Großer schon mehrere hundert Stunden "angespart" - müßte er die (der Gerechtigkeit halber) eigentlich auch vor dem Fernseher absitzen :lol: ?

Maca hat geschrieben:Kinder sind eh in der totalen Abhängigkeit,wenn sie dann auch noch so reglementiert werden ohne Verhandlungsoption finde ich das unfair! Hat ja auch immer so ein wenig von Machtdemonstration ( auch wenn ich den Eltern nur pädagogisch korrekte Motive unterstellen will).


Ich glaube bei so Aktionen stecken immer Ängste (der Eltern) und die Erwartungshaltung der Umgebung (Wie meinen "die anderen" dass ich es machen soll?) dahinter. Und Ängste vor süchtigem Umgang mit den modernen Medien haben ja auch durchaus ihre Berechtigung. Zumindest sind die Zahlen der fernseh-, computer-, und internet- süchtigen Kinder und Jugendlichen erschreckend hoch.

Nur sehe ich den Weg da heraus nicht im genrellen limitieren sondern vielmehr im Angebot von Alternativen und ins Vertrauen in die Selbstregulationsmechanismen der Kinder.

Wer nie gespürt hat, wie man sich NACH mehreren Stunden non-Stop-fernsehen oder Computer- bzw. Konsolen spielen fühlt (weil die wohlwollenden Eltern immer vermieden haben, dass es so weit kommt) der wird auch nicht selbst ERKENNEN dass ein "zu viel" davon einfach nicht gut tut. Und wer das nicht erkannt hat wird sich später, wenn die elterliche Macht (zwangsläufig) nachlässt, viel eher zu exzessivem Verhalten hinreißen lassen wie jemand, der schon als Kind den eigenverantwortlichen Umgang mit diesen Medien üben durfte.

Maca hat geschrieben:Wir wissen doch als Eltern eigentlich immer instinktiv was unseren Kindern gerade gut tut oder eben nicht.
Das kann man nicht generell entscheiden sondern immer nur situativ!


Sehe ich genauso :) .
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Re: Wie viel PC???

Beitragvon Juergen Krüger » Mo 11. Jul 2016, 22:52

Hallo ihr Lieben,
eure Unterhaltung fand ich sehr interessant und lehrreich. Kann ich nur zustimmen, wenngleich ich mich auch oft dabei ertappe, dass ich eher erpresse, als erziehe. Von daher war euer Thema für mich eine kleine Erinnerung daran, wie es anders geht.
Danke!
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