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mein Kind verhält sich anders als die anderen - ist es hochbegabt?

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Beitragvon Willow77 » Fr 16. Aug 2019, 19:57

Hallo ihr Lieben,
Aus Zeitmangel bin ich nur noch sporadisch und recht selten in diesem Forum. Trotzdem wollte ich mal ein kleines Update geben, wie es unseren Kindern so ergangen ist.

Kind 1 kommt nun in die 6. Klasse. Bei uns wird in der 6. Klasse entschieden, in welche Art weiterführende Schule man kommt. Als vorläufige Empfehlung gab es jetzt zum Ende der 5. Klasse: Wenn er seine etlichen Schwächen (Rechtschreibung in D und Fr, Kopfrechnen, Schrift, …) in allen Fächern etwas aufarbeitet, wird es wohl reichen für das hiesige Equivalent des Gymnasiums. Alles in Allem ist sein Lehrer genau so ratlos wie wir. Er ist in seinen Leistungen so zwischen Gymnasium und Realschule. Allerdings strengt er sich 0 bis gar nicht dafür an. Das Einzige, was wir dieses Jahr ein wenig geübt haben zu Hause, sind französische Vokabeln. Nicht einmal die Verben, die beherrscht er ohne üben relativ gut. Also ist auch noch Luft nach oben, was seine Leistungen angeht, wenn er etwas mehr üben würde. Ich tendiere aber eher dazu ihn im "Gymnasium" zu sehen, da er immer noch die Möglichkeit hat, runter zu gehen, wenn es wirklich nicht geht.

Kind 2 war in ihrer Kleinkind-Entwicklung fast genau gleich wie ihr großer Bruder. Sie hat aber in der Schule wesentlich mehr Probleme gehabt, dieses Jahr. Sie war jetzt in der 2. Klasse und ihr Lehrer hat ihr die Aufgaben reduziert, weil sie den Stoff von der Menge her einfach nicht geschafft hat. Von den Inhalten, vom Verständnis her geht es aber irgendwie. Man merkt schon, dass sie auch da vieles mehr üben muss als der große Bruder. Wegen ihres langsamen Arbeitens haben wir sie in Absprache mit ihrem Lehrer auf ADS testen lassen. Resultat: IQ absoluter Durchschnitt, um 100. ADS kann aber weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. :cry: Mal schaun, wie sie jetzt in der 3. Klasse zurecht kommt. Sie möchte gerne Lehrerin oder Ärztin werden. Wenn das so bleibt, ob sie das wohl schafft???

Kind 3, … Nun ja, vieles konnte er ja schon erstaunlich früh, zum Beispiel Melodien nach summen, noch bevor er reden konnte. Er hat sich jetzt mit 4 Jahren auch selbst "Alle meine Entchen" mit einem Finger auf dem Klavier beigebracht. Trotzdem dachte ich immer, er wäre wohl eher etwas langsamer, da er erst mit 2,5 Jahren überhaupt angefangen hat zu sprechen. Über ein Jahr später als die anderen Beiden, die mit 18 Monaten jeweils schon 5-Wort-Sätze beherrschten. Dafür hat er dann aber fast gleichzeitig unsere Sprache (dem Deutschen sehr ähnlich) und Deutsch gelernt. Aber ich muss das mit dem "langsamer" in meinem Kopf wohl revidieren! Was der für Fragen stellt! Und Dinge weiß, die er aber einfach so aufschnappt! Ich glaube fast, er übertrifft noch den großen Bruder, zu Mindest im Allgemeinwissen. Hier ein paar Beispiele:
Opa, wenn du in Ägypten warst, hast du denn da auch die Pharaonen getroffen?
Mama, wo kommt bei den Geysiren eigentlich das warme Wasser her, wenn die Erde doch nur aus Erde und Steinen besteht bis zum Magma-Kern?
Mama, wie kamen die Dinos eigentlich auf die Erde, wenn es doch vor dem 1. Dino noch keine Dinos gab?
Naja, er kommt jetzt nach der Früherziehung (hier mit 3 Jahren) in den Kindergarten. Und da bekommt er nun eine Lehrerin, von der bekannt ist, dass sie nicht wirklich viel mit den Kindern "arbeitet", sondern sie einfach viel frei spielen lässt. Mal schaun, wie er sich weiterentwickelt.

Vielen Dank fürs Lesen, es tut doch immer mal wieder gut, wenn man sich mal so mitteilen kann.
LG,
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Re: Update

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 17. Aug 2019, 15:55

Hallo Willow,

danke für Dein update! Witzig, ich habe erst vor einigen Tagen an euch gedacht, weil mir aufgefallen ist, dass ich schon länger nichts von euch gelesen habe :) .

Was deinen älteren Sohn betrifft sehe ich es ähnlich wie du: untergehen (wenn es mit dem Pendant des Gymnasiums doch nicht klappen sollte) kann man immer noch! Und bisher habe ich eher die Erfahrung gemacht, dass gerade kluge, aber (was lernen betrifft) nicht besonders "fleißige" Kinder von einem insgesamt höheren Unterrichtsniveau eher profitieren. Ein Kind, dem es völlig reicht, durchschnittliche Noten zu bekommen, wird sich in der Realschule oder Mittelschule sicher weniger anstrengen, als es das im Gymnasium tun würde, einfach weil man im Gymnasium zumindest EIN BISSCHEN was tun muss, um bestehen zu können.

Was deinen jüngsten Sohn betrifft: ich mache da auch schon lange die Erfahrung, dass man Kindern, die nicht bzw. spät oder wenig sprechen, viel zu wenig zutraut. Mein jüngerer Sohn ist ja gehörlos und autistisch und daher ein Extrem-Beispiel. Aber ich merke immer wieder, wie erstaunt ich bin, wie viel er schon versteht, weil er das, was in seinem Kopf vorgeht, einfach kaum bzw. gar nicht kommuniziert. Im Moment lernt er gerade das U-Bahn-Netz von Wien auswendig. Dazu "müssen" wir natürlich viel U-Bahn fahren, denn er möchte möglichst jede Endstation zumindest einmal selbst gesehen haben :schwitz: . Mein älterer Sohn war im Gegensatz dazu auch (ähnlich deinen beiden älteren Kindern) sprachlich sehr fit, da hat man sofort bemerkt dass er ein kluger Kopf ist. Auch an den Fragen, die er gestellt hat (ähnlich den Beispielen von deinem jüngsten Sohn). Mein jüngerer Sohn hingegen stellt gar keine Fragen (auch nicht in Gebärdensprache) sondern macht sich seine Gedanken nur in seinem Kopf.

Jedenfalls schön, wieder von euch zu lesen, und lass wissen, wie es weiter geht ;) !
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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Re: Update

Beitragvon Willow77 » Mo 19. Aug 2019, 12:57

Koschka und Rabaukenmama,

Vielen Dank für eure Überlegungen.

Koschka, wie mein Großer nun lernt, weiß ich gar nicht so genau, ausser, dass er eben schnell und nicht gerne lernt. Sozial auffällig war er bis jetzt nur im Kindergarten. Seit dem sind alle seine Lehrerinnen und Lehrer nur begeistert von ihm, er sei ein lieber, braver Junge, der noch Werte hat und auch danach lebt.

Was glaube ich auch bei ihm mitspielt, ist, ob die Lehrperson ihn wirklich leiden kann oder nur so tut. So konnte er nach dem Kindergarten sagen, dass die Lehrerin im Kindergarten ihn ja eigentlich nicht mochte. Seit dem 1. Schuljahr ist er im Ethik-Unterricht und im Sachunterricht immer besonders positiv aufgefallen, außer jetzt in der 5. Klasse. Da hatte er eine geht-so Bewertung. Warum? Er mag die Lehrerin nicht. Und wahrscheinlich beruht das auf Gegenseitigkeit, auch wenn sie wahrscheinlich zu professionnel ist, um sich da wirklich konkret was anmerken zu lassen. In den Gesprächen mit ihr fällt mir jedenfalls nichts auf.

Er hat das große Glück, dass wir heutzutage hier Tage der offenen Tür an den weiterführenden Schulen haben. Und da hat er sich quasi sein Wunsch-Gymnasium schon ausgesucht. Eine Schule die nicht nur traditionnel, frontal nach Schulbuch unterrichtet, testet und bewertet, sondern auch noch mal ne Projektwoche anbietet, oder den Kindern die Möglichkeit bietet, sich selbst Ziele und Projekte zu definieren, an denen sie neben den Schulstunden noch arbeiten können. Besonders diese eigenen Ziele, die man sich setzen kann, das hat ihn beeindruckt, glaube ich. Jetzt muss er halt nur noch ein wenig dafür arbeiten, dass er da auch angenommen wird.

Rabaukenmama, was dein Kleiner sich so alles als Ziel setzt - U-Bahn Netz von Wien auswendig lernen - das ist allerdings schon beeindruckend!

LG,
Willow77
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