Diskussionsthema Schule

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Karen » Sa 19. Mär 2016, 23:44

Momo, hier ist was dich vielleicht interessieren würde:
http://www.bildungskongress.com
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Momo » So 20. Mär 2016, 12:37

Liebe Karen,
vielen Dank für den Hinweis! Ich habe mich direkt angemeldet und bin nun sehr gespannt auf den Input! Die Inhalte dieses Bildungskongresses klingt sehr sehr spannend, ich kann allen sehr ans Herz legen und empfehlen, reinzuschauen!!! Kostenlos und sehr informativ!!! Link siehe oben bei Karen!!

Liebe Grüße von Momo
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Momo » Sa 26. Mär 2016, 11:21

Ein spannender Artikel, der Denkanstöße gibt: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel ... uer-immer/

Schöne Grüße von Momo
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 26. Mär 2016, 20:50

QMomo: Findest du wirklich dass die in diesem Artikel angeführten Punkte generell auf alle bzw. fast alle Schulen zutreffen? Mir kommt es eher vor wie Pauschal-Vorverurteilungen. Ganz viele Dinge sind in etlichen Schulen (zumindest in Österreich) komplett anders. Ich sehe auch in vielen Punkten Handlungsbedarf, aber so eine pauschale Liste, die aufzählt, was generell "schlecht" sein soll, hilft niemanden weiter.

Manche Aussagen aus dem Artikel empfinde ich auch als bedenklich. Es mag schon sein, dass das sture Auswendig-lernen von Informationen in Zukunft nicht mehr gefragt ist, aber der Hinweis, dass man ohnehin alles aus dem Internet abrufen kann, ist ein Schuß, der durchaus auch nach hinten losgehen kann. Denn für das Wissen, was mir Eltern, Lehrer und Freunde vermitteln, kenne ich die Quelle (zumindest MEINE) und kann über Inhalt und Wahrheitsgehalt diskutieren. Das "Wissen" aus dem Internet ist anonym und ich halte es für extrem gefährlich, dieses Wissen mit dem von Vertrauenspersonen übermittelten Wissen gedanklich auf eine Stufe zu stellen. Abgesehen davon gibt es auch Studien, die zeigen, dass die momentan immer mehr zunehmende Nutzung des Internets auf der Suche nach bestimmten Infos dem selbstständigen denken deutlich mehr schadet als es nutzt.
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Bliss » Di 29. Mär 2016, 00:21

Koschka hat geschrieben:IGenauso ist es mit der Schule. Die meisten Knder sind mit ihrer aktuellen Schule eigentlich ganz zufrieden und freuen sich nach den Ferien wieder dorthin zu kommen. Es gibt auch ein Teil der Kinder, der sich ene bessere Schule wünscht und wiederun ein Teil, dem keine Schule als gerecht und richtig erscheint, weil sie per Definition Anpassung und Gehorsam einfordert, egal was auf dem Schilde steht.



Das entspricht auch meinem Eindruck.

Ich habe hier gerade eine Umfrage der Schülerzeitung meines großen Sohnes liegen, da geben 75% der Kinder an gern oder sehr gern zur Schule zu gehen. Und die 10%, die angeben ungern zur Schule zu gehen geben dafür in erster Linie so Sachen wie Mobbing oder frühes Aufstehen an.
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 30. Mär 2016, 09:15

Bliss hat geschrieben:Ich habe hier gerade eine Umfrage der Schülerzeitung meines großen Sohnes liegen, da geben 75% der Kinder an gern oder sehr gern zur Schule zu gehen. Und die 10%, die angeben ungern zur Schule zu gehen geben dafür in erster Linie so Sachen wie Mobbing oder frühes Aufstehen an.


Naja, der Aversion gegen das frühe Aufstehen könnte man mit flexibleren Beginnzeiten der Schulen schon entgegenwirken (bei Mobbing verhält sich die Sache viel schwieriger). Es ist ja nicht in Stein gemeißelt dass der Unterricht um 8h beginnen muss. Im Berufsleben gibt es auch etliche Berufe mit späteren Beginnzeiten oder flexible Modelle mit Gleitzeit.

Ich sehe bei meinen beiden Buben den sehr deutlichen Unterschied zwischen Abend- und Morgenmensch. Mein älterer Sohn braucht in der Früh vor dem weggehen noch mindestens 30 Minuten, nur um "in die Gänge" zu kommen. Dafür ist er dann bis mindestens 22h hellwach. Kleinsohn geht zwischen 20h und 21h schlafen und ist meistens deutlich vor seinem Wecker (der um 6h45 läutet) wach, während ich seinen großen Bruder eine Stunde später aus dem Bett kratzen muss.

Klar werden wir für die Schule Strategien finden um ihn pünktlich hinzubringen, aber sein "Leistungshoch" wird mein Großer auch dann nicht unbedingt zwischen 8h und 10h morgens haben. Ich bin gegen generell spätere Beginnzeiten der Schule aber für mehr Eigenverantwortung innerhalb eines vorgegebenen Rahmens (z.B. Schulbeginn zwischen 7h und 10h, von der Schule frei wählbar). Wenn die Schulfreude an solchen Basics scheitert finde ich das schade.
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 30. Mär 2016, 16:18

Koschka hat geschrieben:Das Berufsleben der meisten Arbeitnehmer beginnt vor 9 Uhr. Wohin sollen dann die Kinder davor, wenn die Schule erst um 10 beginnt? Und wann kommen sie dann zurück? Wenn die Eltern schon schlafen? :-) Bei Jugendlichen ist es durchaus machbar, bei kleinen aufsichtsbedürftigen Kindern eher nicht.


Wenn Grundschukinder aktuell um 8h beginnen und zwischen 12 und 14h Schulschluss haben wie kommst du dann darauf dass die Eltern schon schlafen wenn sich das Ganze 2 Stunden nach hinten verschiebt :gruebel: ?

Aktuell arbeiten etliche Eltern mindestens bis 16h - wenn es dann NACH der Schule eine Hort-Möglichkeit gibt, was spricht dagegen solche Möglichkeiten auch VOR der Schule zu schaffen?ALLEN Bedürfnissen kann die Schule ohnehin nicht gerecht werden, es gibt schließlich auch jetzt Eltern, deren Arbeitszeit um 6h beginnt oder die z.B. im Schichtdienst arbeiten.

Wie gesagt - es geht ja nicht darum den Schulschluss generell nach hinten zu verlegen sondern das "System Schule" flexibler an die Bedürfnisse von Eltern und Kindern anzupassen. Wenn beide Eltern um 9h zu arbeiten beginnen werden sie ihr Kind wohl nicht in einer Schule anmelden, die erst um 10h startet. Aber es gibt einfach unterschiedliche Möglichkeiten und Bedürfnisse. Und da ist einfach flexibles denken gefragt. Aber wenn von 10 Schulen z.B. eine schon um 7h, zwei um 9h und eine um 10h beginnt und tatsächlich freie Schulwahl besteht - was ist dagegen einzuwenden?
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon lissi74 » Mi 30. Mär 2016, 16:48

Rabaukenmama hat geschrieben:Naja, der Aversion gegen das frühe Aufstehen könnte man mit flexibleren Beginnzeiten der Schulen schon entgegenwirken (bei Mobbing verhält sich die Sache viel schwieriger). Es ist ja nicht in Stein gemeißelt dass der Unterricht um 8h beginnen muss. Im Berufsleben gibt es auch etliche Berufe mit späteren Beginnzeiten oder flexible Modelle mit Gleitzeit.

Ich sehe bei meinen beiden Buben den sehr deutlichen Unterschied zwischen Abend- und Morgenmensch. Mein älterer Sohn braucht in der Früh vor dem weggehen noch mindestens 30 Minuten, nur um "in die Gänge" zu kommen. Dafür ist er dann bis mindestens 22h hellwach. Kleinsohn geht zwischen 20h und 21h schlafen und ist meistens deutlich vor seinem Wecker (der um 6h45 läutet) wach, während ich seinen großen Bruder eine Stunde später aus dem Bett kratzen muss.

Klar werden wir für die Schule Strategien finden um ihn pünktlich hinzubringen, aber sein "Leistungshoch" wird mein Großer auch dann nicht unbedingt zwischen 8h und 10h morgens haben. Ich bin gegen generell spätere Beginnzeiten der Schule aber für mehr Eigenverantwortung innerhalb eines vorgegebenen Rahmens (z.B. Schulbeginn zwischen 7h und 10h, von der Schule frei wählbar). Wenn die Schulfreude an solchen Basics scheitert finde ich das schade.

Hallo,

hier genauso mein Sohn ist ein absoluter Morgenmuffel, mitunter gibts da echt manchmal ärger hier, weil er da gar nicht mitmachen möchte. Allerdings beginnt bei uns die Schule um 7.30 Uhr und ich wäre mit 8 Uhr schon froh. Mein Mann ist ebenfalls eine Eule und kann morgens auch nix mit sich um 6 Uhr anfangen, das geht ganz gegen seinen inneren Rythmus (aber er kommt ja auch aus einem Land wo man morgens später beginnt und auch Schule erst um 9 Uhr usw.). Für meinen Mann sind die Zeiten hier eh unverständlich... Meine Tochter und ich sind doch eher Morgenmenschen und ich für meinen Teil bin Abends nicht mehr so leistungsfähig. Ich arbeite des öfteren Abends, aber da muss ich mich sehr überwinden. Leider geht es derzeit nicht anders.

An unseren Verwandeten sehe ich wie das auch anders funktioniert und dort fängt man halt tatsächlich erst um 9:00 bis 9:30 Uhr an zu arbeiten. Die Kinder sind grundsätzlich ganztags in der Schule und man sieht sich Morgens und Abends. Ich muss sagen, dass es alles eine Frage ist wie es in der Gesellschaft organisiert und akzeptiert ist. Meine Schwägerinnen sind natürlich rein beruflich wesentlich erfolgreicher als deutsche Frauen mit vergleichbarer Ausbildung. Sorry ich schweife wohl ab, aber Schule ist eben auch eine Art Kinderbetreuung und umso besser die funktioniert umso mehr Chancen (hauptsächlich für Frauen) für die Eltern auch beruflich erfolgreich zu sein.

Noch was zum Thema gefallen. Mein Sohn ist ja eher ein schwieriger Schüler, hat aber mit seiner Lehrerin jemanden gefunden den er sehr mag. Auch seine Klasse gefällt ihm nach eigenen Aussagen besser als die Gruppe im KiGa. Wenn ihn jemand fragt sagt er mittlerweile, dass er gerne in die Schule geht. Und die Struktur dort tut eben auch vielen Kindern recht gut und schafft nochmal eine ganz andere Ausgangslage als im KiGa. In der Schule kann er eben doch ab und zu mit seinen kognitiven Leistungen glänzen und das merkt er auch. Das hat hier im KiGa ja nie jemanden interessiert.

Viele Grüße!
Lissi
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 1. Apr 2016, 23:12

Koschka hat geschrieben:Wenn alle Schulen unterschiedliche Anfangszeiten haben, ist es fast unmöglich für die Kinder aus unterschiedlichen Schulen miteinander was anzufangen. Flexibilität ist grundsätzlich nicht schlecht, aber nach einem bestimmten Grad bringt das mehr logistische Probleme als Vorteile.


Ich kenne die Situation in D nicht, aber in Österreich ist es generell so, dass Kinder unterschiedlicher Schulen am NM ohnehin selten was "miteinander anfangen" können, weil 70% der Grundschulkinder, die keine Ganztagsschule besuchen, nachmittags im Hort ihrer jeweiligen Schule sind.

Koschka hat geschrieben:Die Lehrer müssen sich ja auch anpassen. Viele haben selber noch Kinder. Das heißt ihre Kinder sollen in die Schulen gehen, die ähnliches Rhythmus haben.


Soll das ein ernstes Argument sein? Eine volle Lehrverpflichtung für einen Grundschullehrer sind gerade mal 22 Stunden (zu je 50 min) in der Schule! Wer hat sonst noch so eine "schulfreundliche" Arbeitszeit? Und schließlich haben auch Krankenschwestern oder Busfahrer Kinder und deren Kinder können auch nicht genau dann in die Schule gehen, wenn die Eltern gerade arbeiten.95% der Eltern haben außerdem nicht dann Ferien bzw. "autonome Tage", wenn ihre Kinder diese haben. Es muss IMMER individuell in der Situation nach den besten Lösungen gesucht werden.

Koschka hat geschrieben:Viele Schulräume werden am Nachmittag durch Musikschulen genutzt. Die Möglichkeit würde auch wegfallen.


Ich bin mir ziemlich sicher dass nicht alle Schulklassen bis 18h genutzt werden wenn der Unterricht 1-2 Stunden später (oder früher) beginnt als bisher. Und in jeder Klasse wird ja dann auch nicht Musikunterricht stattfinden, oder? Die Schulen, die ich kenne, bieten meistens Blockflöte, Klavier oder Gitarreunterricht an, das war´s dann schon. Da wird sich mit etwas gutem Willen weiterhin ein Platz finden lassen, wo das stattfinden kann.

Koschka hat geschrieben: Ich hatte als Kind wegen der Schulüberfüllung Unterricht ab 12-13 Uhr. Da ist der ganze Tag geblockt. Früh kann man kaum was anfangen, spät ist keine Zeit mehr. Wohin mit den Hausaufgaben? Obwohl ich frühaufstehen hasse, war es für mich kein Wunschmodel.


Das ist ja wieder eine ganz andere Situation. Bei meiner Vorstellung würde sich die tägliche Schulzeit nur bei EINIGEN Schulen 1-2 Stunden nach vorne oder hinten verschieben, der Unterricht aber mit den üblichen Pausen in einem Block stattfinden.
Koschka hat geschrieben:Meine Kinder sind mittlerweile so verwöhnt, dass sie erst um halb zehn mit der Schule beginnen. Glaubt jemand, dass sie sich über den Schulanfang nicht beschweren?

Du hast ja eine komplett andere Ausgangssituation als die meisten Forenteilnehmer. Ich finde toll wie du das handhabst und wie gut du auf die individuellen Bedürfnisse deiner Kinder eingehst. Und nicht zuletzt gehört auch Mut dazu, sich so ein Projekt (die eigenen Kinder selbst zu unterrichten) überhaupt zuzutrauen.
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Re: Diskussionsthema Schule

Beitragvon alibaba » Mo 4. Apr 2016, 09:18

Für mich kann Schule nicht zeitig genug beginnen. :)

Die Eltern müssen arbeiten, das Kind sollte vorher auf dem Weg zur Schule sein. ist eigentlich ganz einfach.

Dabei kann man nicht auf die individuellen Bedürfnisse Rücksicht nehmen. Fänge ich da an, wo würde ich enden? Jeder hat ja andere individuelle Bedürfnisse.

Je mehr wir in den Sommer kommen umso besser ist der zeitige Schulanfang. So lange es noch angenehm draußen ist, umso besser können gute Leistungen erzielt werden. Wer will schon bei 30 Grad im Schatten Mittags seine 30 Minuten über den Sportplatz rennen? Eine GS-Lehrerin hat mal gesagt, sie schreibt alle Arbeiten in den kälteren Monaten, da hier die Aufmerksamkeit noch am höchsten ist.

Ja, wir Menschen sind unterschiedlich. ich habe einen Kurzschläfer und eine Langschläferin. aber für Beide gelten nun einmal die selben Regeln.

VG
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