Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Momo » Di 27. Sep 2016, 00:35

Nun möchte ich auch gerne einmal ein kleines Update geben ;) Meine Tochter hatte sich ja, wie an anderer Stelle beschrieben, selbst in ihrer Wunschschule "angemeldet" und ist nun seit 2 Wochen ein Schulkind. Sie hat sich ganz bewusst eine Schule ausgesucht, in der sie ganz frei lernen darf. Das heißt im Klartext;
Sie darf bis 9:30 Uhr zur Schule kommen, sie darf sich völlig selbstbestimmt mit den Themen beschäftigen, die sie interessieren, sie kann sich ihre Lernpartner, sowohl Kinder (selbstverständlich altersübergreifend) als auch Erwachsene, frei wählen und kann vor allem eins- ganz viel spielen, klettern, rennen, mit Kindern kommunizieren, experimentieren etc und genau dabei- LERNEN. Die Erwachsenen nennen sich "Lernbegleiter" und haben die Aufgabe, die Kinder genau zu beobachten und sie in ihren Interessen zu unterstützen. Es gibt keine Hausaufgaben, keine Noten, keine Klassenarbeiten. Jede Woche wird mit der gesamten Schule (es sind nur 60 Kinder) ein Ausflug unternommen, das Ziel bestimmen die Kinder. Die Kinder haben sehr viele Möglichkeiten, den Schulalltag mitzubestimmen. Sie werden ernst genommen und ihnen wird viel zugetraut. Ich muss sagen, der Umgang mit den Kindern entspricht dort exakt dem, wie wir ihn auch zu Hause leben. Und trotzdem ist es ein Wagnis für uns, weil der Rahmen so anders ist, als wir ihn selbst kennengelernt haben, bzw. wie Schule normalerweise aussieht. Wie geht es meiner Tochter? Was meint Ihr??? Sie blüht sooo sehr auf, sie setzt sich täglich mit den unterschiedlichsten Menschen auseinander, darf sich völlig frei entfalten. Und sie wird gesehen, in ihren Interessen unterstützt (sie darf Englisch, Lesen, Schreiben, Rechnen, Klavier, Töpfern- alles tun und lernen, was sie interessiert. Und dann darf sie wieder auf Bäume klettern, sich um Tiere kümmern und sich Schabernack ausdenken. Ohne Zeitvorgaben. Auch für mich ist es ein neuer Weg, doch es fühlt sich gut und stimmig an- hier würde ich auch gerne zur Schule gehen :lol:

Und wie sagte meine Tochter ihrer Oma neulich so schön, nachdem diese gefragt hatte, wann sie denn etwas lernen würde: "Aber Oma, du weißt doch, beim Spielen lernt man am Meisten!"

Ich werde weiter berichten :D
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon zweierpack » Di 27. Sep 2016, 09:51

Hallo,

das klingt sehr, sehr gut!
Ich bewundere Euch ein bißchen, dass Ihr es gewagt habt, einen alternativen Weg zu gehen, den ich sehr spannend und von der Idee her auch stimmig finde - Kinder wollen vielen Lernen, nur vielleicht nicht immer nach einem Curriculum, das für 23 andere auch passen muss.
Wir haben uns mangels Möglichkeiten (längere Fahrt) und auch aus mangelndem Mut für die konventionelle Schule entschieden (Bericht s. gleich unten), das Fazit bisher ist nicht schlecht - aber etwas durchwachsen.
Halte uns bitte auf dem Laufenden, ich finde das sehr spannend!
Viele Grüße
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Momo » Di 27. Sep 2016, 11:14

Hallo Zweierpack,
danke für Deine Antwort!
Ich bin ganz ehrlich- obwohl ich mich mittlerweile sehr intensiv mir dem Thema Lernen und alternativen Schulformen auseinandergesetzt und beschäftigt habe und voll hinter diesen alternativen Ansätzen stehe, hätten wir Erwachsenen in letzter Konsequenz wahrscheinlich trotzdem nicht den Mut gehabt, ganz klar diesen Weg zu wählen. Ich staune immer noch über die Klarheit unserer Tochter, wie eindeutig sie sich für diese Schule und für den Zeitpunkt der Einschulung (wir hatten sie ja bereits zurückgestellt und wollten sie erst nächstes Jahr einschulen) entschieden hat und über ihre Eigeninitiative, sich dort selbst einen Schulplatz zu organisieren. Und im Nachhinein spüre ich, dass alles so genau richtig ist. Ich glaube ganz sicher, Kinder wissen, was sie brauchen und was ihnen gut tut! Wir müssen ihnen nur zuhören und sie in ihrem individuellen Weg unterstützen. Das lerne ich gerade und ich glaube- es ist erst der Anfang- noch ist sie 5 Jahre alt :schwitz:

Euch auch alles Gute, ich hoffe, Deine Beiden finden ihren Platz in der neuen Schule!!!
Liebe Grüße von Momo
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Maca » Di 27. Sep 2016, 12:02

Hallo Momo,

Das ist doch wunderbar und klingt für euch GENAU richtig!!!
So wie du euch und die Entwicklung deiner Tochter beschreibst, sind Schulkonzepte dieser Art einfach absolut passend.
Zum Glück habt ihr so eine Schule in der Nähe.

Allerdings darf man halt auch nicht vergessen, dass ihr nun wahrscheinlich eine sehr homogene Lerngruppe ähnlicher Prägung habt.
Kinder aus prekären Verhältnissen wird es bei euch kaum geben.
Gerade die Arbeit mit Kindern sehr unterschiedlicher Prägung macht es den konventionellen Schulen ja auch so schwer.
Oder könntest du dir deine sensible Maus in einem Umfeld vorstellen, in dem sich ein latentes Gewaltpotential auch schon in der zum Teil verwendeten Gossensprache zeigt?

Ohne diesen Stress zur Schule gehen zu können, wunderbar!

Aus heutiger Erfahrung hätte ich für meine Tochter auch so eine Schule ausgesucht! :D

Euch weiterhin viel Glück!
Maca
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Rabaukenmama » Di 27. Sep 2016, 14:56

Das hört sich total gut an und freut mich echt für euch (vor allem für Deine Tochter :) ). Gleich aufgefallen ist mir die Aussage "sie darf bis 9h30 zur Schule kommen" - um so viel Flexibilität beneide ich jeden. Ich bin sicher der Schulstart bei meinem Sohn wäre gelungener wenn ich diesen Morgenmuffel nicht täglich um 7h aus dem Bett schleifen müßte :roll: . Dafür wäre ich auch bereit, meine eigenen Arbeitszeiten zu ändern. Obwohl ich versuche, im HEUTE zu leben (sonst würde ich wohl wahnsinnig werden :P ) ist allein schon der vage Gedanke an die vielen, zukünftigen Aufsteh-Rituale mich Gejammere und ICH-WILL-NOCH-SCHLAFEN-Schreien ziemlich bedrückend :cry: .

Heute hat mich die Lehrerin meine Sohnes angerufen. Grund war dass morgen ein Ausflug geplant ist und mein Sohn ja heute nach seiner Krankheit den ersten Tag wieder in der Schule war und ich daher noch nichts davon wußte. Jedenfalls wurde es ein längeres Gespräch wo ich der Lehrerin mitgeteilt habe, wie "unrund" und leicht reizbar mein Sohn im Moment ist. Das ist ihr natürlich auch schon aufgefallen. Auch dass er keine Hausaufgaben machen wollte habe ich angesprochen. Ich habe mehrmals gefragt, aber nicht gedrängt weil es (bei den Hausaufgaben) ausdrücklich geheißen hat "wenn er selbst will" - und das war nicht der Fall. Jedenfalls meinte die Lehrerin noch dass mein Sohn ihrer Einschätzung nach kognitiv mindestens 2 Jahre voraus sei und sozial-emotional etwa 2 Jahre hinten. Nichts wirklich neues für mich, aber schön dass es ihr und ihrer Kollegin auch aufgefallen ist.

Das ganze Konzept der Schule, die mein Sohn besucht, ist auch eher frei - vor allem im Gegensatz zum klassischen Frontalunterricht. Es gibt kaum getrennte Gegenstände sondern viel "GU" (= Gesamtunterricht) wo themenübergreifend unterrichtet wird. Die Klassen sind klein, der Lernstoff und die Hausübungen (1x in der Woche) sind individuell auf die Schüler abgestimmt. Sitzen ist auch nicht zwingend und man muß nicht mal in der eigenen Klasse bleiben. Auch mit den Lehrerinnen, ihren Umgang mit den Kindern und ihrem ehrlichem Interesse daran, dass es allen Schülern gut gehen soll, bin ich voll zufrieden. Ich wünsche nur meinem Sohn dass er auch bald wirklich "ankommt".
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Momo » Di 27. Sep 2016, 23:56

Danke für Eure lieben Antworten! Rabaukenmama, ich finde das Konzept eurer Schule klingt toll und ich wünsche Deinem Großen von Herzen, dass er dort seinen Platz finden wird und sich schließlich wohl und sicher fühlt. Es braucht natürlich Zeit, all unsere neuen Schulkinder brauchen bestimmt noch einige Monate, bis sie richtig in der neuen Umgebung angekommen sind. Ich habe schon einige sehr nette Eltern unserer Schule kennenlernen dürfen und übereinstimmend habe ich von unterschiedlichen Seiten gehört, dass erst nach einem Jahr eine wirkliche Vertrautheit und dadurch auch Sicherheit bei den Kindern spürbar war. Es sind so viele neue Eindrücke, eine komplett neue Situation- das braucht Zeit und Vertrauen. Und bestimmt auch viele Gespräche ;)
Alles liebe wünscht Momo
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon alibaba » Mi 28. Sep 2016, 09:59

Hallo ihr Lieben,

ich muss gestehen, ich hab Bauchschmerzen. Es hört sich, ohne jeden Zweifel erst einmal toll, an. Von weitem! Zu meiner Mutter sagte mal ein Mann:"Von weitem sehen sie ganz toll aus, nur näher kommen darf man nicht!" :lol:

Ich frage mich, wie Schule funktionieren kann, wenn jeder das macht was er will. Woher weiß Kind was es braucht und ob das dumme üben, sagen wir jetzt mal der Buchstaben, nicht doch sinnvoll ist, obwohl langweilig?
Ich kann mich an den Kiga erinnern. Da war es den Erzieherinnen gar nicht recht, wenn jeder kam wann er wollte, also im Zeitraum von bis. Sie waren es leid immer wieder von vorne anzufangen.

Ich muss zugeben, das ich mir Sorgen machen würde, was passiert beim Übertritt?

Und ich gebe gerne zu, das ab Kl.3 hier Schluß mit lustig war, auch bei uns. Die plötzlich gestiegenen Anforderungen machten Druck, Druck der vorher nie ein Thema war, denn auch eine moderne normale Schule arbeitet bis in Kl.2 doch sehr relaxt und "frei". Wie ein Blitz schlug hier die Bombe ein, da man den Übertritt vor Augen hat, auch wnn er noch weit weg zu sein scheint.

Aber ich habe hier einfach Momo zu wenig verfolgt, vielleicht kann man da ja bis zum Abitur seinen Weg machen, dann ist das gut. Muss man allerdings wechseln, dann grummelt mein Magen doch schon recht deutlich.

Viele liebe Grüße
alibaba
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 28. Sep 2016, 10:25

alibaba hat geschrieben:Ich frage mich, wie Schule funktionieren kann, wenn jeder das macht was er will. Woher weiß Kind was es braucht und ob das dumme üben, sagen wir jetzt mal der Buchstaben, nicht doch sinnvoll ist, obwohl langweilig?


Das ganz Leben ist eine Mischung. Manchmal kann man machen was man will, dann wiederum MUSS man manches tun, was einem widerstrebt. Noch nicht schulpflichtige Kinder haben (meistens) das Privileg, großteils das machen zu dürfen, was sie wollen. Warum ist gut daran wenn das von einem Tag auf den anderen ins du-mußt-Extrem umschlägt?

Du schreibst dass Kindergarten für euch die streßfreiste Zeit war. War das nur wegen mehr Organisationsarbeit (für die Eltern) ab Schuleintritt oder auch wegen Muss-Hausübungen, Prüfungen, Stress wenn das Kind z.B. krank war und zuviel versäumt hat, usw.?

Die Erfahrung, dass es Dinge gibt, die man machen MUSS wird unseren Kindern ohnehin nicht erspart bleiben. Aber so, wie man ein Kind nicht ans Schmerzen-aushalten gewöhnt indem man ihm Schmerzen zufügt, kann man es nicht ans "müssen" geewöhnen indem man es ständig zu etwas zwingt.

Ich persönlich halte es für wichtiger dem Kind ein instinktives Gefühl dafür zu vermitteln, wann es verweigern "darf" und wo ein MUSS tatsächlich ein MUSS ist. Es geht ja nicht darum, brave Befehlempfänger heranzuziehen, sondern selbstständig denkende und handelnde Menschen.

alibaba hat geschrieben:Ich kann mich an den Kiga erinnern. Da war es den Erzieherinnen gar nicht recht, wenn jeder kam wann er wollte, also im Zeitraum von bis. Sie waren es leid immer wieder von vorne anzufangen.


In der Schule von Momos Tochter das lernen frei (bitte um Korrektur wenn ich was mißverstanden habe), da steht nicht ein Lehrer vorne und erklärt allen Kindern pauschal was sie bei der nächstn Prüfung zu wissen haben. Daher besteht keine Notwendigkeit für "Punkt acht müssen alle da sein".

In der Schule meines Sohnes sind pro Unterrichtsstunde 5 Minuten "Kernlernzeit" wo für Erfüllung des Lehrplans nötiges Wissen vermittelt wird und LEIDER ist trotzdem pünktlich um 8h Anwesenheitspflicht :cry: . Mehr später, Kleinsohn braucht mich.
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon patchanka » Mi 28. Sep 2016, 12:04

Liebe Momo!

Schön, dass ihr euch und eurem Kind das zutraut!

Ich blicke nun schon auf ein paar Jahre Alternativschulzeit zurück und kann mal so mutmaßen:
mein erstes Kind könnte sicher schöner Schreiben, hätte eine bessere Rechtschreibung und wäre sicher auch beim Rechnen routinierter, wenn es in eine Regelschule gegangen wäre. Auch wäre es gewohnt, Arbeitsaufträge auszuführen und würde weniger über alles diskutieren....

Ich vermute aber ganz stark, dass sein unglaubliches Wissen und sein großes Interesse an so vielen Themen sich nicht so weiter entwickelt hätte.
Vor allem aber bin ich der Überzeugung, dass er dort nie so eine hohe soziale Kompetenz hätte entwickeln können.
Ich habe ihn jetzt paar mal erlebt, wie er große Gruppen moderiert oder Refeferate hält, die interessanter sind, als viele Vorlesungen auf der Uni...

Außerdem könnte er z.B. nicht so gut Fußball spielen, Saltos schlagen, Theater spielen, Fragen formulieren, Musizieren, Kochen, Kritisieren, Argumentieren und Diskutieren...und vermutlich auch nicht so gut Witze erzählen...

mein zweites Kind schreibt übrigens wunderschön und legt von Anfang an darauf wert, alles richtig zu schreiben. Auch das Ein-Mal-Eins hat es sich im ersten Jahr selbstständig erarbeitet (das musste mein erstes Kind nicht, das konnte er irgendwie immer schon)...und Fußball spielen findet es übrigens gar nicht gut.

die Frage, ob es notwendig ist, Kinder frühzeitig an eine Leistungsgesellschaft anzupassen oder sie zu bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen, muss sich aber jeder selber stellen.
Das schöne bei begabten Kindern (wie hoch tut da nichts zur Sache) ist das gute Gefühl, dass sie ihren Weg finden werden!
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Re: Lagebericht 2 Wochen Freie Schule

Beitragvon Momo » Mi 28. Sep 2016, 12:47

Hallo Patchanka,
wie spannend, dass Deine Kinder auch eine alternative Schule besuchen, das wusste ich gar nicht! Wie schön Du Deine Erfahrungen beschrieben hast! Vielleicht kannst Du noch mehr berichten?

Genau so ist es- jedes Kind ist unterschiedlich, hat unterschiedliche Stärken, Interessen, unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten, einen anderen Entwicklungsstand. Doch eines ist im Grunde bei allen Kindern gleich (solange es ihnen nicht verleidet wurde)- Kinder WOLLEN lernen. Wenn ich mir die Kinder in unserer Schule ansehe, fällt mir ihre ungeheure Individualität, ihre Eigenmotivation, ihre soziale Kompetenz und ihr Engagement auf. Da inszenieren Kinder z.B. völlig aus sich heraus und selbstständig eine Theateraufführung und möchten das Geld einem Tierheim spenden. Ohne das ein Erwachsener dies vorgeschlagen hätte oder daneben steht und sagt, was sie wie zu tun haben.

Ich weiß, Alibaba, es ist sehr schwer, sich als Eltern zu entspannen und einfach darauf zu vertrauen, dass die Kinder von sich aus lernen wollen und ihren individuellen Weg finden werden. Doch auch hier zeigt sich nun, alle Kinder der 10. Klasse, die nach 10 Jahren freien Lernens einen mittleren Schulabschluss machen DÜRFEN, WOLLEN ihn auch von sich aus machen! Sie suchen sich ihre Vertrauenslehrer und erarbeiten von sich aus den Schulstoff, der ihnen vielleicht fehlt und den sie für die Prüfung brauchen. Sie schaffen es innerhalb kurzer Zeit den Stoff zu erarbeiten, für den sie in einer Regelschule eigentlich 10 Jahre lang jeden Tag viele Stunden hätten still sitzen und büffeln müssen. Warum ist das so? Ich kann mir vorstellen, dass zum einen die Motivation völlig anders ist und deshalb wesentlich schneller und effektiver gelernt werden kann und zum anderen kann sehr individuell gelernt werden. Teilweise sitzt ein Lernbegleiter mit 2 oder 3 Schülern zusammen und beantwortet genau die Fragen, die diese Kinder gerade wissen wollen. Vieles erarbeiten sich die Schüler dann wieder selbstständig.

Und was für mich im Grunde am wichtigsten ist- die Kinder haben in all den Jahren davor die Möglichkeit, ihre Begabungen frei zu entwickeln! Ohne sich in ein Raster pressen lassen zu müssen, ohne bewertet zu werden, ohne Zeitdruck oder Langeweile, ohne Zwang, Druck und bei vielen Kindern auch wirklichem Leid! Wenn man erstmal aus dieser dieser Maschinerie ausgebrochen ist, fällt einem erst auf, unter welchem Druck eigentlich schon so junge Kinder und auch die Eltern stehen. Wirklich Wahnsinn, schaut mal genau hin!! Druck, der von Staat ausgeübt wird, aber auch von der Gesellschaft. Wie sehr wir selbst geprägt wurden und wie unfrei wir in unseren Köpfen sind. Wir leben nur einmal, warum dürfen wir uns dann nicht frei entfalten und einfach glücklich sein? Kein Kind braucht Schule "um etwas zu werden", Kinder sind schon!!! Und Kinder, die sich entfalten dürfen, werden zu starken, kreativen, kompetenten Erwachsenen und genau diese werden in Zukunft dringest gebraucht!!!

Puh, das musste mal raus- hab `nen ganz roten Kopf :lol:
Liebe Grüße von Momo
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