Ich mal wieder -LRS

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Ich mal wieder -LRS

Beitragvon LiLaLaunebär » Mi 18. Jan 2017, 08:53

Hallo und guten Morgen,

Ich war schon länger nicht mehr aktiv hier, schaue aber doch oft wieder rein! Unsere Lage hat sich einigermaßen stabilisiert - dennoch sind grad die Schulprobleme schlimm. Besonders natürlich fürs Kind. Und da er das in der Schule selber nicht zeigt, halten uns sicher viele für... ach was weiß ich.
Wie dem auch sei. Die Deutschlehrerin hat bei ihm die Vermutung das er eine LRS hat. Zwar hatten wir ihn beim Psychologen bereits in der 3. Klasse (er ist jetzt 4.) testen lassen (er hat keine LRS), dennoch wurde er mitgereister. Jetzt bekamen wir einen Brief in dem steht das seine LRS(Legasthenie) anerkannt wird. Mehr nicht.

Nun meine Fragen - LRS und Legasthenie ist doch nicht das gleiche?! Was genau haben sie denn getestet. Bzw. - weiß jemand, was für ein Test in der Regel in der Schule (SH) gemacht wird? Gibt es rechtliche Grundlagen, die es mir ermöglichen, den Test einzusehen? Oder das Ergebnis im Detail zu erfahren?!
Wenn ich das mal richtig gelesen habe, ist die "Anerkennung" nur eine bestimmte Zeit gültig - wisst ihr, für welche Dauer? 2 Jahre?
Und - gibt es, außer dem Nachteilsausgleich, weiteres, was ich positives für meinen Sohn da raus ziehen kann? Ich weiß nicht, ob sich der ein oder andere noch an unsere Geschichte erinnern kann - gern kann ich das auch nochmal zusammen fassen.

Ein Hespräch mit der Lehrerin habe ich erbeten. Da wir hier aber in den Konferenztagen uns befinden, wird es wohl dauern, bis ich einen Termin habe. Vielleicht hat ja der ein oder andere ein paar Infos für mich.

Vielen lieben Dank
LiLaLaunebär
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Re: Ich mal wieder -LRS

Beitragvon Maca » Mi 18. Jan 2017, 11:23

Also grundsätzlich gibt es in jedem Bundesland und dann auch wieder in jeder Schule unterschiedliche Regelungen zum Umgang mit LRS.

Ich kann nur von Hamburg sprechen. Bei uns wird in regelmäßigen Abständen eine Kompetenzüberprüfung zur Rechschreibung (Hamburger Schreibprobe) und Lesefertigkeit (Stolperwörtertest) in den Schulen vorgenommen.

In der GS kann ab einem Prozentrang unter 5% ein Nachteilsausgleich beantragt werden und die Kinder erhalten Extraförderung. Nur Förderung gibt es schon ab Prozentrang 10.
In der weiterführenden Schule ist es ähnlich, nur dass die Förderung additiv ist, also zusätzlichen Unterricht für die Kinder bedeutet und auch verpflichtend ist.

LRS Kann zum einen für Lese-Rechtschreib- STÖRUNG stehen (gleichbedeutend mit Legashenie) oder für Lese-Rechschreib-SCHWÄCHE . Letzteres kann z.b durch mangelnde Beschulung, fehlende Motivation, Wahrnehmungsstörungen, Koordinationstörungen, Minderbegabung.........verursacht werden.
Von einer Legasthenie spricht man, wenn ein mind. durchschnittlich begabtes, gut beschultes Kind in einem anerkannten Rechtschreib/Lesetest mind. 1Standardabweichungen von seinem zu erwartenden Ergebniss abweicht.Also eine signifikante Differenz zwischen Intelligenz und Teilleistung besteht.In diesem Fall geht man davon aus, dass dem, Funktionsabweichungen des zentralen Nervensystems zugrunde liegen und keine Faulheit oder Dummheit ;) .
Was das konkret ist, weiß man nicht, ist bestimmt ein Ursachenkomplex.

Meine Tochter hat eine ärztlich 2 mal bestätigte Legasthenie, aber keine von der Schule anerkannte LRS.
Sie war in den Schutestungen durchschnittlich bis gut.Die Schulen orientieren sich ausschließlich an der Hamburger Schreibprobe, Testungen in der KJP werden nicht anerkannt.
In Schultestungen kann sie sich ausschließlich auf die Rechtschreibung fokussieren und da sie die Rechtschreibregeln kennt, kommt sie klar. Wortbilder allerdings hat sie immer noch nur sehr wenige abgespeichert, was dazu führt, dass die Rechtschreibung nur bei ausreichender Konzentration und Motivation klappt.

Ein von Legasthenie betroffenes Kind erkennt man daran, dass es viele Wörter immer anders schreibt.
Vater: FAHTER , VAATER; FARTER; VARHTER; FADER; FAHDER, FATER;FAATER......

Ein Kind mit einer Lese-Rechschreib-Schwäche, bei dem andere Ursachen zugrunde liegen, schreibt Wörter eher immer auf die selbe Art falsch. Es hat dann nämlich das Wortbild sehr wohl abgespeichert, nur eben falsch. :? .
Maca
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Re: Ich mal wieder -LRS

Beitragvon LiLaLaunebär » Mi 18. Jan 2017, 13:58

Hallo Maca,

vielen Dank für deine Nachricht. Ich habe mir heute morgen jetzt auch mal das Schulrecht bezüglich: Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie)
Erlass des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft vom 3. Juni 2013 – III 313

Das stand nämlich auf der Anlage 3a die wir bekommen haben. Letztendlich habe ich da gelesen, das ich Einblick in die Testung haben kann - nur keine Kopie der Aufgaben des IQ Tests. Da mein Sohn ja bereits 2 IQ Tests hinter sich hat, weiss ich ja zumindest, das er nicht "doof" ist. Letztendlich würde ich auch eher dazu tendieren, das er Legasthenie hat. Es ist bei ihm nicht selten, das er in einem Aufsatz ein und das selbe Wort mehrmals falsch schreibt. Gestern war es: wenn, wen, wähn, wänn .... Dennoch gibt es manchmal Texte wo er überwiegend richtig schreibt - aber darauf hat er meistens dann auch Lust und konzentriert sich entsprechend (so scheint es mir zumindest).
Wenn ich das Schulgesetzt richtig verstehe, dann ist nur auf eine Schwäche getestet worden.. aber ganz sicher bin ich mir nicht.
Mal sehen, ob und wann die Lehrerin sich bei mir meldet und ob es für ihn dann überhaupt einen Nachteilsausgleich bekommt.

Grüße

Andrea
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Re: Ich mal wieder -LRS

Beitragvon Maca » Mi 18. Jan 2017, 16:07

Die Schule kann natürlich keine Legasthenie-Diagnose erstellen.

Ich glaube in SH verwendet ihr auch die Hamburger-Schreib-Probe (HSP) an den Schulen zur Ermittlung eines Förderbedarfs und/oder Nachtteilsausgleichs.
Dabei wird lediglich auf den Prozentrang geschaut, weil die Schulbehörde dann nämlich die Schulen in die Pflicht nimmt.
Sie müssen handeln .
In der Förderung landen dann schlecht geförderte und demotivierte Kinder , Kinder, die generell Schule ablehnen, lernbehinderte Kinder, Kinder, bei denen verdeckte Sehprobleme vorliegen.....und Kinder mit einer klassischen Legasthenie.

Eine Differenzierung kann die Schule da nicht leisten.

Ein Kind, welches lediglich schlechter lernt profitiert dann von so einer Maßnahme deutlich mehr, als ein Kind mit einer echten LESE-Rechtschreib-Störung. Letzteres wäre in einer professionellen Lerntherapie deutlich besser aufgehoben.

Meine Tochter war 4Jahre in einem auf Legasthenie spezialisierten Institut, einmal wöchentlich für eine Stunde.
Heute würde ich ihre Leselkompetenz (war auch betroffen) als überdurchschnittlich und ihre allgemeine Rechschreibkompetenz als noch knapp durchschnittlich einstufen, gemessen an ihrer Altersgruppe.

Was einem Wunder gleichkommt, wenn man weiß woher sie kommt.

Bei der ersten Testung mit sieben, nahm die ausführende Testerin mich im Anschluss kurz zur Seite und meinte, so schlechte Leistungen, hätte sie noch nie erlebt ( naja, sie war noch recht jung :mrgreen: )
Die Ärztin hatte das dann im Elterngespräch etwas relativiert, aber eigentlich gingen wir damals davon aus, das unsere Tochter niemals richtig lesen und schreiben lernt.
Nun kommt sie 7.Klasse G8 gut klar.

Ihre große Särke: Textanalyse!!! :mrgreen:

Also, bleibt dran!

(Bei meiner Tochter wurde übrigens mit 12 eine ADS diagnostiziert,
ich vermute DARIN die Ursache für ihr sich nur schlecht entwickelndes Wortbildgedächtnis)
Maca
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Re: Ich mal wieder -LRS

Beitragvon LiLaLaunebär » Do 19. Jan 2017, 11:02

Vielen Dank für deine Antwort. Ich könnte gestern vor einer Konferenz in der Schule kurz mit der Deutschlehrerin sprechen. Sie ist die die LrS Beauftragte der Schule und wusste so gut wie nix. Die betreffende Lehrerin ist aktuell krank und hat alles in ihrem Fach eingeschlossen. Ein Blick auf die Unterlagen konnte ich also noch nicht werfen. Die Deutschlehrerin sagte mir aber direkt, das sie kaum Ahnung von Legasthenie hat - sowas wird im Studium Tod geschwiegen (sie ist noch recht jung).
Das macht mir wenig Mut :-) zumal mein Sohn ja eben auch besonders ist. Aber sie gibt sich viel Mühe. Da das Halbjahr jetzt gelaufen ist - hat es für das Halbkahreszeugnis keine Berücksichtigung. Was ich Genre,l doof finde, den mit dem Zeugnis bewerben sie sich ja jetzt auf der weiterführenden Schule.

Einige Besuche beim Psychologen hat mein Sohn ja schon durch - alle haben ADS nicht weiter verfolgt. Ich selber würde das nicht wirklich ausschließen - aber bislang würde das nie untersucht, weil es keiner für "nötig" befunden hat.

Seine Deutschnote (ohne Berücksichtigung des LrS) ist total in Ordnung - gutes Mittelmaß würde ich sagen.

Weißt du, wie man eine wirkliche "Legasthenie" diagnostiziert? Also was dort anders gemacht wird? Wird ein anderer Test angeschaut?
Seh und auch Hörveemögen sind oB - Bzw. Der Herr Sohn trägt eh eine Brille.
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Re: Ich mal wieder -LRS

Beitragvon Maca » Sa 21. Jan 2017, 18:06

Wir waren wegen der Legasthenie-Testung in zwei zwei verschiedenen KJPs und dort wurde neben dem obligatorischen IQ-Test auch jeweils eine Aufmerksamkeitstestung und ein Lese-und Rechtschreibtest gemacht.
Letzterer war ganz anders, als die Rechschreibtestungen in der Schule und fiel immer viel, viel schlechter aus.

Überhaupt ist die Rechtschreibkompetenz bei meiner Tochter sehr unterschiedlich.
Wenn sie fokussiert und konzentriert ist, macht sie sehr viel weniger Fehler.

Den genauen Unteschied zwischen Schultest und den üblichen Testverfahren im klinischen Bereich kenne ich leider auch nicht.
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Re: Ich mal wieder -LRS

Beitragvon mario032 » Sa 11. Feb 2017, 02:20

Konzentrationschwäche ja damals gab dann Lebertran brrrrrrrr

Heutzutage gibt es nette Kapseln die auch noch nach Erdbeere schmecken. Ich glaube ich lebe in der falschen Zeit.
Ich glaube aber schon das Vitamine und Mineralien helfen sich konzentrieren zu können.
Ich hoffe die kleine sieht nicht zu viel fern da fernsehen manchmal zu Konzentrationsstörungen führen.

Ansonsten kann ich dir Omega 3 empfehlen und günstig habe ich es hier gesehen.
Ich durfte damals eine halbe Stunde pro Tag fernsehen und "durfte/musste" trotzdem Lebertran schlucken.
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