Schlechte Phase oder Unterforderung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon zweierpack » Mo 29. Mai 2017, 06:16

Hallo,

danke fürs "Kopfwaschen". Vielleicht liegt meine Einstellung zur Hochbegabung daran, dass wir aufgrund der Vorgeschichte (beides waren Frühchen) immer sehr tief gestapelt haben, mit der Idee, dass hoffentlich alles normal bei beiden ist oder am preußischen Understatement-Gen unserer Familie (Motto: Leistung zeigen und bitte bitte nie auffallen). Lustigerweise sind meine Tochter und ich rothaarig, schaffen also hier locker die 2%.

Gut, ich denke auch 125 oder 130 sind letztendlich egal, sie hat ein Problem im Moment. Ich glaube Euren Erfahrungen, dass ein Lehrer entweder differenziert oder nicht. Aber ich werde trotzdem nochmals freundlich und offensiv in das nächste Elterngespräch gehen und ihr einfach mal den jetzigen Zustand meiner Tochter beschreiben. Mir ist klar geworden, dass ich auch der Lehrerin gegenüber immer diese "bloß nicht auffallen"-Strategie gewählt habe und sie eigentlich gar nicht wissen kann, was meine Tochter zur Zeit offenbar mit sich so rumschleppt, denn in der Schule ist die Anpassungsleistung perfekt.

Zum Thema Hausaufgaben: ja, ich bin dabei beim Abschaffen. Mir wird sich der Sinn von ca. 150 Rechenaufgaben am Stück nie erschließen. Selbst ich weiß dann nicht mehr was 6+8 ist, sondern sehe nur noch Zahlen. Auch wenn die Aufgaben bei meinen beiden in ca.20 Minuten zu erledigen wären, ist da einfach nur Unlust, die ich gut verstehen kann. Die einzigen Hausaufgaben, bei denen mein Sohn z.B. auftaut ist, wenn sie zu Buchstaben passende Dinge malen dürfen oder Geschichte erzählen können - das ist sein Moment in der Woche, der Rest ist Quälerei...

Vielen Dank + Grüße
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon elboku » Mo 29. Mai 2017, 11:28

Hallo,

melde mich auch mal wieder zu Wort...

Weil ihr hier immer wieder das Thema HÜ ansprecht - meine Tochter (2. Kl.) hat auch immer wieder Motivationsprobleme bei der Mathe-Hü. Sie rechnet fehlerfrei und es fällt ihr wirklich leicht, sich z.B. die Mal-Reihen zu merken.

Wenn daher wieder mehrere Seiten zu rechnen sind, und sie nicht mehr mag, dann frag ich sie einfach die Rechnung und ich schreib das Ergebnis hin. Somit üben wir Kopfrechnen, denn das kommt in der Schule eh zu kurz. Außerdem hat meine Tochter Problme mit Rechnen unter Zeitdruck, und das üben wir damit auch - somit sieht sie, dass sie schnell rechnen kann, und dass sie sich von der Zeit nicht stressen lassen muss.

LG, Lisa
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon BiHa » Mo 29. Mai 2017, 12:33

Gibt es denn nicht Probleme mit den Lehrern, wenn ihr die Ergebnisse aufschreibt? Das fällt doch auf, oder nicht?
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon elboku » Mo 29. Mai 2017, 13:07

BiHa hat geschrieben:Gibt es denn nicht Probleme mit den Lehrern, wenn ihr die Ergebnisse aufschreibt? Das fällt doch auf, oder nicht?


Erstens ist es phasenabhängig - sprich, es steht nicht an der Tagesordnung, dass ich für meine Tochter die Ergebnisse aufschreibe. Wenn es Knobelaufgaben, Textbeispiele usw. gibt, macht es meine Tochter eh gern. Nur wenn es seitenlange +/- Aufgaben gibt, greifen wir darauf zurück. Ganz konkret heißt das, dass wir es in diesem Schuljahr bis jetzt nur 3-4x so gemacht haben.

Und zum andern fällt meine Handschrift nicht auf - kann jetzt für meine Tochter sprechen (schöne Handschrift) oder mir negativ ausgelegt werden (Sauklaue) ;)

LG, Lisa
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 29. Mai 2017, 14:38

Als ich noch in der Volksschule war hat meine Mutter meistens die ganze HÜ für mich geschrieben. Jetzt, etliche Jahre später, hat sie das längst verdrängt und meint kopfschüttelnd, dass es diese Schwierigkeiten mit nicht-HÜ-machen-wollen (heute bei meinem Sohn) bei mir damals nicht gegeben hat :mrgreen: .

Aber damals war in erster Linie wichtig, nicht (negativ) aufzufallen. Und Lust auf stundenlange Kämpfe wegen ein paar Minuten Hausübung-schreiben, die ich ohnehin im Schlaf kann, hatte sie anscheinend auch nicht ;) . Also hat Mama brav meine Hausis geschrieben und ich weiß mittlerweile von mehreren Erwachsenen (in meinem Alter), deren Eltern das genau so gemacht haben.
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 29. Mai 2017, 14:43

@zweierpack: Ich finde eine gute Idee, mit der Lehrerin darüber zu reden, wie es deiner Tochter in der Schule bzw. mit der HÜ geht. Ohne Feedback von Seiten der Eltern geht gar nichts. Auch wenn sie durch ein Gespräch jetzt nicht plötzlich differenzieren lernen wird, gehe ich mal davon aus, dass ihr das Befinden ihrer Schülerinnen am Herzen liegt. Und wenn sie weiß, was Sache ist, kann sie auch anders agieren. Lass uns bitte wissen, wie es weiter geht :) !
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon Rabaukenmama » Di 30. Mai 2017, 15:37

Koschka hat geschrieben:Meine Zwilinge sind 10 und ich bin kurz davor einen harten Schnitt durchzuziehen und sie in die unterschiedliche Klassenstufen gehen zu lassen. Bis jetzt habe ich das nicht geschaft.


Wie meinst du hast du es nicht geschafft? Emotional (wegen deiner eigenen Emotionen) oder rein "praktisch" wegen mehr Arbeitsaufwand?
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon alibaba » Mi 31. Mai 2017, 10:38

Rabaukenmama hat geschrieben:Als ich noch in der Volksschule war hat meine Mutter meistens die ganze HÜ für mich geschrieben. Jetzt, etliche Jahre später, hat sie das längst verdrängt und meint kopfschüttelnd, dass es diese Schwierigkeiten mit nicht-HÜ-machen-wollen (heute bei meinem Sohn) bei mir damals nicht gegeben hat :mrgreen: .


Ganz ehrlich, HÜ oder auch wie man in D sagt HA, finde ich ja absolut überbewertet. Und stellenweise sind es auch zu viel. Bei uns an der GS musste meine Tochter, die gerade in Kl.3 ihre Arbeitsblätter in der Schule nicht schaffte, diese zuhause zusätzlich zu den HA erledigen. Und da kamen durchaus Berge zusammen. Hier bin ich als Erlediger dann auch eingesprungen. Was meine Kinder heuer nach wie vor nicht mögen, ist, wenn man etwas kann, dass eben doch noch als HA aufzubekommen. da ziehen sich die HA, das ist krank, vor allem in der GS.

Mittlerweile weiterführende Schule hat sich das total verändert. Hier kommt man teilweise um das Vor- und nachbereiten von Unterrichtsstoff nicht drum herum (das wird hier auf dem Gymnasium erwartet), so das HA erledigen sich viel interessanter gestaltet. HA sind hier oft eine kleine Wiederholung mit dann einem Teil Neuerarbeitung in Eigenregie. Das ist einfach nicht mehr langweilig. Und mal ganz davon abgesehen, HA gibt es hier nur noch selten. Was allerdings nicht bedeutet, dass man nichts mehr tun muss. HA - da mische ich mich nicht mehr ein. Das erledigen meine Kinder selbständig.

VG
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Re: Schlechte Phase oder Unterforderung

Beitragvon charlotte12 » Mi 4. Okt 2017, 20:26

Wie ging es bei euch in Mathe weiter? Bei meiner Tochter ist gerade die Motivation wieder da, aber nur bei Aufgaben, die sie selbst aussucht, irgendwo hinten aus dem Mathe-Buch oder aus diversen Mathe-Heftchen, Hauptsache es hat nicht mit dem zu tun, was gerade in der Schule gelernt wird :cry: Mir kommt da immer wieder die freie Schule von Momos Tochter in den Sinn, gibt leider bei uns nichts Vergleichbares.
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