Das leidige Thema "Schule"...

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 27. Okt 2017, 11:43

Koschka hat geschrieben:Soweit ich weißt besteht in Ö. kein Schulpflicht, sondern Bildungspflicht. Wenn die Schule nicht passt, dann könnt ihr ja euer Kind selber unterrichten... und einem Kind mit IQ 140+ den Grundschulstoff beizubringen, bedarf nicht mehr Zeit als 2-3 Schulstunden am Tag.


Vermutlich ist der Arbeitsaufwand noch geringer, nur muss es auch in den Tagesplan der Eltern "passen", das Kind den ganzen Tag zu Hause zu haben. Und bei einem sozial kompetenten Kind muss man dann auch noch als Eltern zusätzlich für die Kontakte und Freundschaftspflege sorgen, was sich in der Schule von selbst erledigt.

So, wie die TE das beschreibt, ist aber ziemlich JEDE Schule besser als die momentane. Ich habe viele Kontakte zu Eltern von Kindern in verschiedensten Grundschulen und die sind fast alle zufrieden. Und ein Schulwechsel innerhalb des Schuljahres (ohne zwingenden Klassensprung) sollte eigentlich kein Problem sein, wenn man sich mit der Schulleitung der neuen Schule schon vorweg arrangiert.
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 27. Okt 2017, 14:43

Koschka hat geschrieben:Soweit ich weißt besteht in Ö. kein Schulpflicht, sondern Bildungspflicht. Wenn die Schule nicht passt, dann könnt ihr ja euer Kind selber unterrichten... und einem Kind mit IQ 140+ den Grundschulstoff beizubringen, bedarf nicht mehr Zeit als 2-3 Schulstunden am Tag.


...dazu kommt, dass ein Wechsel von der normalen Schule zum homeschooling während des Jahres meines Wissens nicht möglich ist. Die Tochter der TE müsste also dieses Schuljahr noch "absitzen" und könnte frühestens ab September 2018 zu Hause beschult werden - bei der aktuell geschilderten Situation keine wirkliche Option!
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon ibi2017 » Fr 27. Okt 2017, 23:09

Homeschooling ist für derzeit eigentlich keine Option.
Meine Tochter geht ja prinzipiell sehr gerne zur Schule, hat dort viele Freunde und auch mit Schule und Autoritätspersonen kein generelles Problem.
Sie mag auch nach wie vor die Lehrerin, ich merke aber eben, dass sie wieder unglücklicher/unzufriedener wird.

Was ich besonders schade finde, ist die Tatsache, dass letztes Jahr, Ende des Schuljahres, nachdem ich der Lehrkraft den Befund mit Testergebnis gegeben habe, die Situation wirklich viel besser wurde.
Meine Tochter bekam herausforderndere Hausübungen und es wurde uns versprochen, dass ab der dritten klasse dann im Unterricht, im Rahmen der Freiarbeit differenziert werden würde.
Meine Tochter verbrachte dann ein paar wirklich schöne Schulwochen.

Leider setzte sich dies mit Beginn dieses Schuljahres nicht fort.

Ich möchte nun abwarten was das Gespräch mit der Beratungsstelle und danach das mit der Lehrkraft ergibt.
Erst dann können wir entscheiden welchen Lösungsweg wir gehen werde.
Ob ein Wechsel notwendig sein wir, oder eventuell ein Sprung in die nächste Stufe.
Wobei ich mir persönlich sehr schwer tue, zu sagen, ob letzteres, in der Situation meiner Tochter, die richtige Lösung ist.
Das wäre etwas, worüber ich mich, theoretisch, gerne mit einer Lehrkraft austauschen würde, nur in unserem Fall scheint das wohl leider nicht die richtige Ansprechpartnerin diesbezüglich zu sein ;) .
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon elboku » Sa 28. Okt 2017, 12:10

Hallo,

ich war schon ewig nicht mehr hier, aber als ich deinen Beitrag gelesen hab, muss ich dir schreiben.

Die Beratungsstelle ist wirklich super und sie können dir auch Schulen in deiner Nähe empfehlen, die für begabte Kinder passen.

Meine Tochter hat indirekt übersprungen, da sie im letzten Kiga-Jahr immer 2 Tage in der Schule war und sonst im Kindergarten. Somit hat sie danach gleich mit der 2. begonnen.
Mittlerweile ist sie in der 3. VS. Die Lehrerin ist wirklich super und bemüht, hat noch einen regulär eingeschulten HB Jungen in der Klasse sitzen und sie versucht so weit es geht zu differenziren (v.a. in der Freiarbeit).
Dieses Jahr gibt es auch eine eigene Begabtenstunde in der Schule, wo die 3 offiziell begabten Kinder der Schule hingehen und an ihrem Lieblingsthema recherchieren dürfen. Meine Tochter blüht auf!
Du siehst, es ist vieles möglich (auch in öffentlichen Schulen).

Wenn ich das Gefühl hätte, dass die Lehrerin mein Kind überhaupt nicht versteht und auch die "Problematik" von HB Kindern nicht versteht, würd ich mir ehrlicherweise eine neue Schule suchen. Auch wenn es ein Risiko ist, aber der Ist-Zustand ist ja eigentlich auch nicht tragbar...

Alles Gute weiterhin!
LG, Lisa
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon charlotte12 » So 29. Okt 2017, 18:38

Dummerweise kann man sich nicht Lehrer sondern nur Schulen aussuchen. Wir hatten damals vor der Entscheidung lange mit einer Lehrperson einer Schule gesprochen, die auf uns einen super Eindruck machte. Als unser Kind dann eingeschult wurde, hatte die Lehrperson die Schule gewechselt und die tatsächliche Lehrerin differenzierte nur auf Anschupsen eine Zeit lang mehr schlecht als recht, dh. sie gab für einige Wochen schwierigere Aufgaben, ohne sie zu kontrollieren. Da jetzt die Lehrerin nochmals gewechselt hat und die neue Lehrerin schon mit dem normalen Unterrichten so überfordert ist, dass es lächerlich wäre, in dieser Situation von ihr auch noch Differenzierung zu verlangen, hatten wir uns auch schon überlegt, zu der Schule zu wechseln, in der jetzt die von uns favorisierte Lehrperson unterrichtet. Aber es kann gut sein, dass unser Kind gar nicht in die gewünschte Klasse kommt, außerdem wechseln die Lehrer dann wieder in Klasse 3. Ein Wechsel ohne Sprung ist sicher sinnvoll bei einer Schule mit einem völlig anderen, überzeugenden Konzept. Ansonsten - ich weiß nicht, ich habe mittlerweile den Eindruck, dass zumindest in unserer Gegend Lehrer, die nicht differenzieren, der Normalfall sind, und das gilt nicht mal nur für hochbegabte Kinder sondern auch für Kinder von Freunden mit Schwächen, auf die in der Schule genau so wenig eingegangen wird.
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon venezia » Do 2. Nov 2017, 11:51

Wir hatten das auch. Komischerweise kam das bei vielen so ab der 3. Klasse!
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon ibi2017 » Di 7. Nov 2017, 15:57

Hallo!

Ich melde mich mal mit einem kurzen update.

Vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Bekannten (ehemaliger Schulpsychologe), der so freundlich war die Hefter meiner Tochter durchzusehen.
Auch er, als Experte, kann nicht nachvollziehen weshalb meine Tochter in die Förderstunde gehen soll. Er sieht absolut keinen Förderbedarf.

Einen Termin bei der Begabtenförderungsstelle, habe ich in ein paar Tagen.
Ende des Monats ist dann der Termin mit der Lehrkraft.

Mittlerweile gab es zumindest 2 Mal eine herausforderndere HÜ, die meiner Tochter viel Spaß gemacht hat.

Um in der Zwischenzeit nicht untätig zu sein habe ich mir zwei Bücher über Hochbegabung bei Kindern ausgeliehen.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich nicht sicher bin ob ich damit etwas anfangen kann.

Das eine Buch beschreibt am Anfang wie verschieden hochbegabte kinder sein können, und zeichnet, sehr detailliert und einfühlsam, ein Bild der verschiedenen Charaktere.
Im Internet lese ich von so vielen Eltern, wie gut sie ihre Kinder darin wiedergefunden hätten.
Tja, ich kann meine Tochter in keinen der geschilderten Charakteren wiederfinden.
Mir ist schon klar, dass das keine 1:1 Beschreibungen sein können, doch nicht einmal in den Grundzügen könnte ich meine Tochter da zuordnen.

Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige desto mehr habe ich das Gefühl meine Tochter scheint keinen/kaum Merkmalen zu entsprechen, die angeblich für Hochbegabte typisch sein sollen.

Einzig ihr geringes Schlafbedürfnis, ihre hohe Sensibilität, und ihre Fähigkeit Wissen aufzunehmen finde ich in Texten zum Thema HB wieder.

Ganz oft lese ich zB davon, wie Mädchen ihre HB verstecken, oder verheimlichen, und sich teilweise für ihr Wissen schämen.
Glücklicher Weise ist das bei meiner Tochter nicht der Fall.
Sie weiß selbst, dass sie viel weiß (was für ein Satz ; ;) ) und ist sehr stolz darauf.
In der Schule wäre sie gerne überall die Beste, und ist sehr unglücklich wenn sie bei einem Test irgendwo Fehler eingeschlichen haben.
Wenn sie Fehler macht resultieren diese fast nie aus Unwissen (höchstens manchmal bei de Rechtschreibung) sondern zumeist aus ihrer Schusseligkeit.
- Hier fällt mir jetzt spontan doch noch ein weitere HB-Merkmal auf. Je komplizierter oder herausfordernder eine Aufgabe, desto weniger passieren ihr Fehler, bei stupiden Wiederholungen hingegen passieren ihr eher Fehler.

Was beobachtet ihr, in dieser Hinsicht, bei euren Kindern?
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon Rabaukenmama » Di 7. Nov 2017, 23:13

Mein Sohn ist Minimalist was Schule betrifft. Hausübungen mag er gar nicht, aber wenn es sein muß, ist ihm babyleicht wesentlich lieber als herausfordernd. Generell hat er eine sehr geringe Frustrationsschwelle. Allein der Gedanke, sich bei einer HÜ mal ein bißchen anzustrengen, löst Kreischanfälle und Weinkrämpfe aus, deren Dauer die Zeit fürs tatsächliche arbeiten locker übersteigt.
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Re: Das leidige Thema "Schule"...

Beitragvon Meersalz » Mi 8. Nov 2017, 01:12

ibi2017 hat geschrieben:Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftige desto mehr habe ich das Gefühl meine Tochter scheint keinen/kaum Merkmalen zu entsprechen, die angeblich für Hochbegabte typisch sein sollen.

Einzig ihr geringes Schlafbedürfnis, ihre hohe Sensibilität, und ihre Fähigkeit Wissen aufzunehmen finde ich in Texten zum Thema HB wieder.

Ganz oft lese ich zB davon, wie Mädchen ihre HB verstecken, oder verheimlichen, und sich teilweise für ihr Wissen schämen.
Glücklicher Weise ist das bei meiner Tochter nicht der Fall.
Sie weiß selbst, dass sie viel weiß (was für ein Satz ; ;) ) und ist sehr stolz darauf.
In der Schule wäre sie gerne überall die Beste, und ist sehr unglücklich wenn sie bei einem Test irgendwo Fehler eingeschlichen haben.
Wenn sie Fehler macht resultieren diese fast nie aus Unwissen (höchstens manchmal bei de Rechtschreibung) sondern zumeist aus ihrer Schusseligkeit.
- Hier fällt mir jetzt spontan doch noch ein weitere HB-Merkmal auf. Je komplizierter oder herausfordernder eine Aufgabe, desto weniger passieren ihr Fehler, bei stupiden Wiederholungen hingegen passieren ihr eher Fehler.

Was beobachtet ihr, in dieser Hinsicht, bei euren Kindern?


Deine Beschreibung passt auch recht gut (um ehrlich zu sein, eigentlich sehr gut) auf unsere Grosse :fahne:

Unsere ist perfektionistisch, leistungsorieniert, vergleicht jede Note/Fehler mit den Klassenkameraden, waere gerne ueberall die Beste, ist schulisch sehr gut, hohes Selbstvertrauen, macht aber auch gerne mal ein paar Schusselfehler (oder liest die Aufgabenstellung zu schlampig), ueber die sie sich dann stundenlang auslassen kann :lol:

Auch der Rest passt ziemlich genau, wuerde am liebsten garnicht schlafen, extrem sensibel, liest sehr schnell, kann Inhalte und Zusammenhaenge auch nach einmaligem lesen recht genau wiedergeben
Geniesse den Augenblick, denn der Augenblick ist Dein Leben!
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