Latein

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Latein

Beitragvon Edainwen » Sa 25. Nov 2017, 14:47

Hallo Koschka,
was meinst du denn jetzt mit "Dorfschule"? Das große unpersönliche Gymnasium vor der Haustüre? Was will denn dein Sohn? Was spricht gegen die Dorfschule für deinen Sohn, wenn die Tochter da auf jeden Fall hingehen wird? Warum sollte es and er Dorfschule mehr Probleme geben als am Privatgymnasium? An der Dorfschule gibt es dann Französisch ab der 6. Klasse?

Meine Tochter würde niemals 2 Jahre Latein- oder irgendein anderes Fach - nachholen!

Da du keine von beiden Schulen kennst, weißt du ja gar nicht, wie die katholische Privatschule ihrem Lehrauftrag tatsächlich nachkommt.

Meine Tochter geht auch auf eine katholische Privatschule - weil diese zugleich auch unsere "Dorfschule" ist - und ich kann nur sagen, dass hier Theorie und Praxis ziemlich voneinander abweichen. So gibt es z.B. Paten in den höheren Klassen - deren einzige Aufgabe aber offenbar daraus bestand, den Kids am ersten Schultag das Gebäude zu zeigen. Also ich glaube von daher, dass ich doch die Dorfschule wählen würde ;)
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Re: Latein

Beitragvon Bliss » Sa 25. Nov 2017, 22:20

2 Jahre Latein nachlernen ist ambitioniert, aber eigentlich machbar, denn ich halte Latein gut fürs Selbststudium geeignet. Der Knackpunkt ist die Motivation. Anders als bei einer lebendigen Sprache gibt es kaum Möglichkeiten das so nebenher einfließen zu lassen, da muss man sich schon bewußt mit beschäftigen. Meine Kinder haben Latein und Englisch als Fremdsprachen und im Gegensatz zu Englisch ist es bei Latein schon so, dass deutlich mehr Wiederholungen nötig sind, bis die Vokabeln im Langzeitgedächtnis sind. Im Englischen ist zumindest die Englisch-Deutsch Variante eigentlich sofort dauerhaft abgespeichert. Im Lateinischen sind hingegen die Verben mit ihren teilweise zahlreichen unterschiedlichen Bedeutungen schon eine Herausforderung.

Beide mögen Latein aber sehr gerne und würden es wiederwählen.
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Re: Latein

Beitragvon Twins123 » So 26. Nov 2017, 02:10

Hallo Koschka, natürlich lässt sich Latein auch nachlernen, aber nur, wenn ein Kind das auch wirklich will und einen Sinn darin sieht, diese Sprache zu lernen, zumal Kind die Lateinkenntnisse im Alltag nicht unbedingt braucht. Wenn, würde ich aber schon vor Schulbeginn langsam damit beginnen, v.a. um zu sehen, ob es deinem Sohn zusagt.
Aber noch zu einer anderen Sache, dein Sohn ist bisher sehr frei aufgewachsen, ich würde mir Sorgen machen, wie er in der neuen Schule zurechtkommt, v.a. wenn sehr viel wiederholt wird, was er schon kennt. Das wird das Nachlernen von Latein auch nicht kompensieren. Gibt es nicht eine HB Klasse in der Nähe, da wäre der Altersunterschied nicht so groß und sie haben dort auch mehr Erfahrung mit eher "rebellischen und selbstbestimmten "Lernern. Eine sehr kontrollierende auf Regeln und Ordnung bedachte Schule könnte gerade in der Vorpubertät und Pubertät besonders problematisches Verhalten auslösen v.a. auch in Kombination mit Langeweile und Unterforderung.
Warum soll er quasi ein Schuljahr wiederholen? Wie geht es ihm damit, wenn die Zwlillingsschwester ein Schuljahr höher sein wird?
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Re: Latein

Beitragvon Twins123 » So 26. Nov 2017, 13:53

Hallo koschka, Minimalisten habe ich hier auch und v.a habe ich hier den Vergleich zw normalem Gymnasium und der Hb Klasse. Während Kind 1 im normalen Gym sich mit seinen Noten doch sehr an ein schlechtes 3/4er Niveau anpasst, um nicht unangenehm aufzufallen (lt ihm kann er erst in der Oberstufe bessere Noten haben, damit die anderen Jungs es nicht bemerken), HA sind ebenfalls uncool, Striche egal...und damit ist er keine Ausnahme, sondern liegt voll im Trend... Unterricht langweilig, da Basics immer wieder erklärt werden...Zusatzaufgaben Fehlanzeige und von Lehrern nicht unterstützt... insgesamt sehr gefrustet...
Kind 2 in Hb Zug deutlich motivierter, bei uns Ansporn im Klassenverband durch ganz viele motivierende Dinge, z.B. so werden in Bio oder Chemie Experimente gemacht, Lernvideos in Gruppen gedreht und langweilige Basics nur erwähnt, 2 Aufgaben gerechnet und dann irgendwie interessant weiterverarbeitet....Kinder spornen sich gegenseitig an, niemand wird ausgelacht etc...es sind übrigens nicht alles Hochleister...
Kind 3, welches in der Grundschule letztendlich komplett verweigert hat u nur leere Blätter in seinen Unterlagen hatte, ist jetzt in Kl 5 Hbzug komplett aufgeblüht und macht und schreibt mit!
Druck und Strenge vorher führten zu nichts, Belohnungen... ebenfalls nicht, wenn er nicht einsieht, dass er was Neues lernt, dann tut er nichts, Wiederholung ebenfalls Fehlanzeige, so hat nur noch gelesen....

In der Pubertät kann Druck dann zur kompletten Rebellion führen, die Kinder sehen kein Vorwärtskommen und es ist ihnen egal...

2 weitere bekannte HB getestete Jungs am normalen Gym, der eine wird für Spinner gehalten und ärgert u reizt die Lehrer aufs Äußerste, der andere wiederholte die Klasse erfolglos und befindet sich jetzt auf der Hauptschule...... Jungs ticken da eben anders als Mädchen... die Peergruppe spielt eine große Rolle

In den Hb Klassen haben viele weite Anfahrtswege, es lohnt sich dennoch...
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Re: Latein

Beitragvon Willow77 » Di 28. Nov 2017, 12:58

Bei uns werden die Kinder schon in Deutsch - unserer Muttersprache sehr ähnlich, aber doch nicht ganz das Gleiche - alphabetisiert. Im 2. Schuljahr kommt Französisch dazu. In dem was bei euch dem Gymnasium entspricht, es beginnt bei uns nur erst nach dem 6. Schuljahr, können die Kinder im 2. Jahr zwischen Englisch und Latein wählen. Aber auch für die, die Latein machen, kommt spätestens im 3. Jahr dann Englisch noch dazu. Im 4 Jahr kann man, wenn man dann will, auch noch spanisch oder italienisch dazu wählen. Am Ende kann man aber dann ziemlich gut D, F und E, egal ob man Latein hatte und noch eine Sprache dazu oder nicht.
LG,
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Re: Latein

Beitragvon alibaba » Mi 29. Nov 2017, 11:53

2 Jahre Latein nachlernen und gleichzeitig normal zur Schule Latein können - NIE im Leben! Auch nicht für Französisch würde ich das machen oder Spanisch. Im Prinzip ist das egal welche Sprache, auch ob "tot" oder lebendig.

Meine Tochter macht Französisch in Kl.6 und die sind sehr weit. Zumindest zum Vergleich mit den Realschülern. Nach einem knappen halben Jahr liegen schon jetzt Welten dazwischen. wir haben gestern eine Reportage über Macron gesehen, da lief ja im Hintergrund das Original auf Französisch und meine Tochter übersetzte bereits einige Bruchstücke, die sie heraus hörte. also Wahnsinn wie schnell das ab Mitte September bis knappes Mitte Dezember so geht.

Latein hat mein Großer. Das ist schwerer als man denkt, auch wenn man "nur" in eine Richtung übersetzt.

Meine wären nie bereit, zum eh schon viel (sinnlos) lernen, dass auch noch auf sich zu nehmen. Zumal man beachten muss, wie lange die Lehrer bereit sind, die Lücke zu akzeptieren. Alleine durch den Nachmittagsunterricht fällt viel Zeit weg. meine hätten gar kein Zeitfenster. Da wird da eine Arbeit geschrieben, dort ein Test, man muss hier lernen, schon im "Normalwaschgang".

Ich würde die Kinder auf die Schule schicken wo die Übergänge so schnell wie möglich eingeholt werden können.

VG
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Re: Latein

Beitragvon alibaba » Mi 29. Nov 2017, 13:47

Hier sind die Fremdsprachen 5-stündig pro Woche, Englisch Klasse 5, zweite Fremdsprache Klasse 6 ebenso, Englisch wird 4-stündig. Ab Klasse 7 beides 4-stündig. Dritte Fremdsprache ab Klasse 8 wieder 5-stündig, Englisch und die zweite Fremdsprache 4-stündig. Da muss man jede Menge lernen.

In Latein wird ab Klasse 8 fokussiert auf Textübersetzung, da ein Großteil der Vokabeln bereits gelernt wurde. Der Vokabellernanteil wird ab Klasse 9 immer weniger, es geht immer mehr um präzises Textübersetzen.

Weder Mathe noch Deutsch sind in ihrer Gewichtung so stark wie hier die Fremdsprache. Sogar die Naturwissenschaften gehen in Klasse 8 eine Stunde zurück, Bio und Geo nur noch 1-stündig vertreten.

Mag in Bayern alles anders sein. Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann auch überhaupt nicht beurteilen, wie man einen kompletten Fremdsprachensvhuljahrgang in 2,5 Monaten durch haben kann und den Rest des SJ auch gleich alles kann.
Man kann sicherlich kompensieren, ohne jeden Zweifel, aber hier hab ich Zweifel.

Wenn deine Kinder das alles mitmachen, prima. Wenn meine das gewöhnt sind, was Deine erlebt haben, würde ich den Übergang so sanft wie möglich ausfallen lassen. Meine würden rebellieren gegen das nachlernen, erst Recht jetzt, wo die Abnabelung beginnt. Wenn die Schulstufe nicht dem Leistungsniveau entspricht, können die Kinder immer noch springen. Das ist sogar im Schulgesetzt verankert.

Viel Erfolg.
alibaba
 

Re: Latein

Beitragvon alibaba » Mi 29. Nov 2017, 15:31

Meine würden es komplett ablehnen drei Fremdsprachen mit je 20 Vokabeln, das wären dann 60, jeden Tag neu dazuzulernen. Zusätzlich zum restlichen Lernstoff. Und erst Recht nicht, wenn man lernen, so wie ich will, gewöhnt ist. Warum auch, würden sie sich fragen. Und ich frage Dich auch, warum?

Warum lässt Du deine Kinder sich nicht einmal erst neu ans deutsche Schulsystem gewöhnen? Was verpasst Ihr denn? Wenn das dann alles easy läuft und Deine sich langweilen kann Kind springen. Was spricht dagegen? Bis dahin sieht man, recht ungefährdet und mit noch genügend Freizeit und ohne mütterliches intervenieren, wo steht das Kind.

Es kann auch ganz gut sein etwas gechillt durch Schule zu laufen, sich auf seine Freunde zu freuen und entspannt Zeit für Hobbys zu haben. Mein 13-jährigem 8.Klässler geht zur Schule, weil er dort seine Freunde trifft. Gerade zeigte er mir den Vogel, als ich ihn fragte, ob er Latein zwei Jahre nachholen würde. Meiner sitzt jetzt oben, bereitet sich auf die Chemiearbeit vor, die Lateinarbeit und auf dem morgigen Deutschvortrag. Vokabeln müssen eh täglich angesehen werden. Dann ist noch Schwimmtraining.

Einfluss auf Schule habe ich schon lange nicht mehr. Die Abnabelung ist im vollen Gange. Wenn meine etwas selber wollen und sich selber ran setzen, mag das noch eine Option sein, wenn sie das aber nur mit mütterlicher Intervention tun, würde ich mir sehr gut überlegen, was davon das Kind möchte und was davon ich als Mutter. Mit Schule kann man nicht aufhören wie mit einem Hobby. Wenn das Kind nicht will, würde ich immer den normalen Weg gehen, denn der führt auch ans Ziel.

Viel Erfolg beim aussuchen der Schulen.
alibaba
 

Re: Latein

Beitragvon alibaba » Do 30. Nov 2017, 11:09

Hallo Koschka,

ich sehe das nicht ganz so entspannt wie Du.

Die Lehrer geben vor, was ein Kind zu wissen hat. Alle Vokabeln Seite 25-28, morgen Test. Da würde es meinen wenig nützen, wenn sie Englisch können. Sie müssen das erst einmal wissen was verlangt wird. Mein Sohn unterhält sich in Chaträumen nur noch auf Englisch, sieht sich englische Videos an und liest englische Bücher. Das nützt ihm aber reichlich wenig, wenn ein Vokabeltest kommt, eben genau die Vokabeln die der Lehrer möchte, sollte man da können. Da mag Meiner eine gute Note in der mündlichen Übersetzung (Partnergespräch) haben, das ist jedoch nur ein Bruchteil was eine Note ausmacht.

Aber eigentlich war ja meine Rede, wenn Deine bereits alles können, eben in die Schule zu gehen, deren Übergang nicht ganz so stressig wird und das wäre eben nicht die Schule wo man Latein zwei Jahre nachholen muss. Denn ich sehe, deine Argumentation, das man ja z.B. in Englisch nichts mehr machen müsste, nicht so. Ich kann da aber auch irren, ich bin kein Hellseher und man beachte, jede Schule macht eh alles anders.

Übrigens, nur so, aus Erfahrung. Die wenigsten Lehrer halten sich hier an den Bildungsplan. So steht die Schnecke in Biologie da nicht drin, hatte aber mein Sohn komplett mit großer Arbeit, behandelt. Und das ist nur ein Beispiel aus zig Dingen. Fachwissen ist immer gut, es trägt zur Allgemeinbildung bei. Aber mit Schule hat das nicht immer etwas zu tun.

VG
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Re: Latein

Beitragvon BiHa » Do 30. Nov 2017, 13:31

Koschka, ich kann Dich gut verstehen. Hätte ich die Wahl würde ich wahrscheinlich genau die gleichen Überlegungen anstellen und würde mich eher für die Ganztagsschule entscheiden. Ich dneke, der Nutzen ist größer als der Aufwand.
Ich denke, dass der neuen Schule der Umstand, dass Dein Sohn Latein noch nicht kann, bekannt ist. Dementsprechend kann dann dort auch reagiert werden, gerade wenn sich die Lehrer dort kümmern. Wenn ihr die Vokabeln in Eigenregie gelernt habt, umso besser. Wenn Du das mit Deinem Sohn durchziehen kannst, dann wäre für mich die Sache klar.
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