Kind "schulkonform" bekommen ?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Yara » Fr 25. Mai 2018, 08:19

Hallo ,


mein Kleiner 7 bald 8 Jahre geht zur Zeit noch in die 2 Klasse. Im letzten Herbst haben wir ihn auch wegen Problemen in der Schule durchtesten lassen. In der KJP wurde unter anderem ein IQ von 127 festgestellt , Teilbereichen auch höher. Jetzt haben wir das Problem das er sich teilweise in der Schule langweilt , dann zwar keinen Quatsch macht aber wir Probleme mit Bauchweh, teilweise Verweigerung etc. haben. Gespräche mit der Schule um etwas für ihn zuändern wurden abgeblockt. Die Schule ist zwar sehr leistungsorientiert hat aber ein Problem mit Kindern die oben oder unten aus der Leistungskurve fallen.
Mein Mann und ich haben uns jetzt überlegt in Zusammenarbeit mit der KJP ihn eine Zeit in Lerntherapie zuschicken , damit er unter anderem sich an die Anforderungen der Schule anpassen kann. Als Beispiel in der letzten LZK hat er sich nicht genau an den im Unterricht vorgegebenen Rechenweg gehalten Ergebnis war richtig wurde trotzdem als Fehler gewertet , jetzt noch nicht schlimm da noch keine Noten. Aber in der 3 Klasse dann doch da ab dann Noten. Was können wir noch für unseren Sohn tun um ihn gut durch die Grundschule zubekommen ?
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 26. Mai 2018, 12:17

Für mich klingt das, als würdest du schreiben: "Mein Kind ist 8 Jahre alt und nicht - wie in dem Alter üblich - 135cm groß, sondern 150cm. Das Geschäft, wo ich einkaufe, verkauft aber Kind dieses Alters aber nur Kleidung für 135cm Körpergröße, egal wie groß oder klein die Kinder wirklich sind. Was kann ich tun, dass meinem Sohn die Kleidung für 135cm Körpergröße passt?"

Diese Art von "Anpassung" ist schlichtweg der falsche Weg. Auch wenn man als Eltern vielleicht denkt "Es sind ja nur noch 2 Jahre und 2 Monate Grundschulzeit, das muss doch zu schaffen sein!". Aber für das Kind ist jeder Tag, wo es WIEDER irgendwas machen muss, was ihm total widerstrebt, einfach eine Qual. Die psychosomatischen Beschwerden deines Sohnes sprechen ja ihre eigene Sprache. Wenn niemand sich für SEINE Belange einsetzt versucht er, es einfach "irgendwie" auszuhalten, weil er weiß, dass genau DAS von ihm erwartet wird. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass psychosomatische Schmerzen ECHT weh tun! Das ist nichts, was das Kind sich bewusstt ausdenkt, um sich vor lästigen Erwartungen zu drücken!

Wenn ihr wirklich wollt, dass euer Sohn gut durch die Grundschule kommt, dann gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Die erste ist, dass ihr IMMER WIEDER in der Schule auf der Matte steht, Vorschläge macht, Differenzierung einfordert! Also nicht nett und höflich sagen "Unserem Sohn dürfte es in der Schule nicht gut gehen. Kann man da vielleicht freudlicherweise was ändern?" sondern klarstellen "So, wie es bis jetzt gelaufen ist, DARF es nicht weitergehen. Wir ERWARTEN, dass unser Sohn Aufgaben bekommt, die seinem Niveau entsprechen und dass dieses/jenes soundso geändert wird! Wir sind auch gerne bereit, mit der Lehrperson an einem Strang zu ziehen, und entsprechend gemeinsam Lösungen für die aktuellen Probleme zu suchen. Aber damit abfinden werden werden wir uns sicher nicht mehr".

Bei Kindern, die dann den Unterricht stören, Quatsch machen, andere ärgern, oder sonst irgendwie (negativ) auffallen, ist es auch nicht immer einfacher. Aber da merkt der Lehrer zumindest, dass irgend was "nicht stimmt". Man kann das auf alles mögliche schieben (aber meistens ist es das Umfeld und das Elternhaus), aber man kann zumindest nicht so tun, als wäre alles in Ordnung.

Gerade in der Grundschule steht und fällt alles mit der Lehrperson. Unabhängig von Geschlecht, Alter, Herkunft und Ausbildung gibt es Lehrer, die differenzieren können und wollen, und andere, die genau das NICHT wollen und (daher) auch nicht können. Das können durchaus nette, umgängliche, grundsätzliche kinderfreundliche Pädagogen sein! Aber sie sind dann eben leider nicht geeignet für Kinder, die irgendwie nicht ins "Schema F" passen. Gerade bei Kindern, die - wie dein Sohn - nach außen hin nicht auffallen, sondern leise vor sich hin leiden, wird dann gerne so getan, als würden die Eltern übertreiben und als wäre ohnehin alles ok. Und genau DAS dürft ihr euch nicht gefallen lassen!

Klar kann sein, dass man euch für Helikoptor-Eltern hält oder dass ihr renitent rüberkommt. Aber es muss klar sein, dass ihr nicht mehr bereit seid, zuzuschauen, wie euer Kind in der Schule langsam "eingeht". Wenn sich trotzdem nichts ändert bleibt ohnehin nur noch die zweite Möglichkeit: Klassen- oder Schulwechsel! Sucht eine Lehrperson, die sich zutraut, einem Kind wie eurem Sohn das zu geben, was es braucht! Strebt an, dass euer Sohn wieder VON SICH AUS Freude daran hat, in die Schule zu gehen.

Und vergesst die ganzen Lernzielkontrollen, die Noten im nächsten Schuljahr und den Leistungsdruck! Damit könnt ihr euch beschäftigen, wenn es eurem Kind wieder gut geht! Wenn es euch darum geht, den Sohn gut durch die Grundschule zu bekommen, dann lernt, auch mal mit einer zwei bei einem Test oder im Zeugnis zu leben, AUCH wenn ihr wißt, dass euer Sohn es besser "könnte".

Eine Lerntherapie ist - zumindest zur Lösung der momentanen Probleme - in meinen Augen der falsche Weg! Wenn die Schulsituation sich entspannt hat, und euer Sohn z.B. Organisations - oder Konzentrationsprobleme zeigt, macht eine Lerntherapie vielleicht Sinn. Jetzt wäre die dahinter liegende Botschaft nur "Wir wollen, dass du in DIESER Klasse, mit DIESER Lehrperson das machst, was von Dir erwartet wird. Was du bisher gemacht hast, war nicht in Ordnung. Uns ist wichtig, dass du in der Schule schön angepasst bist und gute Noten schreibst, und nicht, wie es Dir dabei geht!".
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Twins123 » So 27. Mai 2018, 09:23

Ich möchte mich der Meinung von Rabaukenmama anschließen, Dein Kind braucht Hilfe, es hat keine Kraft mehr, sich an das Schulsystem und viel zu langsame Tempo anzupassen. Die psychosomatischen Symptome sprechen da eine deutliche Sprache!
Entweder Ihr fordert eine Differenzierung ein (Dein Kind hat ein Anrecht darauf) oder zieht gar einen Sprung in Erwägung! Sich jetzt um die Noten zu sorgen, ist der völlig falsche Ansatz! Im Gegenteil, wenn jetzt nichts passiert, dann ist das Risiko einer Komplettverweigerung, psychischer Symptome groß (Stichwort Underachiver)
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Koschka » So 27. Mai 2018, 14:29

Hallo,

ich glaube nicht, dass es Eltern gibt, die wegen einer 2 zu einem Kiderpsychiater gehen, und von dem nicht sofort nach Hause oder zu dem Psychiater für Erwachsene geschickt werden. Daher habe ich die ganze Geschichte durchgelesen.

Ihr ward im Herbst beim KJP und wurdet m.E. falsch beraten. Wenn ich mir die Testwerte anschaue liegt der Unterschied zwischen den zwei Kategorien bei 23 Punkten, und somit ist laut der Testanleitung der IQ nicht vermittelbar. Die Testanleitung empiehlt bei solchen Diskerepanzen eine Analyse von Stärken und Schwächen durchzuführen und einen anderen Index zu ermitteln. Laut der gleichen Anleitung indizieren hohe SP und WLD Werte bei niedrigerem Rest eine Hochbegabung, obwohl der IQ (der falsch ermittelte) unter der 130er Grenze liegt.

Desweiteren sind aus meiner Erfahrung gerade die Kinder mit IQ im Bereich von 120-130 oft die erfolgreichsten in vielen Bereichen, inklusive soziale Integration, Führungskraft, Ideenvielfalt. Allgemein brauchen Kinder mit hohem IQ keine besonderen Kindern als Kontaktpersonen. Vielleicht 1-2 Jahre junger oder älter, aber sicherlich muss man in einem allgemeinfall sich darüber keine Gedanken machen. Die Kinder finden ihre Spielpartner und ihre Interessen selbst. Sie gehen auch in die Schule, obwohl sie langweilig ist, um dort mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen. Sie machen Aufgaben, die todlangweilig sind, um nicht aufzufallen.

Manchmal läuft es anders. Dafür gibt es außer einer äußerst ungüstigen Umgebung auch innere Gründe. Bei der Diskrepanz in den Tests und den genannten Problemen sind es die zwei üblichen Verdächtigen, die genauer angeschaut werden sollen: ADHS und/oder autistische Tendezen. In diesem Fall wäre Verhaltenstherapie sogar angesagt und vielleicht auch nützlich.

Was euren Wunsch betrifft, das Kind schulkonform zu machen, kann man mit an der Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit sagen, dass es euch nicht gelingt, zumindest nicht bis zur Oberstufe. Kinder mit ADHS/AS haben Probleme Autoritäten zu akzeptieren. Sie verstehen den sozialen Druck nicht, oder falsch. Erst wenn euer Sohn intellektuell auffassen kann, dass Schulbesuch und gutes Zeugnis in seinem Interesse liegt, wird er sich so weit anpassen, wie erforderlich. Aber auch kein Cent mehr. Bis zu der Zeit bleibt euch nichts anderes übrig, ihn über alles zu unterstützen, unter anderem offen sagen, dass ihr mit der Mathelehrerin nicht einverstanden seid und sein Ergebnis, obwohl durch den anderen Weg erlangt, richtig ist und sogar mehr Wert sein könnte als das Vorgekaute. Sucht günstige Umgebung für ihn: kleine Klasse, verständnisvolle Lehrer, entspannende, am besten physisch ermpdende Aktivitäten am Nachmittag und vielleicht intellektuell herausfordernde gegen Ende der Woche. Schaut euch die Kinder in der Klasse an. In diesem Alter kann man noch versuchen, ihm zu helfen, langfristige Kontakte zu den passenden Kindern herzustellen, in dem man die Eltern mit dem Kind zum Kaffekränzchen einlädt, andere Kinder zum Schwimmen oder sonstigen Aktivitäten mitnimmt. Man kann aber, wenn er selber nicht mitmacht, oder die Klassenkameraden ihn nach solchen Versuchen trotzdem ablehnen, nichts machen. Dann kommen die Freunde erst später, in der weiterführenden Schule. Kontakte zu Mädchen sind manchmal in dem Alter einfacher als zu den Jungs, vor allem bei schüchternen zurückhaltenden Jungs wissen Mädchen ihre Gesellschaft zu schätzen.
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Rabaukenmama » So 27. Mai 2018, 16:37

Koschka hat geschrieben:
Manchmal läuft es anders. Dafür gibt es außer einer äußerst ungüstigen Umgebung auch innere Gründe. Bei der Diskrepanz in den Tests und den genannten Problemen sind es die zwei üblichen Verdächtigen, die genauer angeschaut werden sollen: ADHS und/oder autistische Tendezen. In diesem Fall wäre Verhaltenstherapie sogar angesagt und vielleicht auch nützlich.


Wenn in die Richtung noch nicht geschaut wurde, ist das sicher sinnvoll. Aber dann wird keine LERNtherapie benötigt (wie von den Eltern angedacht) sondern eine spezifische die dorthin zielt, wo die (dann erkannten) Probleme liegen. Bei meinem älteren Sohn wurde ja vor ca. 8 Monaten ASS (F84.5 Asperger Autismus) diagnostiziert und das erklärt durchaus einige seiner Probleme. Nur habe ich - zumindest in Wien - leider die Erfahrung gemacht, dass ASS-Kinder, die nicht wirklich EXTREM auffällig sind, kaum Chancen auf Kassen-Therapieplätze haben :( . Und privat sind solche Therapien wirklich EXTREM teuer, vor allem wenn man realistisch davon ausgeht, dass es mit 10 oder 20 Einheiten nicht abgetan sein wird! Ich weiß nicht, wie oft mir am Telefon gesagt wurde, dass ein Kind nur dann schnell und unbürokratisch Chancen auf einen Therapieplatz hat, wenn es eine Selbst- oder Allgemeingefährdung darstellt! Traurig, aber wahr!

Koschka hat geschrieben:Was euren Wunsch betrifft, das Kind schulkonform zu machen, kann man mit an der Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit sagen, dass es euch nicht gelingt, zumindest nicht bis zur Oberstufe. Kinder mit ADHS/AS haben Probleme Autoritäten zu akzeptieren. Sie verstehen den sozialen Druck nicht, oder falsch. Erst wenn euer Sohn intellektuell auffassen kann, dass Schulbesuch und gutes Zeugnis in seinem Interesse liegt, wird er sich so weit anpassen, wie erforderlich. Aber auch kein Cent mehr. Bis zu der Zeit bleibt euch nichts anderes übrig, ihn über alles zu unterstützen, unter anderem offen sagen, dass ihr mit der Mathelehrerin nicht einverstanden seid und sein Ergebnis, obwohl durch den anderen Weg erlangt, richtig ist und sogar mehr Wert sein könnte als das Vorgekaute. Sucht günstige Umgebung für ihn: kleine Klasse, verständnisvolle Lehrer, entspannende, am besten physisch ermpdende Aktivitäten am Nachmittag und vielleicht intellektuell herausfordernde gegen Ende der Woche.


Mein älterer Sohn hatte im ersten Jahr ziemlich große Probleme im Hort. Ständig wurde ich zu Gesprächen gerufen, mein Sohn wurde als aggresiv und unberechenbar hingestellt, vor jedem Ausflug gab es Diskussionen, ob er dabei sein darf, und Rechtfertigungen dafür, ihn NICHT mitnehmen zu können. Auch die Hausübung war ein Riesenproblem. Es wurde erwartet, dass er sie in einer ganz bestimmten Zeitspanne selbstständig und eigenveranwortlich erledigte. Aber mein Sohn wollte oft nicht, stritt mit den Betreuern, brüllte rum. Um die Situation zu entschärfen habe ich mehrmals ausdrücklich gesagt, dass ich NICHT darauf beharre, dass die HÜ im Hort erledigt wird. Das wurde mit "ALLE Eltern wollten, dass die Kinder im Hort die HÜ machen!" kommentiert. Ich versuchte, klarzustellen, dass es mir ja grundsätzlich auch lieber wäre, aber es meinetwegen nicht auf biegen und brechen durchgezogen werden muss. Vor allem gab es ja immer wieder Beschwerden, die anderen Kinder wären durch das streiten und brüllen meines Sohnes bei ihren Hausübungen gestört. Wenn man mit der ganzen Sache etwas nachgiebiger und diplomatischer umgehen würde, und mein Sohn eben dann, wenn er gar nicht dazu bereit ist, HÜ zu machen, in der anderen Gruppe Comics lesen dürfte, wäre kein Kind gestört. Aber auch das passte der Betreuerin nicht, die mir ständig was von ihrem "pädagogischen Auftrag" vorlaberte :roll: !

Zeitgleich lief es in der Schule zwar nicht problemlos, aber wesentlich besser. Als der Hort meinen Sohn dann wieder mal auf einen Ausflug nicht mitnehmen wollte, weil "er verloren gehen könnte" (lächerlich, er hat einen ausgezeichneten Orientierungssinn und keinerlei Weglauf-Tendezen!)beschloss ich, die Zusammenarbeit mit diesem Hort zu beende.

IM darauffolgenden Sommer bekam mein Sohn dann eben die Autismus-Diagnose. Er hat dann in einen heilpädagogischen Hort mit eigens geschultem Personal und deutlich besserem Betreuungsschlüssel gewechselt. Und siehe da, plötzlich wurde ALLES besser! Das psychosomatische Einnässen ist zwar noch nicht ganz überwunden, tritt aber nur noch selten und zu Hause auf. Beim ersten Elterngespräch im zweiten Schuljahr waren die Lehrerinnen sehr positiv überrascht über die soziale Weiterentwicklung meines Sohnes. Die zeitweiligen aggressiven Tendenzen haben fast völlig aufgehört. Mein Sohn ist vor allem wieder viel fröhlicher als im ersten Schuljahr. Zwar ist er durch den Hortwechsel nicht "gesünder" oder "normaler" geworden, aber er profitiert sichtlich von den besseren Bedingungen am Nachmittag.

Ich schreibe das so genau, damit ihr seht, wie positiv sich die günstigeren Bedingungen, zu denen koschka in ihrem Beitrag rät, in der Praxis auswirken. Es ist genau das, was Koschka euch rät, auch für euren Sohn (unabhängig von irgendwelchen möglichen Diagnosen) zu suchen: günstige (Schul-)Bedingungen! In unserem Fall war der Wechsel in den heilpädagogischen Hort nur möglich, weil wir da schon eine gesicherte Diagnose hatten. In der Schule war keine Änderung nötig, mein Sohn wird in seiner I-Klasse nach wie vor als Regelschulkind geführt und braucht aktuell keine Sonderbehandlung (Schulbegleitung, Nachteilsausgleiche,...). Aber allein für den Hortwechsel war es schon wichtig, genauer hinzuschauen, was wirklich hinter den Verhaltensauffälligkeiten steckt!
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Yara » So 27. Mai 2018, 19:54

Hallo Rabaukenmama ,

danke für deine offenen Worte.

Ja, wahrscheinlich ist diese Art von Anpassung falsch . Wir wissen aber auch nicht wie wir gegen die Schule ankommen sollen. Zur Zeit denke ich wirklich irgendwie die Schule schaffen auf der nächsten wird es hoffentlich besser. Über einen Schulwechsel habe ich auch schon nachgedacht aber das möchte er nicht und wäre auch logistisch schwierig.

Wir hatten schon diverse Gespräche mit der Klassenlehrerin und der Schulleitung. Wünsche nach Differenzierung wurden immer abgelehnt. Habe heute nochmal mit meinem Mann darüber gesprochen er meint das brauchen wir nicht weiter probieren das bringt nichts. Daher auch der Versuch der Lerntherapie aber nicht nur deswegen auch wegen Rechtschreibung. Die ist zwar ok aber nicht gut und in der Schule wird viel Wert darauf gelegt. Wir hoffen das er mit der Lerntherapie Strategien lernt um mit dieser Schule klar zukommen.

Bei meinen Sohn heißt es immer nur er wäre zu erwachsen und würde sich nicht richtig in die Gruppe integrieren. Aber das ist ja kein so großes Problem er stört den Unterricht ja nicht , eher ganz im Gegenteil.

Ich glaube damit triffst du den Nagel auf den Kopf ! So würde ich die Situation in der Schule auch beschreiben.

In der Schule sind wir wahrscheinlich eh schon als renitent und als Helikopter Eltern verschrien. Klassen-oder Schulwechsel möchte er selber nicht, weiß aber nicht ob er das mit seinen knapp 8 Jahren überhaupt so abschätzen kann. Ich würde mir auch wünschen das er wieder gerne in die Schule geht.

Das mit einer 2 im Zeugnis macht mir keine Sorge. Es ist eher so das ich Sorge habe das er sich selber zuviel Druck macht wenn es dann Noten gibt.

Seltsamerweise meinte mein Sohn gestern zu mir er hätte das Gefühl er wäre nicht richtig so wie er ist das er so vieles falsch machen würde. Ich hatte gestern das Gefühl das war wie ein Hilfeschrei von ihm und ich weiß nicht wie ich ihm helfen soll. Die Schule blockt ab mein Mann auch. Daher auch die Idee mit der Lerntherapie weil schon durchaus schon mal Probleme mit Konzentration und Ablenkung hat und auch wegen Schwächen in der Rechtschreibung.

Evtl. habe ich das ganze etwas abgehackt geschrieben wollte so gut wie möglich auf deine Punkte antworten. Zu deinem zweiten Post schreibe ich später noch.

Zu deinem zweiten Beitrag , denke auch das andere Umstände ihm helfen werden. Wir hatten zeitweise auch überlegt ihn aus der OGS abzumelden davon wurde uns von den Therapeuten abgeraten. Heute war ein schlimmer Tag wie fast immer nach Ferien , Bauchweh , Übelkeit ganz schlimm. Er sagt immer er hat so große Angst vor Deutsch alles andere ist ok für ihn. Versuche momentan meinen Mann davon zu überzeugen doch noch etwas für ihn innerhalb der Schule zu erreichen. Habe manchmal das Gefühl die Schule glaubt uns nicht. Eine Aussage war mal er kann seine Intelligenz nicht aufs Papier bringen, danach war ich erstmal bedient. Glaube aber auch das die Lehrerin mit ihm überfordert ist , weil er so ist wie er ist.
Zuletzt geändert von Yara am Mo 28. Mai 2018, 13:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Yara » So 27. Mai 2018, 19:56

Hallo Twins123 ,

bisher wird von der Schule als an Differenzierung abgelehnt. Auch ein Klassensprung wurde schon ohne das ich den wollte von der Lehrerin verneint.
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Yara » So 27. Mai 2018, 20:08

Hallo Koschka ,

ok das mit dem Hawik wusste ich noch nicht werde ich nochmal nachfragen beim nächsten Termin.

Zu den Punkten ADHS und Autismusspektrum die wurden auch mit getestet und waren laut KJP unauffällig. Zeitweise zeigt er schon Verhaltensweisen die ins Autismusspektrum oder ADHS weisen könnten. Verhaltenstherapie habe wir schon gemacht seit er knapp 4 Jahre alt. Da er ein frühkindliches Trauma hat. Die Therapie pausiert jetzt erstmal da er eigentlich bis auf die Schule stabil war/ist. Dazu sagen ist das ich schwer chronisch krank bin und das seit er ca. 2 Jahre alt ist. Das belastet ihn sehr bzw. die Umstände hier zu Hause sind teilweise ungünstig.

Durch die ungünstigen Umstände ist es auch schwer Kontakte mit anderen Kinder zuknüpfen. Oft geht es mir zu schlecht für Besuch oder auch viele Aktivitäten wie Schwimmbad gehen nicht.
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Koschka » Mo 28. Mai 2018, 13:11

Hochleisterschule ist nicht gut für deinen Sohn. Sie ist gut für Mädchen, die gut und gerne ausmalen. Ich weiß wovon ich spreche, die Gymnasialquote beträgt bei uns etwa 90%, das heißt, das pro Jahr etwa 1 Kind in die Realschule geht, 1 in die Hauptschule. Meine Tochter, die schon eine mittelgroße Bibliothek leer gelesen hat, hatte mal in der 3. Klasse in einer Leseprobe eine 5. Sucht eine andere Schule. Macht euch keine Gedanken über weiterführenden Schule. Löst aktuelles Problem. Kümmert euch nicht um die Rechtschreibung, sondern um das Große und Ganze. Jungs wie deiner gehen ganz schnell in die komplette Verweigerung über. Wenn er dir sagt, ich mache keine Schule mehr, was machst du dann?
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Re: Kind "schulkonform" bekommen ?

Beitragvon Yara » Mo 28. Mai 2018, 14:01

Was sollte ich den für eine Schule für ihn suchen??
Es gibt in einem anderen Stadtteil soweit ich weiß eine Montessori Schule die Jahrgangsübergreifend arbeiten Klasse 1-4 , denkst du an so eine Schule ?
Das seine jetzige Schule eine Hochleisterschule ist wissen wir, hier auch ca. 90 % Gymübertritt oder sonst Gesamtschule. Würde es nicht reichen wenn er die Klasse wechselt ?
Ich weiß nicht was ich tue wenn er mir komplett dicht macht, zur Zeit sehe ich das er leidet. Musste ihn eben wieder wegen Bauchweh von der Schule holen.
Überlege nach den Feiertagen den schulpyschologischen Dienst zu kontaktieren.
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