Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Koschka » Fr 3. Aug 2018, 02:00

Meine Großen (11) haben so gut wie ein Jahr Pause gemacht. Ich bin vor allem mit meinem Sohn an die äußerste Grenze von Home schooling gekommen. Da er je eine Klassenstufe tiefer wieder einsteigen möchte, war das kein Problem. Meine Tochter hat den minimalen Aufwand betrieben, damit sie in ihrer Klassenstufe bleiben kann. Sie ist so weit, dass sie meine Hilfe nur minimal gebraucht hat. Ich sollte nur Aufgaben kontrollieren, zu denen es keine Lösungsschlüssel gab. Im Herbst geht mein Sohn in die 7. Klasse, die Tochter in die 8. Ich bin gespannt wie sich das entwickelt.
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 3. Aug 2018, 13:23

Hallo koschka,

bei meinem älteren Sohn war das vergangene Schuljahr recht unspektakulär. Regulär eingeschult ist er dem Schulstoff des 2. Schuljahres immer noch deutlich "voraus". Interessant war, dass er sich nach anfänglicher Begeisterung erst mal geweigert hat, Schreibschrift zu lernen. Es wurde auch kein Druck gemacht, weil das erst im 3. Schuljahr sein muss. Bei den "Projekttagen" war mein Sohn erstmalig mit der Schule für 3 Tage "weg". Durch das geschickte Engagement seiner Lehrerinnen, die wussten, mit welchen Kindern sie ihn in ein Zimmer stecken konnte, hat das recht gut geklappt :) .

Bei meinem jüngeren Sohn geht die Schule ja erst los, er wird im September eingeschult. Mittlerweile kann er schon recht gut schreiben und auch lesen. Rechnen sowieso :mrgreen: , nur halt nicht sprechen :P !

Ich bin schon gespannt, was das kommende Schuljahr bringen wird, vor allem bei meinem jüngeren Sohn. Ist schon seltsam, ein so schwer behindertes Kind zu haben, welches sich bei den klassischen "Schulaufgaben" so leicht tut. Vor allem bin ich aber neugierig, ob es von Seiten der Lehrer zumindest auch ein bißchen "lenken" in die gewünschte (Lern-)Richtung geben wird, oder ob man meinen Sohn einfach machen lässt, was ihm gerade Spaß macht. Bei ihm bin ich aber insgesamt froh, dass er NICHT vom ersten Schultag an im Leistungsdruck-Rad drin sein wird, denn er hat viel Potential, welches er auch entfaltet, wenn er nur den richtigen Rahmen dazu hat.

Beim älteren bin ich gespannt, ob das, was die Mütter von älteren Kindern so sagen, stimmt. Nämlich dass es ab der 3. Klasse flotter und leistungsorientierter wird. Ehrlich gesagt glaube ich, dass das meinem Sohn gut tun würde. Im Gegensatz zum Bruder hat er nämlich praktisch null Ehrgeiz und was machen MÜSSEN ist ihm zutiefst zuwider. Aber es werden bald Zeiten kommen, wo Unterrichtsstoff auf Vorwissen aufbauen wird, welches man erst mal erworben haben muss. Von der Warte finde ich ein bißchen "Training" in der Richtung durchaus sinnvoll, damit nicht die große Ohrfeige erst mit dem Übertritt ins Gymnasium kommt ;) .

@koschka: Was bedeutet es, dass du bei deinem Sohn an die äußerste Grenze von homeschooling gekommen bist? Werden deine Kinder nächstes Jahr reguläre Schulen besuchen, oder hat dein Sohn lediglich ein Jahr mit Schule (zu Hause) pausiert, und ihr macht weiter wie gehabt, nur eben mit unterschiedlichen Schulstufen bei den Kindern?

Toll, dass deine Tochter schon so selbstständig für die Schule arbeiten kann. Bei meinem älteren Sohn kann ich mir das noch so ÜBERHAUPT nicht vorstellen. Ohne einen Tritt in den Hintern macht der gar nichts :roll: ! Beruhigend ist da für mich, dass es auch bei seinen Klassenkameraden eher die Ausnahme sein dürfte, selbst Verantwortung für das lernen zu übernehmen.

Ich kenne aber ein mittlerweile 14jähriges Mädchen, welches sich durchaus sehr eigenverantwortlich ums lernen kümmert. Sie kommt jetzt ins 5. Gymnasium und ist meiner Meinung nach durchschnittlich begabt, aber sehr ehrgeizig und verantwortungsbewusst. Wenn ich das mit mir selbst in dem Alter vergleiche ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht!
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Koschka » Fr 3. Aug 2018, 14:10

@Rabaukenmama

Ja, meine Großen werden nach den Sommerferien ein Gymnasium besuchen. Mein Großer hat bezüglich lernen das gleiche Konzept wie dein Großer. Mit dem Alter ist es bis jetzt nicht besser geworden. Vielleicht ändert sich was nach dem Pubertät. Treten von den Eltern geht nicht mehr, deswegen geht auch kein Home schooling mehr. Mein Sohn braucht den Druck der Peergroup... und selbst dann weiß ich nicht, wie das funktionert. Die Schule hat für ihn das Problem, dass manche Sachen viel zu leicht sind, andere dagegen viel zu schwer. Was ihn interessiert sind Naturwissenschaften, Geschichte, Geografie. Klassisches Lernen wie Matematikaufgaben lösen oder ein Eröterung zum Thema schreiben passen einfach nicht in sein Lebenskonzept ein. Weil sie seiner Meinung nach nichts bringen: für die Aufgaben gibt es schon Lösungen, und zum Thema genug Meinungen.

Ich bin mir sicher, dein Kleiner beißt sich durch. So wie du ihn beschreibst, hat er allen Problemen zutrotz genug Rückgrat um sich den Problemen zu stellen.
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon alibaba » Fr 3. Aug 2018, 14:29

Du weißt aber schon, meine Liebe @koschka, dass die Pubertät, gerade bei Jungen, weit über das Abituralter hinaus gehen kann. Mädchen beenden die 3-4 Jahre eher. Ich würde daher meine Hoffnungen bremsen, was a) die Peergroup angeht und b) die Reife nach der Pubertät.

Ich kann be meinem 13-jährigem, demnächst 9.-Klässler beobachten, dass er jedes SJ „besser“wird. Das obwohl er gerade in der Pubertät ist, die Haare überall wachsen und die Pickel knallrot sind. Und trotzdem Ist er ziemlich reif, wird grundsätzlich für älter gehalten ( neulich hätte er locker Alkohol bekommen) und sehr einsichtig. Ich muss mich nie mit ihm streiten, das geht hier immer im gemeinsamen Gespräch. Reife kommt nie von außen, sondern immer von innen. Meine Tochter ist z.B. Noch nicht reif. Nur wenn bei mir die Zukunftssynapsen bereits verbunden sind, kann ich Reife entwickeln die mich wissen lassen, was ich will. Und dann funktioniert auch die Einsicht. Davon muss ich viel mitbringen im deutschen Schulsystem.

Von seiner Peergroup lässt sich mein Sohn nicht beeinflussen. Er macht was er will. Nichtsdestotrotz braucht man die Peergroup um sich selber einschätzen zu können. Zudem will Kind sich messen. Wo stehe ich, ist da wichtig. Aber Lernantrieb haben meine durch ihre Peergroup noch nie entwickelt.

Unbenommen davon, wünsche ich Euch einen guten Schulstart. Noch sind es ja ein paar Wochen. Was machst Du mit den anderen Kindern? Haben sich, insbesondere für deinen Jüngsten, denn schon Alternativen aufgetan?

VG
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Koschka » Fr 3. Aug 2018, 15:43

@alibaba

Das "besser" zwischen diesen Zeichen stehen lässt schon was ahnen. :-) Nein, ich habe keine große Hoffnungen auf Peergroup oder sowas. Mein Kind ist gut so wie es ist und es wird sich auch nicht wesentlich ändern, nur weil er dem Druck der Anpassung ausgesetzt ist. Meine einzige Sorge ist, wie ich ihn durch die Schule bringe und ins Leben so entlasse, dass er glücklich ist. Bei manchen Kindern ist diese Aufgabe etwas leichter, bei anderen dagegen viel schwerer. Gewiss sind meine Kinder durch ihre Erfahrungen, die sich mit uns zusammen gesammelt haben geprägt. Es ist einfach für die Großen Zeit, dass sie auch andere Autoritäten und Vorbilder bekommen.
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon alibaba » Sa 4. Aug 2018, 11:25

Letzten Endes bin ich persönlich doch froh, meine sehr jungen eh schon Stichtagskinder, nicht noch weiter akzeleriert zu haben. Mein Sohn ist jetzt reif zu begreifen, dass er in Kl.10 noch eine Schippe mehr auf das „besser“legen muss. Meine 11-Jährige ist da bei weitem noch nicht. Dumm ist nur, diese Entwicklung kann man nicht voraus sehen. Die kommt wie sie kommt.
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Edainwen » Sa 4. Aug 2018, 11:58

alibaba hat geschrieben:Letzten Endes bin ich persönlich doch froh, meine sehr jungen eh schon Stichtagskinder, nicht noch weiter akzeleriert zu haben. Mein Sohn ist jetzt reif zu begreifen, dass er in Kl.10 noch eine Schippe mehr auf das „besser“legen muss. Meine 11-Jährige ist da bei weitem noch nicht. Dumm ist nur, diese Entwicklung kann man nicht voraus sehen. Die kommt wie sie kommt.


Und wieder - wie so oft - schreibe ich: kommt auf's Kind und den Charakter an ;)

Hier eine frisch 12jährige, die nächstes Schuljahr in die 7. Klasse kommt und deren Arbeitsverhalten genau dem von Koschkas Sohn entspricht (wie auch schon oft festgestellt) und das ich daher nicht weiter ausführen muss und die sich weder von uns Eltern noch von ihrer Peegroup beeinflussen lässt ... Sie hat das letzte Schuljahr mit einem halbwegs vernünftigen Zeugnis hinter sich gebracht ... wobei das Zeugnis aber nicht die Noten der Klassenarbeiten widerspiegelt :roll: Sie muss mündlich wohl besser sein ;)

Und ein frisch 9ähriger, der zwar nicht wirklich fleissig aber ehrgeizig ist, und der weiß, dass man für den Erfolg unter Umständen arbeiten muss - auch wenn er es bisher noch nie musste ;) Das letze Schuljahr hat er ohne zu arbeiten, mit vielen Extrawürsten, viel Langweile und einem super Zeugnis hinter sich gebracht.

Nach den Sommerferien kommt er in den Hochbegabtenzug eines Gymnasiums und ich bin sehr gespannt, ob er sein theoretisches Wissen über Arbeitshaltung dann anwenden wird oder es so machen wird wie seine Schwester. Auf jeden Fall wird er nicht mehr der jüngste sein. Mindestens ein Kind wird noch jünger sein als er und die Hälfte der Kinder wird weniger als ein Jahr älter sein als er, vielleicht sogar gleich alt, d.h. vor ca. 2 Wochen war ein Kind er zukünftigen Klasse noch 8 Jahre alt, die Hälfte der Kinder 9 Jahre alt (wie Sohn) und die andere Hälfte 10 Jahre alt (was für Ende 4. Klasse a normal ist) ... Ich hoffe, er wird sich wohl fühlen. Und ich bin sehr froh, dass er in eine Klasse kommen wird, in der bisher wahrscheinlich noch kein Kind bisher arbeiten musste, dafür aber viele Extrawürste gebraten bekommen haben oder sich eben gelangweilt haben - und die Lehrer hoffentlich wissen, wie man damit umgeht ;)

Im Moment genießen sie allerdings erstmal beide ihre Ferien. Der Kleine kam gestern von einer Woche Zeltlager zurück, die Große ist heute Morgen aufgebrochen ... noch 5 Wochen Ferien liegen vor uns :D
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Tata » Sa 4. Aug 2018, 16:55

Hallo,

wir haben leider kein schönes Jahr hinter uns gebracht. Die 1. Klasse war furchtbar. Mein Sohn hat sich so auf die Schule gefreut. Zum Zeitpunkt der Einschulung wussten wir nichts von seiner Hochbegabung.

Was war in dem Jahr passiert? Er war nachmittags unausstehlich, Wutanfälle vom feinsten, Verweigerung der Hausaufgaben - das began schon kurz nach den Herbstferien. Es steigerte sich bis hin zum Einnässen (erst nachts, später auch tagsüber) und letztendlich musste ich ihn morgens zur Schule "zwingen". In der Schule lt. Lehrerin das Gegenteil: hilfsbereit, nett, freundlich, erledigt seine Hausaufgaben zuverlässig und schnell, etc.

Schließlich kam es mitten im 2. Halbjahr zu einem Gespräch mit Schulsozialarbeiterin und Klassenlehrerin, weil wir uns nicht mehr zu helfen wussten. Dort vereinbarten wir ihn auf HB testen zu lassen. Die Idee kam übrigens von der Schulsozialarbeiterin, der er wegen seines großen Wortschatzes und seiner Überlegtheit bei den Antworten auffiel. Mittlerweile ist er getestet (IQ 138).

Die Lehrerin versprach Förderung, leider passierte nicht viel. Am Montag beginnt das 2. Schuljahr - mit neuer Lehrerin, da die "alte" die Schule verlässt. Wir drücken die Daumen, dass es jetzt besser wird. Es hat uns alle wirklich sehr belastet, da wir lange nicht wussten was los ist.

LG
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 4. Aug 2018, 20:03

Tata hat geschrieben:Die Lehrerin versprach Förderung, leider passierte nicht viel. Am Montag beginnt das 2. Schuljahr - mit neuer Lehrerin, da die "alte" die Schule verlässt. Wir drücken die Daumen, dass es jetzt besser wird. Es hat uns alle wirklich sehr belastet, da wir lange nicht wussten was los ist.

LG


Hallo, noch ganz schöne Ferien und ich drücke euch die Daumen dass es mit der neuen Lehrerin besser wird. MMn steht und fällt ja in der Grundschule alles mit der Lehrperson. Ich hoffe, ihr habt Glück!

Wie schaut es jetzt mit eurem jüngeren Sohn aus? Habt ihr euch für eine vorzeitige Einschulung entschieden?
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Re: Wie war bei euren Kindern das vergangene Schuljahr?

Beitragvon Koschka » So 5. Aug 2018, 01:49

@Tata

es schmerzt mich auch über diese Entwicklung zu lesen. Wo seid ihr? Gibt es bei euch wenigstens auf dem Papier Recht auf die individuelle Förderung für die Hochbegabten?

LG
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