Wir sind nun auch dabei....

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon alibaba » Mo 1. Okt 2018, 08:24

Rabaukenmama hat geschrieben: Hier bin ich mal ganz bei Alibaba (was nicht so oft der Fall ist :mrgreen: ).


Also ich habe nicht die Absicht und das ist auch überhaupt nicht mein Anliegen, hier allen nach dem Mund zu schreiben. Ich muss auch nicht einer Meinung sein. Ich erwarte hier im Forum viele interessante Informationen, respektvollen Umgang und Akzeptanz des Schreibers. Aber einer Meinung sein, ist doch nicht die Voraussetzung hier schreiben zu dürfen, oder? ;)

Eine schöne Mischung aus unterschiedlichen Erfahrungen, mehr ist es nämlich von Keinem der hier Schreibenden, ist doch eine wundervolle Bereicherung. Da gibt es kein "falsch" oder "richtig", höchstens vielleicht die Erfahrung habe ich gemacht, oder eben nicht.

Und ganz oft ist es auch einfach nur ein Austausch, Rhetorik, ein finden einer möglichen Machbarkeit. Brainstorming - wo jeder sagen darf was ihm dazu beschäftigt, ohne Wertung, auslachen oder in Schubladen stecken (mit dem bin ich nie einer Meinung, na der ist ja wohl doof).

Ich persönlich lese sehr gerne alle Beiträge. Aus jedem kann ich etwas mitnehmen und sei es, nur der Gedanke einer Anregung.

Und nicht zu vergessen. Meine Kinder sind mittlerweile "groß", im Teenageralter. Ich schaue daher sehr oft rückblickend auf eine Problematik, die sich im Nachhinein gar nicht mehr so intensiv darstellt. Ich kann das aber auch erst jetzt. Dabei kann ich mich noch gut erinnern, an meine "Ängste" dass das Kind nicht gut genug gefordert wird und was denn passieren würde, wenn es nicht passiert. Was bin ich gerannt und hab Gespräche geführt, bereits im Kiga, später Grundschule. Ich kann also sehr gut hier viele Probleme verstehen, aber rückblickend sagen, gemach, gemach. Hätte ich aber so vor 10 Jahren nie geschrieben und jeden "ausgelacht" der mir das geschrieben hat, da wir da nämlich nicht einer Meinung waren. ;)

In dem Sinne, auf einen weiterhin regen Informationsaustausch.

VG
alibaba
 

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon alibaba » Mo 1. Okt 2018, 08:45

Rabaukenmama hat geschrieben:
Mir erscheint Satz "die Gesellschaft erwartet" etwas voreilig. Wer ist denn das, die Gesellschaft? Und woher weißt du so genau, was diese Gesellschaft von hochbegabten Kindern erwartet? Fakt ist, dass es jede Menge Vorurteile zum Thema Hochbegabung gibt. Sowohl das von Dir beschriebene Hochleister-Vorurteil als auch das Nerd- und Sonderling-Vorurteil sowie Vorurteile, dass bei "diesen Hochbegabten" die soziale Kompetenz doch meistens unterentwickelt ist. Und dann gibt es durchaus auch Menschen, die größtenteils oder sogar komplett ohne Vorurteile auskommen. All diese Menschen werden deiner Tochter im Leben begegnen. Und einige davon werden auch ohne Erwähnung des Wörtchens "hochbegabt" ihre Schubladen aufmachen, um deine Tochter reinzustecken.


Und ich finde, dass Schubladen nichts "Schlimmes " sind.

Ich habe mal in einem interessanten Podcast gehört, dass "Schubladen" unser Leben begleiten und in eine gewisse Ordnung bringen. Wir benötigen diese Einteilung um uns selbst zu bewerten. Was bin ich, was will ich, wo gehöre ich hin. Ums uns selber zu festigen.

Auch ich habe Schubladen. In der Regel spornen die mich an. Und zu 99,9% behalte ich die für mich, meine Schubladen. Oft werden meine Schubladen, im Laufe meines Lebens, neu sortiert. Erfahrungen verändern Schubladen. Menschen ohne Vorurteile oder Schubladen sind mir noch nie begegnet. Dafür aber ganz viele, die einem etwas ganz anderes suggerieren aber dann trotzdem die selbe Schublade wieder öffnen. Es kommt eben immer darauf an, wie man selber damit umgeht. Es kann einem ja vollkommen egal sein in welcher Schublade man steckt, man zieht seine persönliche Konsequenz und geht weiter. Wenn man dann noch weiß, dass jeder Schubladen hat, fällt einem das umso leichter. :mrgreen:

VG
alibaba
 

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Sonnenschein12 » Mo 1. Okt 2018, 09:29

Hallo zusammen, schön, dass das Forum gerade wieder so aktiv ist.
Was Leute über mich denken, ist mir völlig egal, war es schon als Kind. Ich hatte eine super Schulzeit, auch wenn natürlich auch mal Tiefen dabei waren, die aber geklärt wurden.
Ich wünsche einfach für meinen Sonnenschein auch eine schöne Schulzeit und gute Freunde - kein Mobbing.
Vorurteile habe ich im Kindergarten erfahren von einer Erzieherin und einer Lehrerin. Ständig erwartete man von ihr alles gleich zu können. Auch haben mir Mütter erzählt, wie sie ihre Kinder täglich zu Vorschulübungen zwischen mussten, weil sie nicht lernen
wollten. Jedes Mal wurde gejammert, dass sich das Kind 10 Minuten mit einem Blatt abhampelte, bis es fertig war. Ich war darüber sehr erschrocken. Es wird gerne vergessen, dass ein Kind in die Schule geht um das
alles zu lernen. Wenn es zu Hause (mit 4-5) noch nicht bereit ist, wieso muss man es dazu zwingen?! Bei uns war es zwar anders, meine Kleine hatte mich bis aufs Klo mit Vorschulhefte verfolgt und fand kein Ende. Auch kam dann immer wieder ein
Kommentar "du kennst ja mit deiner diese Sorgen nicht, die kann ja alles auf Anhieb". Nein eben nicht. Sie versteht sehr schnell zusammenhänge und saugt alles auf, was nur geht. Auch interessiert sie sich bereits seit Jahren für Politik, unser Sonnensystem und weiß Gott noch was. Aber warum kommt es, wir ermöglichen ihr auch, ihre Interessen auszuleben. Wir lesen Bücher oder besuchen das Planetarium. Sie lernt auch ständig, und sei es nur spielerisch nebenbei (früher haben wir denn Ball hin und her geworfen und man musste einen Buchstaben und ein passendes Wort dazu sagen oder Zählen bis ...).

Die Kinderuni die ich meinte ist die Hector Akademie. Habe schon verschiedenes darüber gelesen. Manche fanden es gut, andere langweilig.

So ich muss wieder weitermachen.
Sonnige Grüße aus der dunklen Wolkendecke
Sonnenschein12
 
Beiträge: 27
Registriert: Di 15. Aug 2017, 16:41

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Rabaukenmama » Do 4. Okt 2018, 16:20

Sonnenschein12 hat geschrieben:Hallo zusammen, schön, dass das Forum gerade wieder so aktiv ist.
Was Leute über mich denken, ist mir völlig egal, war es schon als Kind. Ich hatte eine super Schulzeit, auch wenn natürlich auch mal Tiefen dabei waren, die aber geklärt wurden.
Ich wünsche einfach für meinen Sonnenschein auch eine schöne Schulzeit und gute Freunde - kein Mobbing.

Tja, wer wünscht sich das nicht :P ? Aber so, wie du die aktuelle Schul-Situation deiner Tochter beschreibst, dürfte das ohnehin nicht im Raum stehen. Es spricht nichts dagegen, dass auch deine Tochter eine Super-Schulzeit haben wird :) .

Sonnenschein12 hat geschrieben:Vorurteile habe ich im Kindergarten erfahren von einer Erzieherin und einer Lehrerin. Ständig erwartete man von ihr alles gleich zu können.


Wie sah das konkret aus und vor allem: wie hat es deine Tochter empfunden? Ich frage deshalb nach, weil man als Mutter manche Strategien von Erziehern oder Lehrern erst mal befremdlich findet, die Kinder selbst es aber anders sehen. Es ist auch indivduell sehr verschieden, wie Kinder mit Erwartungshaltungen von Bezugspersonen (und dazu zählen KIGA-Erzieherinnen eindeutig) umgehen. Fühlen sie sich unter Druck gesetzt und erniedrigt oder verstärkt die Erwartungshalten einfach nur (positiv) die Motivation des Kindes? Ein "Jetzt streng dich mal an, dass kannst du doch ganz bestimmt!" kann - auch je nach Situation und Tonfall - als Erniedrigung oder Ermutigung "ankommen".




Sonnenschein12 hat geschrieben:Auch haben mir Mütter erzählt, wie sie ihre Kinder täglich zu Vorschulübungen zwischen mussten, weil sie nicht lernenwollten. Jedes Mal wurde gejammert, dass sich das Kind 10 Minuten mit einem Blatt abhampelte, bis es fertig war.
Ich war darüber sehr erschrocken. Es wird gerne vergessen, dass ein Kind in die Schule geht um das alles zu lernen. Wenn es zu Hause (mit 4-5) noch nicht bereit ist, wieso muss man es dazu zwingen?!


Ganz ehrlich - wenn ich als Mutter wüsste, dass mein KIGA-Kind immer wieder über einen längeren Zeitraum gezwungen wird, Arbeitsblätter zu bearbeiten, obwohl es das nicht will, würde ich das Gespräch suchen und erwirken, dass es abgestellt wird! Schon gar nicht würde ich mich verpflichtet fühlen, zu Hause was mit dem Kind zu "lernen", wenn ich nicht selbst dahinter stehe!

Die Mütter, die sich beklagen, sie müssten ihre Kinder ZU HAUSE zu Vorschularbeiten ZWINGEN, haben noch nicht gelernt, für diese einzustehen. Ich bin als Mutter durchaus offen für Anregungen aus dem Kindergarten, dem Hort oder der Schule. Aber WAS davon ich umsetze und WANN und WIE ich das mache, ist und bleibt meine Sache.

Sonnenschein12 hat geschrieben:Bei uns war es zwar anders, meine Kleine hatte mich bis aufs Klo mit Vorschulhefte verfolgt und fand kein Ende. Auch kam dann immer wieder ein Kommentar "du kennst ja mit deiner diese Sorgen nicht, die kann ja alles auf Anhieb". Nein eben nicht. Sie versteht sehr schnell zusammenhänge und saugt alles auf, was nur geht. Auch interessiert sie sich bereits seit Jahren für Politik, unser Sonnensystem und weiß Gott noch was. Aber warum kommt es, wir ermöglichen ihr auch, ihre Interessen auszuleben. Wir lesen Bücher oder besuchen das Planetarium. Sie lernt auch ständig, und sei es nur spielerisch nebenbei (früher haben wir denn Ball hin und her geworfen und man musste einen Buchstaben und ein passendes Wort dazu sagen oder Zählen bis ...).


Deine Tochter ist ein Einzelkind, stimmt´s? Ist nicht böse gemeint, aber wenn man nur ein Kind hat, ist es naheliegend, zu glauben, das Kind würde "nur" so interessiert und aufnahmefähig sein, weil man es ihm ja so toll ermöglicht! Ich dachte bei meinem älteren Sohn auch einige Zeit lang so. Klar, er kannte mit 2 Jahren alle Buchstaben, aber doch nur, weil ich ihm täglich so viele Bücher vorgelesen habe. Sein Wortschatz war so umfangreich, weil wir in Ausstellungen und Museen gegangen sind und ich ihm so viel erklärt habe. Rechnen konnte er, weil wir es spielerisch immer wieder (ohne Druck) geübt haben...

...alles Quatsch, wie ich heute weiß! Klar ist ein förderndes Umfeld gut und wichtig für ein kluges Kind, aber es ist nicht der "Grund" für den kognitiven Vorsprung. Für meinen gehörlosen, jüngeren Sohn habe ich geübt, Bilderbücher in Gebärdensprache vorzulesen - er hatte und hat NULL Interesse daran. Eine Ausstellung oder ein Museeum mit ihm besuchen - Fehlanzeige! Im besten Fall zeigt er NULL Interesse an den gezeigten Dingen und stört "nur" die anderen, im schlechtesten bekommt er dort einen Meltdown-Anfall, wo wir nur hilflos daneben stehen können und abwarten, bis es vorbei ist (30-45min ohrenbetäubendes Gekreische) :shock: . Im Gegensatz zum Bruder wurde ihm also fast nichts "ermöglicht", weil es schlichtweg nicht möglich war.

Interessanter Weise konnte er trotzdem zum Zeitpunkt der Einschulung schon sinnerfassend lesen, halbwegs verständlich (mit Grammatik- und Rechschtschreibfehlern) schreiben, und im Zahlenraum 1000 addieren und subtrahieren 8-) .

Ich sehe auch immer wieder gesunde, neurotypische Kinder, die mit manchen kognitiven Fertigkeiten einfach große Schwierigkeiten haben. Das liegt mMn AUCH daran, dass von den Kindern die Dinge nach ihrem Lebensalter "erwartet" werden, und nicht nach dem aktuellem Entwicklungsstand. Es gibt nun mal Kinder, welche schon mit 3 Jahren sinnerfassend lesen können, andere haben mit 6 noch Probleme, die einzelnen Buchstaben auseinander zu halten. Immer wieder erlebe ich, dass Eltern vermittelt wird, es wäre super, wenn ihr Kind überall schön "durchschnittlich" und vor allem "unauffällig" wäre. Aber man muss sich als Eltern weder dafür genieren, dass ein 3jähriges Kind liest, noch dafür, dass ein 7jähriges Kind das noch nicht kann! Übermäßiger Druck ist genauso wenig angebracht wie übermäßiges Lob.



Sonnenschein12 hat geschrieben:Die Kinderuni die ich meinte ist die Hector Akademie. Habe schon verschiedenes darüber gelesen. Manche fanden es gut, andere langweilig.

So ich muss wieder weitermachen.
Sonnige Grüße aus der dunklen Wolkendecke


Das, was ein Kind von sich aus und mit Freude macht, ist auch gut für seine Entwicklung. Das, was es ablehnt, ist entweder zu einfach (keine Herausforderung, langweilig) oder zu schwer (überfordernd) für seinen momentanen Entwicklungsstand. Das gilt für Vorschulblätter genauso wie für die Kinderuni. Es ist auch sehr unterschiedlich, wie gut die Vortragenden dort auf die Kinder und ihre Interessen eingehen und wie die gesamte Stimmung (auch: Gruppendynamik) dort ist. Ob sich ein Kind dort wohl fühlt, oder nicht, hängt nicht so sehr vom vermittelten Wissen als von der Gesamtsituation ab. Konkret feststellen lässt es sich nur durch Versuch und Irrtum.

Mein älterer Sohn ist trotz seiner Klugheit nicht gerade der Kinder-Uni-Kandidat. Einerseits ist vieles für ihn langweilig, weil er es schon weiß. Anderereseits will er immer andere mit seinen Themen "zutexten". Aktuell habe ich aber für ihn einen Kinder-Programmierkurs gefunden, wo er sich wohl fühlt. Ich hoffe, das bleibt so.

Alles Gute weiterhin für deine Tochter in der Schule und in der Freizeit :) !
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2757
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Sonnenschein12 » Fr 5. Okt 2018, 09:12

Koschka hat geschrieben:"

@Sonnenschein

wie alt ist deine Tochter?



sie ist 6 Jahre alt
Sonnenschein12
 
Beiträge: 27
Registriert: Di 15. Aug 2017, 16:41

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Sonnenschein12 » Fr 5. Okt 2018, 09:28

Rabaukenmama hat geschrieben:
Sonnenschein12 hat geschrieben:Hallo zusammen, schön, dass das Forum gerade wieder so aktiv ist.
Was Leute über mich denken, ist mir völlig egal, war es schon als Kind. Ich hatte eine super Schulzeit, auch wenn natürlich auch mal Tiefen dabei waren, die aber geklärt wurden.
Ich wünsche einfach für meinen Sonnenschein auch eine schöne Schulzeit und gute Freunde - kein Mobbing.

Tja, wer wünscht sich das nicht :P ? Aber so, wie du die aktuelle Schul-Situation deiner Tochter beschreibst, dürfte das ohnehin nicht im Raum stehen. Es spricht nichts dagegen, dass auch deine Tochter eine Super-Schulzeit haben wird :) .

Sonnenschein12 hat geschrieben:Vorurteile habe ich im Kindergarten erfahren von einer Erzieherin und einer Lehrerin. Ständig erwartete man von ihr alles gleich zu können.


Wie sah das konkret aus und vor allem: wie hat es deine Tochter empfunden? Ich frage deshalb nach, weil man als Mutter manche Strategien von Erziehern oder Lehrern erst mal befremdlich findet, die Kinder selbst es aber anders sehen. Es ist auch indivduell sehr verschieden, wie Kinder mit Erwartungshaltungen von Bezugspersonen (und dazu zählen KIGA-Erzieherinnen eindeutig) umgehen. Fühlen sie sich unter Druck gesetzt und erniedrigt oder verstärkt die Erwartungshalten einfach nur (positiv) die Motivation des Kindes? Ein "Jetzt streng dich mal an, dass kannst du doch ganz bestimmt!" kann - auch je nach Situation und Tonfall - als Erniedrigung oder Ermutigung "ankommen".


Wie sah das konkret aus und vor allem: wie hat es deine Tochter empfunden? Ich frage deshalb nach, weil man als Mutter manche Strategien von Erziehern oder Lehrern erst mal befremdlich findet, die Kinder selbst es aber anders sehen. Es ist auch indivduell sehr verschieden, wie Kinder mit Erwartungshaltungen von Bezugspersonen (und dazu zählen KIGA-Erzieherinnen eindeutig) umgehen. Fühlen sie sich unter Druck gesetzt und erniedrigt oder verstärkt die Erwartungshalten einfach nur (positiv) die Motivation des Kindes? Ein "Jetzt streng dich mal an, dass kannst du doch ganz bestimmt!" kann - auch je nach Situation und Tonfall - als Erniedrigung oder Ermutigung "ankommen".


Sie hat manchmal andere Dinge bekommen und empfand es als gemein, dass sie sich nicht mit den anderen Kindern an den Blättern beteiligen durfte. Die Spiele mit Zahlen (die anderen hatten Punkte und Zeigefinger) waren ok aber streckenweise hat sie echt Sachen bekommen, puh. Sie hat aber selbst mit der Erzieherin das geklärt und es war gut. Auch meinte die Erzieherin immer wieder, dass SOLCHE Kinder soziale Schwierigkeiten haben werden aber naja, ihre Tochter ist ja überall beliebt aber das kommt bestimmt noch. Mir kam es oft so vor, als wurde die Erzieherin oft gehänselt... Sie meinte auch oft über unsere Tochter, man könne sie nicht verstehe (sie drückt sich sehr gewählt aus und bei der Erzieherin war
alles cool und ich weiß nicht was). Wenn dann meine kam und meinte, es sei sehr köstlich war die Erzieherin schon überfordert und meinte, das sei nicht normal.... Dazu muss ich sagen, dass die Haupterzieherin die Gruppe wechseln musste und der ganze Kindergarten mit der Aktuellen nicht wirklich klar kam.




Sonnenschein12 hat geschrieben:Auch haben mir Mütter erzählt, wie sie ihre Kinder täglich zu Vorschulübungen zwischen mussten, weil sie nicht lernenwollten. Jedes Mal wurde gejammert, dass sich das Kind 10 Minuten mit einem Blatt abhampelte, bis es fertig war.
Ich war darüber sehr erschrocken. Es wird gerne vergessen, dass ein Kind in die Schule geht um das alles zu lernen. Wenn es zu Hause (mit 4-5) noch nicht bereit ist, wieso muss man es dazu zwingen?!


Ganz ehrlich - wenn ich als Mutter wüsste, dass mein KIGA-Kind immer wieder über einen längeren Zeitraum gezwungen wird, Arbeitsblätter zu bearbeiten, obwohl es das nicht will, würde ich das Gespräch suchen und erwirken, dass es abgestellt wird! Schon gar nicht würde ich mich verpflichtet fühlen, zu Hause was mit dem Kind zu "lernen", wenn ich nicht selbst dahinter stehe!

Die Mütter, die sich beklagen, sie müssten ihre Kinder ZU HAUSE zu Vorschularbeiten ZWINGEN, haben noch nicht gelernt, für diese einzustehen. Ich bin als Mutter durchaus offen für Anregungen aus dem Kindergarten, dem Hort oder der Schule. Aber WAS davon ich umsetze und WANN und WIE ich das mache, ist und bleibt meine Sache.

Ganz ehrlich - wenn ich als Mutter wüsste, dass mein KIGA-Kind immer wieder über einen längeren Zeitraum gezwungen wird, Arbeitsblätter zu bearbeiten, obwohl es das nicht will, würde ich das Gespräch suchen und erwirken, dass es abgestellt wird! Schon gar nicht würde ich mich verpflichtet fühlen, zu Hause was mit dem Kind zu "lernen", wenn ich nicht selbst dahinter stehe!

Die Mütter, die sich beklagen, sie müssten ihre Kinder ZU HAUSE zu Vorschularbeiten ZWINGEN, haben noch nicht gelernt, für diese einzustehen. Ich bin als Mutter durchaus offen für Anregungen aus dem Kindergarten, dem Hort oder der Schule. Aber WAS davon ich umsetze und WANN und WIE ich das mache, ist und bleibt meine Sache.

Sonnenschein12 hat geschrieben:Bei uns war es zwar anders, meine Kleine hatte mich bis aufs Klo mit Vorschulhefte verfolgt und fand kein Ende. Auch kam dann immer wieder ein Kommentar "du kennst ja mit deiner diese Sorgen nicht, die kann ja alles auf Anhieb". Nein eben nicht. Sie versteht sehr schnell zusammenhänge und saugt alles auf, was nur geht. Auch interessiert sie sich bereits seit Jahren für Politik, unser Sonnensystem und weiß Gott noch was. Aber warum kommt es, wir ermöglichen ihr auch, ihre Interessen auszuleben. Wir lesen Bücher oder besuchen das Planetarium. Sie lernt auch ständig, und sei es nur spielerisch nebenbei (früher haben wir denn Ball hin und her geworfen und man musste einen Buchstaben und ein passendes Wort dazu sagen oder Zählen bis ...).


nicht die Vorschule wollten diesen Druck, er kam von den Müttern, ganz schlimm. Konnte es nie nachvollziehen. Aber ok, in die Erziehung anderer mische ich mich nicht ein.

Deine Tochter ist ein Einzelkind, stimmt´s? Ist nicht böse gemeint, aber wenn man nur ein Kind hat, ist es naheliegend, zu glauben, das Kind würde "nur" so interessiert und aufnahmefähig sein, weil man es ihm ja so toll ermöglicht! Ich dachte bei meinem älteren Sohn auch einige Zeit lang so. Klar, er kannte mit 2 Jahren alle Buchstaben, aber doch nur, weil ich ihm täglich so viele Bücher vorgelesen habe. Sein Wortschatz war so umfangreich, weil wir in Ausstellungen und Museen gegangen sind und ich ihm so viel erklärt habe. Rechnen konnte er, weil wir es spielerisch immer wieder (ohne Druck) geübt haben...

Deine Tochter ist ein Einzelkind, stimmt´s? Ist nicht böse gemeint, aber wenn man nur ein Kind hat, ist es naheliegend, zu glauben, das Kind würde "nur" so interessiert und aufnahmefähig sein, weil man es ihm ja so toll ermöglicht! Ich dachte bei meinem älteren Sohn auch einige Zeit lang so. Klar, er kannte mit 2 Jahren alle Buchstaben, aber doch nur, weil ich ihm täglich so viele Bücher vorgelesen habe. Sein Wortschatz war so umfangreich, weil wir in Ausstellungen und Museen gegangen sind und ich ihm so viel erklärt habe. Rechnen konnte er, weil wir es spielerisch immer wieder (ohne Druck) geübt haben...


Ja wir haben ein Kind. Für uns war der Stand immer "normal" (was immer noch so ist obwohl man schon denkt wenn man die Freundinnen hier hat, dass da schon Unterschiede sind, schon allein sprachlich).

...alles Quatsch, wie ich heute weiß! Klar ist ein förderndes Umfeld gut und wichtig für ein kluges Kind, aber es ist nicht der "Grund" für den kognitiven Vorsprung. Für meinen gehörlosen, jüngeren Sohn habe ich geübt, Bilderbücher in Gebärdensprache vorzulesen - er hatte und hat NULL Interesse daran. Eine Ausstellung oder ein Museeum mit ihm besuchen - Fehlanzeige! Im besten Fall zeigt er NULL Interesse an den gezeigten Dingen und stört "nur" die anderen, im schlechtesten bekommt er dort einen Meltdown-Anfall, wo wir nur hilflos daneben stehen können und abwarten, bis es vorbei ist (30-45min ohrenbetäubendes Gekreische) :shock: . Im Gegensatz zum Bruder wurde ihm also fast nichts "ermöglicht", weil es schlichtweg nicht möglich war.

Interessanter Weise konnte er trotzdem zum Zeitpunkt der Einschulung schon sinnerfassend lesen, halbwegs verständlich (mit Grammatik- und Rechschtschreibfehlern) schreiben, und im Zahlenraum 1000 addieren und subtrahieren 8-) .

Ich sehe auch immer wieder gesunde, neurotypische Kinder, die mit manchen kognitiven Fertigkeiten einfach große Schwierigkeiten haben. Das liegt mMn AUCH daran, dass von den Kindern die Dinge nach ihrem Lebensalter "erwartet" werden, und nicht nach dem aktuellem Entwicklungsstand. Es gibt nun mal Kinder, welche schon mit 3 Jahren sinnerfassend lesen können, andere haben mit 6 noch Probleme, die einzelnen Buchstaben auseinander zu halten. Immer wieder erlebe ich, dass Eltern vermittelt wird, es wäre super, wenn ihr Kind überall schön "durchschnittlich" und vor allem "unauffällig" wäre. Aber man muss sich als Eltern weder dafür genieren, dass ein 3jähriges Kind liest, noch dafür, dass ein 7jähriges Kind das noch nicht kann! Übermäßiger Druck ist genauso wenig angebracht wie übermäßiges Lob.



Sonnenschein12 hat geschrieben:Die Kinderuni die ich meinte ist die Hector Akademie. Habe schon verschiedenes darüber gelesen. Manche fanden es gut, andere langweilig.

So ich muss wieder weitermachen.
Sonnige Grüße aus der dunklen Wolkendecke


Das, was ein Kind von sich aus und mit Freude macht, ist auch gut für seine Entwicklung. Das, was es ablehnt, ist entweder zu einfach (keine Herausforderung, langweilig) oder zu schwer (überfordernd) für seinen momentanen Entwicklungsstand. Das gilt für Vorschulblätter genauso wie für die Kinderuni. Es ist auch sehr unterschiedlich, wie gut die Vortragenden dort auf die Kinder und ihre Interessen eingehen und wie die gesamte Stimmung (auch: Gruppendynamik) dort ist. Ob sich ein Kind dort wohl fühlt, oder nicht, hängt nicht so sehr vom vermittelten Wissen als von der Gesamtsituation ab. Konkret feststellen lässt es sich nur durch Versuch und Irrtum.

Mein älterer Sohn ist trotz seiner Klugheit nicht gerade der Kinder-Uni-Kandidat. Einerseits ist vieles für ihn langweilig, weil er es schon weiß. Anderereseits will er immer andere mit seinen Themen "zutexten". Aktuell habe ich aber für ihn einen Kinder-Programmierkurs gefunden, wo er sich wohl fühlt. Ich hoffe, das bleibt so.

Alles Gute weiterhin für deine Tochter in der Schule und in der Freizeit :) !
Sonnenschein12
 
Beiträge: 27
Registriert: Di 15. Aug 2017, 16:41

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon charlotte12 » Fr 5. Okt 2018, 20:40

Hector ist nicht gleich Kinderuni. Das sind Kurse in kleinen Gruppen mit vielen praktischen Elementen und viel Interaktion, quasi Schule wie sie sein sollte, haben nichts mit Vorlesungen zu tun. Meine Tochter haben diese Kurse in Zeiten kompletter Unterforderung vor dem Durchdrehen bewahrt. Nette Kontakte geschlossen haben wir dort auch - ok, eher die Mütter als die Kinder, aber es tut gut, auch im "echten Leben" einfach mal ehrlich von seinem Kind erzählen zu können ohne leistungsmäßige Tiefstapelei und Abwiegelung. Und zu merken, dass es anderen Eltern ähnlich geht.
charlotte12
Dauergast
 
Beiträge: 482
Registriert: Sa 21. Mai 2016, 18:28

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Sonnenschein12 » Mi 10. Okt 2018, 15:41

Habe heute mit der Lehrerin sprechen können. Haben uns gemeinsam die Schulhefte angeschaut und über Forderhefte gesprochen. Bestellung ist erfolgt. Hausaufgaben sind echt schwierig da sie zu langweilig sind. Ich muss aber auch sagen, dass es einfach zum Leben dazu gehört, dass man auch Sachen machen muss, die man nicht mag oder langweilig findet. Zumindest freut sie sich auf ihr Zusatzheft und weiß, dass diese nach den Hausaufgaben gelöst werden dürfen.
Sonnenschein12
 
Beiträge: 27
Registriert: Di 15. Aug 2017, 16:41

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Sonnenschein12 » Do 11. Okt 2018, 10:20

Koschka hat geschrieben:
Sonnenschein12 hat geschrieben: ... Zusatzheft und weiß, dass diese nach den Hausaufgaben gelöst werden dürfen.


so wird das nicht funktionieren. Keiner macht auf Dauer zusätzliche Arbeit nach einem langweiligen Pensum. Wer sich wirklich mit Hochbegabten auskennt, weißt das aus eigener Erfahrung. Wenn die Lehrerin nur das anbietet, dann hat sie mehr mit Hochleistern zu tun gehabt als mit Begabung.



Habe mir nur Empfehlungen bei der Lehrerin geholt. Zwischen Tür und Angel bespreche ich nicht wichtige Dinge. Nach den Herbstferien machen wir einen Termin bei der Lehrerin. Davor haben wir noch einen anderen Termin. Zumindest freut sich meine Kleine auf das Heft. Bin auf den Aufbau gespannt. Werde berichten, wie es weitergehen wird.
Sonnenschein12
 
Beiträge: 27
Registriert: Di 15. Aug 2017, 16:41

Re: Wir sind nun auch dabei....

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 12. Okt 2018, 20:25

Ich bin da ganz bei koschka. Zumindest mein Sohn wäre erst mal neugierig auf das Heft und würde vielleicht ein oder zweimal auch langweilige Dinge machen, um da
ran zu kommen. Auf Dauer stimmt aber die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht.

Ehrlich gesagt verstehe ich den Nutzen des Konzeptes nicht. Warum muss ein Lehrer immer wieder Dinge verlangen, die das Kind bekannter weise schon längst kann? Was spricht dagegen, STATT der normalen Aufgaben gleich das Zusatzheft zu geben?
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2757
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

VorherigeNächste

Zurück zu Schule

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste