Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Mi 21. Nov 2018, 16:54

@Bliss

Was bedeutet denn „unauffällig durch die Grundschule“.

Ich habe keine Ahnung was ein Kind mit einem IQ von 80 kann. Welche Empfehlung bekommt es denn dann? Hauptschule? Dann wäre es aber nicht unauffällig durch die Grundschule gekommen. :gruebel:

Ich kann das nicht beurteilen, aber wenn ich in der GS nicht die Uhr lesen kann, wie Rabaukenmama als Beispiel angab, dann ist man nicht mehr „unauffällig“.

Ich kann doch nicht mit häuslicher Förderung Nichtvorhandenes heraus quetschen. Wenn ein Kind Probleme hat dem Denkprozess schnell zu folgen, wie der Klassenschnitt, dann fällt das doch einer Lehrerin auf. Zumindest stelle ich mir das so vor.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Bliss » Mi 21. Nov 2018, 17:06

alibaba hat geschrieben:@Bliss

Was bedeutet denn „unauffällig durch die Grundschule“.


Für mich bedeutet das: keine Gefahr die Klasse wiederholen zu müssen. Noten hauptsächlich zwischen 3 und 4. Also ja, Hauptschulempfehlung. Ist das für dich auffällig?
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Mi 21. Nov 2018, 17:17

Ja, das wird hier durch die Grundschule so definiert. Das mir bekannte Kind durchlief, genau mit solchen Noten, das komplette IQ-Test-Programm im SPZ, weil es eben auffällig zum Klassenschnitt, war. Übrigens war dieses Kind mit einem IQ von 101 ganz normal begabt. Es bekam eine Hauptschulempfehlung mit einer 4 im Zeugnis der Grundschule.

Ich frage mich daher, was kann ein Kind mit einem IQ von 80? Ich könnte Stein und Bein schwören, dass das nicht mal eine HS-Empfehlung bekommt. :schwitz:

Ich hatte es schon einmal geschrieben, dass man hier, wenn bei VERA8 nicht nur bei Maximalstandard die Kreuzchen sind, die Eltern zum Elterngespräch geladen werden. Ich will jetzt nicht über den Sinn oder Unsinn der Regelung debattieren, aber das Kinder mit einem niedrigen IQ nicht auffallen ...... sorry, ich kann mir das nicht vorstellen. Zumal mir fitte Kinder durchaus auffallen, auch wenn sie vielleicht nun nicht alle hab sind. Aber alleine wie die kommunizieren und argumentieren ist positiv auffällig. Stelle ich das in den Umkehrschluss komme ich wieder dahin, das es mir schwer fällt zu denken, dass Kinder mit niedrigem IQ unauffällig sind.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 21. Nov 2018, 18:07

alibaba hat geschrieben:Ich frage mich daher, was kann ein Kind mit einem IQ von 80? Ich könnte Stein und Bein schwören, dass das nicht mal eine HS-Empfehlung bekommt. :schwitz:


Wie Bliss schon geschrieben hat: wo sind bei euch dann die ca. 10% der Kinder mit einem IQ von 80 oder drunter? Und wo sind bei euch die (aus welchem Grund auch immer) sozial auffälligen Kinder? Wenn die wirklich alle nicht in den normalen Klassen sitzen dann müßten bei euch von 1000 Schulkindern mindestens 150 an speziellen Förderschulen (oder wie immer ihr die nennt) sein.

Tatsächlich sind sowohl in den Hauptschulen als auch in den Berufsschulen immer wieder Kinder mit niedrigem IQ. In meiner Klasse des "polytechnischen Lehrgangs" war eine 15jähriger Junge, der bei der Deutschaufgabe "Referat über ein Buch" das Vorschulbuch "die kleine Eisenbahn" vorgestellt hat - völlig im Ernst! Der hatte übrigens einen Hauptschulabschluss. Genauso wie die Mitschülerin in der Berufsschule, die mit 16 fest und steif behauptet hat, 1/8 müsse mehr sein als 1/4, denn schließlich sei ja 8 mehr als 4 :schwitz: . Ich kenne den IQ dieser beiden Beispiele nicht, denke aber, dass 80 schon hoch gegriffen ist.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon charlotte12 » Mi 21. Nov 2018, 20:02

Bei uns ist es auch so, dass teilweise Kinder bereits im Kindergarten zurückgestellt werden und dann ggf. die Förderschule empfohlen wird. Persönlich kenne ich ich drei Kinder, bei denen das so war. Und ich habe von den Eltern Erzählungen über die Förderschulen gehört, von massiven Verhaltensauffälligkeiten, von aggressivem Verhalten, von einem Ausländeranteil von fast 100 %, was sich für mich ehrlich gesagt eher nach sozialer Auslese als nach Auslese aufgrund das IQs anhört. Und davon, wie schwierig es ist, aus diesem System wieder rauszukommen.
In der Klasse meiner Tochter (3. Klasse) gibt es Kinder, die mit großer Mühe einen einzelnen Satz schreiben und den so schlecht, dass man ihn nicht entziffern kann. Es gibt Kinder, die Stunden für dieselben Hausaufgaben brauchen, die mein Kind in 10 Minuten erledigt, die nachmittags nicht mehr zum Spielen raus dürfen, weil sie x-mal dasselbe Diktat üben, das meine Tochter auf Anhieb fehlerfrei schreibt. Und dann trotzdem eine schlechte Note kassieren. Es ist unfair.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Do 22. Nov 2018, 11:11

Koschka hat geschrieben: @alibaba

du hast durch deine Insel ein zeimlich verzerrtes Bild der Realität.


Nein, das glaube ich nicht. Wir sollten nicht Zweierlei mit einander vergleichen. Ihr habt I-Klassen, wir nicht. Demzufolge kann es dann wohl passieren, dass bei Euch Kinder mit einem IQ von 80 sitzen. Ich habe Null Ahnung von solchen Klassenzusammensetzungen. Hier passiert das nicht. Was man gut findet, was besser wäre oder ist, darüber kann ich nicht urteilen.

Koschka hat geschrieben:Es ist nach wie vor nicht genug Geld für die richtige Förderung, aber es ist viel besser geworden. Die Kinder müssen nicht mehr weg. Sie müssen nicht noch vor 7 Uhr in ein Bus steigen, der sie in die weit entlegene Förderschule bringt. Sie müssen nicht in einer Klasse mit 15 anderen Problemkindern sitzen. Du wirst an das Märchen von den guten Förderschulen glauben so lange bis dich diese Realität persönlich berührt.


Hier stehen die Kinder für den Schulbus der Förderschulen genau zur selben Uhrzeit an der Bushaltestelle, wie alle anderen Kinder auch. Nur steigen sie eben in einen andern Schulbus. Förderschulen sind hier Ganztagesschulen. Deren Unterricht fängt in der Regel später an. Ich glaube, dass es kein Märchen sein muss, dass sich Unterschiede zwangsläufig nicht ergänzen oder einfach scheiße sind. Nein, ich bin nicht persönlich betroffen, kenne aber ein paar Kinder. Zumindest deren Eltern waren ganz froh, das es diese Möglichkeit hier gab.

Koschka hat geschrieben: Bei uns dürfen die Lehrer die schwachen Kinder von der Benotung (nach einem entsprechenden Gutachten) befreien. Trotzdem dürfen die Kinder nach der 4. in die Hauptschule wechseln. Ist dass nicht menschlicher als deine Variante?


Das Eine muss das Andere nicht ausschließen. Hier kann man jederzeit das System wechseln. So wie es Kinder in der GS-Klasse meiner Tochter gab, die eben von der Vorschulklasse der Förderschule auf die Grundschule wechselten und nicht schlechter waren als der Durchschnitt. Auch ein Kind aus einer Förderschule mit Schwerpunkt Erziehung, wechselte nach Klasse 4 ganz normal auf eine weiterführende Schule. Das ist ja Sinn und Zweck der Schulen. Es gibt natürlich auch Kinder die verbleiben im System. aber auch die können einen normalen HS-Abschluss machen. Also so doof ist das alles gar nicht. Ich finde das auch nicht unmenschlich.

Ob Inklusion generell die bessere Variante ist, das kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, wie schwer es teilweise schon in ganz normalen heterogenen Klassen ist. Oft ist Inklusion ja nur auf dem Papier schön geschrieben und so klappt das einfach nicht. Generell ist es ja so, das alle Menschen mit einem "Handicap" es immer schwerer haben werden, als die, die kein Päckchen tragen müssen.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Do 22. Nov 2018, 11:25

Rabaukenmama hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben: Und wo sind bei euch die (aus welchem Grund auch immer) sozial auffälligen Kinder? Wenn die wirklich alle nicht in den normalen Klassen sitzen dann müßten bei euch von 1000 Schulkindern mindestens 150 an speziellen Förderschulen (oder wie immer ihr die nennt) sein.


Kinder die so sozial auffällig sind, dass der Unterricht in einer nicht erträglichen Art und Weise durchgeführt werden kann, ohne das der Rest nicht davon beeinträchtigt ist, gehen hier an Förderschulen mit Schwerpunkt Erziehung. Das geht hier relativ schnell. Mittlerweile hat hier jede Schule Sozialarbeiter.

Rabaukenmama hat geschrieben:Tatsächlich sind sowohl in den Hauptschulen als auch in den Berufsschulen immer wieder Kinder mit niedrigem IQ. In meiner Klasse des "polytechnischen Lehrgangs" war eine 15jähriger Junge, der bei der Deutschaufgabe "Referat über ein Buch" das Vorschulbuch "die kleine Eisenbahn" vorgestellt hat - völlig im Ernst! Der hatte übrigens einen Hauptschulabschluss. Genauso wie die Mitschülerin in der Berufsschule, die mit 16 fest und steif behauptet hat, 1/8 müsse mehr sein als 1/4, denn schließlich sei ja 8 mehr als 4 :schwitz: . Ich kenne den IQ dieser beiden Beispiele nicht, denke aber, dass 80 schon hoch gegriffen ist.


Natürlich, das möchte ich auch nicht abstreiten, aber hier sitzt kein Kind mit einem IQ von 80. Und wenn, dann wäre das nicht die Normalität, das wären Ausnahmen. Hier sitzen Kinder mit einem IQ von rund 100 bis drüber. Aber selbst ganz weit drüber, die sitzen hier nicht mehr, sei denn die sind zufrieden und fallen gar nicht auf, denn auch dafür haben wir hier eine Grundschule mit Schwerpunkt Hochbegabung.

Was ich allerdings noch nicht begreife, ist die Angabe, dass Kinder mit einem IQ von 80 unauffällig wären. Wenn mein Kind mit seinem nicht hochbegabten IQ schon auffällt, dann fällt es mir einfach schwer zu glauben, dass ein Kind mit einem so niedrigen IQ so ganz gut mitläuft. Mädels, ich glaub das nicht. Ich werde hier von "fremden" Menschen angesprochen, ob ich denn wüsste, was ich für ein intelligentes Kind hätte. Im Laufe der Jahre mehrt sich das. Wenn das nach oben so auffällig ist, muss es auch nach unten auffällig sein.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Do 22. Nov 2018, 12:06

Koschka hat geschrieben:Kinder mit IQ 80 und sonst keinen Problemen sind unauffällige gut angepasste Grundschüler, die mit Mühe und Arbeit 3er und 4er haben.


Ne, sorry, das glaube ich nicht. Allerdings kenne ich auch kein Kind, von dem ich weiß, dass es einen IQ von 80 hätte. Ich weiß nur, das hier beileibe 3er oder 4er durchaus normale und auch bei guten Kindern vorkommende GS-Noten sein können. Erst recht an der weiterführenden Schule. Mit guter Mitarbeit, dem entsprechenden Elternhaus und dem weiter gestreuten Potpourri einer Grundschule könnte es sogar für eine RS-Empfehlung reichen.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Rabaukenmama » Do 22. Nov 2018, 13:11

alibaba hat geschrieben:
Koschka hat geschrieben:Kinder mit IQ 80 und sonst keinen Problemen sind unauffällige gut angepasste Grundschüler, die mit Mühe und Arbeit 3er und 4er haben.


Ne, sorry, das glaube ich nicht. Allerdings kenne ich auch kein Kind, von dem ich weiß, dass es einen IQ von 80 hätte. Ich weiß nur, das hier beileibe 3er oder 4er durchaus normale und auch bei guten Kindern vorkommende GS-Noten sein können. Erst recht an der weiterführenden Schule. Mit guter Mitarbeit, dem entsprechenden Elternhaus und dem weiter gestreuten Potpourri einer Grundschule könnte es sogar für eine RS-Empfehlung reichen.

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Du kennst sicher jede Menge Kinder mit IQ 80, nur haben sie es nicht auf der Stirn geschrieben. Die meisten sind ja auch nicht getestet. Und offiziell gilt der IQ-Bereich von 70 bis 129 als "normal intelliegent". Manche bezeichnen Kinder im Bereich 70-84 als "lernbehindert". Tatsächlich hat jemand mit "leichter Intelligenzminderung" einen IQ im Bereich von 50-69 und jemand mit "mittelgradiger Intelligenzminderung" 35-49! Das, was du Dir unter einem "Kind mit IQ80" vorstellst, ist vermutlich ein Kind mit geistiger Behinderung. Und, JA, da merkt man den Unterschied natürlich schon! Wenn ein 10jähriger geistig aber auf dem Stand eines 8jährigen ist, fällt das nicht weiter auf (es sei denn, man stellt ihm kognitiv fordernde Aufgaben).

Und schulische Leistungen korrelieren nur bedingt mit dem IQ. Soll heißen dass ein Kind mit IQ 80 ziemlich sicher keine Matura schaffen wird. Da ist der IQ die begrenzende Größe. Die anderen für Schulerfolg oder -mißerfolg ausschalggebenden Eigenschaft sind Motivation, Fleiß, (Selbst-)Organistion, Aufmerksamkeit, Ausdauer, Frusttoleranz, Resilienz, soziale Fähigkeiten und nicht zuletzt spielt auch das Elternhaus (fördernde Umgebung) eine Rolle.

Daher kann durchaus sein, dass ein gut gefördertes, motiviertes Kind mit IQ 80 mit viel Fleiß dieselbe 2 auf einen Test schafft, wie das ADHS-Kind mit IQ 130. Im Unterschied zum ADHS-Kind, das vom Wissen her sogar eine 1 geschafft hätte, beim durchlesen der Aufgaben aber schlampig war und das eine oder andere Detail übersehen hat, hat sich das Kind mit IQ80 in der vorangegangenen Woche gemeinsam mit seiner Mama täglich auf den Test vorbereitet. Wenn man dieselben Kinder in einem Monat nochmal zu denselben Themen testet wird das ADHS-Kind gleich abschneiden wie beim ersten Mal, das Kind mit IQ80 aber wesentlich schlechter, weil es den Großteil längst vergessen hat und sich mittlerweile schon auf 3 andere Tests vorbereiten musste.

Das ist auch einer der Gründe, warum WIRKLICH kluge Kinder bei Überraschungs-Testungen oder nicht-schulischen Aufgaben deutlich besser abschneiden als viele Lauter-Einser-Schüler.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon BiHa » Do 22. Nov 2018, 13:45

alibaba hat geschrieben:
Koschka hat geschrieben:Kinder mit IQ 80 und sonst keinen Problemen sind unauffällige gut angepasste Grundschüler, die mit Mühe und Arbeit 3er und 4er haben.


Ne, sorry, das glaube ich nicht. Allerdings kenne ich auch kein Kind, von dem ich weiß, dass es einen IQ von 80 hätte. Ich weiß nur, das hier beileibe 3er oder 4er durchaus normale und auch bei guten Kindern vorkommende GS-Noten sein können. Erst recht an der weiterführenden Schule. Mit guter Mitarbeit, dem entsprechenden Elternhaus und dem weiter gestreuten Potpourri einer Grundschule könnte es sogar für eine RS-Empfehlung reichen.

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Ich habe mal einen Mann kennengelernt, der hat erst im Erwachsenenalter im Zuge einer IQ-Testung erfahren, dass er einen IQ von 80 hat. Und der war schon über 50. Der wird auch nicht auf einer Förderschule gewesen sein? Der hatte einen Beruf, somit seine Ausbildung und vorher die Schule geschafft.
Zuletzt geändert von BiHa am Fr 23. Nov 2018, 15:10, insgesamt 1-mal geändert.
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