Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Koschka » Mi 21. Nov 2018, 10:40

@alibaba

KInder bis IQ unter 80 gehören in die normale Grundschule! Förderschule für lernschwache beschäftigt sich mit IQ kleiner 80. Natürlich gehen sie nicht auf Gymnasium, sondern auf die Hauptschule. Aber wir haben von Alter von 10 Jahren gesprochen als Beispiel.

Ich glaube du hast ein falsches Bild von der Differenzierung. Das was du für dein Sohn gerne hättest ist ein Drehtürmodel. Kann man machen, wenn man Glück hat, dass die Stunden sich überschneiden. Differenzierung bedeutet, dass Kinder das gleiche Thema auf unterschiedlichen Ebenen bearbeiten. Man kann auch in 10er Raum auf dem Uniniveau Aufgaben haben. Man muss nicht in die 2. Klasse und den 100er Raum, um anspruchsvollere Themen der Mathematik ansprechen zu können.

Was mich persönlich interessiert, weil ich auch ein Chemie Fan bin, wofür interessiert sich dein Sohn? Was wünscht er sich als Differenzierung in Chemie?
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon charlotte12 » Mi 21. Nov 2018, 12:29

Ich gebe allerdings zu, dass eine Lehrerin, bei der Tochter, ständig drauf bestand, das alle alles machen. Selbst Nichtgemachtes im Unterricht gab es dann für zuhause auf. Aber das war eine! Lehrerin. Das hab ich jedoch sportlich gesehen und hab mein Kind tatkräftig unterstützt. :lol:

Das habe ich auch schon durch. Streckenweise mit der Variante, dass ich die offiziellen Hausaufgaben gemacht habe und meinem Kind ersatzweise selbst anspruchsvollere Dinge ausgesucht habe - in Mathe geht das super.
Zuletzt geändert von charlotte12 am Fr 23. Nov 2018, 10:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Mi 21. Nov 2018, 12:39

Koschka hat geschrieben:
Ich glaube du hast ein falsches Bild von der Differenzierung. Das was du für dein Sohn gerne hättest ist ein Drehtürmodel.


Wie man das letzten Endes im Detail nennt, ist mir egal. Für mich läuft nur das unter Differenzierung. Alles Andere ist bei mir anderweitige Beschäftigung, aber keine Differenzierung.


Koschka hat geschrieben: Was mich persönlich interessiert, weil ich auch ein Chemie Fan bin, wofür interessiert sich dein Sohn? Was wünscht er sich als Differenzierung in Chemie?


Eigentlich wäre eine korrekte Differenzierung ein "schneller". Was genau er in Chemie will, das weiß er selber noch nicht. Ich denke, das Kernproblem ist, das er einfach schneller ist - da wo er natürlich will. Er könnte also aufwändigere Dinge angehen, aber das geht nicht im schulischen Kontext. Er ist auch in Physik ganz gut dabei, mittlerweile auch in Mathematik. Biologie oder Deutsch oder Latein dagegen ist gar nicht seins. Auch in Geschichte reizt er regelmäßig das Fach aus.

Er kann das noch nicht greifen, was im Konkreten ihn interessiert. Nanotechnik sprach er neulich an (da schauen wir mal), allerdings will er kein Praktikum in "unserem" Chemiewerk machen um erst einmal zu sehen, welche Themenfelder gibt es denn rund um das Thema "Chemie". Der Hinweis der Lehrerin liegt auch erst einmal in seinem Zimmer "rum". Der will halt seine freie Zeit am Wochenende nicht noch mit "Schule" verbringen. Ich kann das verstehen, denn selbst am Wochenende haben wir hier Orchesterproben, so das für "chillen" gar nicht so viel Raum mehr ist. In Folge legt er dann solche Flyer eben erst einmal zur Seite. Ich kann ihn nicht mehr etwas aufoktroyieren. Das geht nicht mehr.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon BiHa » Mi 21. Nov 2018, 13:41

Koschka hat geschrieben:@alibaba

KInder bis IQ unter 80 gehören in die normale Grundschule! Förderschule für lernschwache beschäftigt sich mit IQ kleiner 80. Natürlich gehen sie nicht auf Gymnasium, sondern auf die Hauptschule. Aber wir haben von Alter von 10 Jahren gesprochen als Beispiel.

Und selbst bei den Lernschwachen kann man sich als Elternteil zum Teil noch aussuchen, wohin das Kind gehen soll. In der Klasse meines Sohnes ist mindestens 1 Kind, dass dauerhaft anders beschult wird, andere Helfte bearbeitet, da es als lernbehindert eingestuft ist. Das Mädchen kann in der 3. Klasse nicht lesen, selbst das nicht, was es selbst schreibt. In der letzten Ethik-Arbeit hat sie, anstatt die Fragen zu beantworten, die Fragen abgeschrieben.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Mi 21. Nov 2018, 13:57

Das gibt es hier nicht. Weder Kinder mit einem IQ von 80 auf der normalen Grundschule noch auf der Hauptschule. Diese werden, es mag hart klingen, aber es ist so, bereits im Vorfeld aussortiert. Die Erstklässler sind dann zwar immer noch nicht homogen, aber keine 6 Jahre auseinander.

Wenn es in einem solche beschriebenen Fall keine Schulbegleiter gibt oder eine zweite Lehrerin ist das scheitern des Kindes vorprogrammiert.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Koschka » Mi 21. Nov 2018, 14:02

@alibaba

woher weißt du? Wie viele Förderschulen gibt es bei euch? Rechne mal den statistischen Anteil an Kindern mit IQ von 80 bis 90 aus... Auf euer Insel mag es vielleicht anders aussehen, statistisch gesehen ist aber fast in jeder Grundschulklasse ein Kind mit einer Lehrnbehinderung dabei, und einige weitere mit Teilleistungsschwächen.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 21. Nov 2018, 14:21

alibaba hat geschrieben:Das gibt es hier nicht. Weder Kinder mit einem IQ von 80 auf der normalen Grundschule noch auf der Hauptschule. Diese werden, es mag hart klingen, aber es ist so, bereits im Vorfeld aussortiert. Die Erstklässler sind dann zwar immer noch nicht homogen, aber keine 6 Jahre auseinander.

Wenn es in einem solche beschriebenen Fall keine Schulbegleiter gibt oder eine zweite Lehrerin ist das scheitern des Kindes vorprogrammiert.


Ich glaube du hast ein völlig falsches Bild von einem Kind mit IQ 80. Je nachdem, wie gut das Kind von zu Hause gefördert wird, kann durchaus sein, dass es in der Grundschule gar nicht besonders auffällt. Da sind meiner Beobachtung nach durchschnittlich intelligente Kinder mit Wahrnehmungsstörung ODER aus sozial auffälligem Elternhaus, durchaus schwieriger und oft auch leistungsmäßig schwächer.

Wenn du bei einer beliebigen Kindergruppe durchzählst hat jedes 7. Kind einen IQ zwischen 70 und 85 (und weitere 35% einen zwischen 85 und 100)! Wie viele Förderschulen, glaubst du, gibt es? So viele, dass jedes 7. Kind eine besucht? Oder sind es etwa jene 2% Kinder mit einem IQ von unter 70? Und dann noch ein paar, welche sich aus unterschiedlichen Gründen nicht ins normale Schulsystem integrieren lassen.

Kriterium für eine Schulbegleitung ist übrigens nur in seltenen Fällen "nur" ein niedriger IQ. Die Kinder mit Schulbegleitung, die ich kenne, sind entweder durchschnittlich oder sogar überdurchschnittlich intelligent, haben aber Probleme mit der Wahrnehmung und/oder ihrer Emotionskontrolle. Der Schulbegleiter ist ja auch nicht dazu da, dem Kind den Unterrichtsstoff zu vermitteln, sondern eher um das Kind bei dem, was es selbst auf Grund indivdueller Probleme nicht kann, zu helfen. Also z.B. das richtige Heft raussuchen, eventuell die Aufgaben größer kopieren, an den Klogang zu erinnern... In manchen Schulen teilen sich auch mehrere Kinder eine Schulbegleitung. Ich weiß übrigens auch von Lauter-Einser-Schülern mit Schulbegleitung.

Willow 77, selbst Lehrerin in Deutschland, schreibt in genau DIESEM Thread wörtlich:
"Nur ist es meine von meinen Vorgesetzten auferlegte Pflicht, die Schwächeren auf ein minimales Mindest Niveau zu bringen. Was mir nicht gelingen wird. Von 16 Kindern müssten eigentlich 5 das Jahr wiederholen, weil sie bis zum Ende des 2. Schuljahres nicht gut genug lesen können, Null Rechtschreibung beherrschen, und keinen Satz selbständig hinbekommen, geschweige denn einen zusammenhängenden Text. Wenn ich dann aber 5 Kinder "sitzen" lasse, ist das auch nicht gut, weil das zeigt ja, dass ich meine Arbeit nicht gemacht habe. "

Was für mich zeigt: weniger intelligente Kinder werden in der Grundschule durchaus noch "mitgeschleift" oder wiederholen im Extremfall mal eine Klasse. Die Tochter einer Freundin (IQ irgendwo um 70, aber sozial-emotional altersgemäß entwickelt) hat z.B. die 3. Klasse Grundschule wiederholt. Beim Übertritt in die Hauptschule kam sie dann in eine I-Klasse mit erhöhtem Förderbedarf in allen Fächern. Eine Schulbegleitung stand nie zur Debatte weil das Mädchen durchaus lernwillig war und auch mit den Schulkameraden keine Probleme hatte.
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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Mi 21. Nov 2018, 15:04

@koschka

Förderschulen heißen die hier nicht (mehr). Die heißen, wie ich sie oben schon beschrieben habe.

Natürlich ch weiß ich nicht den IQ der Kinder, schrieb ich ja schon weiter oben. Aber ich kenne viele, in der Grundschule alle. Das lag an der Größe der Grundschule und an meinen Aktivitäten. Und ich kenne die VERA-Ergebnisse. Weiter ist das Vorprüfung-System recht zeitig und ich finde, recht gut aufgestellt. Meine hatten mit 4 1/2 Jahren die Einschulungsuntersuchung des Grsundheitsamtes, ein Jahr später die Untersuchung beim Kinderarzt. Dann hätten sie noch ein gutes 3/4 Jahr Zeit bis zur Einschulung. Defizite sieht man hier rechtzeitig. Für diese Kinder gibt es Alternativen.

Es gibt ein Jahr mehr im Kiga, wenn der Kiga nicht voll ist. Es gibt die Vorschule im Nachbarort. Diese Schule ist eine Schule für lernschwache Kinder, die bei Nichtbestehen der Vorschule dort in eine 1. Klasse eingeschult werden, der Rest kommt auf die normale Grundschule nach einem Jahr Vorschule. Für Kinder die körperliche Behinderungen haben, gibt es hier die Körperbehindertenschule. Wir haben auch eine Gehörlosen- und Sehschwachenschule mit Internat. Dann gibt es eine Schule für verhaltensauffällige Kinder ab Klasse 1-4 mit Schulbusbeförderung.

Von 10 Kindern gehen am Ende der 4. Klasse 80% auf ein Gymnasium, 15% auf eine Realschule, Hauptschulempfehlungen gab es bei meinem Sohn keine, bei der Tochter bei einem Kind. Aber selbst das war normal begabt. Mit der Mutter war ich in Kontakt, daher weiß ich es zufällig. Von den folgenden Abgangsklassen sehe ich hier ganz viele Kinder auf dem Gymnasium wieder.

Da also hier selbst das lernschwächste Kind keinen IQ von 80 hatte, schließe ich aus, das es an der hier existierenden Grundschule Kinder mit einem solchen IQ gibt.

Und um den Reigen zu schließen, wir haben hier auch eine Begabtengrundschule. Der Rektor dort ist Mitglied der Begabtenförderung Baden-Württemberg und der Orts-DGhK.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon alibaba » Mi 21. Nov 2018, 15:28

@Rabaukenmama

Wir haben keine Inklusion. Eine I-Klasse gibt es hier nicht. Hier wird in der Tat noch sortiert. Und das vor der 1.Klasse.

Ich kann nicht beurteilen, was ein Kind mit einem IQ von 80 kann. Klassenwiederholungen würde ich daran jedoch nicht festmachen wollen. Da würde ich die Gründe viel weiter streuen.

Vielleicht leben wir ja auch einfach zu homogen, hier auf der Insel. ;) Ich tippe jedoch eher darauf, dass das engmaschige Kontrollnetz hier ganz gut funktioniert und dass das Schulsystem durchlässig ist. So ist gewährleistet, dass „Förderschule“ keine Einbahnstraße ist. Selbst auf den Gemeinschaftsschulen kann man sich auf viele weitere Wege vorbereiten, je nachdem auf welchem Niveau Kind dort mitarbeiten kann.

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Re: Wissensstand/Kompetenzen bei Einschulung

Beitragvon Koschka » Mi 21. Nov 2018, 15:48

@alibaba

du kennst eine Grundschule, die überhaupt nicht representativ ist. Der Stand der Dinge an einer normalen Grundschule ist ganz anders als bei euch. Wir haben auch keine durchschnittliche Schule, aber unter etwa 100 Kindern sind offiziell 6 Kinder mit Förderbedarf angemeldet. In der Klasse meines Sohnes ist auch ein Kind dabei, das von Anfang an an Förderheft hat und erkennbar langsamer ist als der Durchschnitt? Na und? Das letzte was ich will, ist das dieses Kind irgendwo an einer Föderschule hinter dem Zaun landet.
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