Was war euch bei der Schulwahl/Einschulung wichtig?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Was war euch bei der Schulwahl/Einschulung wichtig?

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 25. Feb 2019, 12:00

Was koschka schreibt habe ich auch erlebt: unterschiedliche Situationen in verschiedenen Klassen ein- und derselben Schule. Der Sohn einer Freundin besucht dieselbe städtische Schule wie mein älterer Sohn, welche sich Differenzierung fest auf die Fahnen geheftet hat. Und tatsächlich musste mein Sohn nicht in der 1. Klasse 2+2 rechnen oder Buchstaben malen sondern bekam von Anfang an anspruchsvollere Aufgaben. Der mathematisch begabte Sohn meiner Freundin bekam im ersten halben Schuljahr an derselben Schule ausschließlich Rechenaufgaben im Zahlenraum 5!

Dagegen darf mein mehrfach behinderter Erstklässler (mit mathematischer Ausnahmebegabung) in seiner Sonderschulklasse, nachdem er bereits plus und minus im Zahlenraum über 1000, Megenlehre, Spiegelungen usw. absolviert hat, bereits multiplizieren.
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Re: Was war euch bei der Schulwahl/Einschulung wichtig?

Beitragvon alibaba » Mo 25. Feb 2019, 12:20

Wie so oft hat alles Vor- und Nachteile. Es gibt nie etwas Passendes.

Meine gingen in so eine Minischule, einzügig - jeder Jahrgang.

Positiv war: engmaschige Begleitung, konnte auf das Kind eingehen, im Unterricht dran kommen war kein Problem, Ruhe im Klassenraum, jeder sitzt an einem Tisch - weniger Ablenkung, Differenzierung war möglich, Kind kann im eigenen Tempo arbeiten. Die Lehrer wissen immer alle um welches Kind es sich handelt, da kann man keinen verwechseln. Das Klima war viel familiärer.

Jedoch - das alles steht und geht immer mit dem Lehrer. Kindgroß hatte 5 Klassenlehrer und ich weiß wovon ich da rede.

Nachteile: man steht ständig im Fokus, mal loslassen und Quatsch machen ist durchaus schwer, die Konzentration aufs Kind ist manchmal doch etwas zu viel, passt es nicht, muss man die Schule wechseln, die Erwartung ist generell sehr hoch

Es ist schwierig, egal welche Entscheidung man trifft. Bei uns kommt hinzu, dass der klassenübergreifende Unterricht ein Lehrereinsparmodell war und uns lediglich schmackhaft gemacht wurde, aber nicht das versprach womit geworben wurde.

Jetzt - in einer viel größeren Schule - ist mehr Anonymität. Das finden wir alle von Vorteil.

Ziehe ich ein Fazit der GS-Zeit mit Minischule: für die Kinder war es sehr geborgen, wenn der Lehrer mitzog war Differenzierung machbar, ich wusste immer, dass der Lehrer von meinem Kind sprach. Allein fehlt mir halt der Vergleich zu einer großen Schule. Und nein, auch an einer Minischule war nicht alles Gold was glänzt.

Schule steht und geht mit dem Lehrer der vor der Klasse steht. Ob die 4-zügig ist oder nur 1-zügig ist meines Erachtens nach vollkommen egal. Denn da hat jede Schule ihre vor- und ihre Nachteile.

VG
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Re: Was war euch bei der Schulwahl/Einschulung wichtig?

Beitragvon charlotte12 » Mi 27. Feb 2019, 12:58

Bücher, die meine Tochter toll findet: Schokolade am Meer, Lisa und die Brombeerprinzessin (alle 3 Bände), Frühling/Sommer/Herbst/Winter im Holunderweg, Mami Fee und ich, Familie Pullunder, Der fabelhafte Regenschirm

@Moonchild: Danke für die Tipps! Der Holunderweg kam bei meiner Tochter gar nicht an (war vermutlich zu ähnlich zum Möwenweg), aber v.a. die Brombeerprinzessin und auch der Regenschirm hören sich gut an :)

Besorgt hat mich zunächst mehr ihre fast schon Angst vor manchen Kindern, da hatte ich einfach das Gefühl, das könnte mal zu Schwierigkeiten führen.

Hatte meine früher auch, v.a. vor Kleinkinder, die noch nicht richtig sprechen konnten aber schon mobil waren. Und vor Tieren egal welcher Größe. Allgemein vor Lebewesen, mit denen man nicht vernünftig reden konnte, die aber unvermittelt auf einen zukamen, ob Hund, Kleinkind, Marienkäfer oder rumblödelndes älteres Kind, das war egal. Das hat sich aber komplett gelegt, und zwar durch die Schule. In der ersten Klasse gab es vom Stoff her nichts Neues, aber sozial hat sich meine Tochter unheimlich weiterentwickelt. Sie ist immer noch zurückhaltend, bleibt aber komplett cool, wenn eine Horde älterer Jungs um sie herum Fangen spielen oder irgendjemand plötzlich loskreischt, wehrt sich (meistens...), wenn sie sich ungerecht behandelt fühlt. In der ersten Klasse hatte sie eine Lehrerin, die nicht wirklich effektiv differenziert hat, was definitiv ein Problem war, mit den Folgen für die Motivation kämpfen wir teilweise jetzt noch. Aber in sozialer Hinsicht war die Lehrerin goldrichtig - sie drängte mein Kind zu nichts, machte kein Problem daraus, wenn mein Kind sich an sie klammerte oder Angst vor Alltagsdingen (Klo...) hatte, sondern gab gelassen genau so viel Hilfestellungen, wie mein Kind brauchte. Und meine Tochterwuchs wuchs ganz problemlos in die Sache hinein, soziale Auffälligkeiten waren nie wieder ein Thema. Vor der Einschulung wurde uns von der Schule Mut gemacht, dass die Sozialkompetenz noch nicht da sein müsse sondern sich gerade auf Grund der Herausforderung durch neue Situation in der Schule entwickeln würde. Und genau so war es dann auch. Mal abgesehen davon war meine Tochter bei weitem nicht das einzige Kind der Klasse, die sozial noch nicht perfekt souverän war, das wird von den Lehrern gar nicht erwartet. Ich würde gar nichts machen, sondern alles erst mal abwarten, wenn es in der Schule wirklich massive soziale Auffälligkeiten gibt, kann man immer noch zum Psychologen rennen. Wir sind damals nur aus einem einzigen Grund zum Psychologen - weil unserem Kind die Einschulung verweigert wurde. Und da war der IQ-Test in der Tat extrem hilfreich.
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Re: Was war euch bei der Schulwahl/Einschulung wichtig?

Beitragvon Moonchild » Fr 8. Mär 2019, 12:19

Hallo!
@ Koschka und Rabaukenmama
Ihr habt Recht, was die einzügige Grundschule angeht; daran habe ich gar nicht gedacht, dass dann eine Wechselmöglichkeit in die Parallelklasse wegfällt, falls meine Tochter mit der Lehrerin nicht klarkommt.

Aber Fakt ist, dass keine der möglichen Schulen perfekt ist, was das Thema Hochbegabung angeht. Aber eine davon muss es ja werden, es hilft ja nichts.

Die Rahmenbedingungen, was die sozialen Unsicherheiten und die Lärmempfindlichkeit angeht, sind in der kleinen Schule/Klasse zumindest besser, die flexible Einstellung der Leiterin gibt außerdem mehr Spielraum für das Eingehen auf die Fähigkeiten meiner Tochter. Von der kleinen Schule haben wir nun auch die Zusage erhalten. Ich freue mich erstmal verhalten, weil ich nach wie vor noch nicht weiß, ob das die richtige Entscheidung ist. Das wird sich erst zeigen...

@Charlotte12
Das klingt sehr positiv bei euch; und das gibt mir etwas Hoffnung, dass sich bei meiner Tochter die soziale Kompetenz auch noch entwickeln darf und wird.

Neuer Buchtipp: "Meine lustige Familie" von Chris Higgins. Wird hier gerade begeistert gelesen.

@ alibaba
Ich werde demnächst einen Termin für einen Test auf Hochbegabung machen. Da man darauf sowieso länger als ein halbes Jahr warten muss, kann ich sehen, wie es in der Schule läuft und dann gegebenenfalls reagieren.

Ich warte jetzt erst einmal die Einschulung ab, falls es vorher keine gravierenden Auffälligkeiten geben sollte, und berichte dann von den ersten Schulerfahrungen.

Liebe Grüße!
Moonchild
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