Gymnasium

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Gymnasium

Beitragvon Meine3 » Fr 9. Aug 2019, 15:07

keiner der hier Anwesenden hat jemals gesagt, dass es Menschen gibt, die NICHTS lernen müssen, egal in welchem Bereich.

Es ging ursprünglich lediglich darum, dass es Kinder gibt (begabte oder hochbegabte Kinder), die im Gymnasium nicht an ihre Grenzen stoßen und nicht lernen oder üben müssen, da ihnen das kennen lernen und auseinandersetzen mit dem Stoff im Unterricht oder das einmalige lesen eines Textes reicht, um durch das Gymnasium zu kommen. Und viele Hochbegabte sehen auch keine Notwendigkeit sich in der Schule "unnötig" zu verausgaben, wenn doch ein sehr geringer Aufwand reicht um gut abzuschneiden.

Mittlerweile dreht sich die Diskussion nur noch im Kreis und es geht plötzlich hauptsächlich um Musik und um Konzertniveau :gruebel: . Keiner hat behauptet, dass man für ein fortgeschrittenes musikalisches Können NICHTS üben muss...

Ich steig hier aus :fahne:
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Bliss » Fr 9. Aug 2019, 16:36

alibaba hat geschrieben:
Du sagst es .... es kommt darauf an, was gefordert wird.

Und da behaupte ich jetzt einfach mal, dass es Kinder gibt, die über den Besuch des Unterrichts und dort mit halbem Ohr hinhören nichts zusätzlich lernen müssen um ein gutes Abi zu schaffen. Ich war so ein Kind und mindestens 2 meiner Kinder sind es auch. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, dass das auch für alles abseits von Schule gilt. Aber die schulischen Anforderungen sind einfach nicht so hoch, als dass das nicht möglich wäre.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Karen » Fr 9. Aug 2019, 17:10

Alibaba - deine Argumente sind so typisch für Probleme die ich und einige hier mit den Lehrern hatten und haben. Es ist ein perfektes Beispiel. Die Lehrer glauben oft dass sie die einzige sind die wissen wie die Kinder lernen und was wichtig ist. Aufgrund der Erfahrungen mit seinen eigenen Schülern und Kinder. So wie du hinterfragst die erfahrungen anderen hier, nur weil dein Sohn es nicht kann. Es geht hier darum um Erfahrungen auszutauschen. Es bring nichts die Erfahrungen den Anderen ins Frage zu stellen - niemand hat irgeneine interesse hier etwas zu schreiben was nicht stimmt. Nur weil du nicht glaubst dass es möglich ist, heisst es noch lange nicht dass es tatsächlich nicht möglich ist.
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Re: Gymnasium

Beitragvon alibaba » Fr 9. Aug 2019, 18:08

@charlotte

Was ist Paukerei?

Ich kenne zugegebenermaßen kein Kind was pauken muss aber auch kein Kind was nichts macht um beste Leistungen zu erbringen.

@ Bliss

Was ist denn ein gutes Abi? Wie definierst du das?

Heute hab ich Stellenanzeigen gefunden .... neulich hatten wir ja die Diskussion über Noten .... da müsste ich Lächeln ..... da stand „ Realschulabschluss mit mindestens guten Noten in den Hauptfächern“ .... Mindestanforderungen an eine Ausbildung bei der Gemeinde. Gut was ist das .... für mich eine 2. Minimum wäre also eine 2 für alle geprüften Hauptfächer ....

Abischnitt BW kam mir neulich bei Google in die Hände ..... 2,4. Wäre nicht mehr gut. Damit komme ich auch nicht weit.

@karen ..... sorry, ich steh da auf dem Schlauch ..... nur für mich ..... wie war das mit den zu übenden Stunden? Wenn man also wöchentlich 0,5-1 Stunde Musik übt ... am Instrument .... kann man anschließend welches Niveau erwarten? Vielleicht erschließt es sich mir so besser?
Im Übrigen geht es mir nicht darum, dass mein Sohn es nicht kann. Also vom Nichtskönner kann wahrlich nicht die Rede sein. ;)
Nur so ... Vorspiel Kindklein 12 Jahre für das Sinfonieorchester: Vivaldi ... der Herbst .... Solovioline ...... Op.8 ... das Allegro Teil 1. Das muss man können mit wieviel üben? Ich kann den Anspruch nicht ganz einschätzen, mag sein, dass man das einfach so vom Blatt spielt.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Bliss » Fr 9. Aug 2019, 18:51

alibaba hat geschrieben:
@ Bliss

Was ist denn ein gutes Abi? Wie definierst du das?



Allgemein gesprochen nicht viel schlechter als 2,0 würde ich sagen. Wie halt Schulnoten so sind. Für einen persönlich: wenn die gesteckten Ziele erreicht sind. Und da lagen meine deutlich höher als 2,0-

Und zum Musik üben. Da kommt es doch sehr aufs Instrument an. Am Klavier ist bei meinem Sohn z.B deutlich mehr Übezeit nötig um das gleiche Stück zu spielen als mit der Klarinette.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Karen » Sa 10. Aug 2019, 00:31

Ich habe geschrieben - zwei mal Wochentlch 0.5-1 Stunde und Unterricht. Habe ich 9 Jahre lang gemacht - zwischen 5-15j in Musik Schule, Abschlüss 1.0 mit Auszeichnung, 3 mal Stadtwettbewerb gewonnen in einem 3 Millionenstadt. Mein Bruder übrgens auch. Nach dem Studium bin ich weg gezogen und hatte 7 Jahre kein Klavier. Und habe immer mal wieder in Musikladen oder Restaurant zum Klavier gesessen und Chopin oder Mozart und Bach oder Modernes Rock aus Gedächnis gespielt oder (bei Rock musik auf Klavier wie Muse, oder Film Musik ala Hans Zimmer) mal so ohne je Noten zu sehen. War nicht das gleiche Niveau wie mit 15, aber niemand hat as gemerkt. Meine Mutter ist über 75, sie unterrichtet und spielt seit 15 Jahren nicht mehr - sie kann heute noch ihre lieblingsstücke mit geschlossen augen spielen wenn ich sie mal frage. Sie hat ohne je ein Klavier zu Hause zu haben Konservatorium abgeschlossen.
Warum ist es so schwierig zu glauben dass es möglich ist? Ich kann dafür zum Beispiel nicht nähen - mit oder ohne Übung - keine Chance, ich bekomme nichts hin. Ich bin mir aber Sicher dass es Leute gibt die mit Geschlossenen Augen Kleidermeisterwerke nähen können, ohne je eine Ausbildung in diesem Bereich gemacht zu haben (kenne so eine persönlich).
Meine Tochter kann übrigens nichts mit Musik anfangen. Ausser es lauft Jimmi Hendrix oder so. Da bleibt Klavier zu hause unberührt und sie lauft weg wenn ich mal spiele. Ich bin mir jetzt schon sicher dass wenn sie mal ein Instrument lernen will, wird es nur mit viel übung klappen. Bielleicht will sie es nie. Dafür ist sie Top in Kunstturnen. Ich bin sicher dass ich auch mit viel Übung kein Handstand mit 6 machen könnte. Ich finde es ist wichtig das zu finden was einem entspricht, was einfach so klappt, vielleicht mit Aufwand vielleich ohne, aber sicher mit viel Freude. Etwas was nie langweilig ist. Ich finde es ist ein grosses Glück so ein Hobby zu haben oder im Job das machen zu können. Es ist auch ein Glück wenn eigenes Kind so was hat.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Meine3 » Sa 10. Aug 2019, 12:45

Karen hat geschrieben:Ich habe geschrieben - zwei mal Wochentlch 0.5-1 Stunde und Unterricht. Habe ich 9 Jahre lang gemacht - zwischen 5-15j in Musik Schule, Abschlüss 1.0 mit Auszeichnung, 3 mal Stadtwettbewerb gewonnen in einem 3 Millionenstadt. Mein Bruder übrgens auch. Nach dem Studium bin ich weg gezogen und hatte 7 Jahre kein Klavier. Und habe immer mal wieder in Musikladen oder Restaurant zum Klavier gesessen und Chopin oder Mozart und Bach oder Modernes Rock aus Gedächnis gespielt oder (bei Rock musik auf Klavier wie Muse, oder Film Musik ala Hans Zimmer) mal so ohne je Noten zu sehen. War nicht das gleiche Niveau wie mit 15, aber niemand hat as gemerkt. Meine Mutter ist über 75, sie unterrichtet und spielt seit 15 Jahren nicht mehr - sie kann heute noch ihre lieblingsstücke mit geschlossen augen spielen wenn ich sie mal frage. Sie hat ohne je ein Klavier zu Hause zu haben Konservatorium abgeschlossen.
Warum ist es so schwierig zu glauben dass es möglich ist? Ich kann dafür zum Beispiel nicht nähen - mit oder ohne Übung - keine Chance, ich bekomme nichts hin. Ich bin mir aber Sicher dass es Leute gibt die mit Geschlossenen Augen Kleidermeisterwerke nähen können, ohne je eine Ausbildung in diesem Bereich gemacht zu haben (kenne so eine persönlich).
Meine Tochter kann übrigens nichts mit Musik anfangen. Ausser es lauft Jimmi Hendrix oder so. Da bleibt Klavier zu hause unberührt und sie lauft weg wenn ich mal spiele. Ich bin mir jetzt schon sicher dass wenn sie mal ein Instrument lernen will, wird es nur mit viel übung klappen. Bielleicht will sie es nie. Dafür ist sie Top in Kunstturnen. Ich bin sicher dass ich auch mit viel Übung kein Handstand mit 6 machen könnte. Ich finde es ist wichtig das zu finden was einem entspricht, was einfach so klappt, vielleicht mit Aufwand vielleich ohne, aber sicher mit viel Freude. Etwas was nie langweilig ist. Ich finde es ist ein grosses Glück so ein Hobby zu haben oder im Job das machen zu können. Es ist auch ein Glück wenn eigenes Kind so was hat.


Ich bin da voll bei dir.

Und ich finde es beeindruckend, wenn jemand virtuos Klavier spielen kann mit "überschaubarem" Aufwand. Da bin ich auch ein wenig neidisch ;) , ohne es zu missgönnen... Ich habe damals als ich noch Klavierunterricht hatte, nie das geübt, was ich sollte :D , sondern viel lieber komponiert, sobald ich Akkorde und Noten konnte (was sehr schnell ging, da ich ein gutes musikalisches Gehör habe). Das waren dann einfache Stücke, aber sie waren von mir. DAS hat mir große Freude bereitet. Ein kompliziertes Stück von Chopin oder Mozart spielen zu können, so dass es meinem Gehör nicht mehr "weh tut" :lol: , dafür hätte ich viel üben müssen und da hatte ich einfach nicht den nötigen Ehrgeiz.

Zeichnen, malen, singen und schreiben, sowie nähen. Das sind meine Hobbies, die ich auch immer freiwillig und mit Freude vertieft und weiter verfolgt und nun sogar teilweise zum Beruf gemacht habe. Ja, es ist wichtig, dass man etwas findet, was einen erfüllt, ausgleicht und erdet. Ob nun mit, mit wenig oder ohne üben ;) .
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Maca » Sa 10. Aug 2019, 12:58

alibaba hat geschrieben:Wenn der Lehrer einen Jahreszahlenfaible hat, dann muss ich die können. Da reicht kein kontextbezogen, egal ob mir Geschichte liegt oder nicht.

:


Kein Problem, die werden nach einmaligem Hören und IN Verbindung mit dem historischen Kontext sicher abgespeichert.

Wir haben neulich unseren Router ausgewechselt.
Als wir den 20stelligen Wlan-Schlüssel für unsere Tochter brauchten, die zwischenzeitlich fort war, fanden wir das kleine Telekomzettelchen nicht mehr.
Sohnemann sei Dank, war das kein Problem, der konnte den Code sofort und fehlerfrei aus dem Kopf eingeben.

Als wir verdutzt fragten, warum er sich sowas merken würde, meinte er ganz pragmatisch:

„Weil ich das in dieser ChaosFamilie einfach muss und wusste, dass ihr darauf angewiesen seid!“ :mrgreen:
Dafür reicht es ihm, sich kurz auf die Zahlenreihe zu konzentrieren und schon ist diese sicher abgespeichert.

Was er sich einprägen will oder muss, gelingt absolut mühelos ohne jeden Aufwand, den AG-Teil des HAWIKs hat er aber auch immer komplett gedeckelt, also absolut nicht ungewöhnlich, dass er sowas kann.
Und auch absolut kein Grund vor Bewunderung zu erstarren, vollkommen klar, machte und macht hier sowieso niemand.
Nur, dass bestimmte Fähigkeiten durch Teile des Umfeldes IMMERwieder angezweifelt werden macht mürbe , frustriert und nervt etwas.
Meine Schwägerin, die zufällig dabei war, meinte sinngemäß, dass sie es schon echt schräg finden würde, dass ihr nerdiger Neffe nix besseres zu tun hätte, als sich stundenlang einen Zahlencode einzuprägen. :twisted:
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Re: Gymnasium

Beitragvon charlotte12 » Sa 10. Aug 2019, 16:17

@ alibaba: Mit „Paukerei“ meinte ich das, was du im schulischen Kontext mit „üben“ bezeichnest - Zeit- und Energieaufwand, um Stoff zu beherrschen. Ich mag jetzt aber nicht über Nuancen in der Bedeutung von einem Wort diskutieren. Das Wichtige wurde hier schon mehrfach viel besser herausgearbeitet als ich es gekonnt hätte. Sehr interessante Diskussion, hat mir geholfen zu verstehen, warum Pädagogen immer wieder dieselben Scheuklappen aufhaben.
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Re: Gymnasium

Beitragvon Rabaukenmama » Sa 10. Aug 2019, 19:39

Maca hat geschrieben:
alibaba hat geschrieben:Wenn der Lehrer einen Jahreszahlenfaible hat, dann muss ich die können. Da reicht kein kontextbezogen, egal ob mir Geschichte liegt oder nicht.

:


Kein Problem, die werden nach einmaligem Hören und IN Verbindung mit dem historischen Kontext sicher abgespeichert.

Wir haben neulich unseren Router ausgewechselt.
Als wir den 20stelligen Wlan-Schlüssel für unsere Tochter brauchten, die zwischenzeitlich fort war, fanden wir das kleine Telekomzettelchen nicht mehr.
Sohnemann sei Dank, war das kein Problem, der konnte den Code sofort und fehlerfrei aus dem Kopf eingeben.

Als wir verdutzt fragten, warum er sich sowas merken würde, meinte er ganz pragmatisch:

„Weil ich das in dieser ChaosFamilie einfach muss und wusste, dass ihr darauf angewiesen seid!“ :mrgreen:
Dafür reicht es ihm, sich kurz auf die Zahlenreihe zu konzentrieren und schon ist diese sicher abgespeichert.

Was er sich einprägen will oder muss, gelingt absolut mühelos ohne jeden Aufwand, den AG-Teil des HAWIKs hat er aber auch immer komplett gedeckelt, also absolut nicht ungewöhnlich, dass er sowas kann.
Und auch absolut kein Grund vor Bewunderung zu erstarren, vollkommen klar, machte und macht hier sowieso niemand.
Nur, dass bestimmte Fähigkeiten durch Teile des Umfeldes IMMERwieder angezweifelt werden macht mürbe , frustriert und nervt etwas.
Meine Schwägerin, die zufällig dabei war, meinte sinngemäß, dass sie es schon echt schräg finden würde, dass ihr nerdiger Neffe nix besseres zu tun hätte, als sich stundenlang einen Zahlencode einzuprägen. :twisted:


Ja, Maca, so was kenne ich (leider) auch. Der Maßstab sind die eigenen Fähigkeiten bzw. diejenigen der eigenen Kinder. Ich kapiere immer noch nicht, warum es so wahnsinnig schwer ist, zu kapieren, dass mit höher Intelligenz (vielleicht noch Ausnahmebegabung auf dem jeweiligen Gebiet) vieles deutlich müheloser möglich ist als bei durchschnittlicher Intelligenz.

Beim Sport ist es deutlich einfacher. Auch da gibt es Naturtalente, die allein auf Grund ihrer genetischen Ausstattung klar im Vorteil sind. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Michael Phelps nur durch hartes, intensives Training seine Erfolge erzielen konnte. ABER auch die genetische Ausstattung MUSS für solche Ausnahmeleistungen "passen". Nur mit Ehrgeiz ODER nur mit guten Anlagen kommt man nicht an die Weltspitze. Aber was wäre gewesen, wenn Michael Phelps schwimmen nicht speziell und intensiv trainiert hätte sondern nur (wie Otto Normalverbrauchen) im Sommer hie und da mal im Freibad um die Ecke ein paar Längen geschwommen wäre? Meine Antwort: er wäre den Typen mit durchschnittlicher sportlicher "Begabung", aber großem Ehrgeiz, die dort verbissen täglich für den nächsten Ironmann trainieren TROTZDEM überlegen gewesen, wenn nicht auf Anhieb, dann innerhalb von sehr kurzer Zeit.

Auch in Sachen Musik ist NUR Talent ohne viel Übung zu wenig, um an die Weltspitze zu kommen. ABER um mal nebenbei den einen oder anderen Schüler-Musikwettbewerb zu gewinnen, kann 2x30min pro Woche üben bei einem talentierten Kind durchaus ausreichen. Dann hat es eben die Wahl, ob es mit seinem Talent wirklich an die Spitze will (und nicht nur "regional"), und bereit ist, dafür auch Zeit und Energie aufzuwenden, oder ob es sich damit begnügt, als talentiert zu gelten und zur eigenen Freude zu musizieren.

Dasselbe ist bei Hochbegabung und Ausnahmebegabungen. Ich habe ja eine Ausnahmebegabung in Sachen auswendig-lernen. Ich muss nicht mal üben, es reicht, wenn ich einen beliebigen Text mehrmals höre, dann kann ich ihn auswendig. Das ist nicht immer ein Segen sondern auch manchmal ein Flucht, vor allem wenn einem gewisse, saublöde Werbesendungen nicht mehr aus dem Kopf gehen. Bei der Laien-Theatergruppe, wo ich als Jugendliche war, konnte ich OHNE ÜBEN (also OHNE mich zu Hause mit dem Text hinzusetzen und ihn durchzulesen) allein vom proben binnen 4 Wochen (bei 2x proben pro Woche) alle Rollen auswendig. Da wir bis zur Aufführung normalerweise 12 Wochen geprobt haben, waren die letzten 8 Wochen nur noch zur Festigung - und um den anderen zu soufflieren.

Mein jüngerer Sohn hat eine Mathe-Begabung und mit 5 Jahren wurde ihm bei der Entwicklungsdiagnostik ein räumliches Vorstellungsvermögen von einem 10jährigen bescheinigt. Für ihn wäre ein 20stelliger W-LAN-Routercode auch kein Problem.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
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