Die Suche nach innerem Sinn

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Linasina » Do 28. Feb 2019, 18:13

Naja du weißt schon wie du es gemeint hast.... ich habe es scheinbar falsch verstanden
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Linasina » Do 28. Feb 2019, 18:16

Ok
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Maca » Do 28. Feb 2019, 18:35

Linasina hat geschrieben:Ich reagiere wahrscheinlich so sensibel auf dieses Thema weil ich selbst damit große Probleme habe. Ich war Jahrelang ein Mobbingopfer und in der Ehe ging das Mobbing fleißig weiter. ( Mein Mann hatte eine Shizophrene Psychose.)
Mein Kind kommt mit älteren und wesentlich jüngeren Kindern gut zurecht in einer helfenden freundlichen Art. Sie quatscht sehr viel und versucht so Probleme zu klären. Ihre Stärken liegen eindeutig auch in Mathe aber sie hat auch andere Bereiche die sie sehr interessieren. Aber als Mutter würde ich nie sagen mit einem „normalen „ 7 Klässler würde mein Kind NIE klar kommen. Sorry aber das ist abgehoben und Verletzen..


Ich kann nachvollziehen, dass manches keicht arrogant rüberkommt.
Es ist aber bestimmt nicht so gemeint.
Zuletzt geändert von Maca am Do 28. Feb 2019, 21:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon mamma42 » Do 28. Feb 2019, 19:16

Hallo Koschka,

wahrscheinlich ist es für Euch im Moment eben gerade der Weg der vielen kleinen mühsamen Schritte- und ehrlich gesagt ich bin um jeden froh, der sich diese kleinen Schritte erkämpft. Je mehr das machen und vor allem innerhalb einer Schule, dann kann das doch Änderungen bewirken- für die anderen Kinder, die nachkommen.
Auch an unserer Grundschule ist jetzt die Bereitschaft, ein Kind springen zu lassen, bzw. in der nächsthöheren Klasse schnuppern zu lassen , grösser geworden, nach dem Präzedenzfall. Zwar kommt die Initiative noch nicht von den Lehrern aus, aber der Elternwunsch wird mehr berücksichtigt. Bei der Binnendifferenzierung muss noch viel mehr geschehen, da ist einfach mehr Umdenken bei den Lehrern notwendig. Bei dn Lehrern, die es von sich aus machen -warmhalten. Bei den Lehrern, die HB grundsätzlich nicht oder falsch verstehen - vergebene Liebesmüh, bei allen anderen: zäh, aufwendig, aber dranbleiben, sie sind ja immerhin gewillt.
Vieleicht ist die Sitation in 2 Jahren bei Euch anders und ein Klassensprung oder ein Frühstudium kommt eher in Frage, bei Bliss war ja der Druck bei Ihrem Sohn früher ja auch nicht so gross.
Natürlich kämpfen wir hier mit strukturellen Dingen-wir können nicht viel erwarten. Die Initiative der Kultusminister für die Förderung von leistungstarken Schülern wird hoffentlich in ein paar Jahren mehr Früchte haben- aber es dauert einfach und unsere Kinder werden davon wohl nicht viel haben. Abgesehen davon, dass es den meisten mit hb-Kindern ja gar nicht darum geht, dass die Kinder die maximale Leistung bringen, sondern ihr Potential so ausnutzen können, dass sie sich gut entwickeln und "glücklich" sind/werden.
Aber immerhin hat diese Initiative dazu geführt, dass in Bayern jedes Gymnasium einen Ansprechpartner für Hochbegabung haben MUSS. Es steht zwar auf einem anderen Blatt, ob derjenige Ahnung hat, was man im allgemeinen oder im speziellen für ein Kind bestenfalls machen kann, aber wichtig ist, dass Eltern jetzt jemanden zum Ansprechen haben oder nach dieser Person fragen können. Viele trauen sich ja gar nicht, das Thema anzusprechen!(insbesondere wenn das Kind die Leistung nicht bringt).
Man kann nicht erwarten, dass sich das System und insbesondere die Köpfe der Lehrer von heut auf morgen ändern.
Ach ja, bei uns am Gymnasium gibt es verschiedene Angebote und auch engagierte Lehrer- die aber selber sagen, dass gerade die, bei denen sie vermuten, sie seien begabt, diese Angebote oft nicht annehmen. Da gibt es die Perfektionisten, die sich nichts zutrauen, oder diejenigen, die sich gar nicht für begabt halten oder die v.a. nicht ausserhalb der SChulstunden etwas extra machen wollen. Ein wichtiger Grund ist auch die Peergroup. Mein Sohn hält sich nicht (mehr) für begabt, will nichts extra machen, auch nicht während der Schulzeit, weil seine Freunde ja auch nichts machen...
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Bliss » Do 28. Feb 2019, 23:06

Koschka hat geschrieben:@Bliss

was ist ein Begabtenstudium? Wo lese ich darüber nach?

Danke!


Wo man allgemein was drüber nachlesen kann weiss ich gar nicht. Aber an unserer Schule (ist eine MINT EC Schule) gibt es ein Programm in Kooperation mit der Universität in unserer Region. Ab Klasse 10 dürfen mit Einverständnis der Eltern und auf Vorschlag der Schule einzelne Schüler von Teilen regulären Unterricht befreit werden und stattdessen Vorlesungen an der Uni hören. Bei meinem Sohn ist es so, dass er an einem Tag statt einer Doppelstunde Mathe eine Vorlesung an der Uni hat. Da es organistorisch nicht anders geht (Schulhaus und Uni liegen zu weit auseinander) fallen bei ihm zwei weitere Stunden aus er hört noch eine weitere Vorlesung. Den verpassten Stoff im regulären Unterricht muss er selbständig nachholen und auch Prüfungen mitschreiben.

Darüberhinaus darf er Nachmittags( und ohne dass irgendwelche Stunden ausfallen) eine Informatikübung besuchen, die eigentlich auch für reguläre Studenten zugangsbeschränkt ist besuchen. Da wird über ein Kooperationsprogramm ein gewisse Anzahl Plätze für solche Früh- oder Begabtenstudenten freigehalten. Neben ihm ist es noch ein weiterer Schüler aus einer Nachbarstadt.

Er bekommt bei Bestehen dann auch schon einen Schein, der ihm später bei einem regulären Studium angerechnet wird und ich glaube nach 2 Semestern dürfte er auch die reguläre Prüfung mitschreiben. Was er aber wegen des geplanten Auslandsaufenthalts wohl nicht machen kann.

An unserer Schule ist das noch nicht so weit verbreitet, er ist erst der dritte Schüler, der das macht. Wir Eltern mussten eigentlich gar nichts machen, dass lief alles über ihn selbst, die Schule und die Uni. Wir mussten nur zustimmen, dass er das darf.
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Bliss » Fr 1. Mär 2019, 00:21

Maca hat geschrieben:
Das ist ja toll, bliss!
Vielleicht magst du nur mal ganz kurz berichten, wie das so abläuft.
Wäre sehr neugierig


Zum Studium habe ich ja schon was gesagt. Wie es zum Sprung kam:

Ich teile die Ansicht, dass unser Schulsystem so ausgelegt ist, dass spürbare Unterschiede nur durch Akzeleration oder Rückstufung/Wiederholen ausgeglichen werden können. Vereinzelt gibt es Leherer, die wirklich Binnendifferenzieren können (Glückssache, auch innerhalb der gleichen Schule), meist meinen Lehrer mit Differenzierung aber so Dinge wie: mehr Arbeitsblätter, Knobelaufgaben oder was lesen und schon mal Hausaufgaben anfangen dürfen. Oft dann noch nachdem die regulären Aufgaben gelöst wurden, nicht stattdessen. Aber auch diese Lehrer stoßen aufgrund der Umstände an Grenzen, wenn der Unterschied zu groß wird.

Bei meinem Sohn war Früheinschulung/Springen immer wieder ins Gespräch gebracht worden, anfangs auch von mir, da ich selber früheingeschult bin und eigentlich überwiegend gute Erfahrungen damit habe. Meist aber von Erziehern/Lehrern. Sein Klassenlehrer in der zweiten Klasse hatte eine Fortbildung zum Thema HB gemacht und war da sehr engagiert und auf seine Veranlassung hin wurde auch der erste Test durchgeführt.

Für meine Sohn war das Thema aber eigentlich nie zur Debatte gestanden und er konnte das auch gut begründen: der Unterricht eine Klasse höher wäre auch nicht herausfordernder, aber er sah einige Nachteile, wie dass er in Sport nicht mehr zu den besten gehören würde. Was ihm persönlich immer sehr wichtig war. Außerdem hatte er schon immer Freunde in seiner Altersgruppe mit denen er gern zusammenbleiben wollte, weil sie Interessen wie Fußballspielen teilen. Nur mein Argument: du sparst dir ein Jahr Schulzeit fand er bedenkenswert, allerdings hat er gleich gesagt: dann spring ich später, da hab ich mir nicht nur 25 Stunden pro Woche gespart, sondern über 30.

Das letzte Mal wirklich darüber gesprochen haben wir als die Wahl der weiterführenden Schule anstand und er sich gegen den HB Zweig entschied, obwohl er einen Platz bekommen hatte. Aber er wollte nicht und machte ja auch keinen unglücklichen Eindruck. Er ist da einfach sehr pragmatisch an das ganze rangegangen, hat das nötigste ohne Aufheben erledigt. Auch an Binnendifferenzierung war ihm nicht wirklich gelegen, die mußte ihm schon vom Lehrer aufgedrängt werden. Ihm war wohl vor allem die Aufmerksamkeit unangenehm, da eben in der Regelschule nicht jeder individuell verschiedene Aufgaben bekommen hat und als einziger wollte er nicht.

Ich hab mich dann eigentlich damit aufgefunden, dass er regulär seine Schullaufbahn beenden wird, auch wenn es mir echt leid um die ungenutzte Zeit tut. Denn wenn er den halben Tag in Schule war hatte er am Nachmittag auch in erster Linie mit Sport und Freunde treffen verbracht und längst nicht so viel auf eigene Faust gelernt wie noch Kindergartenzeiten.

Und dann kam er vor etwa einem Jahr an, dass er am Schuljahresende springen will.Die Gründe sind vor allem:

-er körperlich einen ziemlichen Sprung gemacht hat und fällt optisch kaum auf unter den Älteren
- der Klassenverband ist durch unterschiedliche Zweigwahl und sonstige Wahlsachen immer mehr aufgelöst und es haben sich sowieso immer mehr klassen- und jahrgangsübergreifende Freundschaften entwickelt, so dass er viel weniger eine Rolle spielt mit wem man in einer Klasse ist.
- er sieht jetzt mehr Möglichkeiten, wie es nach Schuleende weitergehen könnte
- er traut sich so Sachen wie einen Auslandsaufenthalt ohne Familie zu (er wollte erst nach Frankreich gehen, wo es schon Austauscherfahrung über die Schule gibt.) Jetzt wird es ein baltisches Land, was nicht so einfach war, da diese ganzen Austauschsachen meist erst ab 15 sind und er ja erst 15 wird, und dann durch den Sprung und G8 ja schon mit den fürs Abiturrelevanten Sachen anfängt. Eine Jahr später wäre also keine Option. Irgendwie hat er es jetzt aber geschafft und im April geht es los.

Den Sprung hat er gut gemeistert, die Noten sind etwa gleich geblieben. Also viele 2er und in seine Lieblingsfächern hat er nach wie vor überwiegend einser. Freunde hatte er durch diverse Wahlangebote schon 2 und die Schule war auch sehr hilfreich. Er durfte sich die Klasse aussuchen und hat schon vor den Sommerferien die Bücher der übersprungenen Klasse ausleihen dürfen und mit Lehren den Stoff, den er aufholen muss besprochen.
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Edainwen » Fr 1. Mär 2019, 08:08

Linasina hat geschrieben:[...] Aber als Mutter würde ich nie sagen mit einem „normalen „ 9. Klässler würde mein Kind NIE klar kommen. Sorry aber das ist abgehoben und Verletzend.

@ Koschka
Ich meinte nicht deinen Sohn sondern DEINE Einstellung....


Ich hatte es eher anders rum verstanden: die anderen 9. Klässler würden mit dem kleinen 12jährigen nicht zurecht kommen, der einen Kopf kleiner ist als sie, im Sport entsprechend eine Niete, dafür schreibt er in Mathe ohne weitere Erklärungen nur 1en und interessiert sich weder für Mädels noch für coole Musik oder was sonst noch so eben in sein mag bei 14jährigen ... sie würden ihn bestenfalls als kleines Exötchen behandeln, hätten aber weiter keine Gemeinsamkeiten. Und genau das will Koschka vermeiden, indem sie ihn zumindest in seiner Altersgruppe belässt ;)
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon alibaba » Mo 11. Mär 2019, 09:29

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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon alibaba » Mo 11. Mär 2019, 10:00

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Zuletzt geändert von alibaba am Fr 26. Apr 2019, 09:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Suche nach innerem Sinn

Beitragvon Maca » Mo 11. Mär 2019, 19:06

Koschka hat geschrieben: Daher glaube ich dass in seinem Fall zu viel Druck in Richtung Frühstudium zu einer falschen Wahl leicht führen könnte.


Hallo koschka,

Das wäre doch nicht schlimm.
Dein Sohn hätte ja nichts zu verlieren und einfach mehr Zeit, um sich zu orientieren und vielleicht auch herauszufinden, was er NICHT möchte.
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