Schulprobleme durch Unterforderung?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Koschka » Do 16. Mai 2019, 16:27

@Maca

Ich kenne eine ähnliche Geschichte... Ich habe mir neulich einen Einschulungsgutachten von so einem Fall durchgelesen. Ich wundere mich immer noch, wie die Schule ihn mit so einem Gutachten genommen hat.
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon keksi » Do 16. Mai 2019, 17:39

Ich danke euch allen sehr für eure informativen Beiträge. Das hilft mir wirklich schon weiter. Meine Tochter hat gestern einen derart heftigen Wutanfall durch den Frust bei den Hausaufgaben bekommen, dass eine Glasscheibe in der Tür zu Bruch ging, weil sie dagegen getreten hat. Ich war geschockt, sie war ebenfalls geschockt. Ihre Wut war schon immer groß bei Frustration, aber das war nun der Höhepunkt und setzt ein deutliches Zeichen. Ich habe lange mit meinem Mann geredet und wir sind nun zu dem Schluß gekommen, dass wir dringend mit der Schule sprechen werden. Meine Bedenken sind, dass wir nicht ernst genommen werden könnten, da wir kein aktuelles Ergebnis in der Hand halten und die Lehrerin eben nur auf unsere Aussagen vertrauen muß. Ich kann mir vorstellen, dass man schnell klischeehaft als Eislaufmutter oder ähnliches abgestempelt wird. Das muß natürlich nicht so sein. Bisher hatten wir auch ein gutes Verhältnis zu den Lehrern.
Morgen ist das Gespräch mit dem Kinderarzt. Ich hoffe dort auf Verständnis. Wahrscheinlich werden wir wieder ans SPZ überwiesen. Leider mahlen die Mühlen ja immer langsam und die Wartezeiten auf Termine dort sind unglaublich lang.
Das Ergebnis der Testung damals mit 4 Jahren ist schon relativ homogen. Im Brief steht, dass sie interessiert wirkte und im Verlauf der länger andauernden Testung nicht das Interesse verlor. Allerdings hatte sie ja damals auch diese Trennungsängste und beim ersten Termin damals hat sie erst geweint, als sie sich von mir lösen sollte. Erst nach einigen Minuten durfte ich den Raum verlassen. Beim zweiten Termin hab ich den Raum sofort verlassen können. Ob sie das bei der Testung unsicher gemacht hat, kann ich natürlich nicht beurteilen, wäre aber theoretisch möglich.
Bei uns ist es so geregelt, dass Montessorischüler problemlos aufs Gymnasium wechseln können ohne einen Probeunterricht. Die Schule ist eine reine Grundschule und geht bis zur 4. Klasse und ab der 3. Klasse wird auch benotet, was ja nicht in allen Montessorischulen der Fall ist. Auch lernen sie dort den gleichen Stoff wie an Regelschulen.
Wir haben heute nochmal mit ihr gesprochen und ihr gesagt, dass wir uns kümmern und versuchen so schnell wie möglich eine Änderung herbeizuführen.
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 16. Mai 2019, 21:56

@keksi: Damit, dass du eventuell als Eislauf-Mutter da stehst, musst du Leben. Es geht hier wirklich um das Wohl deiner Tochter und der gestrige Ausbruch zeigt klar, dass der im Moment oberste Priorität hat.

Bei dem, was andere VIELLEICHT von einem denken, geht es im Gegensatz dazu "nur" ums eigene Ego. Diesen Ängsten kann man nachgeben, wenn das Kind nur ein paar Problemchen hat, aber grundsätzlich zurecht kommt. Bei deiner Tochter ist das klar nicht der Fall. Unabhängig davon, ob Unterforderung dafür die Ursache ist, oder was anderes, ist ein klärendes Gespräch mit der Lehrerin überfällig. Wenn es NICHT stattfindet, kann es nicht besser werden.

Alles Gute fürs Gespräch :) !
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Mares2425 » Do 16. Mai 2019, 22:14

Hallo keksi!
Ich würde nicht an ein SPZ gehen, sondern einen auf Hochbegabung bei Kindern spezialisierten Psychotherapeuten!
LG
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Mares2425 » Do 16. Mai 2019, 22:16

Außer natürlich Ihr habt dort sehr gute Erfahrungen gemacht und auch gut Tips, ausführliche Beratung.....
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon keksi » Do 16. Mai 2019, 22:32

@Rabaukenmama: Versteh mich bitte nicht falsch. Mir geht es ganz und garnicht um mein Ego und darum was andere von mir denken. Es geht mir nur um die Konsequenzen die aufgrund des Gedankens ich sei eine Eislaufmutter entstehen könnten. Die wären, dass man unser Problem nicht ernst nehmen könnte und somit evtl. ausbleibende Hilfe. Natürlich finde ich das nur heraus indem ich das Gespräch suche und das habe ich definitiv vor.
@Mares2425: Gibt es evtl. eine Liste mit solchen spezialisierten Psychotherapeuten?
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Mares2425 » Fr 17. Mai 2019, 07:48

Keksi, ich habe Dir eine PN geschickt!
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon charlotte12 » Fr 17. Mai 2019, 08:56

Mir geht es ganz und garnicht um mein Ego und darum was andere von mir denken. Es geht mir nur um die Konsequenzen die aufgrund des Gedankens ich sei eine Eislaufmutter entstehen könnten. Die wären, dass man unser Problem nicht ernst nehmen könnte und somit evtl. ausbleibende Hilfe.

Genau diese Erfahrung haben wir gemacht. Die Konsequenz war bei uns nicht nur ausbleibende Hilfe, sondern urplötzlich sackte unsere Tochter massiv notenmäßig ab... Es gibt einfach Lehrer, die Hochbegabung nicht in ihrem Weltbild haben, bei dem jedes Gespräch entweder nichts oder Negatives bewirkt. Ich würde natürlich trotzdem das Gespräch suchen, würde die Probleme wertungsfrei schildern. So dass es die Lehrerin ist, die den Schluss zieht, dass das Kind unterfordert ist, und nicht du als Mutter. Und wenn sie diesen Schluss nicht zieht, dann befürchte ich, dass weiteres Reden keinen Zweck hat.
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Rabaukenmama » Fr 17. Mai 2019, 12:18

keksi hat geschrieben:@Rabaukenmama: Versteh mich bitte nicht falsch. Mir geht es ganz und garnicht um mein Ego und darum was andere von mir denken. Es geht mir nur um die Konsequenzen die aufgrund des Gedankens ich sei eine Eislaufmutter entstehen könnten. Die wären, dass man unser Problem nicht ernst nehmen könnte und somit evtl. ausbleibende Hilfe. Natürlich finde ich das nur heraus indem ich das Gespräch suche und das habe ich definitiv vor.


Sorry, das dürfte falsch rübergekommen sein :fahne: ! Ich formuliere es mal anders: wenn du jetzt, nach all dem, was da immer wieder bei euch vorfällt, immer noch kein Gespräch suchst, aus Angst, dein Problem KÖNNTE nicht ernst genommen werden, dann KANN sich nichts verändern. Wie sollen sie ein Problem ernst nehmen, wenn sie es gar nicht kennen?

Ich habe selbst übrigens sehr wohl mit Schrecken erkennen müssen, dass es mir manchmal mehr um mein Ego gegangen ist als um das Problem meines Sohnes. Das war so, als er mit 5 Jahren im Kindergarten immer wieder eingenässt und eingekotet hat. NATÜRLICH hat mir auch Sorgen gemacht, dass mein Sohn offensichtlich Probleme hat, sonst wäre er ja "sauber". Doch ich wollte das unbedingt abstellen, weil ich mir gedacht habe, die anderen Eltern und Betreuer im Kindergarten KÖNNTEN ja denken wir wären eine assoziale Familie, weil psychosomatisches Einnässen (organisch war ja alles abgeklärt) doch nur bei Kindern vorkommt, wo zu Hause was "nicht stimmt". Da hat mir das Erkennen, dass es eigentlich nur um mein Ego geht (war mir selbst anfangs überhaupt nicht bewusst) sehr geholfen, die Sache lockerer zu sehen ;) .
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon keksi » Sa 18. Mai 2019, 11:33

@Rabaukenmama: Ja, da hast du völlig recht. Und es ist ja nur menschlich, wenn man sich Gedanken darüber macht, was andere von einem denken könnten. Davon kann sich wohl niemand komplett freisprechen. Wir haben mittlerweile schon einiges durch mit unserer Tochter und sind schon oft angeeckt, vor allem im Kindergarten. Damit hatte ich auch anfangs große Schwierigkeiten. Man wächst irgendwie hinein.
Gestern war unser Termin beim Kinderarzt. Es war wirklich angenehm und wir fühlten uns ernst genommen. Auch hat er unser Problem sofort sehr gut erkannt. Er hat uns Rückendeckung zugesichert bei der Suche nach einem Termin bei einem geeigneten Psychologen. D.h., wenn wir nicht einen zeitnahen Termin bekommen will er sich dahinter klemmen und mit einem Brief die Dringlickeit ausdrücken und auch selbst telefonisch Kontakt zu einem Therapeuten aufnehmen. Ich werde also Montag das Telefon heiß laufen lassen und sehen, wie schnell ich was erreichen kann. Wenn es längere Wartezeit als 3 Monate sind, klemmt er sich dahinter. Das find ich bis hierhin schonmal sehr gut.
Das Gespräch mit der Lehrerin fragen wir heute per e-mail an. Sie hat sicherlich in der kommenden Woche mal Zeit für uns.
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