Schulprobleme durch Unterforderung?

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon alibaba » Mi 22. Mai 2019, 13:19

@keksi

Wohl war, eine schwierige Aufgabe. Es ist immer ein ausloten und sehr individuell. Was bei A funktioniert muss es nicht auch bei B tun. Das geht, in der Tat, durch probieren, aber ohne sich zum Affen zu machen.

Mir hilft immer, was ja bei klugen Köpfen sehr gut geht, da sie selber gut reflektieren können, mit dem Kind zu reden. Was ist es bereit zu tun. Und zusammen findet man dann einen Kompromiss. Das ist im Großen nicht anders wie im Kleinen.

Euch gutes Gelingen.
alibaba
 

Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Mares2425 » Mi 22. Mai 2019, 13:59

Also nur zur Info: es ist nicht immer zwingend so, daß die Tester nur die Tests verwenden, die sie normalerweise benutzen! Der Psychotherapeut unserer Tochter hat, nachdem er alle Angaben zu vorhergegangenen Testungen hatte, entschieden, daß ein weiterer anderer als "sein"üblicher mehr Sinn macht, und hat sie mit diesem getestet! Scheint wohl nicht üblich zu sein und hätte ich gar nicht erwartet, aber das gibt es durchaus!
Mares2425
 
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon alibaba » Mi 22. Mai 2019, 15:20

Ich bin immer vorsichtig und sehr kritisch geworden.

Tests müssen regelmäßig geupdatet werden. Meine Frage wäre daher, gibt einer für ein teures Update Geld aus, für einen Test, den er nicht oft verwendet?

Weiter darf hier jeder testen was er will. Richtige IQ-Tests darf aber nur ein Diplom-Psychologe verwenden. Man muss daher aufpassen, was einem, wenn die Schule testet, vorgelegt wird. Auch Beratungslehrer dürfen nämlich testen. Nur sind das alles eben viele schöne Tests, deren Seriosität ich nicht nachweisen kann und letzten Endes, im Schulbüro verwendet, keine richtigen IQ-Tests sind.

Es empfiehlt sich daher zu einem Tester zu gehen, der sich entweder spezialisiert hat oder groß genug ist, um auch IQ-Test zu haben, die geupdatet sind. Und ganz schwierig wird es, wenn man Kinder hat, deren Frustschwelle niedrig ist oder eine eingeschränkte Konzentration haben. Dann benötige ich einen Test aus dem die Psychologin lesen kann, warum etwas ist, wie es ist.

Interessant ist auch zu wissen, dass eigentlich immer zwei Tests gemacht werden sollten. Das liegt daran, dass Tests nie alle das Selbe messen. Der CFT ist ein gutes Beispiel dafür. Den gibt es in verschiedenen Ausführungen. Untertests kann man machen, muss man nicht. Und er ist sehr einseitig, vor allem logiklastig. Gedacht mal für das messen der Grundintelligenz.

Warum wird denn oft nur mit einem Test getestete? Ein Test kostet Geld für den, der ihn anwendet. Wer kann sich schon mehrere Tests leisten, die sauber den IQ messen können?

Und dann finde ich wichtig, dass man testbezogen in eine entsprechende Praxis geht. Bei einem Verdacht auf ADHS gehe ich zu einem Experten für ADHS, bei HB zu einem solchen und bei LRS zum Schulpsychologen. Jeder ist da für sich ganz gut aufgestellt.
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Maca » Mi 22. Mai 2019, 17:30

@keksi

Ich würde dir dringend raten, die Praxis der Kinderpsychiaterin aufzusuchen.
Aufgrund eurer langen Vorgeschichte, dieser extremen Wut und der fehlenden Frustrationstoleranz, ist dort die passendste Fachfrau.
Die Schulpsychologen/ Sozialpädagogen verwenden selten mehrdimensionale Testverfahren.
Der CFT( sprachfrei, figural) wird gerne verwendet und gibt eine eindeutige Tendenz an.
Fällt er hoch aus, ist das Kind mit Sicherheit hochbegabt ( habe jedenfalls noch nie das Gegenteil erlebt), umgekehrt ist das aber nicht der Fall!
Wahrnehmungsgestörte/ aufmerksamkeitsgestörte Kinder (auch wenn nur leicht betroffen) erreichen dort häufig nicht die Werte, die ihrem intellektuellen Vermögen entsprechen.

Daher würde ich ein Kind, was in seinen Leistungen und vor allem in seiner Motivation schwankt, NIEMALS mit einem rein figuralen Kurztest in einem Setting (Schule) testen lassen, welches es bisher auch schon nicht geschafft hat, das Kind hinreichend zu motivieren.

Wenn ihr eure gesamte Problematik darlegt, wird in der Kinder-und Jugendpsychiatrie (hoffentlich) darauf ganz anders und professioneller eingegangen als von einer Sozialpädagogin in der Grundschule.
Ich will letztere und ihre Kompetenz plus Engagement nicht schmälern, sie kann aber nicht das gleiche leisten, wie die ärztlichen Profis.

LG
Maca
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon alibaba » Mi 22. Mai 2019, 17:54

Es bedarf eben nicht nur einer Zahl oder eines Ergebnisses. Für mich war und ist das nicht wichtig und es brauchte auch bisher nie einer. Viel wichtiger finde ich das „auslesen“ der Ergebnisse. Dabei muss man auch um die Besonderheit von Tests wissen, damit man die Zahl einordnen kann.

Der WISC misst zum Beispiel beim rechnerischen Denken, was als Mathewert interpretiert wird, nach Alter und nicht nach Klassenstufe. Ist ein Kind recht alt für seine Klassenstufe misst der Test da zu niedrig, ist es zu jung, misst es zu hoch. Und, da dieser Test, recht sprachlastig ist, sind hier auch die primären Indizes im Sprachverständnis sehr hoch mit M=131. Der Schwerpunkt liegt hier eindeutig in der Sprache.

Es sollte also eine Erklärung der gemessenen Werte erfolgen, immer unter Berücksichtigung der Schwerpunkte.

Erst recht, wenn man ein Kind testen lässt, welches massive Probleme in der Wutsteuerung hat. Da kommt man um einen fachkundigen Experten überhaupt nicht drum herum.
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Rabaukenmama » Do 23. Mai 2019, 08:55

Koschka hat geschrieben:Ich sehe hier IQ-Thema als nebensächlich. Das Hauptproblem des Kindes scheint die Kontrolle über eigene Emotionen zu sein. Mit diesem Thema ist wie oben schon erwähnt, der KJP eher der passenderer Ansprechpartner. Aber wenn man dorthin geht, sollte man bereit sein mehr zu verkraften, als nur die Diagnose Hochbegabug oder Nichthochbegabung. Es können unangenehmere Themen rauskommen, und da soll jeder für sich entscheiden, ob man es möchte, dass sie für einen schwarz auf weiß stehen. Die Frage, ob man bereit ist, das eigene Kind in Psychotherapie zu geben, beantwortet auch jeder für sich.


Mein Sohn hat gesicherte Diagnosen sowohl für ADHS als auch für Asperger Autismus. Medikationsversuche (mit verschienden vom KJP verordneten Präperaten) sich allesamt fehlgeschlagen. Jetzt bekommt er Psychotherapie, wobei die Therapeutin das Hauptaugenmerk auf die Frustrationsschwlle legt. Das klappt recht gut.

Hochbegabung ist bei ihm wahrscheinlich (ich bin selbst auch getestet HB), aber nicht diagnostiziert, weil ich bisher noch keinen Wert auf einen Test gelegt habe. Ich sehe auch so haushohe Unterschiede zu gleichaltrigen Kindern, sowohl den Vorsprung was die kognitiven Fähigkeiten anbelangt als auch den Rückstand in allen sozial-emotionalen Bereichen. Meinem Sohn macht nicht seiner (wahrscheinliche) Hochbegabung Schwierigkeiten, sondern die Tatsache, dass er auf Grund seiner Wahrnehmungsbesonderheiten nicht gut mit langweiligen Abarbeit-Aufgaben umgehen kann und dann schnell zornig wird, kreischt und stört. Sein zweites Problem ist, dass er autimusbedingt ganz alltägliche, soziale Situationen oft mißversteht und sich dadurch schnell angegriffen fühlt, wenn eigentlich gar nichts war. Daraus ergibt sich das dritte Problem, nämlich dass er von den Kindern, die Schwächen bei anderen ausnutzen, dann tatsächlich gehänselt und provoziert wird. Daher ist mMn die Arbeit bei der Kinderpsychologin an der Frustrationsschwelle in seinem Fall jetzt wichtiger, als seinen IQ als Zahlenwert zu ermitteln.
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Maca » Do 23. Mai 2019, 10:54

Koschka hat geschrieben:Ich verstehe nicht, warum in diesem Thread so viel Wert auf einen IQ-Test gelegt wird. Ich habe auch gehofft, dass eine Zahl, schwarz auf weiß den Lehrern hilft. Bis jetzt ist meine Erfahrung genau gegenteilig. Die Lehrer, die schon vorher was gemacht haben, machen es weiterhin. Die Lehrer, die vorher arogant und ignorant waren, vertreten ihr Konzept fröhlich weiter. Das einzige, was wir mit Test erreichen konnten, war die Drehtür im Mathe für den Sohn. Selbst das nur deswegen funktioniert, weil die aus dem Test rausgekommene Zahl viel höher als die HB-Grenze war.

Ich sehe hier IQ-Thema als nebensächlich. Das Hauptproblem des Kindes scheint die Kontrolle über eigene Emotionen zu sein. Mit diesem Thema ist wie oben schon erwähnt, der KJP eher der passenderer Ansprechpartner. Aber wenn man dorthin geht, sollte man bereit sein mehr zu verkraften, als nur die Diagnose Hochbegabug oder Nichthochbegabung. Es können unangenehmere Themen rauskommen, und da soll jeder für sich entscheiden, ob man es möchte, dass sie für einen schwarz auf weiß stehen. Die Frage, ob man bereit ist, das eigene Kind in Psychotherapie zu geben, beantwortet auch jeder für sich.

Aus meiner Erfahrung mit Lehrer, ist die Lehrerin, die Hilfe angeboten hat, die einzige, die in dieser Situation schulisch für das Kind was machen würde. Die zweite wird nach dem Beheben der Divisionmängeln weitere Themen finden, warum das Kind nicht weiter kann.


Das wird in jedem Bundesland unterschiedlich sein, in HH braucht man jedenfalls für außerschulische Förderung und Förderprogramme die in Kooperation mit der Schulbehörde laufen, fast immer ein Testergebnis.

Ich weiß nicht, ob es in NRW solche Ansprechpartner:
https://li.hamburg.de/bbb/
auch gibt.

Begabungsangebote daraus, richten sich hier auch schon ausdrücklich an Kinder/Jugendliche die “nur“ besonders begabt sind (also IQ ab 115 ist Voraussetzung).

Für meine Tochter war die Teilnahme an einigen dieser Förderprojekte unglaublich wichtig und hat ihr wahnsinnig viel gebracht. Vor allem für ihre Motivation und Selbstwahrnehmung.
Kinder wie mein Sohn allerdings, die deutlich mehr Standardabweichungen vom Durchschnitt entfernt sind, haben sich auch dort maßlos gelangweilt.
Insofern finde ich den TestWert an sich, als Orientierung oder eben als notwendige Voraussetzung für Förderprogramme, nicht ganz so unerheblich.
Maca
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon Maca » Do 23. Mai 2019, 11:02

diese Beratungsstelle kommt bei Bedarf auch an die Schulen und berät die Lehrkräfte wie ein begabtes Kind konkret und bedarfsorientiert gefördert werden kann
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Re: Schulprobleme durch Unterforderung?

Beitragvon alibaba » Do 23. Mai 2019, 17:46

Hier bedarf es für viele Fördermaßnahmen, außerschulisch oder innerhalb der Schule zweier Dinge. Entweder ist man ein Hochleister und hat super Noten oder aber man hat eine Auswertung die bei „intellektuell weit überdurchschnittlich begabt“ liegt. Hat man einen Hochleister der motiviert mitarbeitet ist das alles wunderbar einfach. Hat man nicht so ein Kind wird es kompliziert.
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