Deutschunterricht

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Deutschunterricht

Beitragvon sinus » Mi 22. Mai 2019, 09:18

Hier in Sachsen gibt es direkt übergeordnete Ansprechpartner, die beraten zum Thema Hochbegabte in der Grundschule.

https://www3.sachsen.schule/bzb/begabte ... n-sachsen/

Ich denke mal, dass auch testende Psychologen in entsprechenden Beratungsstellen passende Ideen und Tipps haben. Bei uns wurde recht detailliert erklärt, wie man diese Kinder fördert und wie man auf "typische" Probleme reagiert.

Ansonsten kann ich die Lehrerin schon auch verstehen. Es braucht sicher ein bisschen "Tüftelei" um herauszufinden, wie man dein Kind "packt". Dafür hat sie sicher schlicht nicht die Zeit.

Bei meiner Tochter hat es mit dem Lesen auch etwas gedauert, weil sie die Erstlesebücher nicht sonderlich spannend fand, sich an anderes aber wegen der Menge noch nicht rantraute.
Den Durchbruch gab es in Klasse zwei mit einem Buch was bei Antolin unter "4.Klasse" lief, wo das Thema sie so packte, dass sie das Buch in kürzester Zeit weggelesen hatte. (Thema war "Werwölfe")
Da war sie dann selbst erstaunt, dass das so flutschte.

Wie wärs mit Sachbüchern für Kinder? Da ist mitunter die Textmenge etwas übersichtlicher bzw mehr strukturiert durch Infokästen etc.
Geh doch mit ihm mal in eine Buchhandlung/Bibliothek, dass er sich selbst was raussuchen kann, was ihn "packt".
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon sinus » Mi 22. Mai 2019, 10:16

Koschka hat geschrieben:Hallo sinus,

die Schulpsychologin wollte den Kerl (nachdem er schon eingeschult war! in den Kindergarten schicken. Mit der Begründung er solle dort spielen. Also ist der Weg eher ein no-go. Die ganze WWW Reihe von Ravensburger hat er sich in dem ersten HJ vorlesen lassen. Sein Sachwissen ist so umfangreich, dass er kauma aus einem Buch, das er selber erlesen kann, was Neues lernen kann. Darauf kommt es bei ihm an: wenn ich eher nichts lerne, dann lohnt sich eher die Mühe nicht. Ich habe eher das Gefühl, dass das ganze kindliche drum herum, die unzählige Bilder in den Lehrbüchern, die platten Kinderwitze wie in Lies mal Heften ihn nur ärgert und ablenkt. Er will sich mit diesem Babykramm nicht beschäftigen. Zu Matheaufgaben in 100er Raum hat er mir gesagt: "Ich habe sie gelöst, kann ich jetzt ein Blatt für 1000er Raum haben?".


Die Ansprechpartner, die ich dir verlinkt habe, sind keine einzelnen Schulen zugeordneten Schulpsychologen, sondern Fachleute, die sich gezielt mit dem Thema Hochbegabung/Begabtenförderung auskennen!
Ich hab da wegen meiner Kleinen zum Thema Früheinschulung angerufen und man hat uns sehr gut beraten. Ich fühlte mich auf jeden Fall ernst genommen!

Wenn er www schon alle kennt, schaut halt nach anderen Büchern. Für ältere. Da gibts doch echt jede Menge!
Das KANN er nicht alles wissen... da finde auch ich immer noch Interessantes.
Ich dachte gar nicht mal so an Kinderbücher mit Witzchen & Co, sondern wirklich an gut strukturierte Sachbücher für ältere Kinder/Erwachsene.
Zuletzt geändert von sinus am Mi 22. Mai 2019, 10:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon sinus » Mi 22. Mai 2019, 10:29

Der Hit in diesem Jahr beim meiner Tochter war das Buch:

https://www.amazon.de/superschlaue-Ding ... _mk_de_DE=ÅMÅŽÕÑ&keywords=321&qid=1558513706&s=gateway&sr=8-2

Aber das ist für nen 5jährgen Leseanfänger sicher vorerst nichts zum selbst lesen...
Geh halt mit ihm in Bibliothek oder Buchhandel und lass ihn selbst was raussuchen.

Vielleicht könnt ihr auch einen Deal machen: Jeden Monat ein neues Buch seiner Wahl, wenn er das vorige ausgelesen hat.

Eine Freundin und Grundschullehrern hat in der Phase eine "Leseraupe" mit ihrem Kind geklebt. Bei jedem selbst gelesenen Kapitel kam ein Glied der Raupe dazu und bei fertiger Raupe gabs eine Belohnung. Pizza essen gehen, ein Geschenk usw.

Ansonsten kann man spannende Bücher ja anfangs vorlesen und dann einfach aufhören. Wenn das Kind "gepackt" ist, liest es dann aus Neugier sicherlich selbst weiter. Dafür müsstest du halt ein passendes Buch finden, was ihn von der Geschichte her interessiert UND seinem Leseniveau entspricht.
Aber auch da denke ich, lässt sich aus der Unmenge von Büchern auf dem deutschen Buchmarkt was finden, wenn man bissle sucht.
Zuletzt geändert von sinus am Mi 22. Mai 2019, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon charlotte12 » Mi 22. Mai 2019, 10:45

Hallo Koschka,

meine Tochter machte ihre ersten Schritte im Lesen mit "normalen" Kinderbüchern für Ältere, die sie nicht gedruckt sondern auf dem Ebook las. Dort konnte sie die Schrift riesengroß einstellen, der Text war aber nicht so albern wie bei den klassischen Erstlesebüchern. Bei ihr war lange die Schriftgröße ausschlaggebend dafür, ob sie einen Text las oder nicht. Das schmale Ebook schreckte im Gegensatz zu dickeren Büchern nicht ab und übte überhaupt eine magische Anziehungskraft auf mein Kind ab. Zum sechsten Geburtstag bekam sie dann ein eigenes, weil ich auch mal wieder in meinem Ebook lesen wollte :schwitz: Es gibt übrigens Schutzfolien für Ebooks als Schutz gegen klebende Kinderhände. Wie wäre es z.B. mit dem "magischen Baumhaus" als Ebook? Der zweite Ebook-Renner bei uns war "Sternenschweif", was aber nicht unbedingt jungs-tauglich ist. Oder - DAS Lieblingsbuch meiner Tochter, als sie im Alter von deinem Sohn war - "Michel aus Lönneberga", gibt es seit neuestem auch als Ebook, das hätte ich mir vor drei oder vier Jahren gewünscht..
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Mi 22. Mai 2019, 11:33

Koschka hat geschrieben:Hallo sinus,

die Schulpsychologin wollte den Kerl (nachdem er schon eingeschult war! in den Kindergarten schicken. Mit der Begründung er solle dort spielen.


Sie scheint ja, eine gewissen Riecher zu haben, die Schulpsychologin.

Was möchtest du denn an Antworten hören? Wie motiviere ich mein Kind? Schwierig, schwierig ……. würde ich da sagen. Wenn Du nicht dein Kind die Erfahrung spüren lässt, die seine Verweigerung mit sich bringt, wird das nichts mit entwickeln des eigenen Wollens. Du liest ihm alle Bücher vor, bis er alles weiß und kann? Da kann ich nur sagen, dass Du aber viel Zeit hast. Was lernt denn dein Sohn dabei?

Wo ist denn das Problem, dass er nicht liest? Weil es seines IQ's unwürdig ist?

Meine Erwartungen wären ganz klar. Ich bin ein Schulkind und benehme mich wie ein Schulkind. Er benimmt sich wie ein Kindergartenkind. Das wäre okay, aber er ist nicht mehr dort.

Musst du irgend Jemanden irgend etwas beweisen? In einer 1.Klasse? Lass ihn doch selber die Konsequenz seines Handelns spüren - durch den Lehrer nicht durch dich.

Ich würde konsequent dem Kind folgen. Will es nicht lesen - dann macht es das nicht, Ende und aus. Die Konsequenz folgt definitiv.

In der Bibliothek habe ich mich grundsätzlich hingesetzt und gewartet. Ausgesucht habe ich noch nie in meinem Leben! Wenn jemand dann nur mit einer CD zurück kam, habe ich das auch akzeptiert. Ich habe durchaus lange vorgelesen . Mit Beginn der Schule hörte ich mit dem vorlesen zur Wissensvermittlung auf. Ab da war es nur noch Ritual, nie mehr zwischendurch für Faule, die nur darauf warten bis Muddern sich vor den Karren spannen lässt.

Eigentlich habe ich ja etwas Mitleid mit deinem Jüngsten. Verweigerst ihm die CD, damit er akzeptiert, dass er lesen muss. Mhhhhhhh …. Ihr dürft natürlich machen was Ihr wollt. Unbenommen! Nur meine Methoden wären das definitiv nicht.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon sinus » Mi 22. Mai 2019, 12:00

@alibaba: Du liest dich ziemlich "aggressiv". Auch wenn ich dir inhaltlich durchaus folgen kann.
Ich denke, dass hier deine Abneigung gegen früheres Einschulen mal wieder recht deutlich herauskommt.
Ich frage mich, warum dich das Thema immer wieder so herausfordert... Du suchst scheinbar immer wieder nach Punkten, die beweisen, wie falsch das ist... So kommt es mir jedenfalls immer wieder vor.

Ich behaupte ja mal, dass das eher keine Altersfrage ist, sondern auch andere, normal eingeschulte Kinder mit den gleichen Problemen zu tun haben und man sie dann entsprechend fördern/unterstützen wollen würde.

Noch was zum Thema "vorschnell" und übereifrig fürs Kind einspringen: schriebst nicht gerade du vorhin erst, dass du sogar Hausaufgaben fürs Kind machen würdest, wenn du sie für unzumutbar eintönig/leicht hältst??? :fahne:
(Sowas würd ich z.B. niemals machen... aber dafür angreifen würde ich andere jetzt auch nicht. Soll jeder machen, wie es für ihn richtig scheint.)
Zuletzt geändert von sinus am Mi 22. Mai 2019, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon BiHa » Mi 22. Mai 2019, 12:23

Koschka, das kenn ich nur zu gut. Junior will auch nicht lesen, ist zu anstrengend, fällt ihm nicht zu. Hörbücher hat er auch verinnerlicht. Allerdings hat unsere Lehrerin erkannt, was er kannt.
In der ersten Klasse haben wir den Buchstaben am Wochenende immer vorbereitet und ein Plakat gemacht, zu dem er dann in der Schule etwas sagen durfte. Oder er durfte Vorträge über bestimmte Tiere halten, weil sie sonst keiner kannte. Das hat ihn angespornt. Allerdings ist seine Lehrerin auch so, dass sie zugibt in SK teilweise noch von ihm zu lernen.
Lesen mag er auch in Klasse 3 nicht, allerdings hat er jetzt Interessen, mit denen ich ihn ködern kann. Also 3 Seiten/x Minuten lesen = zeitiger an den Computer. Das funktioniert zumindest bei uns gut. Allerdings ist er nicht so willensstark und lässt sich noch relativ gut lenken.

LG BiHa
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Mi 22. Mai 2019, 12:50

@Sinus

Eintöniges weg lassen - bin ich schon dafür - wenn es das Kind kann. Dann lasse ich es weg. Was ein Kind nicht kann, kann ich nicht weg lassen. Das ist vollkommen unbenommen von einer frühzeitigen Einschulung und hat auch gar nichts damit zu tun.

Es ging ja darum wie ich ein Kind zum lesen motivieren kann. Was soll ich dazu sagen? Eigentlich nichts, denn bei 4 Kindern hat Koschka mit ganz großer Wahrscheinlichkeit wesentlich mehr Erfahrung auf diesem Gebiet, als ich.

Eigentlich zieht es sich wie ein roter Faden durch die Problematik ihrer Kinder. Sie hätte auch von ihren anderen Zweien schreiben können. Würde hier überhaupt nicht auffallen.

Ich bin nicht der Typ von Affenzirkus. Ich käme nie auf die Idee tausend Dinge zu probieren um einem Kind irgend etwas schmackhaft zu machen, egal was es ist. Wenn mein Kind nicht lesen will, werde ich einen Teufel tun, egal ob mit Zuckerbrot oder Peitsche, es dazu irgendwie zu bewegen. Es will es nicht, dann lässt es das. Die Konsequenz wird kommen. Vor allem, wenn man es nicht kann oder sich überschätzt. Das Ergebnis muss man halt aushalten. Ich als Mutter und auch das Kind. In einer 1.Klasse hat man nichts zu verlieren. Außer natürlich das man, wenn der Lehrer den IQ weiß, sich gegebenenfalls rechtfertigen muss. Und/oder es natürlich weiteren Förderungen im schlimmsten Fall im Wege steht. Oft kommt ja lehrerseitig das Argument, kann das und das nicht, kann nicht begabt sein, Ende. Man ist in einer gewissen Falle, wenn man da ist, wo koschka ist. Ich kann daher ihre Panik durchaus sehr gut verstehen.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon mamma42 » Mi 22. Mai 2019, 18:14

Hallo Koschka,

das ist doch schon mal was!

Mein Grosser 11, auch ein sehr auditiver, kommunikatives Kind, ist auch nicht wirklich zum Lesen zu bewegen.
Aber er lässt sich immer noch gerne vorlesen (ok bis letztes Jahr) und akzeptiert Bücher sonst nur als Hörbuch.
Nachdem er in der 1. Klasse 1x ein Baumhausbuch in 2h durchgelesen hat, hab ich ihn in Ruhe gelassen und alle Lesehausaufgaben so unterschrieben...Kurfristig, aber nur einmalig war er motiviert, bei Antolin viel zu punkten.
Als ich bei HarryPotter quasi heiser wurde, durfte er sich den Rest auch als Hörbuch in der Bücherei ausleihen. Mit 5 habe ich ihm Momo vorgelesen, mit 6 noch einmal...
Er bekommt jetzt Hörbücher geschenkt und nur phasenweise lasse ich mich noch zum Vorlesen überreden, aber 1h am Tag ist mir halt zu viel.
Aber: Tatsächlich hat er sich dieses Jahr schon 2 (!)Bücher aus der Schulbibliothek ausgeliehen, keine Ahnung, wie er darauf gekommen ist (oder musste er?, ich frag lieber nicht nach und freu mich...Reckless und Saeculum)-sonst liest er nur die Comics, die sich seine Schwester ausleiht.

Schwesterchen (8) liest furchtbar viel, aber hauptsächlich nur die leichtere Mädelsliteratur, meine Vorschläge nimmt sie nicht an und vorgelesen haben möchte sie sie auch nicht...
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon Maca » Mi 22. Mai 2019, 18:37

Koschka hat geschrieben: Ich habe fast das Gefühl, dass mein Kleiner ein absolut auditiv-kommunikativer Typ ist, der nicht auf Bildmaterial angewiesen ist.


Ich habe hier auch so ein Exemplar, mittlerweile 15 und es liest leider immer noch nicht.
Trotzdem hat meine Tochter ein ausgezeichnetes Textverständnis und liest auch, wenn sie muß, sehr schnell.
Sie bevorzugt aber von Natur aus schon immer den auditiven Kanal und hat schon als Kleinstkind stundenlang Hörbücher gehört (Hörspiele mochte sie sehr viel weniger).

Habt ihr nen guten Augenarzt, einen mit Sehschule und fittem Optopmetristen?
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