Deutschunterricht

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Deutschunterricht

Beitragvon Bliss » Di 25. Jun 2019, 12:13

alibaba hat geschrieben:Ich frage mich daher immer - gerade im hochgelobten Bayern - wie hoch dort tatsächlich der Anspruch ist. !


Ich muss gestehen, im Vergleich mit dir hab ich echt null Ahnung, was bei uns so gefordert wird. Meine Tochter läßt mich manchmal was Lesen ,Herbarium, Praktikumsbereicht etc. Aber ob es da genauere Vorgaben gibt hab ich keine Ahnung. Aber nachdem Bayern bei diesen Vergleichstests ja immer sehr gut abschneidet (nicht so gut allerdings wie Sachsen) denke ich, dass die Anforderungen und das was Schüler tatsächlich leisten ungefähr zueinander passen.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Di 25. Jun 2019, 14:47

@bliss

Aktuell weiß ich auch immer weniger. Beim Kindgroß nur noch, wenn er mich ran lässt. Grundsätzlich erzählen mir meine Kinder aber noch recht viel. Ich bin da oft verwundert. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich die Verantwortung klar in die Hände meiner Kinder lege. Je älter umso größer die Übertragung der Verantwortung.

Ich habe am Sonntag mit dem Kind Biologie auf dem Flughafen gelernt. Ab und zu bekomme ich dann doch etwas mit. Stures auswendig lernen von Definitionen. So sinnlos, so langweilig, so null zielführend! Wird aber verlangt, muss man machen, muss ich nicht diskutieren.

Bei uns werden auch die Eltern in den Lernprozess einbezogen. Dafür gibt es Elternabende für alle Jahrgangsstufen 1xJahr in der Aula. Ich gehe da schon gar nicht mehr hin. Und es gibt hier einen Ordner ( ab Kl.5) der ständig aufgefüllt wird. Da steht dann drin, welche Anforderungen erfüllt werden müssen. Die verändern sich ja von Jahrgang zu Jahrgang. Plakate dürfen nur noch auf Anweisung gestaltet werden, man muss also zuhause einen Computer haben und über PowerPoint präsentieren. Am Besten dann noch einen Farbdrucker und Kopierer, denn wo man Kopien herbekommt, ist dem Lehrer egal. Da bin ich dann schon mal zwangsläufig involviert.

Auf Vergleichstests gebe ich nichts mehr. Da war mein Kind auch Klassenprimus. Beste Deutsch-Vergleichsarbeit der Jahrgangsstufe!. Die zu erwartende Zeugnisnote sage ich dir jetzt nicht. :o
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon Bliss » Di 25. Jun 2019, 15:02

alibaba hat geschrieben:
Auf Vergleichstests gebe ich nichts mehr. Da war mein Kind auch Klassenprimus. Beste Deutsch-Vergleichsarbeit der Jahrgangsstufe!. Die zu erwartende Zeugnisnote sage ich dir jetzt nicht. :o


Mir geht es da genau andersrum.Ich finde die Schulnoten nur begrenzt aussagefähig, sieht man immer schön, wenn in der 5. Kinder aus verschiedenen Grundschulen zusammentreffen. Oder wenn der Lehrer wechselt. Diese Vergleichsarbeiten hingegen zeigen schon genauer, wer es kann. Wenn man da gut ist, ist es kein Zufall.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Di 25. Jun 2019, 16:18

@bliss

Vergleichstests sind nett, Sie nützen nichts. Es ist unerheblich wie gut ich das konnte. Bringt Dir ja nichts. Meinem Kindgroß bringt seine tolle Leistung darin überhaupt nichts.

Kein Vergleichstest verlangt Definitionen. Auswendig lernen auch nicht. Vergleichstests sind viel zu leicht. Das bildet nicht die Anforderungen der hiesigen Schule ab.

Eine Schulnote hat Null Aussagekraft. Da bin ich voll bei Dir, aber trotzdem wird sie gewertet. Und nur sie zählt, ganz alleine.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon Bliss » Di 25. Jun 2019, 16:32

alibaba hat geschrieben:@bliss

Vergleichstests sind nett, Sie nützen nichts. Es ist unerheblich wie gut ich das konnte. Bringt Dir ja nichts.


Das sehe ich wie gesagt anders. Mir sind die Noten völlig egal, solange die Versetzung nicht gefährdet ist und es nicht um ein Abschlußzeugnis geht. Aber den Stoff kapiert haben und unabhängig von dem, was gerade im Unterricht dran ist unbekannte Aufgaben lösen zu können finde ich wichtig. Und in Vergleichstest kommt es eben nicht auf auswendig gelernte Definitionen an, die der Großteil der Schülerschaft im nächsten Augenblick eh wieder vergessen hat.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon Rabaukenmama » Di 25. Jun 2019, 19:26

alibaba hat geschrieben:Eine Schulnote hat Null Aussagekraft. Da bin ich voll bei Dir, aber trotzdem wird sie gewertet. Und nur sie zählt, ganz alleine.


Es mag sein, dass im in sich geschlossenen System Schule nur die Note zählt. Aber alle unsere Kinder werden dieses System früher oder später verlassen und entweder studieren oder ins Berufsleben eintreten. Bei einigen Studienrichtungen ist der Notendurchschnitt wichtig, um überhaupt mal zugelassen zu werden. Aber selbst da gibt es die Möglichkeit, bei etwas zu schlechtem Notendurchschnitt im Nachrück- oder Losverfahren einen Platz zu ergattern. Bei den meisten Studienrichtungen ist der Notendurchschnitt aber unwichtig. Und selbst ohne Abitur ist ein Studium in vielen Richtungen möglich, wenn man Berufsreife- oder Studienberechtigungsprüfung macht (das geht auch berufsbegleitend).

Und dann, wenn man das Studium erst mal begonnen hat, werden die Karten wieder völlig neu gemischt. Da ist eigenständiges Arbeiten gefragt und es gibt maximal noch punktuell strikte Vorgaben.

Im Berufsleben selbst ist dasselbe, nur noch krasser. Schüler, die mit Nachzipf, Klassenwiederholung und viel Nachhilfe mit Mühe die Schule geschafft haben, oder auch Schulabbrecher und Plichtschulabgänger können unter den neuen Bedingungen am Arbeitsplatz viel erfolgreicher sein als Lauter-Einser-Vorzugsschüler mit ausgezeichnetem Abitur.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon charlotte12 » Mi 26. Jun 2019, 03:48

Könnte es in Punkto Selbstsicherheit an dominanten Geschwistern zu Hause liegen? Alternativ könnte ich mir eine gut funktionierende Maske vorstellen, die das Kind unbewusst in der Schule trägt, um die Unsicherheit zu verbergen. Man wirkt gerade in Stresssituationen auf andere oft komplett anders als man sich selbst wahrnimmt. Mir zumindest passiert das immer wieder - da wirke ich ruhig und souverän, wenn ich mich selbst als komplett panisch und unsicher erlebe, oder ich wirke fröhlich und positiv, wenn ich völlig verzweifelt bin.
Könnte es auch bei der Anstrengungsbereitschaft sein, dass das Eifrige eine Show für die Lehrerin ist oder gar umgekehrt das sich-nicht-anstrengen eine Show für Eltern und Geschwister? Ich erinnere mich daran, als Teenager nur auf meinem Instrument geübt zu haben, wenn meine Eltern das nicht mitbekommen haben. Weil ich eigentlich total ehrgeizig war, ich aber nicht wollte, dass das meine Eltern wissen. Meine Eltern wollten dringend, dass ich übe, hatten von mir aber die Meinung, dass ich nie freiwillig übe, und aus Gründen, die ich bis heute nicht erklären kann, war mir extrem wichtig, dass ich diesem Bild von mir entspreche.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Mi 26. Jun 2019, 08:16

@Rabaukenmama

Ja, es stimmt. Man baucht in einigen Fächern einen NC, in anderen nicht. Und ein sehr guter Schüler muss nicht zwangsläufig fähig in seinem Studium sein und umgedreht. Alles korrekt. Und dennoch muss ich mich mit meinen Noten bewerben - für alles! Für das Juniorstudium meines Sohnes wurden Noten der letzten 3 Jahre verlangt - kein Vergleichstest oder ein Vorsprechen. Noten! Nix Anderes! Und selbst in Bayern bekommt man die Förderung auch nur durch gute Noten, ganz egal ob nun auf dem Testergebnis hochbegabt steht. Wurst!

Für mich ist eine Note nicht wichtig. Ich bin aber auch sensibilisiert. Aber 90% der Entscheider nicht.

Es ist also dem Team der Entscheider egal, ob mein Sohn nun im Vergleichstest Klassenprimus war - Wurst! Wir hoffen daher auf die tolle Empfehlung der Schule, dass diese schriftliche Einschätzung hier die Türen öffnet.

Und wenn ich es mir recht überlege, scheint es ja in Bayern sehr wichtig zu sein welche Noten man hat, wenn diese schon im öffentlichen Blatt präsentiert werden.
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Mi 26. Jun 2019, 08:23

charlotte12 hat geschrieben:Könnte es in Punkto Selbstsicherheit an dominanten Geschwistern zu Hause liegen? Alternativ könnte ich mir eine gut funktionierende Maske vorstellen, die das Kind unbewusst in der Schule trägt, um die Unsicherheit zu verbergen. Man wirkt gerade in Stresssituationen auf andere oft komplett anders als man sich selbst wahrnimmt. Mir zumindest passiert das immer wieder - da wirke ich ruhig und souverän, wenn ich mich selbst als komplett panisch und unsicher erlebe, oder ich wirke fröhlich und positiv, wenn ich völlig verzweifelt bin.


Ich glaube, und man sieht es ja auch am Beispiel des Sohnes von Rabaukenmama, dass sich Kinder immer in einer anderen Umgebung anders benehmen als zuhause. Unabhängig vom IQ oder einer anderen Beeinträchtigung. Bsp.: Zuhause isst mein Sohn nur eine Sorte Pizza - Drama pur was das Essverhalten angeht. Im Urlaub probiert der sich durchs komplette exotische Angebot. Zur Konzertreise hat der Dinge gegessen, als wäre das alles selbstverständlich..... würde ich die zuhause auf den Tisch stellen, würde ich "getötet". ;) Im Zeltlager wurde mir erklärt, da war er 7 Jahre alt, dass er super selbständig seine Sachen aufgeräumt und den Koffer gepackt hätte. Ich wurde für dieses Kind bewundert. Ich schwieg still. Ich ersparte mir die Aufklärung und schwelgte für einen kurzen Moment im Zauber der Zufriedenheit. :schwitz:
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Re: Deutschunterricht

Beitragvon alibaba » Mi 26. Jun 2019, 09:23

Koschka hat geschrieben: Wenn man aber ein Gewinner der Matheolympiade ist, glaube ich aber, dann ist es absolut Wurscht, welchen Durchschnitt man hat.


Ich habe mich aktuell ja ein wenig im Internet umgesehen und gesucht, was es für Möglichkeiten zur Förderung gibt. Da gibt es schon einige tolle Sachen - aber keiner hat da das Ergebnis der Matheolympiade abgefragt. Klar kann man das da noch dazu legen - ins Bewerbungsportfolio. Im Kontext ist die Reihenfolge der Wertung über einen Platz hier so oder so ähnlich:

1. Noten
2. Engagement in der Schule
3. Engagement außerhalb der Schule
4. Teilnahme an Wettbewerben
5. Empfehlungen
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