Schulentscheidung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulentscheidung

Beitragvon sinus » Mo 10. Feb 2020, 12:40

alibaba hat geschrieben:
sinus hat geschrieben:...Kannst du ihn auf die Gruppenarbeit ein bisschen vorbereiten?
Ich hab damals zusammen mit meiner Tochter (die auch kein großer Fan von Gruppenarbeiten ist und das in der Grundschule wo es ging verweigert hat!) vorher drüber gesprochen, worauf es dabei ankommt und worauf die Lehrer dabei evtl achten.
(Sich einbringen, mit den anderen zusammenarbeiten...)


Ich glaube ja das man ist, wie man eben ist. In wie weit sich hier der Sohn von @rabaukenmama "verstellen kann - :gruebel: Ob das helfen würde, vor allem, wenn man da etwas krampfhaft versucht? Macht es das nicht schlimmer? Ich habe keine Ahnung - ich wollte das nur einwerfen. :friedlich:


Naja, ich hab meiner Tochter geraten, nicht immer mit ihrer Meinung hinter dem Berg zu halten, sondern auch mal ihre Vorschläge einzubringen.
So reagierte sie nämlich bei der Gruppenarbeit oft: Sie hatte durchaus gute Ideen und wusste es oft tatsächlich "besser" als die anderen Kinder, sagte aber nichts. Nicht selten hatte sie nämlich auch ungewöhnlichere Ansätze und Ideen und hatte dann aber Angst, ausgelacht zu werden. Sie hat ja im Alltag oft gemerkt, dass sie mitunter anders denkt und ungewöhnlichere Ideen hat, als die meisten anderen Kinder.
Sie hat sich auch im Unterricht sehr wenig gemeldet, vor allem dann nicht, wenn kein anderer die Antwort wusste. Obwohl sie, wie sie selbst hinterher dann merkte, oft eine richtige Antwort gewusst hätte.
In ihrer Logik war/ist es aber so, dass wenn kein anderer auf die für sie so doch naheliegende/logische die Antwort kommt, ihr Ansatz ganz sicher auch nicht richtig oder gar total dumm sein musste...

Sie hat dann in der Grundschule bei Gruppenarbeit oft entweder alles allein gemacht, für sich, oder eben gar nichts.
Gerade von anderen Mädchen wurde sie nämlich auch mit ihren Ideen oft einfach schnell "totgeredet" und konnte/wollte sich dann nicht durchsetzen.
Ich hab sie vor dem Aufnahmetest einfach darin bestärkt, sich mehr zu trauen und einzubringen.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Meine3 » Mo 10. Feb 2020, 13:51

Rabaukenmama hat geschrieben:Hallo, endlich tut sich was :) . Das Gymnasium in NÖ mit der HB-Klasse ist ja nur 40min entfernt und die haben noch Plätze frei. Für die HB-Klasse muss mein Sohn einen Aufnahmetest machen, aber selbst falls er den nicht bestehen sollte (beim kognitiven Teil habe ich keine Bedenken, mehr bei der "Gruppenarbeit") ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er dort einen Platz bekommt. Mein Sohn kann entweder 5 kurze Stationen Bahn fahren und dann noch 3 Stationen Bus oder nach der Bahnfahrt ca. 2km mit dem Roller. Insgesamt ist das Gymnasium besser erreichbar als fast alle anderen Möglichkeiten und das Erstgespräch dort (hatten wir gestern, in den Ferien) verlief sehr positiv :) . Wir haben für unseren Sohn diese Schule jetzt als "1. Wahl" fixiert und werden schauen, ob das tatsächlich so gut klappt, wie es zur Zeit aussieht.

So blöd das vielleicht klingen mag, aber nach der ganzen Sucherei und den Ablehnungen bin ich froh, überhaupt ein Gymnasium gefunden zu haben, welches nicht gleich abwinkt, wenn das Kind nicht GANZ normkonform "funktioniert". Nächste Woche stehen dann noch 3 Termine dort am Programm: Kennenlernen, 3-stündiger Aufnahmetest und 1 1/2stündige Gruppenarbeit und spätestens kommenden Samstag wissen wir dann definitive Bescheid ob mein Sohn dort genommen wird und in welche Klasse er kommen wird.


Ich finde garnicht, dass das blöd klingt, ich hatte auch schon das Gefühl, dass es eng werden könnte mit dem Gymnasiumsbesuch :schwitz:. Aber das hört sich doch jetzt wirklich alles gut an. Dann hoffen wir mal, dass dein Sohnemann am Testtag einen "guten" Tag hat und gewillt ist, zu zeigen was er kann ;), WENN dem so ist, wird das sicher reichen.

Ich drücke die Daumen!

Gruß,

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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mo 10. Feb 2020, 13:58

@Rabaukenmama

Mach dir wegen Gruppenarbeitbeurteilung keine Sorgen. Sollte dein Sohn erstmal die Testung nicht schaffen, kann immer noch schulintern gewechselt werden nachdem es den Lehrern klar wird, wie gut er unterwegs ist. Bei meiner Tochter in der Klasse hat ein Kind jetzt sogar zum Halbjahr aus der Parallelklasse gewechselt.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 10. Feb 2020, 19:45

@Katze: Ist es so rübergekommen dass ich mir wegen der Gruppenarbeit Sorgen mache? Nein, ist absolut nicht so. Wenn es (insgesamt) klappt, dann klappt es, wenn nicht, dann nicht.

Meines Wissens kann nicht nachträglich in die Modelklasse gewechselt werden, aber damit kann ich leben, solange es meinem Sohn in der neuen Klasse zumindest halbwegs gut geht.

@sinus: Bei meinem Sohn ist es nicht so, dass er sich bei Gruppenarbeit nicht einzubringen traut (wie deine Tochter). Aber er möchte entweder gar nicht mitmachen (z.B. weil ihm das Thema zu langweilig ist) oder, wenn es ihn interessiert, total den Ton angeben, also alles alleine machen bzw. die anderen als Handlanger und Statisten einsetzen. Manche Kinder lassen sich das gefallen (ob freudig oder widerwillig sei dahingestellt), aber meistens sind auch Kinder dabei, die meinen Sohn dann in seine Schranken weisen wollen, was er praktisch IMMER persönlich nimmt.

Vorbereiten kann ich ihn nicht. Ich wüsste auch nichts, was ich ihm vorher sagen könnte, was er nicht selbst weiß. Wenn ich sagen würde "Aber reiß dich zusammen und brüll nicht rum!" wäre das sowohl sinnlos (weil er es selbst weiß, aber eben nicht immer unter Kontrolle hat) als auch bevormundend.

Worauf ich meinen Sohn sehr wohl ein bisschen vorbereiten kann ist die kognitive Testung. Da hilft die Info, wie lange das Ganze zirka dauern wird, wann es eine Pause gibt, und wie es etwa ablaufen wird. Wenn ich ihm das Ganze noch vorher schriftlich gebe ist es noch nachhaltiger.

@Meine3: Dass er kognitiv fit genug für diese Klasse ist, daran habe ich keinen Zweifel. Aber wie du richtig schreibst - er sollte auch einen guten Tag haben ;) .

Heute hatten wir das Kennenlerngespräch. Es war eine Frau (ich nehme an Schulpsychologin, sie hat sich nur mit dem Namen vorgestellt) und eine Lehrerin dabei anwesend. Mein Sohn hat sich recht gut geschlagen, auch wenn er ein paar autistische Macken eingestreut hat (z.B. nachgefragt, ob an der Schule auch Astrophysik unterrichtet wird und wann der amerikanische Bürgerkrieg auf dem Lehrplan steht). Dann hat er es so aussehen lassen, als würde er zu Hause von morgens bis abends ausschließlich Videospiele spielen - aber auch das konnte ich gelassen nehmen :mrgreen: .

Bei der Befragung nach seiner jetztigen Klasse, seinen Interessen und Schulfreunden hat er bereitwillig und großteils wahrheitsgemäß Auskunft gegeben. "Großteils" wahrheitsgemäß bedeutet nicht, dass er bewusst gelogen hat, aber manches entspricht halt einfach SEINEM Weltbild mehr als der Realität.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 12. Feb 2020, 18:03

Hallo!

Wieder in die Startlöcher! Mein Sohn hat sich heute bei der Testung dermaßen aufgeführt, dass er nach der halben Zeit rausgeworfen wurde. Somit wird es vermutlich weder diese Klasse noch diese Schule werden. Ich habe zwar nächsten Montag noch ein 5minütiges Resumeegespräch, aber das wird daran vermutlich nichts ändern. Kein Ahnung wie das weiter gehen soll :cry: !
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 12. Feb 2020, 18:14

@Rabaukenmama

was war das Problem? Kann ihm aufgrund seiner Beeinrrächtigung nicht ein individueller Verfahren angeboten werden?
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 12. Feb 2020, 18:18

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Rabaukenmama

was war das Problem? Kann ihm aufgrund seiner Beeinrrächtigung nicht ein individueller Verfahren angeboten werden?


Anscheinend war ihm das Setting (Testung gemeinsam mit 20 anderen Kindern) zu viel. Aber genau war es nicht aus ihm rauszukriegen. Er hat jedenfalls gebrüllt und geweint und damit natürlich die anderen gestört. Nein, ein individuelles Verfahren wird vermutlich nicht angeboten. Wie schon geschrieben dürfen sich Gymnasien aussuchen welche Kinder sie nehmen und welche nicht.

Hätte ich ihn ganz normal für eine Regelklasse dort angemeldet wäre es nie so weit gekommen. Aber ich dachte, wenn es mit der Modulklasse nicht klappen sollte würde er automatisch dort einen Platz kriegen (so hat es sich im Gespräch, wo auch mein Mann dabei war, jedenfalls angehört). Aber im Moment mache ich scheinbar alles falsch, was man falsch machen kann...
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Mi 12. Feb 2020, 18:38

Ich denke jetzt mal laut.

Wenn dein Sohn schon jetzt beim bloßen Setting (sitzen, arbeiten und das in Ruhe) bereits "kapituliert", wie wird das weiter gehen? In einer Schulklasse sitzen 30 Kinder. Da rülpsen die einen, die anderen lachen, wieder andere wollen arbeiten, die Lehrerin erklärt, ein Kind spielt den Kasper und andere Kinder müssen auf Toilette. So eine 5.Klasse kann wahnsinnig frisch, aber auch anstrengend sein. Hier am Gymnasium kommen da auch nicht alle Lehrer in Betracht, denen man die "Frischlinge" anvertraut, weil eben nicht jeder Lehrer das "kann".

Jetzt stelle ich mir deinen Sohn vor.

Ehrlich ……… :schwitz: ich glaube, Ihr werdet noch mehr Probleme bekommen als Ihr erahnen könnt. Egal wo euer Großer hingeht. Ich schrieb es hier bereits mehrmals - ein Gymnasium mag kognitiv den höchsten Anspruch haben aber es ist kein sozial verständnisvoller Ort. Hier ist jeder sich selbst am nächsten.

Für euch als Familie würde ich mir "Ruhe" wünschen, mal durchatmen, mal was abschließen können - sodele …..geschafft. Allein glaube ich aber das Euch das "echte" Schulleben erst noch bevor steht. Unbekannterweise würde ich Dich/Euch gerne mal drücken.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Mi 12. Feb 2020, 18:45

Zwischen einem stressigen Test unter lauten neuen Kindern und alltäglichem Unterricht gibt es einen riesengroßen Unterschied...
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon sinus » Mi 12. Feb 2020, 19:18

Oh Rabaukenmama. So ein Mist aber auch.
Denkst du, ein Gespräch mit der Schule könnte da noch was bewirken?
Irgendwo MUSS er doch zur Schule gehen können... Wie sieht es denn mit der Grundschule aus? Wie konnte er denn dort den Schulalltag bewältigen?
Wenn das klappte - kann die Grundschule da nicht was dazu schreiben, aus dem hervorgeht, dass das nicht sein alltägliches Verhalten ist?
Sowas kann doch auch mal nur ein "Aussetzer" sein...
Darf er jetzt bei den weiteren Terminen noch mitmachen?
Vielleicht hat er ja noch eine Chance...
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