Schulentscheidung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulentscheidung

Beitragvon Meine3 » Mi 12. Feb 2020, 20:08

:(

Scheibenkleister...

Mehr fällt mir dazu auch garnicht ein grade.

Was gibts noch für Optionen?

Mitfühlende Grüße

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Re: Schulentscheidung

Beitragvon sinus » Mi 12. Feb 2020, 21:02

...an der Schule meiner Großen hätte er wahrscheinlich trotzdem eine Chance.
Es gibt da immermal wieder Autisten und einige mit Schulbegleitung. In der Klasse meiner Tochter begann auch ein Kind mit Begleitung. (inzwischen geht es ohne)

Außerdem gibt es immer wieder auch Quereinsteiger, die erst in Klasse 6, 7, 8 dazukommen. Die müssen dann nur eine Einzelprüfung für bestimmte Bereiche/Fächer machen, um zu entscheiden, ob sie fachlich/kognitiv geeignet für die Schule sind.

Wirst du ggf nochmal den Kontakt zu der Schule suchen, die speziell offen für Autisten sind, wo er zunächst abgelehnt wurde, weil zu viel Nachfrage...?
Ich würde da wohl händeringend noch mal aufkreuzen und denen die Ohren vollheulen, dass er einfach nirgends unterkommt und sie die allerletzte Hoffnung sind, das Kind jenseits einer Sonderschule zu beschulen.
Ich finde das grad unfassbar, das es sooo schwierig ist, für deinen Sohn eine Schule zu finden. Bzw - dass es euch da so schwer gemacht wird. :roll: :evil:
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Do 13. Feb 2020, 09:00

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:Zwischen einem stressigen Test unter lauten neuen Kindern und alltäglichem Unterricht gibt es einen riesengroßen Unterschied...


Für mich ist der Unterschied nur marginal. Selbst innerhalb einer klasse ist jeder Tag "neu". Es bedarf großer sozialer Flexibilität sich da täglich neu durchzuboxen. Alleine wenn ich hier an die ständig neuen Sitzordnungen denke, die neuen Lehrer, Lehrerausfälle - da hat man wieder andere Lehrer - immer mal wieder sich veränderte Stundenpläne. Unruhige Kinder und lernen wollende Kinder. Eine Art "Haifischbecken" - auch am Gymnasium und egal welches Buch sie lesen. Und - nicht zu vergessen - trotz das die Kinder da vielleicht höflich guten Tag sagen können und eventuell nicht rauchend im Buswartehäuschen sitzen - die sozial emotionale Kälte. Züchtung einer Elite. Ellenbogen und wie man sich selbst am nächsten ist. Dich anlächelnd und bereits am Stuhlbein sägend.

Ich glaube das @rabaukenmama so ein großes Glück mit ihrer Grundschule hatte, dass ihr eventuell noch nicht bewusst ist was Schule bedeutet. Denn das was sie hatte ist wie ein 6er im Lotto und das was sie gerade erlebt ist erst der Beginn. Sei denn sie findet eine Schule die mit solchen speziellen Kindern umgehen kann. Die nicht als störend im engeren Sinne empfunden werden und wo es Alternativen gibt. Mein Sohn wird jetzt ein Sozialpraktikum an so einer Schule machen. Da gibt es für jedes Kind mit seinen speziellen Formen immer eine Ausweichmöglichkeit. Die Kinder können alle Abschlüsse bis Klasse 10 (Realschulabschluss) machen. Die Kinder gehen da nicht hin, weil sie "dumm" sind, sondern weil ihnen die anderen sozial-emotionalen Einschränkungen keinen anderen Schulbesuch erlauben. Glücklich ist der, wo hier das Gymnasium einen Schulbegleiter dem Kind erlaubt. Eine sehr seltene Ausnahme.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 13. Feb 2020, 10:34

@alibaba

mir stehen einfach die Haare zu Berge. Weder die Schule vor Ort, noch das Gymnasium mit HB-Klasse kann ich mit deiner Beschreibung identifizieren. Ich traf auch auf unfähige Lehrer, fiese Kinder, aber 90% der Kinder waren gutmütig und hilfsbereit! Als mein Sohn zur Schule kam, setzten sich die 1. und die 2. Klassenleitung zusammen, und überlegten sich eine halbe Stunde, mit welchen Jungs sie ihn zusammensetzen können, damit er schneller Freunde findet!

du machst Rabaukenmama ganz unnötig Angst. Mit ihrem Kleinen weiß sie 100 mal besser als wir alle zusammen, was die geschlossene Schule bringt, wann die Kinder dorthin sollen, und was für einen Aufwand es bedeutet.

Auf die Behinderung ist Rücksicht zu nehmen! Auch wenn die Gymnasien Kinder ablehnen können, dürfen sie in einem demokratischen Staat es weder auf Grund der Hautfarbe, noch Religion, noch Behinderung machen. Wenn alle Stricke reißen, muss man sich juristisch beraten und klagen.
Zuletzt geändert von Katze_keine_Ahnung am Do 13. Feb 2020, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Edainwen » Do 13. Feb 2020, 11:18

@Rabaukenmama: Ich drücke euch die Daumen, dass es trotzdem noch klappt. Bei uns wurde zum Gruppentest extra gesagt, dass bei bestimmten Einschränkungen evtl. Einzeltests gemacht werden können. Ich denke, Asperger Autismus wäre sicherlich ein Grund dafür gewesen. Vielleicht könnt ihr das bei dem Gespräch ja noch besprechen.

@alibaba: Auch unsere Gymnasien würde ich in deiner Beschreibung nicht wieder finden und insbesondere gerade an der HB-Klasse nicht. Die Lehrer wissen dort sehr gut, dass diese Kinder meistens etwas spezieller sind und versuchen auch, dem Rechnung zu tragen. Und die Kinder wissen es ganz genau und interessanterweise sind die HB-Klassen an unserem Gymnasium zwar oft sehr anstrengend aufgrund dieser Kinder, aber die Kinder selbst lieben die Klassen, da dort auch die tolerantesten Kinder zu finden sind und niemand ausgegrenzt wird aufgrund der "falschen" Haarlänge, der "falschen" Klamotten oder auch des "falschen" Benehmens.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Do 13. Feb 2020, 11:44

Edainwen hat geschrieben: …….niemand ausgegrenzt wird aufgrund der "falschen" Haarlänge, der "falschen" Klamotten oder auch des "falschen" Benehmens.


DAS meine ich nicht. Aber um was geht es denn an einem Gymnasium? Um Elite, nicht um das Individuum.

Edainwen hat geschrieben: Die Lehrer wissen dort sehr gut, dass diese Kinder meistens etwas spezieller sind und versuchen auch, dem Rechnung zu tragen.


Ja - da bin ich bei Dir - etwas spezieller. Ein guter Freund von uns ist dort Lehrer und nahm meinen Sohn immer mal mit zu "Experimentiersamstagen" in seine Hb-Klasse. Ja, diese Klassen sind anders. Rabaukenmamas Sohn ist aber nicht nur "etwas spezieller". Auch hier wäre er mehr als speziell und ganz anders als "nur" eine kognitive HB eines Kindes. Autisten hatte unser Bekannter nämlich auch noch nie in seiner HB-Klasse und als HB-Beauftragter und das unabhängig davon, dass er immer angab, das es kein "locker, leicht und fluffig und durchaus speziell" in seiner Klasse sei.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Do 13. Feb 2020, 11:54

Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:
Auf die Behinderung ist Rücksicht zu nehmen! Auch wenn die Gymnasien Kinder ablehnen können, dürfen sie in einem demokratischen Staat es weder auf Grund der Hautfarbe, noch Religion, noch Behinderung machen. Wenn alle Stricke reißen, muss man sich juristisch beraten und klagen.


Ein Gymnasium formt und bildet die Elite von morgen! Nichts Anderes! Das ist der Sinn und Zweck eines Gymnasiums. Von dort geht es dann nach unten. Der Ort, wo man am wenigsten Rücksicht nehmen muss, weil man am besten auswählen kann und nach unten jede Menge Alternativen zur Verfügung stehen, ist ein Gymnasium. Passt nicht - dann geht es eine Stufe tiefer.

Die Hauptschule ist hier die Schule mit den größten Hürden nach noch weiter unten. Um auf eine Förderschule zu kommen gibt es extrem viele Hürden und Vorgaben die die HS versuchen muss zu erfüllen. DAS muss übrigens belegt werden - was habe ich versucht. Daher ist an einer Hauptschule die Bereitschaft zur Integration am höchsten, da denen nichts anderes übrig bleibt. Bevor die sich also in den bürokratischen Vorgängen aufreiben, schauen die intern, was kann ich für das Kind in seiner Individualität am Besten tun. DAS hat ein Gymnasium und nicht mal eine Realschule nötig!

Und genau darum geht es. Ich bin ja hier nur von Lehrern umgeben, Bekannte, Verwandte, Freunde ….. nur Lehrer - Hilfe! ;) Ich bekomme Vieles hautnah mit.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Katze_keine_Ahnung » Do 13. Feb 2020, 12:05

@alibaba

meinst du das wirklich ernst? Ich kann es kaum glauben. Mir fehlt da jede Basis für die Diskussion. So weit nach unten, dass Kinder mit Behinderungen nicht zu deiner "Elite" gehören können, begebe ich mir nicht.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon sinus » Do 13. Feb 2020, 12:08

...so ein bisschen passt das Bild, was Alibaba da beschreibt, zu unserem örtlichen Gymnasium. 5zügig, über 1000 Schüler, 28/29 Kinder pro Klasse, wenig individuelle Zuwendung seitens der Lehrer, die Schüler sind sich selbst überlassen, wenn Stunden ausfallen, müssen sie selbst sehen, wie sie den Stoff trotzdem lernen. Termine für Lehrergespräche sind schwer zu bekommen, Mails von Eltern an Lehrere werden oft gar nicht erst nicht beantwortet etc. Die neuen 5.Klässler werden gleich ins kalte Wasser geschmissen, beginnen bspw die weiterführende Schule mit einem Diktat, auf die die Mehrheit gleich erstmal eine 6 kassiert etc pp.
Der Englisch-Stoff der Grundschulen hier passt bekanntermaßen nicht zu den Anforderungen des Gymnasiums, es fehlt ganz viel an Stoff und die meisten bekommen darum in Englisch erstmal jede Menge Vieren und Fünfen. Nachholen müssen sie den fehlenden Stoff selbst, am besten per Nachhilfe oder noch besser: schon in Klasse 4 vorbereitend einen extra (kostenpflichtigen) Kurs besuchen.
(Wurde hier so in der Grundschule geraten und haben auch einige gemacht)
So die Berichte und Beobachtungen anderer Eltern und Kinder die ich näher kenne.
Etwa ein Drittel der Grundschulklasse meiner Tochter ist an diese Schule gewechselt.

Viele andere haben genau wegen dieser Berichte dieses Gymnasium NICHT gewählt, denn es muss so nicht laufen.
Hier gibt es auch die "zahmen" Gymnasien, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, sich mehr um das einzelne Kind zu kümmern, bei denen soziales Miteinander im Fokus steht, die den 5.Klässlern einen möglichst angenehmen Einstieg ermöglichen und in Klasse 5 vor allem erstmal versuchen, alle auf ein Level zu bringen.
Wir haben hier aber auch das Glück, dass wir (am Rande einer Großstadt) eine echt große Auswahl an Gymnasien haben.

Die als sehr leistungsfordernd bekannte Schule meiner Großen hat nur gut 600 Schüler und gilt hier als "Eliteschule".
Die Kinder in Kind Klasse heißen dann auch auch nahezu alle Theodor, Alexander, Konstantin, Maximilian, - äußerst gutbürgerliche Namen.
Die Eltern die ich bisher kennengelernt habe sind alles Akademiker - viele Ärzte, Mathematiker, Physiker, Professoren...
Viele waren schon selbst auf dieser Schule.
Aber nichts von dem, was Alibaba beschreibt kann ich bisher dort finden/bestätigen. (Der Sohn meiner Cousine geht da inzwischen das 3. Jahr hin, der Sohn einer anderen Bekannten hat dort letztes Jahr das Abitur gemacht, also ich beziehe mich nicht nur auf das, was meine Tochter erlebt)
An dieser Schule wurde das erste Diktat bspw als "Leistungsstanderhebung" durchgeführt und die Kinder durften selbst entscheiden, ob sie die dafür vergebene Zensur eintragen lassen wollten oder nicht.
Die Lehrer sind offen für Gespräche und reagieren schnell auf Anfragen. (Ich hatte bereits ein Klassenlehrergespräch, weil ich für meine Tochter eine Freistellung beantragt habe, um mit ihr auf ein Esperantotreffen außerhalb der Ferien fahren zu können. Sie hat die Freistellung übrigens bekommen! Am örtlichen Gymnasium - Beschreibung siehe oben - wäre sowas undenkbar)
Das Schüler-Lehrer-Verhältnis ist eine lockeres mit viel Humor und Selbstironie. (die Lehrer habenbspw für den letzten Abiturjahrgang einen witzigen Film/Musikvideo mit und über sich gedreht, der u.a. auch beim Schulball gezeigt wurde, wo sie bspw alles mögliche machten, was den Schülern verboten ist, sich selbst "hopp" nahmen.)
usw usf.

Natürlich nützt das Rabaukenmama jetzt wenig, wenn wir anderen gute Erfahrungen gemacht haben. Aber ganz so schwarz ist es in der Gymnasiallandschaft ganz sicher nicht, wie du es da erlebt hast/beschreibst.
Ich würde an ihrer Stelle auf jeden Fall nochmal den persönlichen Kontakt und das Gespräch zur Schule/den Schulen suchen...
Zuletzt geändert von sinus am Do 13. Feb 2020, 12:23, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon sinus » Do 13. Feb 2020, 12:08

alibaba hat geschrieben:
Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:
Auf die Behinderung ist Rücksicht zu nehmen! Auch wenn die Gymnasien Kinder ablehnen können, dürfen sie in einem demokratischen Staat es weder auf Grund der Hautfarbe, noch Religion, noch Behinderung machen. Wenn alle Stricke reißen, muss man sich juristisch beraten und klagen.


Ein Gymnasium formt und bildet die Elite von morgen! Nichts Anderes! Das ist der Sinn und Zweck eines Gymnasiums. Von dort geht es dann nach unten. Der Ort, wo man am wenigsten Rücksicht nehmen muss, weil man am besten auswählen kann und nach unten jede Menge Alternativen zur Verfügung stehen, ist ein Gymnasium. Passt nicht - dann geht es eine Stufe tiefer.

Die Hauptschule ist hier die Schule mit den größten Hürden nach noch weiter unten. Um auf eine Förderschule zu kommen gibt es extrem viele Hürden und Vorgaben die die HS versuchen muss zu erfüllen. DAS muss übrigens belegt werden - was habe ich versucht. Daher ist an einer Hauptschule die Bereitschaft zur Integration am höchsten, da denen nichts anderes übrig bleibt. Bevor die sich also in den bürokratischen Vorgängen aufreiben, schauen die intern, was kann ich für das Kind in seiner Individualität am Besten tun. DAS hat ein Gymnasium und nicht mal eine Realschule nötig!

Und genau darum geht es. Ich bin ja hier nur von Lehrern umgeben, Bekannte, Verwandte, Freunde ….. nur Lehrer - Hilfe! ;) Ich bekomme Vieles hautnah mit.



Wo lebt ihr nochmal?
Die Elite von morgen geht hier manximal auf besondere, kostenpflichtige Internate, die Gymnasien sind hier Sammelbecken für alles und jeden. Und da gibts von "Haifischbecken" bis "eher "lieblich" alles mögliche zur Auswahl. Je nach Schulleitung, Konzept, Schülerzahlen...
Zuletzt geändert von sinus am Do 13. Feb 2020, 12:14, insgesamt 3-mal geändert.
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