Schulentscheidung

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Re: Schulentscheidung

Beitragvon Meine3 » Mi 2. Okt 2019, 11:34

Huhu,

zu den Fremdsprachen möchte ich mich gern einklinken: französisch, portugiesisch, italienisch und spanisch (und noch ein paar andere Sprachen) sind ja romanische Sprachen und sozusagen miteinander "verwandt". Kann man eine, kann man sich in der nächsten zu lernenden, schon sehr viel logisch ableiten (sowohl Vokabeln, als auch Grammatik) und das erlernen der "nächsten" romanischen Sprache geht dann sehr schnell. Zumindest war es bei mir so.

Latein wiederum ist sozusagen die "Mutter" der romanischen Sprachen. Sie ist zwar "tot", im Sinne von, nicht mehr aktiv im Sprachgebrauch, jedoch durchaus sehr nützlich. Sei es nun im naturwissenschaftlichen Bereich (Biologie, aber auch Mathematik) oder eben beim erlernen anderer Sprachen. Ich persönlich als Fremdsprachen-affiner Mensch (ich würde behaupten, das gehört zu meinen Spezialbegabungen :P, teilweise fällt mir das präzise Ausdrücken in einer Fremdsprache leichter als in Deutsch, da zerdenke ich zuviel) hätte sehr gern Latein in der Schule gehabt, hatte es aber nicht, da ich ja auf der Realschule war und das Abitur nachgemacht habe (hier hatte ich "nur" französisch und englisch). Später im Studium (habe mehrpsrachige Kommunikation studiert: spanisch und englisch) fiel mir daher der Einstieg im Spanischen sehr leicht, da ich mir vieles vom Französischen ableiten konnte, obwohl ich ja bei "null" angefangen hatte. Ich war sehr schnell genau so fit wie diejenigen, die Vorkenntnisse gehabt hatten... Wenn man also interessiert an Fremdsprachen ist und da eine Begabung hat, dann macht es durchaus Sinn Latein zu lernen. Altgriechisch, nun da sehe ich auch weniger Verwendungszwecke als beim Latein, aber reizen würde es mich rein theoretisch dennoch...

Dein Sohn scheint ja nun wirklich auch eine außergewöhnliche Begabung im Bereich Fremdsprachen zu haben. Da würde ich auch mit "arbeiten", egal in welcher Form.
Es kann sein, dass nicht alles wahr ist, was ein Mensch dafür hält, denn er kann irren, aber in allem, was er sagt, muss er wahrhaftig sein.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon charlotte12 » Mi 2. Okt 2019, 12:31

Bei Latein schaut es schon anders aus, das braucht man sowohl für Medizin als auch für Jura und beides sind keine soooo seltenen Studienrichtungen. Wobei ich - ehrlich gesagt - keinerlei Ahnung habe, wo der (Bildungs)Weg meinen Sohn hinführen wird.

Für Medizin braucht mal soweit ich weiß kein Latinum sondern nur einen Kurs "medizinische Terminologie", eine Mischung aus Latein und (Alt?-)Griechisch light mit Fokus auf die medizinischen Begriffe. Den Kurs müssen dann sowieso alle machen, ob mit oder ohne Lateinvorkenntnisse. Ohne Garantie, dass das immer noch so ist, in Österreich kann das auch wieder anders sein als in Deutschland. Die Sache macht auf jeden Fall Sinn, denn in der Medizin hilft Latein eher in der Anatomie als bei den Krankheitsbezeichnungen weiter, die sind häufig vom Ursprung her griechisch (z.B. Niere = ren (latein), nephros (griechisch), "renal"=von der Niere her, aber "Nephritis"=entzündete Niere usw.). Ich selbst als mathematisch begabter Mensch mit einem Faible für Grammatik und eher wenig Sprachgefühl liebe Latein, im Gegensatz zu Englisch oder gar Französisch (brrr...). Chinesisch habe ich mal spaßeshalber bei Duolingo ausprobiert - ich bin nicht wirklich weit gekommen, aber die Sprache hatte für mich ebenfalls einen ganz besonderen Reiz, was mich selbst verblüfft hatte.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Rabaukenmama » Do 3. Okt 2019, 15:50

charlotte12 hat geschrieben:
Bei Latein schaut es schon anders aus, das braucht man sowohl für Medizin als auch für Jura und beides sind keine soooo seltenen Studienrichtungen. Wobei ich - ehrlich gesagt - keinerlei Ahnung habe, wo der (Bildungs)Weg meinen Sohn hinführen wird.

Für Medizin braucht mal soweit ich weiß kein Latinum sondern nur einen Kurs "medizinische Terminologie", eine Mischung aus Latein und (Alt?-)Griechisch light mit Fokus auf die medizinischen Begriffe. Den Kurs müssen dann sowieso alle machen, ob mit oder ohne Lateinvorkenntnisse. Ohne Garantie, dass das immer noch so ist, in Österreich kann das auch wieder anders sein als in Deutschland. Die Sache macht auf jeden Fall Sinn, denn in der Medizin hilft Latein eher in der Anatomie als bei den Krankheitsbezeichnungen weiter, die sind häufig vom Ursprung her griechisch (z.B. Niere = ren (latein), nephros (griechisch), "renal"=von der Niere her, aber "Nephritis"=entzündete Niere usw.). Ich selbst als mathematisch begabter Mensch mit einem Faible für Grammatik und eher wenig Sprachgefühl liebe Latein, im Gegensatz zu Englisch oder gar Französisch (brrr...). Chinesisch habe ich mal spaßeshalber bei Duolingo ausprobiert - ich bin nicht wirklich weit gekommen, aber die Sprache hatte für mich ebenfalls einen ganz besonderen Reiz, was mich selbst verblüfft hatte.


Hallo Charlotte,

vielen Dank für deine Eisschätzung! Was Sprachen betrifft bin ich leider "voll daneben". Das mit den romanischen Sprachen, die miteinander verwandt sind, verstehe ich noch gerade. Mein Sohn meinte übrigens gestern, dass ihn Latein interessieren würde, auch weil er sich für Geschichte und Astronomie interessiert, wo ja einige lateinische Begriffe vorkommen :) .
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Mo 7. Okt 2019, 10:08

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Re: Schulentscheidung

Beitragvon charlotte12 » Mo 7. Okt 2019, 10:23

Ich persönlich empfand Deutsch und Latein in der Schule immer als komplett gegensätzliche Fächer. Latein mit seiner strikten Logik habe ich geliebt, das gefühlt ziellose Geschwafel in Deutsch gehasst. Deutsche Grammatik mochte ich schon auch sehr gerne, aber der Deutschunterricht bestand höchstens zu 5% aus Grammatik, im Gegensatz zu Latein. Mit Alibaba stimme ich darin überein, dass ich so etwas extrem schwierig im Voraus abzuschätzen finde. Vielleicht einfach mal bei Duolingo testen? Ich habe bei Duolingo sechs verschiedene Sprachen ausprobiert und in kürzester Zeit gespürt, was mir Spaß macht (Latein, Chinesisch) und was nicht (Russisch, Französisch). Wichtig ist, "englisch" und nicht "deutsch" als Grundsprache einzugeben, sonst hat man kaum Auswahl.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Mo 7. Okt 2019, 10:47

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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Bliss » Mo 7. Okt 2019, 13:32

Meine Tochter meinte vor kurzem: Englischunterricht ist wie Deutschunterricht nur halt auf Englisch.Und auch in Prüfungen nimmt der Anteil an frei zu schreibenden Texten immer mehr zu. Latei ist halt anders, und im Vergleich zu meiner Schulzeit eigentlich noch sehr ähnlich. Meine Kinder mögen Latein aus unterschiedlichen Gründen. Tochter wegen des fehlenden freien Schreibens und der nicht vorhandenen Rechtschreibprolematik. Und die Söhne interessieren sich sehr für die damalige Zeit und für beide ist es eigentlich auch das erste Fach gewesen, wo sie wirklich das Gefühl hatten sie dürfen mal was neues lernen.Wobei es nach der Lehrbuchphase ab Klasse 9 schon sehr auf die Lektüre ankommt.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon alibaba » Mo 7. Okt 2019, 14:13

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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Edainwen » Di 8. Okt 2019, 07:59

alibaba hat geschrieben:Aktuell hat meine Madame eine ihrer Lieblingslehrerinnen in Englisch. Da freut sie sich richtig auf den Unterricht und der Finger ist sehr oft oben. Ja, so ist das, schlechter Lehrer = schlechter Unterricht = egal welches Fach. Mit einem guten Lehrer ist das Fach fast egal. :mrgreen:


Das kann ich nur unterschreiben, das ist aber leider nichts, was man im Voraus irgendwie abschätzen kann.

So mag mein Sohn z.B. seinen Englischlehrer sehr gerne. Er mag auch Englisch sehr gerne. Den Englischunterricht findet er aber total langweilig. Jetzt haben sie für einen Monat eine Vertretung. Der neue Lehrer spricht die ganze Zeit über nur Englisch, also er erklärt auch die neue Grammatik auf Englisch und alles. Das nun findet mein Sohn total genial und nun findet er den Englischunterricht toll. - Der andere Lehrer ist auch nicht schlecht, aber es leigt eben jedem auch ein anderer Stil.
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Re: Schulentscheidung

Beitragvon Rabaukenmama » Mi 9. Okt 2019, 12:56

So, heute waren wir am "Tag der Wiener Schulen" das Autistengymnasium anschauen. Meinem Sohn hat es ganz gut gefallen, vor allem, dass er gleich beim reingehen einen Zettel von der Musikschule in die Hand gedrückt bekommen hat, wo draufgestanden ist, dass er in der Schule Schlagzeug und Trompete lernen kann (ich glaube nicht dass ihn eines davon wirklich interessiert, aber er macht gerne Lärm :P ).

Ich hatte dann ein kurzes Gespräch mit dem Direktor über den weiteren Ablauf und werde erst mal forcieren, dass mein Sohn in dieser Schule aufgenommen wird. In einer Engischstunde der 1. Klasse hat er heute kurz hospiziert und fand es toll, die Deutschstunde, wo er extra gewartet hat, um auch da hospizieren zu können, hat ihn hingegen so gelangweilt dass er nach 5min schon genug hatte.

Leider bietet dieses Gymnasium für die 1. und 2. Klasse keinerlei zusätzliche Fremdsprachen an, nicht mal als Freigegenstand oder unverbindliche Übung :( . Das finde ich ehrlich gesagt ziemlich schade, aber vielleicht hat mein Sohn mit "ankommen" in den ersten zwei Jahren schon genug zu tun... Ab der 3. Klasse kann man dass freiwillig italienisch wählen und ab der 5. Klasse kommt Latein dazu.

Naja, im Moment habe ich etwas gemischte Gefühle, aber instinktiv ist das von allen zur Auswahl stehenden Schulen diejenige, die vermutlich am besten mit meinem Sohn zurecht kommt...
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