Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Linasina » Do 26. Dez 2019, 05:27

Ich war zu einem Elternentwicklungsgespräch auf dem Gym. Von den Noten her sind die Lehrer sehr zufrieden doch finden Sie meine Tochter sehr unorganisiert und chaotisch. Die Klassenlehrerin sagt, dass sich das unbedingt ändern muss.
Sie ist im Unterricht auch sehr verträumt aber es überrascht Sie dass Sie bei plötzlichen drann nehmen das Ergebnis über Nachdenken dennoch sagen kann. Beeindruckend findet Sie ihre schnelle Auffassungsgabe. Das erste Kind geht dieses Halbjahr schon vom Gym aber meine Tochter kann noch weiter machen. Ich bin sehr stolz.
Angst machen mir nur ihre Wutanfälle und Dir Lernunlust.
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Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » Sa 28. Dez 2019, 23:19

Danke für den Bericht!
Sowas wie ein "Entwicklungsgespräch" gibt es bei uns nicht, nur die Lehrersprechstunde, wo man hingehen kann nach Absprache, wenn einem was "unter den Nägeln brennt", aber nicht muss. Ich hab die Termine irgendwie verpasst bzw wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts, was besprechenswert gewesen wäre.
Inzwischen ist da schon was, siehe Text an Auguste unter "Schule" und Mathenachhilfe.
Bei der nächsten Gelegenheit werde ich wohl mal schauen, dass ich einen Termin bekomme.

Insgesamt sind wir mit unserer Schulwahl sehr zufrieden, Kind geht gern und mag die Lehrer (alle!) und ihre Klasse gern.
Sie sind ja nur 4 Mädels und die vier verstehen sich sehr gut. Tochter war bei allen drei anderen Mädchen schon eingeladen.
In der Woche vor Weihnachten waren die Kassen 5 bis 8 an einem Vormittag geschlossen im Spaßbad, an einem anderen Tag im Theater und am letzten Schultag wurde gewichtelt, Film geschaut und der letzte Block war frei.
Und das, wo hier immer mal wieder gesagt wird, der Leistungsanspruch und Druck wäre an dieser Schule (MINT Schule mit Begabungsförderung) so hoch...
Die Schule im Ort, auf die Tochters einer Freund geht - ein ganz normales Gymnasium - tritt da ja ganz anders auf.
Dort wurde in er 5. Klasse am letzten Tag vor Weihnachten noch eine Vokalbelarbeit geschrieben und überhaupt hören wir von dort immer wieder, wie hart der Umbruch von Grundschule auf dieses Gymnasium sei. Dort wird wenig Rücksicht auf die neuen neuen Fünftklässler genommen und es geht gleich zur Sache.
So erlebt Tochter das an ihrer Schule bisher nicht... (Beispiel: erstes Diktat in der einen Schule - sehr viele 6en - Zensuren wurde bei allen eingetragen. Bei Tochter lief das erste Diktat unter "Leistungsstandserhebung" und nur wer wollte, konnte sich die Zensur eintragen lassen)
Alles in allem läuft es also wirklich gut.

Unorganisiert ist Kind allerdings auch. Die Hefter sind voller loser, nicht abgehefteter Blätter und der Ranzen generell ein einziges Chaos. Die Schulsachen liegen tagelang auf dem Boden rum, obwohl sie einen Schreibtisch und genug Fächer dafür hat.

Ich habe, nachdem ich mir das eine Weile angesehen habe, beschlossen, da jetzt doch einzugreifen und regelmäßig vom Kind zu verlangen (und das auch zu kontrollieren), dass es alles sortiert und ordentlich abheftet.
Ich glaube, sie braucht da etwas "Starthilfe". Auch wenn es sich etwas komisch anfühlt, ausgerechnet jetzt damit zu beginne, wo sie es in der Grundschule doch von Anfang alles allein geregelt bekommen hat und ich mich bisher nie in schulische Belange einmischen musste...

Wutanfälle gibt hier auch (bspw bei Mathe), aber nicht mehr als früher. Ich würde eher sagen weniger. Insgesamt scheint das Selbstbewusstsein gestiegen.

Lernunlust, hm, Kind hat noch nicht begriffen, dass Lernen gelegentlich nötig ist und lohnt.
So kommen ab und an 3en auch in Fächern, für ihr an sich leicht fallen, weil sie eben was nicht gelernt hat.
Aber die 2en überwiegen und solange das so ist, werde ich sie nicht zum Lernen anhalten, höchstens Empfehlungen aussprechen, wann sie meiner Meinung nach damit beginnen sollte, wenn eine größere Arbeit angesagt ist.

Besonders leicht fallen ihr Deutsch und Englisch. Sie meint, sie habe insbesondere bei Englisch irgendwie einen großen Vorsprung. Wir können uns gar nicht recht erklären, woher. Vielleicht von der App "Duolingo", was sie gelegentlich nutzt.
Sie scheint aber auch ein ziemliches Sprachtalent zu haben, Vokabeln lernen muss sie kaum, sie erinnert sie einfach und sie hat insgesamt ein sehr gutes Sprachempfinden. Auch in Deutsch hat sie bei Diktaten fast immer 0 Fehler... (Rechtschreibung fiel mir selbst aber auch immer leicht)

Ach so - eine Form-Vier gabs inzwischen auch schon, weil sie so unordentlich geschrieben hat und nicht richtig durchgestrichen hatte etc. War ein Deutschaufsatz mit Zensur 1, Form 4. Nunja.
Da tun mir vor allem die Lehrer leid, wenn sie so einen unordentlich geschriebenen Aufsatz lesen müssen...
Das hab ich dem Kind dann auch so gesagt.
sinus
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