Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Probleme und Lösungen für den Schulalltag

Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Linasina » Do 26. Dez 2019, 05:27

Ich war zu einem Elternentwicklungsgespräch auf dem Gym. Von den Noten her sind die Lehrer sehr zufrieden doch finden Sie meine Tochter sehr unorganisiert und chaotisch. Die Klassenlehrerin sagt, dass sich das unbedingt ändern muss.
Sie ist im Unterricht auch sehr verträumt aber es überrascht Sie dass Sie bei plötzlichen drann nehmen das Ergebnis über Nachdenken dennoch sagen kann. Beeindruckend findet Sie ihre schnelle Auffassungsgabe. Das erste Kind geht dieses Halbjahr schon vom Gym aber meine Tochter kann noch weiter machen. Ich bin sehr stolz.
Angst machen mir nur ihre Wutanfälle und Dir Lernunlust.
Linasina
Dauergast
 
Beiträge: 558
Registriert: Di 11. Okt 2011, 14:42

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » Sa 28. Dez 2019, 23:19

Danke für den Bericht!
Sowas wie ein "Entwicklungsgespräch" gibt es bei uns nicht, nur die Lehrersprechstunde, wo man hingehen kann nach Absprache, wenn einem was "unter den Nägeln brennt", aber nicht muss. Ich hab die Termine irgendwie verpasst bzw wusste zu dem Zeitpunkt noch nichts, was besprechenswert gewesen wäre.
Inzwischen ist da schon was, siehe Text an Auguste unter "Schule" und Mathenachhilfe.
Bei der nächsten Gelegenheit werde ich wohl mal schauen, dass ich einen Termin bekomme.

Insgesamt sind wir mit unserer Schulwahl sehr zufrieden, Kind geht gern und mag die Lehrer (alle!) und ihre Klasse gern.
Sie sind ja nur 4 Mädels und die vier verstehen sich sehr gut. Tochter war bei allen drei anderen Mädchen schon eingeladen.
In der Woche vor Weihnachten waren die Kassen 5 bis 8 an einem Vormittag geschlossen im Spaßbad, an einem anderen Tag im Theater und am letzten Schultag wurde gewichtelt, Film geschaut und der letzte Block war frei.
Und das, wo hier immer mal wieder gesagt wird, der Leistungsanspruch und Druck wäre an dieser Schule (MINT Schule mit Begabungsförderung) so hoch...
Die Schule im Ort, auf die Tochters einer Freund geht - ein ganz normales Gymnasium - tritt da ja ganz anders auf.
Dort wurde in er 5. Klasse am letzten Tag vor Weihnachten noch eine Vokalbelarbeit geschrieben und überhaupt hören wir von dort immer wieder, wie hart der Umbruch von Grundschule auf dieses Gymnasium sei. Dort wird wenig Rücksicht auf die neuen neuen Fünftklässler genommen und es geht gleich zur Sache.
So erlebt Tochter das an ihrer Schule bisher nicht... (Beispiel: erstes Diktat in der einen Schule - sehr viele 6en - Zensuren wurde bei allen eingetragen. Bei Tochter lief das erste Diktat unter "Leistungsstandserhebung" und nur wer wollte, konnte sich die Zensur eintragen lassen)
Alles in allem läuft es also wirklich gut.

Unorganisiert ist Kind allerdings auch. Die Hefter sind voller loser, nicht abgehefteter Blätter und der Ranzen generell ein einziges Chaos. Die Schulsachen liegen tagelang auf dem Boden rum, obwohl sie einen Schreibtisch und genug Fächer dafür hat.

Ich habe, nachdem ich mir das eine Weile angesehen habe, beschlossen, da jetzt doch einzugreifen und regelmäßig vom Kind zu verlangen (und das auch zu kontrollieren), dass es alles sortiert und ordentlich abheftet.
Ich glaube, sie braucht da etwas "Starthilfe". Auch wenn es sich etwas komisch anfühlt, ausgerechnet jetzt damit zu beginne, wo sie es in der Grundschule doch von Anfang alles allein geregelt bekommen hat und ich mich bisher nie in schulische Belange einmischen musste...

Wutanfälle gibt hier auch (bspw bei Mathe), aber nicht mehr als früher. Ich würde eher sagen weniger. Insgesamt scheint das Selbstbewusstsein gestiegen.

Lernunlust, hm, Kind hat noch nicht begriffen, dass Lernen gelegentlich nötig ist und lohnt.
So kommen ab und an 3en auch in Fächern, für ihr an sich leicht fallen, weil sie eben was nicht gelernt hat.
Aber die 2en überwiegen und solange das so ist, werde ich sie nicht zum Lernen anhalten, höchstens Empfehlungen aussprechen, wann sie meiner Meinung nach damit beginnen sollte, wenn eine größere Arbeit angesagt ist.

Besonders leicht fallen ihr Deutsch und Englisch. Sie meint, sie habe insbesondere bei Englisch irgendwie einen großen Vorsprung. Wir können uns gar nicht recht erklären, woher. Vielleicht von der App "Duolingo", was sie gelegentlich nutzt.
Sie scheint aber auch ein ziemliches Sprachtalent zu haben, Vokabeln lernen muss sie kaum, sie erinnert sie einfach und sie hat insgesamt ein sehr gutes Sprachempfinden. Auch in Deutsch hat sie bei Diktaten fast immer 0 Fehler... (Rechtschreibung fiel mir selbst aber auch immer leicht)

Ach so - eine Form-Vier gabs inzwischen auch schon, weil sie so unordentlich geschrieben hat und nicht richtig durchgestrichen hatte etc. War ein Deutschaufsatz mit Zensur 1, Form 4. Nunja.
Da tun mir vor allem die Lehrer leid, wenn sie so einen unordentlich geschriebenen Aufsatz lesen müssen...
Das hab ich dem Kind dann auch so gesagt.
sinus
Dauergast
 
Beiträge: 748
Registriert: Fr 26. Nov 2010, 10:52

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Kelpie » Mo 20. Jan 2020, 10:18

Das kenne wir auch.
Wir hatten im Dezember ebenfalls so ein Gespräch.

Sohnemann (10, überdurchschnittlich intelligent und ADS) vergisst dauernd Hausaufgaben, gibt Dinge erst bei der 6. Erinnerung ab und lässt seine Sachen irgendwo liegen (wobei sein Freund da noch schlimmer ist).
Außerdem kaspert er die ganze Zeit im Unterricht herum. Das macht er zwar leise und für sich, aber die Lehrer fühlen sich trotzdem gestört, wenn er mit seiner Trinkflasche Einhorn spielt. ;)
Er wirkt, als würde er die ganze Zeit nicht aufpassen, um sich dann plötzlich zu melden und eine super Antwort zu geben.

In Mathe und Deutsch macht er einen Haufen Schusselfehler, kommt aber meistens trotzdem noch auf Zweien.
In Englisch hat er ein Defizit, was aber bei allen Kindern so ist, die von unserer Grundschule kommen. Da hat er sich aber schon verbessert, und steht, nach meinen Berechnungen, auf 3.
In den Nebenfächern weiß er teilweise viel mehr, als der Rest der Klasse, so dass die Lehrer ihm sagen, dass sie nicht wissen, wie sie ihn beschäftigen sollen. Er mag die Fächer aber trotzdem.

Die Lehrer wollten uns eigentlich vorschlagen, ihn wegen fehlender Reife die 5. Klasse wiederholen zu lassen.
Das hätte uns nicht gestört, weil unser Sohn schon eine Klasse übersprungen hat und dann lediglich wieder da wäre, wo er alterstechnisch hin gehört. (Der Sprung war damals Notwehr, weil der Lehrerin jegliches Verständnis für ein Kind, wie unseren Sohn, fehlte. Vor dem Sprung merkte man kaum etwas von dem ADS, vermutlich, weil er den Stoff damals so locker aus dem Ärmel schüttelte.)
Mittlerweile waren die Lehrer aber zu dem Schluss gelangt, dass er unterfordert wäre, wenn er die 5. Klasse wiederholen würde.

Naja, bei unserem Sohn passt es sowieso nie. Entweder ist er unterfordert, oder das ADS schlägt zu. :schwitz:
Kelpie
 
Beiträge: 4
Registriert: Mo 15. Jan 2018, 09:04

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 20. Jan 2020, 14:33

Kelpie hat geschrieben:Die Lehrer wollten uns eigentlich vorschlagen, ihn wegen fehlender Reife die 5. Klasse wiederholen zu lassen.
Das hätte uns nicht gestört, weil unser Sohn schon eine Klasse übersprungen hat und dann lediglich wieder da wäre, wo er alterstechnisch hin gehört. (Der Sprung war damals Notwehr, weil der Lehrerin jegliches Verständnis für ein Kind, wie unseren Sohn, fehlte. Vor dem Sprung merkte man kaum etwas von dem ADS, vermutlich, weil er den Stoff damals so locker aus dem Ärmel schüttelte.)
Mittlerweile waren die Lehrer aber zu dem Schluss gelangt, dass er unterfordert wäre, wenn er die 5. Klasse wiederholen würde.

Naja, bei unserem Sohn passt es sowieso nie. Entweder ist er unterfordert, oder das ADS schlägt zu. :schwitz:


Mein Sohn (noch 9) ist ebenfalls überdurchschnittlich intelligent mit einer sprachlichen Begabungsspitze. Wobei sein IQ-Test als "nicht auswertbar" gilt, weil zwischen bestem und schlechtestem Unterwert ca. 60! IQ-Punkte liegen. Das einzige Kind, das ich kenne, mit einer noch größeren Diskrepanz ist sein jüngerer Bruder (Referenzalter beim IQ-Test mit 5,6 Jahren zwischen 3,2 und 7,11 Jahren!) .

Auch bei meinem älteren Sohn kam von der Grundschule der Vorschlag, ihn wegen "fehlender sozialer Reife" noch ein weiteres Jahr in seiner Mehrstufenklasse (wo er sich wohl fühlt, aber unterfordert ist) zu lassen. Ich habe mich dagegen entschieden, weil sein sozial-emotionaler Unterschied zu Altergenossen ohnehin in einem Jahr nicht aufzuholen ist. Außerdem halte ich es für eher kontraproduktiv, den Wechsel ans Gymnasium zeitlich noch mehr in Richtung Pupertät zu verschieben. Mit einem 5. Grundschuljahr wäre mein Sohn beim Übertritt ins Gymnsaium 11,6 Jahre und sicher auch nicht viel "reifer" als heur :roll: .

Jedenfalls ist trotz Vorzugszeugnis (im Halbjahr voraussichtlich lauter 1er, außer einer 2 im Turnen) kein Gymnasium an meinem Sohn als Schüler interessiert. Eine Direktorin hat ihn ohne ihn zu gesehen zu haben schon allein auf Grund der ASS-Diagnose abgelehnt (dazu, die ADHS auch noch zu erwähnen, bin ich nicht mal gekommen :P ). Ein anderer Direktor war, sagen wir mal, "vorsichtig pessimistisch". Er hat nicht gemeint, dass Autisten für seine Schule "nicht geeignet" wären, aber es war ihm wichtig zu betonen, dass es an seiner Schule keinerlei Hilfen oder "Extrawürste" gibt. Dabei hat mein Sohn die Grundschule ohne jegliche Nachteilsausgleiche oder Schulbegleiter gewuppt. Ich gehe also nicht davon aus, dass so viele "Extrawürste" notwendig sein werden, bin mir aber auch bewusst, dass an der Grundschule doch einiges einfacher war. So musste er z.B. beim Teamsport im Turnen nicht mitmachen, dafür hat er auch eine 2 ins Zeugnis bekommen. Die 2 ist weder für ihn noch für mich ein Problem, denn zwangsweise Turnen zu müssen, wo er das Zusammenspiel im Teamsport absolut nicht versteht, wäre ein vielfaches schlimmer. Aber genau so was kann in jeden normalen Gymnasium auf ihn zukommen...

Das ausdrücklich "autistenfreundliche" Gymnasium hat meinen Sohn nach eingehender Prüfung als Schüler ebenfalls abgelehnt. Da hieß es aber auch von Anfang an, dass mehr Autisten Plätze suchen als aufgenommen werden können. Naja, morgen hat mein Sohn dann einen Englisch-Einstufungstest für eine bilinguale Klasse an einem ganz normalen Gymnasium, wo ich noch mit gar niemanden Kontakt hatte. Und ehrlich gesagt habe ich schon etwas Bammel, dass man auch dort meinen Sohn gleich mal vorweg auf Grund seiner Behinderungen ablehnen wird. Dabei könnte ich ihn mit in einer Multi-Kulti-Klasse viel besser vorstellen als unter lauter österreichischen Kindern. Er kann ausgezeichnet Englisch, daher gehe ich davon aus, dass der Englisch-Einstufungstest kein Problem für ihn darstellen wird. Und wenn ein Teil des Unterrichts in seinen Lieblingsgegenständen (Biologie, Geografie, Geschichte) in englischer Sprache abgehalten wird, hat er zumindest einige Herausforderungen. Wenn er die NICHT hat macht er nämlich Blödsinn (mit der Trinkflasche Einhorn spielen könnte auch seine Idee sein :mrgreen: ). Naja, wir werden sehen, wie es weitergeht. Irgendein Gymnasium MUSS meinen Sohn ja schließlich nehmen. Wobei ich - ehrlich gesagt - schon über ein bißchen mehr Auswahl, wo ich mir das "Passendste" raussuchen könnte, froh wäre. Spielt es aber nicht, mit diesen Diagnosen. Wir müssen vermutlich nehmen, was kommt.

Bei Kindern wie deinem oder meinem Sohn ist die Diskrepanz zwischen Wissen und Verhalten nun mal besonders groß. Das werden auch manche Eltern von neurotypischen Kindern nie verstehen.
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2509
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Linasina » Mo 20. Jan 2020, 19:21

Ich finde es schlimm dass Autistische Kinder am Gymnasium nicht genommen werden. Auf dem Gym meiner Tochter gibt es eine extra kleine Klasse für Autisten. Dieses Gym lehnt keine Kinder ab außer Sie haben extrem schlechte Noten.
Linasina
Dauergast
 
Beiträge: 558
Registriert: Di 11. Okt 2011, 14:42

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Rabaukenmama » Mo 20. Jan 2020, 21:04

Linasina hat geschrieben:Ich finde es schlimm dass Autistische Kinder am Gymnasium nicht genommen werden. Auf dem Gym meiner Tochter gibt es eine extra kleine Klasse für Autisten. Dieses Gym lehnt keine Kinder ab außer Sie haben extrem schlechte Noten.


Es sagt ja niemand ausdrücklich "Ich will das Kind auf Grund seines Autismus nicht nehmen!" - denn mit so einer Aussage könnte man sich auf das Behinderten- Gleichstellungsgesetz berufen und Inklusion einfordern. Aber es wird schon sehr deutlich betont, dass das Kind eigentlich nicht erwünscht ist. Und da muss man schon überlegen, ob man unter solchen Voraussetzungen dafür kämpft, dass saß Kind genau DORT einen Schulplatz bekommt . Wohlgemerkt: an diesen beiden Schulen hat noch niemand das Kind gesehen, geschweige denn sich darauf eingelassen, es kennenzulernen!

Wie geht es deiner Tochter mittlerweile an Gymnasium?
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2509
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Linasina » Di 21. Jan 2020, 10:01

Meine Tochter fühlt sich sehr wohl, ihre Noten pendeln im 1 er und 2 er Bereich, Sie macht dafür nicht viel. Ihr machen die Abwechslung und die vielen Kinder nichts aus. Sie mag Mathe, Medienkunde und Kunst. Englisch mag Sie als einzigstes nicht so besonders. Ich bin froh dass alles gut läuft. Chaotisch ist Sie trotzdem noch etwas und vergisst öfters Sachen. Die Kinder bekommen auch auf die Heftführung Noten. Wegen falscher Reihenfolge hat Sie eine 2 bekommen.
Leider hört ihre gute Mathelehrerin bald auf und Sue bekommen einen anderen Mathelehrer. Ich bin sehr gespannt wie das 2. Halbjahr wird. Ab der 6. Klasse haben die Kinder dann Latein. Ab der 6. wird das Niveau stark angehoben. Dieses Halbjahr müssen schon einige Kinder wieder runter gehen weil Sie es nicht schaffen.
Linasina
Dauergast
 
Beiträge: 558
Registriert: Di 11. Okt 2011, 14:42

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon Rabaukenmama » Di 21. Jan 2020, 17:32

Linasina hat geschrieben:Meine Tochter fühlt sich sehr wohl, ihre Noten pendeln im 1 er und 2 er Bereich, Sie macht dafür nicht viel. Ihr machen die Abwechslung und die vielen Kinder nichts aus. Sie mag Mathe, Medienkunde und Kunst. Englisch mag Sie als einzigstes nicht so besonders. Ich bin froh dass alles gut läuft. Chaotisch ist Sie trotzdem noch etwas und vergisst öfters Sachen. Die Kinder bekommen auch auf die Heftführung Noten. Wegen falscher Reihenfolge hat Sie eine 2 bekommen.
Leider hört ihre gute Mathelehrerin bald auf und Sue bekommen einen anderen Mathelehrer. Ich bin sehr gespannt wie das 2. Halbjahr wird. Ab der 6. Klasse haben die Kinder dann Latein. Ab der 6. wird das Niveau stark angehoben. Dieses Halbjahr müssen schon einige Kinder wieder runter gehen weil Sie es nicht schaffen.


Na, das hört sich ja insgesamt sehr gut an :) ! Und ein bisserl chaotisch sein wird man ja noch dürfen ;) .
Der liebe Gott schenkt uns die Nüsse, aber er knackt sie nicht (Johann Wolfgang von Goethe)
Rabaukenmama
Dauergast
 
Beiträge: 2509
Registriert: So 8. Dez 2013, 21:24

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon sinus » Di 21. Jan 2020, 20:33

...meiner Tochter fällt es grad auf die Füße, dass sie weder das Lernen, noch das sich Organisieren in der Grundschule gelernt hat. Da alles von allein lief, hab ich mich auch nie eingemischt, es gab keine festen HA-Zeiten, ich hab mir auch nie angeschaut, was sie wie gemacht hat und vor Arbeiten lernen war nie nötig und hat sie auch nie gemacht.

Jetzt wäre es nötig, gelegentlich die Nase in die Mitschriften zu stecken, vor Arbeiten rechtzeitig zu lernen und die Sachen in Ordnung zu halten und nichts davon macht sie.
Sie traut sich auch nicht nachzufragen, wenn sie was nicht verstanden hat (in Mathe) und kommt dann mit dem Gefühl heim, ein Matheversager zu sein.
Dabei müsste sie evtl. wirklich nur mal nachbohren. Aber sie kennt es halt nicht, dass sie mal was nicht gleich kapiert.

Aktuell wünschte ich mal wieder, sie hätte eine forderndere Grundschule besucht, wo sie all das wenigstens in Ansätzen schon (kennen-)gelernt hat...
(Auch darum überlege ich für Nr. 2 eine andere Grundschule zu wählen - die Schule der Großen gilt hier als besonders sanft und "kuschelig", es gibt wenig Hausaufgaben etc)

Im Halbjahres-Zeugnis wird's jetzt wohl eine Ordnungsnote 3 und eine Mathe-3 geben.
(Wobei der Mathestoff auch wirklich anspruchsvoll ist, es ist Stoff aus Klasse 6, tw sogar 7)

Ich werde mich zukünftig wohl ein wenig mehr einbringen müssen, das Kind regelmäßig zum Lernen anhalten, dafür sorgen, dass sie HAs rechtzeitig macht und nicht erst am Abend vorher 21 Uhr, wie jetzt so schon mehrfach vorgekommen. (Wo sie dann nicht selten noch merkte, dass sie die Aufgaben nicht wie erwartet mal eben so einfach runterschreiben kann)

Wir müssen da wohl jetzt förmlich bei Null anfangen, dass sie Lernen, Arbeitsverhalten, Selbstorganisation und Ordnunghalten bei den Arbeitsmitteln lernt.

Ein kurzes Gespräch mit der Klassenlehrerin ergab aber immerhin, dass sie gut integriert ist, mit Mädels (sind ja nur insgesamt vier) und Jungen gleichermaßen klarkommt. Und Kind selbst ist auch merklich zufriedener mit der Schule.
(Auch wenn sie regelmäßig über Mathe klagt, was natürlich an einer ausgesprochenen "Matheschule" mit mehr Mathestunden und schwierigerem Stoff und später mal verpflichtendem Mathe-LK nicht so optimal ist...)
Am meisten mag sie Kunst und Biologie und am leichtesten fällt ihr Englisch. Warum auch immer. (Dafür muss sie nichts tun und ist trotzdem Klassenspitze)
sinus
Dauergast
 
Beiträge: 748
Registriert: Fr 26. Nov 2010, 10:52

Re: Erstes Entwicklungsgespräch auf dem Gym

Beitragvon alibaba » Do 23. Jan 2020, 09:24

sinus hat geschrieben:...
Im Halbjahres-Zeugnis wird's jetzt wohl eine Ordnungsnote 3 und eine Mathe-3 geben.
(Wobei der Mathestoff auch wirklich anspruchsvoll ist, es ist Stoff aus Klasse 6, tw sogar 7)


Irgendwo ist immer etwas "anspruchsvoll". Hier hatte mein Großkind einen Wechsel des Lehrers. Der erklärte den Kindern dann im Unterricht, was im Abitur auf sie zukäme und das sie den Stoff jetzt mal erklären, kurz anreißen will. Die Lehrerin erklärte und alle Kinder saßen, kurz danach, lachend in ihren Bänken. Auf das Staunen der Lehrerin, was denn los sei, erklärten die Schüler, dass dieser Stoff schon ausführliche Grundlage, der Lehrerin davor, in Klasse 9! gewesen sei. :mrgreen: Und um das Maß dann voll zu machen, ganz locker vom Hocker ohne Mehrarbeit oder ohne größeren Aufwand, verbesserte sich die Note in diesem Fach bei meinem Kind um 2 ganze Noten!

Deswegen schreibe ich ja immer wieder, vergleichen kann man überhaupt nichts. Eine Note sagt nichts aus. Leider ist nur das doofe, dass diese so wichtig sind.
alibaba
Dauergast
 
Beiträge: 3591
Registriert: Mo 6. Okt 2008, 10:06

Nächste

Zurück zu Schule

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste